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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.02.2017

Wie gut kennt man seine besten Freunde

Das Mädchen im Dunkeln
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Das Mädchen im Dunkeln von Jenny Blackhurst, erschienen im Bastei Lübbe Taschenbuch am 16.02.2017

Dr. Karen Browning ist Psychiaterin. Eines Tages erscheint die junge Jessica Hamilton in ihrer Praxis ...

Das Mädchen im Dunkeln von Jenny Blackhurst, erschienen im Bastei Lübbe Taschenbuch am 16.02.2017

Dr. Karen Browning ist Psychiaterin. Eines Tages erscheint die junge Jessica Hamilton in ihrer Praxis und will sich wegen Spannungskopfschmerzen behandeln lassen. Will sie sich wirklich behandeln lassen, oder möchte sie sich nur über die Frau ihres Geliebten beklagen, die sich nicht dagegen wehrt, dass ihr Mann eine Geliebte hat?

Karen beklagt sich jedenfalls nicht, dass sich die Frau ihres Geliebten nicht wehrt. Jedes Wochenende packt er die Koffer und verbringt mit seiner Familie das Wochenende um dann wieder die Woche bei Karen zu sein. Die zieht am Freitag mit ihren Freundinnen Bea und Eleonor los. Drei Frauen, drei völlig verschiedene Lebensplanungen hinter denen sich tiefe Geheimnisse verstecken und eine Freundschaft die schon seit der Kindheit besteht.

Die Autorin schreibt flüssig und spannend. Die Geschichte wird aus dem Blickwinkel der einzelnen Personen in kurzen Kapiteln erzählt. Dazwischen sind Vernehmungsprotokolle und die Gedanken einer weiteren Person die die Freundinnen beobachtet. Jede der Frauen ist spannend und schlüssig erzählt, die Charaktere schön herausgearbeitet. Ein Buch, das einen immer wieder überrascht. Ich fand es spannend bis zum Ende. Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 15.12.2016

Lustiges Lästern über Fehlleistungen im Unterricht

Nenne drei Hochkulturen: Römer, Ägypter, Imker
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Nenne drei Hochkulturen: Römer, Ägypter, Imker von Lena Greiner und Carola Padtberg-Kruse, erschienen im Ullstein Taschenbuch am 18. November 2016.
Ich habe bisher noch kein Buch von den Autorinnen gelesen ...

Nenne drei Hochkulturen: Römer, Ägypter, Imker von Lena Greiner und Carola Padtberg-Kruse, erschienen im Ullstein Taschenbuch am 18. November 2016.
Ich habe bisher noch kein Buch von den Autorinnen gelesen und so kann ich es nicht mit Vorgängerausgaben vergleichen. Ich hatte auf den meisten Seiten viel Spaß. Die Lehrerkommentare und die Anmerkungen der Autorinnen geben dieser Sammlung von Stilblüten einen Rahmen. Die Einteilung in verschiedene Schulfächer wird es einem Lehrer erleichtern sich auf den nächsten Elternabend vorzubereiten mit einigen Entgleisungen zur Auflockerung. Durch die Anmerkungen können auch Schüler nicht so hoher Jahrgangsstufen den Witz hinter den Fehlern zum großen Teil verstehen. Für den Rest gibt es Wikipedia.
Den Lehrerzimmerabschnitt fand ich jetzt nicht gar so passend. Wenn ein Lehrer seinen Lieblingen bessere Noten gibt sollte er das doch bitte im stillen Kämmerlein machen und nicht laut damit hausieren gehen. Dieses Buch ist dabei quasi auch eine Anklage an unser Bildungswesen. Was da teilweise für Antworten auch aus höheren Schulklassen oder Berufsschulklassen gekommen ist, ist einfach entsetzlich.
Was hat noch mal dieser Johannes Gutenberg erfunden?
Antwort 1: Gutenberg hat die Glühbirne erfunden!
Antwort 2: Gutenberg hat die Bibel erfunden!
Leider standen bei diesen unbekannten Künstlern nicht die Jahrgangsstufen dabei. Gut, dass Gutenberg erst mal den Buchdruck erfunden hat. So können noch viele dieser Bücher gedruckt und an Schüler, Lehrer und Eltern gegeben werden

Veröffentlicht am 15.09.2016

Run boy run!

Am Ende aller Zeiten
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Am Ende aller Zeiten von Adrian J Walker. Erschienen im Fischer Tor Verlag am 25.08.2016.

Ed lebt mit seiner Frau Beth in Schottland. Er drückt sich vor der Hausarbeit und auch auf der Arbeit ist er eher ...

Am Ende aller Zeiten von Adrian J Walker. Erschienen im Fischer Tor Verlag am 25.08.2016.

Ed lebt mit seiner Frau Beth in Schottland. Er drückt sich vor der Hausarbeit und auch auf der Arbeit ist er eher der kreative Drückeberger als der fleißige Arbeitnehmer. An einem Sonntag weckt ihn sein Sohn durch lautes Gebrüll0 Er gibt ihm die Flasche und stellt fest, dass weder Fernsehen noch Telefon funktionieren. Um Empfang zu haben schnappt er sich seinen Sohn und geht mit ihm los, immer auf der Suche nach dem Balken der ihn ins Internet schauen lässt. Etwas ist seltsam und dann fällt es ihm wieder ein. Als er gestern Abend sturzbetrunken im Fernsehen gesehen hat, dass Kometen auf dem Weg zur Erde sind hat ihm seine Frau Beth nicht geglaubt und er ist ins Bett gekippt. Jetzt gehen plötzlich die Sirenen an. Es ist keine betrunkene Fantasy gewesen. Es ist ernst. Sehr ernst. Kann er sich und seine Familie retten?
Der Autor hat eine wunderbar apokalyptische Stimmung geschaffen. Das Böse, das Tier in den Menschen ist wach geworden. Jeder kämpft ums überleben in einer Welt ohne Gesetz und Ordnung. Ed hasst es zu rennen, aber er muss. Er und einige Andere versuchen durch halb England zu den Schiffen zu kommen. Seine Motivation ist seine Familie. Eine Familie die auf der Flucht getrennt wurde.
Wir treffen in diesem Roman mal nicht die Typen die eigentlich super fit sind und die einen Lauf quer durch England mal eben zwischen Tagesschau und dem Wort zum Sonntag machen würden. Ed und seine Kumpels sind eigentlich alles Typen die leicht schräg, völlig normal und unser Nachbar sein könnten. Kurz nachdem ich dieses Buch angefangen habe zu lesen ist der Asteroid "2016 QA2" knapp an der Erde vorbeigeflogen. So ein Ereignis kann uns also wirklich jederzeit treffen. Hast Du genug Wasser im Keller? Hast Du überhaupt einen Keller?
Dieses Buch ist für alle die nicht die weichgespülten Endzeitbüchlein der letzten Jahre lesen wollen. Der Leser bekommt mehr als Dreckränder und verlaufene Wimperntusche zu lesen auf einer Reise durch den eigenen Schweinehund.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Mord in Münster

Denn mir entkommst du nicht
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„Denn mir entkommst du nicht“ von Christine Drews (Band 4 der Reihe Charlotte Schneidmann & Peter Käfer), erschienen im Bastei Entertainment Verlag, am 13. Mai 2016

Am Aasee in Münster läuft ein Jogger ...

„Denn mir entkommst du nicht“ von Christine Drews (Band 4 der Reihe Charlotte Schneidmann & Peter Käfer), erschienen im Bastei Entertainment Verlag, am 13. Mai 2016

Am Aasee in Münster läuft ein Jogger seine abendliche Runde als er seinen früheren Spitznamen hört. Er folgt dem Ruf in die Büsche und prallt mit einem Menschen zusammen der sich aber schnell aus dem Weg macht. Schnell findet Antonio raus warum. Dort liegt eine Tote. Eine Frau die zu seinem früheren Leben gehört hat. Eine Prostituierte, bestialisch ermordet. Er ruft anonym die Polizei und versucht seine Spuren zu verwischen damit die Polizei nicht in sein neues Leben platzt. Der Mörder hat ihn gesehen und der Mörder weiß nicht, dass er ihn nicht identifizieren kann.

Die Kommissare Schneidmann und Käfer beginnen zu ermitteln. Führt sie die Tote in das Rotlichtmilieu oder wurde sie ermordet weil sie bis vor kurzem schwanger gewesen ist?

Der Krimi ist teilweise aus der Sicht von Antonio geschrieben und teilweise aus dem Blickwinkel der Polizei. Dadurch wissen wir natürlich wenn Schneidmann und Käfer irren, was die Geschichte irgendwie lebendiger macht. Bis zum Showdown hat mir die Story, die spannend und flüssig geschrieben ist sehr gut gefallen. Für das was zum Ende geführt hat gibt es einen Punkt Abzug.

Man kann der Story sehr gut folgen auch wenn man die ersten 3 Bände der Reihe nicht gelesen hat. Ich fand es eine sehr gute Idee mal nicht in den Gedanken eines Mörders mitzulesen, sondern die Nöte und Ängste eines eigentlich unbeteiligten der befürchten muss, dass man ihm diese bestialischen Morde anlasten wird.

Veröffentlicht am 08.07.2026

Dieses Buch tanzt aus der Reihe Herr Arenz

Fünf, sechs, sieben, acht
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Fünf, sechs, sieben, acht von Ewald Arenz, erschienen im DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG am 16.06.2026.

Anton tanzt Stepptanz und arbeitet an einer Theaterbühne als Choreograf. Als der alte Intendant, ...

Fünf, sechs, sieben, acht von Ewald Arenz, erschienen im DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG am 16.06.2026.

Anton tanzt Stepptanz und arbeitet an einer Theaterbühne als Choreograf. Als der alte Intendant, mit dem er an dem Theater angefangen hat, in Rente geht und durch eine jüngere Frau ersetzt wird, hat auch diese sich einige Gedanken über das Theater und dessen Zukunft gemacht. Anton, inzwischen 60, sieht sie in dieser Zukunft nicht. Sie hat einen eigenen Stil und ersetzt ihn durch eine junge, aufstrebende Frau. Ausgerechnet seine Tochter, von der er sich entfremdet hat, die ihn nicht vorgewarnt hat, dass seine Stelle neu besetzt wird und sie sich beworben hat. Anton sinniert über sein Leben, vertane Chancen und sucht den Punkt, an dem sein Leben den Takt verloren hat.

Diesmal ist das Coming-of-age echtes Alter unterlegt vom Takt des Lebens. Ein alternder Tänzer blickt auf sein Leben zurück. Was bleibt von einem Leben, bei dem nach einer Spielzeit die Arbeit beendet ist, aber im Normalfall auch nichts davon bleibt als einige Zeilen in der Tageszeitung und vermutlich nur das Gefühl des Besuchers ein einmaliges Erlebnis geteilt zu haben.

Anton macht sich mit seiner Tochter Emma auf die Suche nach Jo, die ihn plötzlich verlassen hatte, lange bevor er Emmas Mutter kennengelernt hat. Er will von Emma eine Entschuldigung, versteht nicht, dass er sich selbst aus deren Leben hinausgetanzt hatte, auch mit dem ewigen Gefühl gegenüber seiner Ex-Frau Kathe, dass sie nur die Zweitbesetzung der Ehefrau ist.

Anton bleibt lange unsympathisch. Aufbrausend, ungerecht, ja sogar selbstgerecht. Ich habe mich ihm nur in ganz kleinen Schritten und sehr spät im Buch nähern können. Insgesamt ist Arenz ein gutes Buch gelungen, nicht aber eins in dem man abtauchen möchte und sich in der Erzählung verliert. Das Buch überrascht nicht und glänzt auch nicht wie seine bisherigen Romane. Es hat mir gefallen, aber der Zauber, der sonst von seinen Büchern ausgeht hat mir gefehlt.

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