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Veröffentlicht am 18.02.2020

Erinnerungen gegen das Vergessen

Rote Kreuze
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"Rote Kreuze" ist ein leichtes Büchlein mit schwerem Inhalt. Es geht um die an Alzheimer erkrankte 90-jährige Tatjana Alexejewna, welche ihrem neuem jungen Nachbarn mit viel Herz ihre Lebensgeschichte ...

"Rote Kreuze" ist ein leichtes Büchlein mit schwerem Inhalt. Es geht um die an Alzheimer erkrankte 90-jährige Tatjana Alexejewna, welche ihrem neuem jungen Nachbarn mit viel Herz ihre Lebensgeschichte erzählt. Dieser ist zu Beginn alles andere als begeistert von der aufdringlichen alten Dame - kein Wunder, hat er doch selber eine Menge eigene Probleme. Während Tatjana von der russischen Schreckensherrschaft erzählt, entwickelt sich aber doch eine ungewöhnliche Freundschaft.
⭐⭐⭐⭐
Der Autor Sasha Filipenko hat für dieses grausame Portrait Russlands ausführlich recherchiert. Sehr gut finde ich die im Buch zitierten, historischen Originaldokumente. Der Schreibstil des Autors ist trotz der harten Kost sehr leichtgängig, teilweise auch humorvoll. Das spiegelt sich vorallem in Tatjana wieder. Diese ist mir mit ihrer teils nervigen und sehr sarkastischen Art richtig ans Herz gewachsen. Alexander ist ein vom Schicksal gebeutelter Protagonist, der einem nachdenklich stimmt. Zwei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein können und dennoch irgendwie zusammen passen, treffen hier aufeinander. Der Autor hat die beiden Einzelschicksale gut miteinander verwoben, wobei man im Fall von Tatjana eigentlich nicht von einem Einzelschicksal sprechen darf. Denn wie Sasha Filipenko selbst sagt, ist Tatjana eine Stellvertreterin "für alle tapferen Frauen in Russland, die nach wie vor, trotz ihres hohen Alters, unentwegt weiterkämpfen für die Wahrheit und das Recht auf Gedenken". (Zitat von Sasha Filipenko aus "Rote Kreuze" Seite 282/283)
⭐⭐⭐⭐
Was ich etwas schade finde ist, dass die aufkeimende Freundschaft bei den ganzen historischen Fakten ein bisschen ins Hintertreffen gerät.
⭐⭐⭐⭐
Fazit: "Rote Kreuze" ist eine Geschichte mit historischen Fakten und liebevollen, ein bisschen schrulligen Protagonisten. Ich würde sie all jenen empfehlen, die Interesse am sowjetischen Zeitgeschehen haben und auch gerne mal zu etwas schwererer Kost greifen. Denn obwohl das Buch "nur" rund 280 Seiten umfasst, sollte man schon Zeit und Muße zum Lesen mitbringen.

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Veröffentlicht am 12.02.2020

Zweiter Teil der Wiederstandstrilogie

Scheintod
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Der Wirtschafts- und Politthriller geht in die zweite Runde und steht seinem Vorgänger in nichts nach. An dieser Stelle würde ich empfehlen den ersten Teil vorher zu lesen, da "Scheintot" direkt an die ...

Der Wirtschafts- und Politthriller geht in die zweite Runde und steht seinem Vorgänger in nichts nach. An dieser Stelle würde ich empfehlen den ersten Teil vorher zu lesen, da "Scheintot" direkt an die Ereignisse von "Blutblume" anschließt und Sara's Geschichte weiter erzählt.
Sara ist endlich zur Ruhe gekommen. Sie hat eine neue Wohnung in Stockholm, einen neuen Job bei einer Unternehmensberatung und einen neuen Freundeskreis. Und das Wichtigste: Ihr Vergewaltiger ist tot und kann sie nicht mehr tyrannisieren. Sara wiegt sich in Sicherheit, doch schon bald ereignen sich wieder etliche mysteriöse Vorfälle, die die junge Frau erneut an den Rande der Verzweiflung bringen.

Genau diese Verzweiflung, aber auch die aufkeimende Paranoia, ist beim Lesen dieses Ränkespieles um Macht, Menschenhandel und Geldwäsche spürbar. Louise Boije af Gennäs versteht ihr Handwerk und hat ein verzerrtes Bild der Wirklichkeit erschaffen. Ich wusste teilweise nicht mehr wem ich noch trauen kann und wurde nicht nur einmal aufs Glatteis geführt. Die Autorin versteht sich Spannungselemente gekonnt zu setzen. Ihr Schreibstil ist dabei wie schon beim Vorgänger geradlinig und schnörkellos, aber dennoch sehr detailiert.

Auch Sara konnte mich wieder voll für sich einnehmen und es war schön ihre Geschichte weiter zu lesen.

Alles in allem ist "Scheintot" ein gut strukturierter und gut durchdachter Thriller, der offene Fragen aus "Blutblume" beantwortet, aber auch neue aufwirft. Es bleibt einem also nichts anderes übrig als auch den 3. Teil, der im Sommer 2020 erscheint, zu lesen, was ich mit Sicherheit machen werde.

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Veröffentlicht am 10.02.2020

Zweiter Teil der Widerstandstrilogie

Scheintod
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Der Wirtschafts- und Politthriller geht in die zweite Runde und steht seinem Vorgänger in nichts nach. An dieser Stelle würde ich empfehlen den ersten Teil vorher zu lesen, da "Scheintot" direkt an die ...

Der Wirtschafts- und Politthriller geht in die zweite Runde und steht seinem Vorgänger in nichts nach. An dieser Stelle würde ich empfehlen den ersten Teil vorher zu lesen, da "Scheintot" direkt an die Ereignisse von "Blutblume" anschließt und Sara's Geschichte weiter erzählt.
Sara ist endlich zur Ruhe gekommen. Sie hat eine neue Wohnung in Stockholm, einen neuen Job bei einer Unternehmensberatung und einen neuen Freundeskreis. Und das Wichtigste: Ihr Vergewaltiger ist tot und kann sie nicht mehr tyrannisieren. Sara wiegt sich in Sicherheit, doch schon bald ereignen sich wieder etliche mysteriöse Vorfälle, die die junge Frau erneut an den Rande der Verzweiflung bringen.

Genau diese Verzweiflung, aber auch die aufkeimende Paranoia, ist beim Lesen dieses Ränkespieles um Macht, Menschenhandel und Geldwäsche spürbar. Louise Boije af Gennäs versteht ihr Handwerk und hat ein verzerrtes Bild der Wirklichkeit erschaffen. Ich wusste teilweise nicht mehr wem ich noch trauen kann und wurde nicht nur einmal aufs Glatteis geführt. Die Autorin versteht sich Spannungselemente gekonnt zu setzen. Ihr Schreibstil ist dabei wie schon beim Vorgänger geradlinig und schnörkellos, aber dennoch sehr detailiert.

Auch Sara konnte mich wieder voll für sich einnehmen und es war schön ihre Geschichte weiter zu lesen.

Alles in allem ist "Scheintot" ein gut strukturierter und gut durchdachter Thriller, der offene Fragen aus "Blutblume" beantwortet, aber auch neue aufwirft. Es bleibt einem also nichts anderes übrig als auch den 3. Teil, der im Sommer 2020 erscheint, zu lesen, was ich mit Sicherheit machen werde.

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Veröffentlicht am 03.02.2020

Brandeiß

Flirting with Fire (Saving Chicago 1)
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Mauro und Madison kennen sich seit der Highschool - eigentlich. Denn 9 Jahre später, als Madison Mauro bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung ersteigert, weiß dieser nicht, dass Mauerblümchen Madison vor ...

Mauro und Madison kennen sich seit der Highschool - eigentlich. Denn 9 Jahre später, als Madison Mauro bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung ersteigert, weiß dieser nicht, dass Mauerblümchen Madison vor ihm steht. Der Beginn einer süßen Romanze....
⭐⭐⭐⭐
Die Grundidee ist jetzt nichts neues. Ehemaliges Mauerblümchen trifft ihren Highschoolschwarm nach Jahren wieder. Zunächst zanken sich die beiden nur, dann bahnt sich eine Liebelei an und ein Drama bleibt natürlich auch nicht aus. Trotz aller Klischees habe ich das Buch total gerne gelesen. Vorallem Mauro und seine Brüder haben mir immer wieder Lachtränen in die Augen gezaubert. Ich sag nur "Jungs sind schlimmere Tratschtanten als Mädchen".
Der Schreibstil ist sehr leicht und einfach gehalten - ich würde ihn als genretypisch bezeichnen.
Was mir leider ein bisschen gefehlt hat, war Charaktertiefe. Wir erfahren als Leser nicht all zu viel von den Protagonisten.
⭐⭐⭐⭐
Fazit: Ein klassischer New Adult Roman nach alt bekannten, aber gut bewährtem Muster und einem brandheißen Bookboyfriend. Mädls, was will man mehr?

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Veröffentlicht am 01.02.2020

Ich weiß was du letzten Sommer getan hast

Diabolic – Fatales Vergehen
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"Diabolic" macht seinem Namen wirklich alle Ehre! Ich habe schon lange keinen so fesselnden Thriller mehr gelesen.

Handlung:

In der Kleinstadt Prairie Creek in Wyoming werden 3 Mädchen im Teenageralter ...

"Diabolic" macht seinem Namen wirklich alle Ehre! Ich habe schon lange keinen so fesselnden Thriller mehr gelesen.

Handlung:

In der Kleinstadt Prairie Creek in Wyoming werden 3 Mädchen im Teenageralter vermisst. Dennoch verabreden sich die Freundinnen Shiloh, Kat und Ruthie am See um Nacktbaden zu gehen, nicht ahnend, dass ein Monster im Dunkeln lauert...bereits auf sie wartet. Diese eine Nacht soll das Schicksal der drei Mädchen besiegeln.

Meine Meinung:

Das Buch ist der 2. Teil einer Reihe. Ich kenne den ersten Teil nicht und hatte keine Probleme mich zurecht zu finden.

Schreibstil und Aufbau haben mir sehr zugesagt. Das Buch beginnt mit einem wahnsinnig spannenden und reißerischen Prolog. Man wird direkt in die Geschichte und die Handlung hineinkatapultiert.
Das Buch ist in mehrere Abschnitte gegliedert. Es beginnt mit Shiloh, gefolgt von Ruthie und Kat. Der Leser erfährt einiges über die Protagonistinnen, ihre Vergangenheit, ihr Familienleben und ihre Interessen. Auch ein bisschen Erotik und Romantik kommen vor. Diese Passagen fügen sich gut in den Thriller ein und runden das Buch ab. Ein bisschen fühlte ich mich an Karen Rose Bücher erinnert. Etwa ab zwei Drittel des Buches wird es dann nach dem eher ruhigeren Mittelteil bis zum Ende hin wieder richtig spannend. Hier haben die 3 Autorinnen wirklich alles richtig gemacht, um mich bei Laune zu halten. Nur am Schluss ging mir dann alles ein bisschen zu schnell. Hier hatte ich das Gefühl, dass das Autorinnentrio das Buch unbedingt schnell beenden wollte.

Der Schreibstil ist recht einfach und schnörkellos gehalten. Dadurch liest sich die Geschichte sehr schnell.
Was man vielleicht im Vorfeld wissen sollte ist, dass es um sexuellen Missbrauch geht. Die betreffenden Szenen sind teilweise erschreckend eingehend beschrieben und nichts für schwache Nerven.

Fazit:

Fans von Karen Rose und allen, die sich beim Lesen gerne mit Adrenalin berauschen, sei dieses Buch empfohlen. Ich vergebe 4 von 5 Sternen ⭐⭐⭐⭐.

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