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Veröffentlicht am 12.01.2017

TOP-Psychothriller

Saving Grace - Bis dein Tod uns scheidet
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Wow...was für ein Buch! Endlich wieder ein richtig guter Thriller, der unter die Haut geht und fesselt! Wer denkt, "Die Wahrheit" von Melanie Raabe ist top, sollte zu "Saving Grace - Bis dein Tod uns scheidet" ...

Wow...was für ein Buch! Endlich wieder ein richtig guter Thriller, der unter die Haut geht und fesselt! Wer denkt, "Die Wahrheit" von Melanie Raabe ist top, sollte zu "Saving Grace - Bis dein Tod uns scheidet" greifen und er wird eines Besseren belehrt! Sorry, ich will hier "Die Wahrheit" nicht schlecht machen, denn auch mir hat Melanie Raabe's Buch gefallen, aber mir war die Auflösung einfach zu banal. Der Grund warum ich Melanie Raabes Buch als Vergleich hergenommen habe ist, weil ich finde, dass der Aufbau beider Bücher ähnlich ist oder beide Autoren auf vergleichbare Protagonisten zurückgegriffen haben: einem Ehepaar.

Bei "Saving Grace..." (der Originaltitel ist so viel besser und sagt auch jede Menge mehr aus!) fängt der Psychotriller langsam an und steigert sich sehr schnell auf einem hohen Level, der in einer für mich stimmigen Lösung endet.
Aber beginnen wir von Anfang an...
Die Geschichte wird abwechselnd in der Vergangenheit und in der Gegenwart erzählt. Im ersten Kapitel befinden wir uns bei einer Dinnerparty, die Grace in ihrem Haus gibt. Hier erlebt der Leser noch eine anfangs ruhige Stimmung, die jedoch mit der Zeit ein Stirnrunzeln auf meinem Gesicht erzeugt und das Gefühl von Beklemmung hervorgerufen hat. Die Frage: "Was stimmt hier nicht?" wird langsam aber sicher in beiden Strängen geklärt, wobei natürlich die Abschnitte in der Vergangenheit, als Grace ihren Mann Jake kennenlernt, ausschlaggebend sind.

Jack Angel ist ein erfogreicher Anwalt, der Frauen vertritt, die mit häuslicher Gewalt in Verbindung gekommen sind. Seine Erfolge sind bezeichnend, denn er hat noch keinen einzigen Fall verloren. In ihm scheint Grace, eine erfolgreiche Food Einkäuferin bei Harrods, den Mann fürs Leben gefunden zu haben. Von den Eltern nur akzeptiert, nimmt sie auch die wichtigste Rolle bei ihre Schwester Millie ein, die das Down-Syndrom hat. Jack ist der erste Mann an ihrer Seite, der auch Millie akzeptiert und so gibt sie dem charmanten Anwalt schon bald das Eheverprechen. Jack hat bereits ihr gemeinsames Traumhaus gefunden, in dem Millie nach Beendigung der Schule und nach ihrem achzehnten Geburtstag ebenfalls bei ihnen einziehen soll.
Doch bereits in der Hochzeitsnacht entpuppt sich der Traummann zum Albtraum. Nicht nur der Pass, sämtliches Geld und Grace Mobiltelefon sind weg, sondern auch der Ehemann ist verschwunden. Als er am nächsten Morgen wieder auftaucht, hat Grace einen anderen Mann vor sich: brutal und eiskalt.
Schon bald erfährt sie seine wahren Hintergründe bzw. seine grausamen Pläne, vor denen Grace und Millie nicht entkommen können......

Der Debütroman von B.A. Paris ist absolut gelungen! Die Geschichte ist beängstigend, denn sie könnte jeden von uns passieren. Niemand kann hinter die Fassade eines Menschen blicken und so erscheint auch Jack zuerst als DER Traumann schlechthin. Doch Jack hat seine Vorgehensweise präzise geplant und seine Pläne sind mehr als ausgereift. Seine Intelligenz und seine Bösartigkeit kommen ihm dabei sehr zu Hilfe.
Grace Ausweglosigkeit in ihrer Situation ist furchtbar beklemmend und sehr einducksvoll geschildert.
"Saving Grace - Bis dein Tod uns scheidet" spielt mit unserer Psyche und genau das macht einen guten Psychothriller aus.

Schreibstil:
Die britische Autorin, die heute in Frankreich lebt, arbeitete in der Finanzbranche und als Lehrerin. Kaum zu glauben, was ihr wohl bei Steuerausgleichen oder im Klassenzimmer so alles eingefallen ist ;)
Die Handlung wird aus der Sicht von Grace erzählt. So fühlt man sich als Leser noch beklemmender und ist selbst ratlos, wie sie aus ihrem Gefängnis ausbrechen könnte. Der Schreibstil ist flüssig und liest sich sehr gut.
Die Charaktere sind lebendig und vorallem Millie, die am Down-Syndrom leidet, wird hervoragend beschrieben. Aber auch die Emotionen aller Figuren kommen einfach wahnsinnig gut rüber.


Fazit:
Ein fantastisches Debüt der Autorin, die mich absolut überzeugen konnte. "Saving Grace - Bis dein Tod uns scheidet" spielt mit unserer Psyche und genau das macht einen guten Psychothriller aus. Ein TOP-Buch und eine Leseempfehlung für alle Thrillerfreunde!

Veröffentlicht am 27.12.2016

Die Gräuel der Nachkriegszeit

Trümmerkind
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Die meisten meiner Blog-Leser wissen, dass Bücher, die von den Weltkriegen erzählen, ganz oben auf meiner Wunschliste stehen und an denen ich kaum vorbeigehen kann. Deshalb hatte ich auch "Trümmerkind" ...

Die meisten meiner Blog-Leser wissen, dass Bücher, die von den Weltkriegen erzählen, ganz oben auf meiner Wunschliste stehen und an denen ich kaum vorbeigehen kann. Deshalb hatte ich auch "Trümmerkind" von Mechthild Borrmann sofort auf meiner Wunschliste, sobald ich das Buch in der Vorschau sah. Der Droemer Knaur Verlag hat mir das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt - vielen Dank!

Der Roman wird als Gegenwartsliteratur oder historischer Krimi gehandelt. Ich denke es ist eine Mischung daraus, da er sich aus den folgenden drei Handlungssträngen und Zeitebenen zusammensetzt:
1945: Familie Anquist, die auf ihrem Gut in der Uckermark in Nordostdeutschland lebt
1947: Agnes Dietz, deren Mann im Krieg verschollen ist und sich in Hamburg in der Nachkriegszeit mit ihren zwei Kindern durchschlagen muss
1992: Anna Meerbaum, geschiedene Lehrerin in Köln, die von einer eventuellen Erbschaft in der Uckermark erfährt und sich die Heimat ihrer Mutter ansehen will

Diese drei Handlungsstränge wechseln kapitelweise und anfangs fragt man sich noch, wie diese wohl zusammenhängen. Doch nach und nach kristallisieren sich einige Gemeinsamkeiten heraus und Puzzlestein um Puzzlestein fügt sich diese Geschichte zu einem Gesamtbild.
"Trümmerfrauen" wurden die Frauen der Nachkriegszeit genannt, die maßgeblich beim Aufbau der zerstörten Städte halfen. Eine dieser Trümmerfrauen ist Agnes Dietz, die während des Tages Steine klopft und abends an ihrer Nähmaschine sitzt, um für die reichen Engländerinnen zu schneidern. Hanno, ihr Ältester, sucht tagsüber unter den Trümmern der zerbombten Häuser nach brauchbaren Dingen, die er am Schwarzmarkt verkaufen kann. Eines Tages, als er eine tote Frau im Keller eines Hauses findet, steht plötzlich ein kleiner Junge vor ihm, der nicht spricht. Hanno und seine Schwester Wiebke nehmen ihn mit nach Hause, wo er zuerst versorgt und später, obwohl die Not groß ist, auch in die Familie aufgenommen wird.
Clara Anquist, die Tochter eines Pferdezüchters und Gutsbesitzers, verliert hingegen ihr Zuhause nach der Niederlage der Deutschen. Die rote Armee enteignet die Familie und bringt Flüchtlinge zum Gut. Das Schicksal meint es nicht gut mit der Familie, aber auch Clara zeigt Mut und Stärke in dieser Zeit und versucht die Familie über die Runden zu bringen. Auch sie werden zu Flüchtlingen, die sich zuerst in die englische Besatzungszone flüchten und danach nach Spanien zu Bekannten wollen.....
Anna Meerbaum hingegen erfährt, dass ihre Mutter nach der Öffnung des eisernen Vorhanges Entschädigungsansprüche stellen oder eine Rückübertragung des elterlichen Gutshofs in der Uckermark beantragen könnte. Sie versucht mit ihr darüber zu sprechen, doch diese möchte davon nichts hören. Seit Annas Kindheit blockt sie jegliche Fragen zu ihrer Vergangenheit ab und versucht mit Hilfe von Alkohol zu vergessen. Sie verbietet ihrer Tochter nachzuforschen, doch Anna stellt sich den Dämonen ihrer Muttert und benötigt mehr Stärke, als sie ahnt...

Drei starke Frauen, die so schnell nicht aufgeben und die es nicht leicht im Leben haben. Dabei hat Anna nicht mit dem Krieg oder der Nachkriegszeit zu kämpfen, sondern mit den Dämonen ihrer Mutter und einer Vergangenheit, die auch Annas Leben total auf den Kopf stellen wird.
Mechthild Borrmann versteht es diese Zeit sehr bildhaft und realistisch darzustellen. Das lange Anstellen für ein Stück Brot oder Butter, die Enteignungen und Vergewaltigungen und von Menschen, die die Hoffnung trotzdem nicht aufgeben. Beginnt der Roman anfangs noch ruhig, hat er zum Ende hin kriminalistische Elemente, die mich an die Seiten fesselten.

Schreibstil:
Mechthild Borrmann hat einen wunderbaren Schreibstil, der sehr bildgewaltig und atmosphärisch ist. Die Charaktere sind hervorragend ausgearbeitet und entwicklen eine Tiefe, die mich beeindruckt hat. Man spürt die drückende Atmosphäre der Nachkriegszeit und all die Entbehrungen, die die Menschen erleiden. Mit dem Krimiplot kommt auch die Spannung am Ende nicht zu kurz.


Fazit:
Ein großartiger und atmosphärischer Nachkriegsroman, der einem packt und nicht mehr loslässt. Die Charaktere sind hervorragend ausgearbeitet und lebendig. Eine Geschichte, in die man eintaucht und die man erst mit der letzten Seite zufrieden zuklappt, wobei sich die Gräuel des Krieges nicht so leicht abschütteln lassen...

Veröffentlicht am 21.12.2016

Das Geheimnis des Lebens

Niemand weiß, wie spät es ist
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Der neue Roman des österreichischen Autors René Freund hat mich wieder davon überzeugt, dass wir hier in Österreich wirklich hervorragende Schriftsteller haben, denen man mehr Aufmerksamkeit schenken sollte.
Ich ...

Der neue Roman des österreichischen Autors René Freund hat mich wieder davon überzeugt, dass wir hier in Österreich wirklich hervorragende Schriftsteller haben, denen man mehr Aufmerksamkeit schenken sollte.
Ich habe bereits zwei Bücher von René Freund gelesen: "Liebe unter Fischen" meine Rezi und "Mein Vater, der Desserteur" meine Rezi. Dieser ist jedoch ein biografischer Roman aus dem Leben seines Vaters. Beide Bücher haben mir sehr gut gefallen und deswegen war ich schon sehr neugierig auf René's neuen Roman, den ich mir aus der Bücherei mitgenommen habe.

Die Inhaltsangabe klingt eigentlich nicht wirklich neu. Irgendwo habe ich schon ähnliche Klappentexte gelesen, die allerdings meistens mit humorigen Romanen in Verbindung gebracht wurden. Auch in "Niemand weiß, wie spät es ist" klingt Humor durch, jedoch ist dieser einfühlsame Roman keine wirkliche Komödie, sondern eher eine kleine Selbstfindung der Hauptprotagonistin.
Diese heißt Nora, ist Französin und wird nach dem Tod ihres Vaters Klaus mit seinem ungewöhnlichen letzten Willen konftrontiert. Sie soll gemeinsam mit einem österreichischen Notariatsgehilfen die Urne ihres Vaters an einem noch unbekannten Ort in Österreich bringen. Mittels Videobotschaft oder Briefen wird die nächste Teilstrecke, die die Beiden zurücklegen müssen, bekannt gegeben.
Nora ist außer sich vor Wut. Die chaotische Journalistin, die das französische "laissez-faire" liebt, soll in die von ihr ungeliebte Heimat ihres Vaters reisen. Noch dazu mit Bernhard, diesem pedantischen und langweiligen Schnösel, der die notarielle Aufsicht hat. Nora will diese Reise so schnell wie möglich hinter sich bringen und rechnet so gar nicht mit einer Art Schnitzeljagd durch Österreich....vorallem nicht zu Fuß! Denn in ihrem Koffer sind mehr Cocktailkleider als praktische Hosen und an den Füßen trägt sie Stöckelschuhe statt Wanderschuhe......

Mit viel Humor, bei dem wir Österreicher vom Autor ein bisschen auf die Schippe genommen werden, beschreibt René Freund nun den Weg von Nora von Wien ausgehend Richtung Westen. Dabei kommen sie auch in meiner Gegend vorbei und ich habe mich zerkugelt über die Bermerkungen über unsere Region ;)
Größtenteils zu Fuß soll Nora sich durch die anfängliche Hügellandschaft und spätere Bergwelt quälen. Wie sich die beiden sehr ungleichen Charaktere zusammenraufen, ist wunderbar beschrieben. Auch die lebendigen Schilderungen der oft eskalierenden Szenen zwischen Nora und Bernhard, sowie die bildhafte Beschreibung der Umgebung, lassen viele Bilder im Kopf entstehen.
Die melancholischen Einschübe durch die Botschaften des verstorbenen Vaters zeigen auch eine andere Seite von ihm, die Nora nicht kannte. Hier hält der Autor immer etwas inne und lässt auch manchmal dem Leser etwas nachdenklich zurück. Bernhard, der notarielle Begleiter, zeigt ebenfalls immer mehr überraschende Eigenschaften, die Nora ihm nie zugetraut hätte.
Hat man den Klappentext gelesen, erwartet man als Leser eine 08/15 (Liebes-)geschichte, doch René Freund hält hier eine Überraschung bereit, mit der der Leser nicht wirklich rechnet. Mich konnte er auf jeden Fall mit seiner unvorhersehbaren Wendung verblüffen.
Dieses Ende und die wunderbare Beschreibung der Reise zum Ich, die Nora antritt, machen diesen Roman zu etwas Besonderem.

Schreibstil:
René Freund hat einen sehr einnehmenden Schreibstil, der mich überzeugt und berührt. Die humorvollen Einlagen haben mich schon bei "Liebe unter Fischen" begeistert. Auch die sehr bildhaften Beschreibungen der gemeinsamen Reise von Wien ausgehend Richtung Westösterreich waren absolut gelungen. Da ich sehr viele Regionen kannte, die der Autor beschrieben hat, fühlte ich mich fast wie zuhause ;)

Fazit:
"Niemand weiß, wie spät es ist" ist meiner Meinung nach der beste Roman des Autors, den ich bis jetzt gelesen habe (die Biografie seines Vater zähle ich hier nicht mit!). Ich habe mitgelacht und mitgefiebert, wohin Noras Vater sie schlussendlich schickt und welches Geheimnis es zu entdecken gibt. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 21.12.2016

Eine großartige Reihe, die mich immer wieder aufs Neue überzeugt!

Die Nightingale-Schwestern
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"Die Nightingale Schwestern - Sturm der Gefühle" - Band 3 der Reihe, die ich dieses Jahr für mich entdeckt habe und die ich wirklich liebe, schließt nahtlos an den Vorgängerband an.
Das Leben von Helen, ...

"Die Nightingale Schwestern - Sturm der Gefühle" - Band 3 der Reihe, die ich dieses Jahr für mich entdeckt habe und die ich wirklich liebe, schließt nahtlos an den Vorgängerband an.
Das Leben von Helen, Millie und Dora geht weiter und die erste der drei Freundinnen, Helen, ist bereits im letzten Jahr der Ausbildung und steht kurz vor der Abschlussprüfung. Doch das Schicksal meint es nicht gut mit ihr und schlägt grausam zu. Auch ihre kaltherzige Mutter macht Helen noch immer das Leben schwer....
Millie und Dora sind mittlerweile gut eingearbeitet und kommen im Krankenhausalltag ganz gut zurecht. Dora leidet jedoch unter der Heirat von Nick und Ruby. Auch ihr Bruder Pete bereitet ihr Sorgen, der sich den rechtsradikalen Schwarzhemden angeschlossen hat. Die Übergriffe auf Juden durch die Anhänger dieser Schlägertruppe werden immer häufiger und bald sind auch Freunde von Dora davon betroffen. Außerdem lässt sich Joe nicht abwimmeln und zeigt seine kranke Eifersucht. Millie hingegen vermisst ihren Sebastian, der in diesen unruhigen Zeiten in Berlin als Journalist arbeitet....

Während in Band 2 Helen etwas im Hintergrund stand, ist sie hier wieder mehr präsent. Die Schwierigkeiten von Dora und Millie in der Ausbildung sind diesmal dafür etwas weniger detailliert beschrieben, denn dieser Band befasst sich mehr mit dem turbulenten Liebesleben der drei Mädchen, sowie der beginnenden Judenhetze. Trotz der kleinen Verlagerung auf die privaten "Gefühlsstürme" wird es hier nie kitschig, sondern leider auch sehr traurig....mehr möchte ich hier nicht verraten.
Als Leser der Reihe ist man sofort wieder mitten im Geschehen und hatte das Gefühl die drei Freundinnen erst vor kurzem "verlassen" zu haben. Ich kann es kaum erwarten band zu lesen, der am 13. Jänner erscheinen wird.

Diese Reihe ist wirklich zu meiner absoluten Lieblingsreihe avanciert. Ich kann immer wieder nur wiederholen, dass man sich nicht von Titel und Cover "abschrecken" lassen sollte! Hier steckt viel mehr zwischen den Buchdeckeln, als man erwartet!

Schreibstil:
Ich kann mich nur immer wieder wiederholen, denn Donna Douglas versteht es einfach den Leser ans Buch zu fesseln. Die Charaktere entwickeln sich in jedem Band weiter und keiner der drei Bände - wie oft bei Trilogien - büßt hier an Spannung und Inhalt. Es gibt keine Längen und man ist sehr schnell in einem Sog, der einem nicht aufhören lässt zu lesen.

Fazit:
Auch der dritte Band konnte mich genauso fesseln und überzeugen wie die ersten beiden Bände. Hier gibt es keinen "Mittelband" wie so oft bei Trilogien, bei denen man das Gefühl hat, die Reihe würde in die Länge gezogen! Ein wundervolles Leseerlebnis und eine dicke Leseempfehlung von mir für die Reihe rund um die Nightingale Schwestern. Wieder volle fünf Sterne!

Veröffentlicht am 19.12.2016

Für Historien- und Russlandfans

Das Mädchen aus St. Petersburg
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Vorab muss ich sagen, dass ich den Klappentext nicht wirklich gelungen finde. Hier handelt es sich keineswegs um eine reine Liebesgeschichte, rauschende Empfänge und Bälle. Vielmehr erwartet uns in diesem ...

Vorab muss ich sagen, dass ich den Klappentext nicht wirklich gelungen finde. Hier handelt es sich keineswegs um eine reine Liebesgeschichte, rauschende Empfänge und Bälle. Vielmehr erwartet uns in diesem fast 500 Seiten dicken Roman jede Menge Kriegsgeschehen und politische Machtspielchen. Man liest über die revolutionären Ideen eines Lenin und lernt auch den stalinistischen Henker Bogdan Kobulov kennen. Der Roman erzählt vom Schicksal mehrerer Personen, die einem teilweise sehr nahe gehen. Deswegen finde ich auch den Titel des Buches nicht ganz glücklich gewählt, denn mir war unsere Hauptprotagonistin Marie, eben diese junge Frau aus St. Petersburg, vorallem in der Mitte des Romans fast zu wenig gegenwärtig.

Mit Marie lernen wir eine anfangs eher unbedarfte, aber sehr sympathische und engagierte junge Frau kennen. Aus dem Adel kommend, versucht sie während des Krieges ebenfalls ihren Beitrag zu leisten, nachdem ihr Verlobter Pjotr und ihr Bruder Nikolaj eingezogen wurden, um gegen Österreich und Deutschland zu kämpfen. Im Lazarett lernt sie den wesentlich älteren und verheirateten Alexei kennen. Die Beiden verlieben sich ineinander, kämpfen aber gegen die unerlaubte Liebe an. Der Krieg hilft ihnen dabei, denn der für nur wenige Monate angekündigte Kampf verbreitet sich über ganz Europa und schließlich den Rest der Welt. Interessant fand ich, dass Deutschland Russland sehr lange überlegen war und diese kaum mit einem Sieg rechneten. Doch die Russen stehen zu dieser Zeit an einem weiteren Scheidepunkt. Die Arbeiter beginnen sich zu erheben und stellen sich gegen den Zar und seine Familie. Die Romanovs verlieren ihr Leben und die Bolschewiki übernehmen die Macht. Diese geschichtliche Umwälzung im Zarenreich und den damals unabhängigen baltischen Ländern, sind auch in "Das Mädchen aus St.Petersburg" sehr genau beschrieben. Man sollte sich deshalb entweder für historische Romane oder russische Geschichte interessieren, wenn man dieses fast 500 Seiten starke Buch lesen will!

Die Charaktere fand ich sehr lebendig beschrieben. Besonders Nikolai, Maries Bruder, lag mir am Herzen, der sehr menschlich agierte und sich seines Standes nicht brüstete. Die ungewöhnliche Freundschaft zwischen ihm und den Kosaken Iwanov, der eine komplett andere Herkunft hat und einen niedrigen Rang beim Militär begleitet, konnte mich berühren. Ebenso wird Iwano's Entwicklung und die interessante Wendung durch die politischen Ereignisse, glaubhaft erzählt. Katja und Fjodor waren ebenfalls zwei starke und sehr sympathische Charaktere, dessen Schicksale mich sehr berührten. Nur mit der großen Liebe von Marie, nämlich Alexei, wurde ich nicht ganz warm, was ich schade finde.
Auch die Einblicke in die Zarenfamilie und die große Beeinflussung durch Rasputin wird verständlich erklärt.

Nina Serova hat hier wirklich ausgezeichnet recherchiert und einen Teil der Familiengeschichte ihres Mannes miteingeflochten. Dessen Großeltern sind 1920 vor den russischen Bolschewiken nach Australien geflohen. Das Zusammenspiel der historischem Begebenheiten und fiktiven Elementen ist der Autorin wirklich gelungen!

Schreibstil:
Neben der großartigen Recherche hat die Autorin auch einen sehr ausdrucksstarken Schreibstil. Er ist der damaligen Zeit angepasst und die Geschichte wurde fesselnd erzählt. Die Kapitelüberschriften erklären dem Leser den Ort und Zeitpunkt der Handlung. Diese wird auch von verschiedenen Protagonisten aus ihrer Sicht, jedoch in der 3. Person, erzählt.

Fazit:
Ein packender und sehr gut recherchierter Roman, bei dem die Liebesgeschichte im Hintergrund steht. Die Autorin hat historische Ereignisse, persönliche Familiengeschichte und fiktive Themen zu einem wunderbaren Roman zusammengesetzt, der mich fesseln konnte. Nur die Hauptprotagonistin kam mir ein bisschen zu kurz. Für Historien- und Russlandliebhaber zu empfehlen!