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Steffi58

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.06.2020

„Segen“

Kostbare Tage
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Vom schon verstorbenen Autor Kent Haruf habe ich bisher „Lied der Weite“ gelesen. Kent Haruf (1943–2014) ist ein amerikanischer Schriftsteller. Alle seine sechs Romane spielen in der fiktiven Kleinstadt ...

Vom schon verstorbenen Autor Kent Haruf habe ich bisher „Lied der Weite“ gelesen. Kent Haruf (1943–2014) ist ein amerikanischer Schriftsteller. Alle seine sechs Romane spielen in der fiktiven Kleinstadt Holt im US-Bundesstaat Colorado.
Dad Lewis ist 77 , die Kleinstadt Holt hat er nie verlassen. Da erhält er die Diagnose Krebs - dies wird sein letzter Sommer sein.
Die Familie ist gefordert ; seine Frau Mary kümmert sich rührend um ihn , seine Tochter Lorraine kehrt zur Unterstützung zurück. Nur mit Sohn Frank , gibt es keinerlei Kontakt mehr .
Auch die Nachbarn schauen regelmäßig vorbei und stehen helfend zur Seite und erweitern den Kreis der Protagonisten..

Was mir schon bei „Lied der Weite“ gefallen hat: Kent Haruf ist ein brillanter Erzähler, einer der in uns Bilder erzeugt, die wir niemals mehr vergessen.
Aber nicht aufdringlich, nicht dicht gedrängt. Er erzählt kraftvoll und ruhig das Leben wie es ist in einem kleinen Ort, wo einer auf den anderen angewiesen ist, aber alle auch ihre Freiheit brauchen.
Hier scheint die Zeit irgendwie still zu stehen. Die Natur hat ihre eigenen Gesetze gemacht und die Menschen hier sind nicht zimperlich
Haruf beschreibt seine Protagonisten mit einer behutsamen Distanz und gibt uns somit die Chance auf Abstand oder Nähe zu diesen Menschen. Er gibt damit auch Platz für die Reflexion eigener Erfahrungen und dem Unausgesprochenen zwischen den Zeilen.

Etwas aufregendes passiert nicht wirklich; hat ein Leser geschrieben. Das stimmt; Kent Haruf offenbart kaum etwas aus der Gedankenwelt seiner Protagonisten. Er lässt den Leser eher zum Beobachter der äußeren Ereignisse werden . Haruf ist ein wundervoller Betrachter und Erzähler, aber kein Beschöniger der Umstände.

In " Kostbare Tage " – ein treffender Titel -geht es um Umgang mit Schuld und Verzeihen. Deshalb finde ich den Originaltitel „ benediction“ sogar noch treffender.

Veröffentlicht am 11.02.2020

Rätselhafte Familiengeschichte

Goodbye, Bukarest
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Die Familiengeschichte von Astrid - die Erzählerin- ist unklar; weshalb sie sich nach dem Tod ihrer Mutter auf die Suche nach Bruno, ihrem Onkel. Dieser wurde von seiner Familie einfach für tot erklärt. ...

Die Familiengeschichte von Astrid - die Erzählerin- ist unklar; weshalb sie sich nach dem Tod ihrer Mutter auf die Suche nach Bruno, ihrem Onkel. Dieser wurde von seiner Familie einfach für tot erklärt. Erst nach dem Tod von Astrids Mutter, kommt heraus, dass dies nicht stimmt – Bruno eventuell sogar noch lebt. Sie versucht , seinen Spuren zu folgen , die nach Bukarest führen. Dabei begegnet Astrid verschiedensten Menschen, die Bruno nahestanden .Astrid fragt weiter und dringt immer tiefer in Brunos Lebensgeschichte ein , findet immer weitere Spuren und Informationen über Brunos Weggefährten . Lebensgeschichten voller Farbigkeit und Dramatik, die auf ihn Streiflichter werfen.
In relativ kurzen Kapiteln und mit einer ruhigen, fast neutralen Art beleuchtet sie diese Schicksale .
Und trotzdem ist Goodbye Bukarest auch ein bewegender, bildgewaltiger und poetisch dichter Roman über ein europäisches Schicksal und enthält viele Bezüge zu Kunst und Literatur .
Goodbye Bukarest ist ein starkes und wichtiges Buch, das mir auch deshalb so gut gefallen hat , weil die Autorin nur berichtet , selbst nichts kommentiert . Das überlässt sie uns.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.12.2019

Mehr als Brotaufstrich

1 Brot - 50 Aufstriche
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1 Brot - 50 Aufstriche ist das dritte Buch mit diesem Titel in der Reihe GU Küchenratgeber.
Rezepte zu Brotaufstrichen sind sicher eine gute Idee , in einer zeit , in der weniger Brot gegessen wird.
Und ...


1 Brot - 50 Aufstriche ist das dritte Buch mit diesem Titel in der Reihe GU Küchenratgeber.
Rezepte zu Brotaufstrichen sind sicher eine gute Idee , in einer zeit , in der weniger Brot gegessen wird.
Und Brotaufstriche sind wirklich mehr als Marmelade oder Leberwurst.
Das Fladenbrot ist Unterlage – also Ausgangspunkt für die Brotaufstriche.
Das ist eher eintönig , aber gut , dass zu meinem Gewinn das Buch „Brot backen“ mit dazu gehörte…
Die eigentlichen Rezepte sind unterteilt in "Mit Fleisch & Fisch", "Vegetarisches" und "Süsses" .
Nicht wirklich originell, aber leicht zu finden. Die Bezeichnung Aufstriche finde ich aber irreführend und untertrieben – es gibt hier auch Dips und Chutneys. Alles relativ einfach herzustellen.
Die Fotos sehen sehr appetitanregend aus.

Veröffentlicht am 04.11.2019

Ein tolles Geschenk – auch für Nichtsegler

Kochen nach Beaufort
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Das Kochbuch „Kochen nach Beaufort“ mit dem Untertitel „Rezepte für jede Windstärke“ ist ein Kochbuch, welches eigentlich gezielt für Segler gedacht ist. Deshalb ist es kapitelartig in fünf Windstärken ...

Das Kochbuch „Kochen nach Beaufort“ mit dem Untertitel „Rezepte für jede Windstärke“ ist ein Kochbuch, welches eigentlich gezielt für Segler gedacht ist. Deshalb ist es kapitelartig in fünf Windstärken unterteilt; die ausschlaggebend sind für den Aufwand der Gerichte und die besonderen Anforderungen an den Koch. Außerdem gibt Angaben zum Bordproviant und der Ausstattung der Kombüse, aber auch gezielte Hinweise zu spezielleren Zutaten.
Gekocht werden kann Herzhaftes, aber auch Süßes. Und natürlich Fisch! Die Darstellung der Rezepte ist sehr übersichtlich – also auch gut lesbar bei Windstärken…
Ein Plus sind die schönen Bilder , die originelle Verpackung: wetterdicht in einer ansprechenden Metalldose und der beiliegende Pfannenwender .
Somit ist dieses Kochbuch das ideale Geschenkpaket für alle, die gern auf dem Wasser unterwegs sind, oder aber beim Campen mit dem Bulli Bus. Ich habe schon eine Idee , wer dieses Kochbuch vom Weihnachtsmann erhalten wird.

Veröffentlicht am 24.09.2019

Nordisch - Nesser – gut?

Der Verein der Linkshänder
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Nesser ist einer meiner absoluten Lieblingsautoren Krimis betreffend.
Kommissar Van Veeteren ist mittlerweile Ruheständler, aber so wirklich kann er sich nicht von seiner früheren Arbeit lösen. Zumal ...

Nesser ist einer meiner absoluten Lieblingsautoren Krimis betreffend.
Kommissar Van Veeteren ist mittlerweile Ruheständler, aber so wirklich kann er sich nicht von seiner früheren Arbeit lösen. Zumal ihn seine Lebenspartnerin Ulrike Frommli darin noch bestärkt, sich eines alten , falsch gelösten Falles erneut anzunehmen. Da ist natürlich auch Van Veeterens Ehrgeiz angestachelt.
Statt seinen 75. Geburtstag in Neuseelande zu feiern – was er nie vorhatte- begibt er sich von seinem geheimen Urlaubsdomizil in die Ortschaft Oosterby .
Damals in den 60ern kamen vier Menschen aus dem Verein der Linkshänder ums Leben. Da der fünfte nicht gefunden wurde, war es schnell klar, dass er der Mörder sein müss. Nun fand man ihn aber tot auf- zur selben Zeit ermordet wie die anderen vier.

Das Buch – immerhin 604 Seiten dick- beginnt um 1957 und wechselt zunächst immer wieder zwischen den Zeitebenen um 1990 und 2012 und verweilt dann ausschließlich in der Gegenwart. Es ist in drei Teile und 63 Kapitel gegliedert, die Kapitelüberschriften mit Jahr und Ort der Ereignisse erleichtern das Lesen enorm.
Zu Beginn ist es schwer , das Buch aus der Hand zu legen. Der Spannungsbogen wird sehr gekonnt aufgebaut. Später aber flaute die Spannung etwas ab , weil sich die Ermittlungen in die Länge zogen .
Aber mit seinem latent leichten Humor schafft der Autor es immer wieder, Spannung zu erzeugen . Dabei philosophiert er in gekonnter Weise über das Leben, gespickt mit originellen Formulierungen.
Leider ist dieses Buch nicht das beste des Schriftstellers .
Fazit der LP: Nordisch - Nesser – ginge besser