Hat leider seine Längen
Tod in BadenDer vierte Fall unserer österreichischen "Miss Marple" führt uns diesmal in den mondänen Kurort Baden bei Wien. Ernestines guter Freund Anton Böck, mit dem sie gemeinsam mysteriöse Mordfälle auflöst, muss ...
Der vierte Fall unserer österreichischen "Miss Marple" führt uns diesmal in den mondänen Kurort Baden bei Wien. Ernestines guter Freund Anton Böck, mit dem sie gemeinsam mysteriöse Mordfälle auflöst, muss sein Gallenleiden auskurieren. Der Arzt hat ihn nach Baden zu einer Schwefelwasserkur geschickt. Ernestine begleitet ihn nach Niederösterreich, um sich die Kurstadt näher anzusehen und ihm beizustehen. Doch das heilendene Schwefelwasser und die Fastensuppen lassen Anton immer mürrischer werden. Die mondänen Kurgäste sind so gar nicht sein Fall. Einzig ein Kurgast kann seine Laune heben: der berühmte Fußballspieler Pepi Kratochwill von Rapid Wien.
Ein verbotener Ausflug ins nächste Kaffeehaus um eine Wiener Melange und einen köstlichen Apfelstrudel zu genießen, soll Anton wieder "genießbarer" machen. Auf dem Rückweg ins Kurhotel entdecken die beiden allerdings eine tote Frau, die erdrosselt wurde. Es ist die Verlobte von Pepi Kratochwil und dieser wird zum Hauptverdächtigen. Viel zu schnell wird er beschuldigt seine Verlobte ermordet zu haben. Anton kann nicht glauben, dass sein Idol ein Mörder ist und auch Ernestine ist das zu offensichtlich. Sie fängt an nachzuforschen und findet schnell heraus, dass so einige der mondänen Gäste des Kurhauses ein wirkliches Motiv hätten. Egal ob Seifenfabrikant, pensionierter Offizier, Brauereibesitzer oder Insektenforscher...die mondäne Gesellschaft hat so einige Geheimnisse. Wer ist der wahre Mörder? Ernestine findet es heraus und versammelt die Kurgäste a la Miss Marple im großen Saal des Hotels, um der Polizei etwas aus die Sprünge zu helfen...
Auch der vierte Band der Reihe um die pensionierte Lehrerin Ernestine Kirsch und ihrem Apothekerfreund Anton Böck ist in sich abgeschlossen und kann auch alleinstehend gelesen werden.
Leider dauert es diesmal relativ lange bis der erste Mord geschieht und auch danach gab es für mich viel zu viele Längen. Der Wiener Charme und das Flair der 1920iger Jahre beherrschen die Geschichte, was mir sehr gut gefällt und mich wieder abtauchen lässt in diese spannende Zeit.
Auch die Sprache ist wieder zeitlich angepasst, doch der Cosy-Krimi ist mir diesmal viel zu "cosy". Es dauert einfach viel zu lange bis zum ersten Mord. Die alleinigen "Ermittlungen" von Ernestine erscheinen mir ebenfalls etwas zu unglaubwürdig. Nach den kleinen Längen wurde der Showdown dann etwas zu schnell abgehandelt.
Die Figuren sind, wie wir es von der Autorin gewohnt sind, sehr lebendig und mitten aus dem Leben gegriffen. Und endlich "duzen" sich Ernestine und Anton am Ende der Geschichte, nachdem sie bereits vier Fälle gemeinsam gelöst haben. Das Gesieze wirkte bereits etwas überholt, auch wenn wir uns in den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts befinden. Ich bin schon gesapnnt, wie es mit den Beiden im nächsten Band weitergehen wird....
Schreibstil:
Der Schreibstil ist eingängig und kurzweilig. Neben den facettenreichen Figuren punktet Beate Maly wieder mit viel Lokalkolorit und eingestreutem Wiener Dialekt. Die Sprache ist der Zeit angepasst. Die Kapitel sind kurz gehalten.
Das Cover ist wieder wunderschön im Jugendstil gehlaten und passt hervorragend zu den Vorgängerbänden.
Fazit:
Der vierte Fall der Wiener Miss Marple Ernestine Köck führt uns diesmal in die Kurstadt Baden bei Wien und hat leider einige Längen. Die Spannung hat mir gefehlt, der Mord passierte viel zu spät. Lokalkolorit und facettenreiche Figuren, die ich bereits liebgewonnen habe, konnten den Cosy-Krimi noch etwas herausreißen, aber für mich war es definitiv eines der schwächsten Bücher der Autorin.