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Steffi58

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.02.2020

Ein wichtiges Buch

Tagesschau & Co. – Wie Sender und Redaktionen Nachrichten machen
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Im Zeitalter der Fake News stellt dieses Buch ein absolutes Muss dar – für Kinder , aber auch für mich als Oma.
Schon die Leseprobe war sehr interessant und informativ.
Den ganzen Tag über passieren ...

Im Zeitalter der Fake News stellt dieses Buch ein absolutes Muss dar – für Kinder , aber auch für mich als Oma.
Schon die Leseprobe war sehr interessant und informativ.
Den ganzen Tag über passieren überall auf der Welt Abertausende von interessanten Dingen – und nur ganz wenige davon finden ihren Weg in Nachrichtensendungen oder -berichte. Wer wählt sie aus? Wie werden sie bearbeitet? Stimmt eigentlich immer alles, was die Nachrichtensprecher sagen? Und was passiert, wenn es Pannen im Studio gibt?
Diese Fragen werden auf kindgerechte, nicht kindische !Art und Weise beantwortet. Dabei verwendet die Autorin die verschiedensten Gestaltungsmittel ; z.B.: Illustrationen, Fotos und Infokästen . Dabei werden lustige Details nicht ausgespart . Zusätzlich gibt es Praktisches – es werden Vorschläge gemacht , was die Kinder selbst im Alltag ausprobieren könnten oder es gibt "Rätsel" zu lösen .
Das Cover passt perfekt in seiner Farbgebung zum Inhalt. Besonders hervorheben möchte ich noch die hochwertige Qualität des Sachbuches. Da geht beim häufigen Blättern und lesen nicht so schnell was kaputt.
Auch den oben Fake News wird sich gewidmet. vervollständigt wird das Ganze durch interessante Interviews Ingo Zamperoni ,Marietta Slomka(die ich für ihre zielstrebige Art ,Fragen zu stellen, liebe und Jennifer Sieglar aus der Kinder-Nachrichtensendung logo!.
Ich bin sehr beeindruckt : Das Buch scheint so gestaltet , dass Kinder unterschiedlichsten Alters damit umgehen können. Für Zehnjährige auf alle Fälle sehr geeignet. Auch Erwachsene können hier noch etwas lernen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.02.2020

Ein ungleiches Paar …

Rote Kreuze
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… diese neuen Nachbarn : gegensätzlicher könnten die beiden nicht sein!
Das Coverbild hat etwas Verlagstypisches – schön , dass der Verlag es sich zur Aufgabe gemacht hat, auch hochwertige Bücher von eher ...

… diese neuen Nachbarn : gegensätzlicher könnten die beiden nicht sein!
Das Coverbild hat etwas Verlagstypisches – schön , dass der Verlag es sich zur Aufgabe gemacht hat, auch hochwertige Bücher von eher unbekannten Autoren und Autorinnen herauszugeben, zumal diese auch oft von hohem aktuellen Wert sind.
Zur Geschichte passt das Coverbild hervorragend; zumal die roten Kreuze ganz unterschiedlich interpretiert werden können. Sie dienen einerseits zur Orientierung der Protagonistin im Alltag – denn sie leidet an Alzheimer – und andererseits weisen sie in die sowjetische Geschichte unter Stalin.
Dem Autor ist es gelungen ein ungleiches Paar – der junge Alexander und seine alten Nachbarin Tatjana -mit gegensätzliche Charakteren auf eine spannende Reise in die Vergangenheit zu schicken.
Der Beginn dieser ungewöhnlichen Beziehung ist etwas holprig; Alexander fühlt sich unwohl und genötigt, der alten Frau zuzuhören: " Alte Leute neigen dazu , ihr eigenes Unglück überzubewerten." denkt er zunächst. Denn auch er selbst hat gerade erst einen schweren Schicksalsschlag erlitten. Aber Tatjana weiß , dass sie ihre Lebensgeschichte aufgrund ihrer Erkrankung bald nicht mehr erzählen werden kann. Dabei steht das gesundheitsbedingte Vergessen der alten Frau metaphorisch für das Vergessen eines schrecklichen Kapitels der russischen Geschichte.
Anfangs hört Sascha ihr nur widerwillig zu , aber schon bald versteht er, dass es wichtig ist, sich immer wieder zu erinnern und nachzudenken .
Ich finde, dass es dem Autor gut gelungen, Distanz zu wahren bei der Schilderung der Schicksale und dennoch schonungslos und ohne Verharmlosung zu erzählen. Die Auseinandersetzung mit dem Gelesenen überlässt er uns selbst.
"Der Staat tut alles, damit die Menschen die Grausamkeiten des Sowjetregimes vergessen ,und unsere Aufgabe ist es ,das nicht zuzulassen.“ Dieser Satz , der das Interview mit Sasha Filipenko am Ende des Buches einleitet, zeigt , dass der Autor seine gesellschaftliche Aufgabe sehr ernst nimmt.
Rote Kreuze ist ein sehr wichtiges Buch – ein lesenswertes Buch gegen das Vergessen.

Veröffentlicht am 31.01.2020

Ganz lebendig

Ausgestorben - Das Buch der verschwundenen Tiere
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Dieses Buch ist mir durch seine interessante äußere Erscheinung sofort aufgefallen. Das Cover erschien mir sehr liebevoll gestaltet.
Und als ich es jetzt zum Lesen bekam, konnte ich es nicht aus der ...

Dieses Buch ist mir durch seine interessante äußere Erscheinung sofort aufgefallen. Das Cover erschien mir sehr liebevoll gestaltet.
Und als ich es jetzt zum Lesen bekam, konnte ich es nicht aus der Hand legen – auch , weil die Haptik so toll ist. Nicht nur die erhabenen Bildteile sind außergewöhnlich, sondern besonders ist auch der eigentlich Griff. Das Buch ist nicht so rutschig , wie andere , die dann ob ihrer Größe den Kindern schon mal aus der Hand fallen.
„Ausgestorben - Das Buch der verschwundenen Tiere" mit den Illustrationen von Nikola Kucharska ist ein Buch für Kinder und Erwachsene. Ich bin ganz begeistern von den Bildern, die schon von den Kleinen mit großen Augen betrachtet werden.
Durch die realitätsnahen Bilder können schon die sich gut mit der Welt der ausgestorbenen Tiere auseinandersetzen und merken schon schnell , dass es nicht nur „Dinos“ gibt , die unsere Aufmerksamkeit haben sollten.
Auch als Nachschlagewerk eignet sich das Buch sehr gut , weil es gut gegliedert ist.
Auch ich als Oma habe durch das Buch viel Neues erfahren.

Mein Fazit : "Ausgestorben" ist DAS Buch für spannende Nachmittage mit den Enkelkindern, denn es ist eine gelungene Mischung aus Bildern und Informationen , bei dem es sogar einen „Wimmelbuch-Effekt „ gibt.

Veröffentlicht am 11.11.2019

Mord am Bassin d’Arcachon

Winteraustern
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An das Bassin d’Arcachon habe ich bisher nur gute Erinnerungen – aus dem Urlaub. Mörder sind mir da nicht begegnet, aber Austernzüchter wohl.
Es ist nicht das erste Mal, dass ich mit Luc Verlain in Berührung ...

An das Bassin d’Arcachon habe ich bisher nur gute Erinnerungen – aus dem Urlaub. Mörder sind mir da nicht begegnet, aber Austernzüchter wohl.
Es ist nicht das erste Mal, dass ich mit Luc Verlain in Berührung komme. Ich habe schon den Krimi „Château Mort“ : Luc Verlains zweiten Fall gelesen und war angetan von der sehr bildreichen und detaillierten Schreibweise des Autors und der Thematik eingebettet die Hitze des Sommers in den Weinbergen.Nun also Winterzeit und Austern.
Zum Inhalt:
Es ist Winterzeit am Bassin d’Arcachon; Hochsaison für die Austernzüchter. Allerdings gönnt nicht Jeder denen ihren Gewinn- Austerndiebe agieren mit immer drastischeren Methoden. Luc Verlain trifft sich mit seinem Vater, einem ehemaligen Austernzüchter, um dessen einstige Wirkungsstätte zu besichtigen. Dabei stoßen sie auf einen zusammengeschlagenen Mann und die übel zugerichteten Leichen zweier junger Männer, deren Identität sie zunächst nicht kennen. Da setzen Luc Verlains Ermittlungen an. Immer tiefer dringen Luc und seine Partnerin Anouk in ein Milieu von Missgunst, Neid und viel Geld ein.
Der Krimi ist ebenso stimmungsvoll erzählt , wie gewohnt: mit detaillierten Beschreibungen von Sprache, Landschaft, den Menschen und ihren Tätigkeiten der am Atlantik gelegene Region Aquitaine. Auch die Charaktere sind wie immer sehr differenziert und liebevoll gezeichnet.

Veröffentlicht am 09.09.2019

Starke Erkenntnis

Ein anderer Takt
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Die kleine Stadt Sutton im Nirgendwo der Südstaaten. An einem Nachmittag im Juni 1957 streut der schwarze Farmer Tucker Caliban Salz auf seine Felder, tötet sein Vieh, brennt sein Haus nieder und macht ...

Die kleine Stadt Sutton im Nirgendwo der Südstaaten. An einem Nachmittag im Juni 1957 streut der schwarze Farmer Tucker Caliban Salz auf seine Felder, tötet sein Vieh, brennt sein Haus nieder und macht sich auf den Weg in Richtung Norden. Ihm folgt die gesamte schwarze Bevölkerung des Ortes.
Fassungslos verfolgen die weißen Bewohner den Exodus. Was bringt Caliban dazu, Sutton von einem Tag auf den anderen zu verlassen? Wer wird jetzt die Felder bestellen? Wie sollen die Weißen reagieren?

Kelleys wiederentdeckter Roman, er erschien bereits 1962 in New York, ist heute ebenso aktuell wie damals. Rassistische Gedanken prägen auch heute noch das Leben vieler Amerikaner, vor allem auf dem Lande und in den kleinen Städten des Südens. Michelle Obama hat das in ihren Buch „Becoming“ klar nachgewiesen.
Das Cover schlicht schwarz/weiß, ist eindrucksvoll gewählt.
Tucker , der vermeintliche Protagonist kommt selbst nicht zu Wort kommt, obwohl der Anstoß des Romans ist und den „Takt“ vorgibt. Nun ändert sich dieser Takt.
Reflektiert wird dieser Taktwechsel durch den Perspektivwechsel , den Kelley verwendet. Aus der jeweiligen Perspektive verschiedener Weißer – ausschließlich Weißer !- beleuchtet er die Ereignisse – eine eindrucksvolle Idee . Ein schwarzer Schriftsteller betrachtet sachlich , aber manchmal auch mit leichtem Spott, die Reaktionen des weißen Amerikas.
Der letzte Teil des Romans rundet den entstandenen Eindruck ab und macht brutal deutlich, welche rassistische Stimmung herrschte und auch heute noch herrscht.
Aber in den Tagebucheintragungen davor (S.267f)erfahren wir eine starke Erkenntnis , die auch unser Leben bestimmen sollte :“Man hat nur eine einzige Chance: wenn man kann und wenn man will. Wenn eins davon fehlt, braucht man’s gar nicht erst zu versuchen. …“