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Veröffentlicht am 14.03.2020

Literarisch ein Genuss

Der Bananentourist
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Der Bananentourist ist ein weiterer Band rund um die Hauptperson Oscar Donadieu. Er lässt sich aber sehr gut ohne Kenntnisse des ersten Buches lesen. Der junge Mann ist 25 Jahre alt, schüchtern und äußerst ...

Der Bananentourist ist ein weiterer Band rund um die Hauptperson Oscar Donadieu. Er lässt sich aber sehr gut ohne Kenntnisse des ersten Buches lesen. Der junge Mann ist 25 Jahre alt, schüchtern und äußerst Menschenscheu. Das liegt wohl mit an der Vergangenheit seiner Familie. Sein Vater war ein reicher Reeder und nichts war für Oscar schon immer wichtiger als Geld durch seiner Hände Arbeit zu verdienen.

Oscar hat genug vom Leben und seiner Umwelt. Er steigt auf ein Schiff und reist in Richtung Tahiti. Dort möchte er leben, weitab von der Zivilisation und ganz für sich alleine. Auf dem Schiff geschieht ein Mord und der Täter reist mit auf die Insel. Oscars Vorhaben bleibt keine Idee, er setzt sie tatsächlich um.

Bananentouristen ist ein Spitzname für gewisse Leute, die nicht zu den Einheimischen Tahitis gehören. Der Autor Simenon reiste damals sehr viel und das merkte ich sehr gut bei seinen Ausführungen über das Leben auf Tahiti. Wie die Menschen leben, womit sie ihr Geld verdienen und dass sie kaum anders sind als die Europäer zum Beispiel. Ja es stimmt, das Buch ist aktuell und für mich kaum zu glauben, dass es bereits vor so vielen Jahren geschrieben wurde.

Thomas Bockelmann schrieb einen ausführlichen Anhang. Es ist eine Nacherzählung des Buches und klärt so manche Frage auf, die ich nach dem Lesen des Hauptteils hatte. Die Sprache lässt sich gut lesen und für mich war sie ein Genuss. Die vier Sterne gebe ich sehr gerne und eine Leseempfehlung für Leute, die anspruchsvolle Literatur mögen. Einen Stern zog ich ab, weil mir die Handlung nicht immer realistisch vorkam.

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Veröffentlicht am 05.03.2020

Aktuelles Thema, spannend verpackt

Feuerland
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Nachdem mir bereits „Der Patriot“ recht gut gefiel, wollte ich auch das neue Werk von Pascal Engman unbedingt lesen. Ein Ort des Geschehens ist wieder Stockholm und die Story reist bis ins ferne Südamerika. ...

Nachdem mir bereits „Der Patriot“ recht gut gefiel, wollte ich auch das neue Werk von Pascal Engman unbedingt lesen. Ein Ort des Geschehens ist wieder Stockholm und die Story reist bis ins ferne Südamerika. Aber der Reihe nach: Matilda Malm arbeitet in einem Geschäft, wo unter anderem die teuersten Uhren des Marktes verkauft werden. An einem Nachmittag wird es von einem Fremden aufgesucht. Der verlangt keine hochwertigen Stücke, nur eine Liste möchte er haben. Die bekommt er anstandslos und die Inhaberin des Geschäfts zeigt den Vorfall nicht an.

Dann gibt es noch Vanessa. Sie ist Kommissarin und vorübergehen vom Dienst suspendiert. Sie fuhr Auto und das unter Alkoholeinfluss. Jetzt wurde ihr geraten, dass sie eine Therapie macht. Weitere Hauptdarsteller sind unter anderem Flüchtlingskinder und Mitglieder einer gefährlichen Gang, die nicht nur in Stockholm agiert. Die Spur der Verbrechen führt bis zur Colonia Rhein, welche ähnlich wie die Colonia Dignidad aufgebaut ist. Nur das bei der erstgenannten auch die Klinik Bavaria eine Rolle spielt.

Der Thriller ist spannend und das Ende ist so nicht vorhersehbar. Für mich wer zwischendurch zu lang. Sprich, die vielen Personen und Orte irritierten mich. Auch gibt es lose Enden aber ich denke, dass das so gewollt ist. Denn, der Autor hat mit Feuerland wohl den ersten Band einer Serie veröffentlicht. Vier Sterne und eine Leseempfehlung für alle Liebhaber spannender Literatur.

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Veröffentlicht am 05.03.2020

Christen kämpfen gegen Christen

Die brennenden Kammern
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„Welcher Gott würde es zulassen, dass in seinem Namen so viele in Qual und Furcht und Schrecken sterben?“ (Zitat aus dem Buch „Die brennenden Kammern)

Glaubenskriege gibt es seitdem es die Religion gibt ...

„Welcher Gott würde es zulassen, dass in seinem Namen so viele in Qual und Furcht und Schrecken sterben?“ (Zitat aus dem Buch „Die brennenden Kammern)

Glaubenskriege gibt es seitdem es die Religion gibt und leider hat sich an der Brutalität und der Mordlust bis heute nichts geändert. In dem Buch „Die brennenden Kammern“ von Kate Mosse geht es um die Hugenotten und Frankreich. Auf den ersten Seiten wird der Leser auf die Tatsachen der Hugenottenkriege aufmerksam gemacht. Dann folgt eine schlicht gezeichnete Landkarte, die den Ort des Geschehens zeigt. Auch eine Aufstellung der handelnden Personen fehlt nicht. Hier führt die Autorin an, welche Menschen tatsächlich damals lebten und bei wem sie von ihrer dichterischen Freiheit Gebrauch machte.

Minou, eine junge Frau aus Carcassonne, lebt mit ihrem katholischen Vater und den beiden Geschwistern in einem kleinen Haus. Sie arbeitet in der Buchhandlung ihres Vaters und erhält dort einen kurzen Brief. Dessen Inhalt ist lediglich ein Blatt mit dem Satz: „Sie weiß, dass ihr lebt.“ Leider kann sie ihren Vater nicht nach dem Sinn der Botschaft fragen, denn die Ereignisse überstürzen sich. Sie lernt den jungen Piet Reydon aus Amsterdam kennen und das wiederum hinterlässt einen bleibenden Eindruck bei ihr. Sie reist mit ihrem Bruder nach Toulouse und damit in höchste Gefahr.

Mit gefiel das Buch gut, da es durch gleichbleibende Spannung recht unterhaltsam war. Die Kriege zwischen Christen hat die Autorin beeindruckend geschildert. Zugleich auch die Not sowie den Hass auf beiden Seiten. Was bei mir für den Abzug eines Sterns sorgte, waren die unnötig in die Länge gezogenen Schilderungen von Gemetzel. Trotzdem, das Buch ist, soweit ich das beurteilen kann, gut recherchiert und zudem zeigt es ein relativ unbekanntes Geschehen der Geschichte in Europa.

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Veröffentlicht am 24.02.2020

Von Neuss nach New York

Der Empfänger
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Vom Suizid anlässlich des Börsencrashs bis hin zur Rattenlinie, in diesem Buch ist alles dabei. Diese Vielzahl an Schauplätzen bring allerdings mit sich, dass kein Thema umfassend behandelt wird. Für mich ...

Vom Suizid anlässlich des Börsencrashs bis hin zur Rattenlinie, in diesem Buch ist alles dabei. Diese Vielzahl an Schauplätzen bring allerdings mit sich, dass kein Thema umfassend behandelt wird. Für mich wirkt Der Empfänger doch recht oberflächlich. Wobei die Idee zum Roman bemerkenswert ist. Ulla Lenze erzählt nämlich die wahre Geschichte ihres Großonkels.

Josef Klein und sein Bruder haben es satt. Der Vater schlägt sie nahezu täglich und in Deutschland herrscht Untergangsstimmung. Gemeinsam wollen sie ins „gelobte Land“, Amerika, auswandern. Alles liegt bereit, sie warten nur noch auf den Ausreisetermin. Leider erlitt Carl, Josefs Bruder, einen Arbeitsunfall und verlor dabei ein Auge. Aus der Traum von Amerika. Josef macht sich alleine auf den Weg.

Im ersten Kapitel des Buches begegnet der Leser dem Josef Klein (alias Joe) in Costa Rica und das im Jahr 1953. Er erhält einen dicken Briefumschlag von seinem Bruder aus Germany. Darin befindet sich eine Ausgabe des „Stern“ und darin wiederum der erste Teil seiner Geschichte. Die begann im Jahr 1925 als er ohne seinen Bruder nach New York auswanderte. Dort geriet er in die Fänge von Agenten, die für Deutschland, und somit auch Hitler, tätig waren. In Amerika verehrten viele den „Führer“ und „Mein Kampf“ stand wochenlang auf den Bestsellerlisten der New York Times, alles im Jahr 1939. Ein Schwenk im Buch katapultiert den Leser ins Jahr 1949 und zwar nach Neuss. Hier sind die Auswirkungen des Krieges mit Hunger und Wohnungsnot spürbar. Josef sehnt sich zurück zu den „Fleischtöpfen“ Amerikas.

Der Empfänger ist ein eigenwilliges Stück Deutsch-Amerikanischer Geschichte. Eigenwillig deshalb, weil es für meinen Geschmack zu viele Zeit- und Ortssprünge gibt. Der Lesefluss wird dadurch erheblich eingeschränkt. Die Sprache ist allerdings literarisch hochwertig und aus dem Grund gebe ich auch vier Sterne und eine Leseempfehlung. Wen das Thema interessiert und wer mehr erfahren möchte, der sollte sich die Quellenangaben der Autorin anschauen. Im Anhang zählt sie die Bücher auf, welche sie als Grundlage für ihren Roman verwendete.

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Veröffentlicht am 22.02.2020

Wie schon die Jüngsten von Sektenführern missbraucht werden

Ein wenig Glaube
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Nach dem letzten Erfolg „Die Herzen der Männer“ gibt es also wieder einen Roman aus der Feder von Nickolas Butler. Es war mein erstes Buch von ihm und der Klappentext klang interessant. Nach Beendigung ...

Nach dem letzten Erfolg „Die Herzen der Männer“ gibt es also wieder einen Roman aus der Feder von Nickolas Butler. Es war mein erstes Buch von ihm und der Klappentext klang interessant. Nach Beendigung des Romans stelle ich aber fest, dass dieser Text nicht mit dem Inhalt übereinstimmt.

„Ein wenig Glaube“ berührte mich sehr. Geht es doch um den Tod eines Kindes und die Auswirkungen dieses Traumas. Und ja, es stimmt, der Schmerz wird zwar kleiner, die Auswirkungen auf das spätere Leben bleiben für immer. Zwei Hauptpersonen des Romans, Lyle und Peg adoptierten nach dem Tod ihres Sohnes ein Baby. Seine Mutter gebar das Kind auf einer Toilette, war verzweifelt und wusste nicht, wohin mit dem Kind. Ihre Eltern wollten nichts mehr von ihr wissen. Lyle und Peg verwöhnten die Kleine und übergossen sie mit viel Liebe und ebenso vielen Geschenken. Das Kind, es heißt Shiloh, wächst heran und zieht irgendwann aus. Aber sie bekommt ein Baby, und, wer hilft? Die Eltern. Peg kümmert sich in den ersten Monaten um sie und den Kleinen. Opa Lyle ist dann überglücklich, als Shiloh mit dem Enkel Isaac zurück nach Hause zieht.

Nach dem Einzug Shilohs ins Elternhaus merken Peg und Lyle eine große Veränderung bei ihr. Sie zieht sich bieder an, trinkt keinen Tropfen Alkohol und betet ungewöhnlich oft. Ja, sie zeigt fanatische Züge. Schlimm ist, dass sie wieder mal auszieht und den kleinen Isaac mitnimmt. Sie bricht den Kontakt mit ihren Eltern ab und verbietet auch ihrem Sohn den Umgang mit ihnen. Dann kommt es zu einer Katastrophe.

Der Autor hat einen angenehmen Sprachstil und die Akteure wuchsen mir schnell ans Herz. Er hat die Situation von Sektenführern sehr gut beschrieben. Das kann ich beurteilen, da ich selbst als Kind von solchen Machenschaften betroffen war. Nicht gefallen haben mir die sehr langen Erläuterungen von Nebenschauplätzen, die meiner Meinung nach nicht nötig waren. Dennoch, es lohnt sich, dieses Buch zu lesen. Es klärt auf und zeigt, dass selbst die größte Elternliebe kein Kind vor eigenen Erfahrungen zu schützen vermag.

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