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dear_fearn

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.10.2019

Düster-fantastischer Krimi

Die Ewigkeit in einem Glas
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Bridie Devine ist im viktorianischen London aufgewachsen und hatte schon mit einigen zwielichtigen Typen zu tun. Sie wurde in ihrer Kindheit von einem Vormund zum nächsten gereicht und arbeitet nun, inzwischen ...

Bridie Devine ist im viktorianischen London aufgewachsen und hatte schon mit einigen zwielichtigen Typen zu tun. Sie wurde in ihrer Kindheit von einem Vormund zum nächsten gereicht und arbeitet nun, inzwischen erwachsen, als unabhängige Privatermittlerin, zusammen mit ihrem zwei Meter großen Hausmädchen Cora und dem Geist des Boxers Ruby, der ihr seit einem Besuch auf dem Friedhof auf Schritt und Tritt folgt. Im Buch wird ein ganz spezieller Kriminalfall behandelt: Das Verschwinden der Tochter des Baronets. Bei Bridies Ermittlungen stößt sie auf Hinweise, dass die kleine Christabel kein gewöhnliches Mädchen ist und man wohl weniger von Verschwinden als von Raub sprechen muss. Als dann noch ihr totgeglaubter Feind aus Kindheitstagen wieder auftaucht, wird die Sache ernst.

Der Erzählstil im Buch ist sehr wechselhaft. Zwar zieht sich als Erzählform Präsens durch, jedoch gibt es mehrere Zeitsprünge zwischen Bridies Kindheit und dem Jetzt und zusätzlich auch noch Perspektivwechsel. Jess Kidds Schreibstil lebt von Beschreibungen, Vergleichen und noch mehr Beschreibungen. Meiner Meinung nach macht es das Lesen insgesamt zäh und auch verwirrend.

Die Story an sich ist durchaus interessant, sehr düster, herrlich fantasievoll und spannend, auch der Bezug zum Titel ist toll, allerdings finde ich, dass hier das Potential nicht in Gänze ausgeschöpft wurde. Der Erzählstil hat oftmals spannende Passagen einfach verpuffen lassen und die Charaktere sind mir auch seltsam unnahbar vorgekommen, vielleicht fehlten mir da tiefere Betrachtungen der Gefühlswelt. Insgesamt sind mir für einen runden Abschluss zu viele Fragen offen geblieben, u.a. warum Ruby nun eigentlich da war und woher die beiden sich kannten.

Veröffentlicht am 29.09.2019

Mir fehlt Historie

Little People, Big Dreams – Jane Austen
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Die Idee der Buchreihe finde ich richtig toll - Kindern die Leben der ganz großen Persönlichkeiten näher bringen. Mir gefällt auch die Gestaltung und die generelle Aufmachung des Ganzen. Über Jane Austen ...

Die Idee der Buchreihe finde ich richtig toll - Kindern die Leben der ganz großen Persönlichkeiten näher bringen. Mir gefällt auch die Gestaltung und die generelle Aufmachung des Ganzen. Über Jane Austen wusste ich vorher nichts, fand es daher erhellend über ihr Leben zu lesen und sogar herauszufinden, dass Stolz und Vorurteil ein Stück weit ihre eigene Geschichte zugrunde liegt. Das wissenswertere ist aber auf der letzten Seite in einem Textblock verfasst. Teilweise finde ich es für Kinder auch schwierig zu verstehen, hier muss man als Elternteil noch einige Erklärungsarbeit leisten und über unterschiedliche Stände und Verheiratungen sprechen, denn die Kinder kennen ihre Romane sicher nicht und auch nicht den geschichtlichen Hintergrund. Natürlich geht es um das Leben von Jane, aber etwas mehr historischer Hintergrund wäre nicht verkehrt gewesen.

Veröffentlicht am 06.03.2020

Pures Drama

Hör mir zu, auch wenn ich schweige
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Nachdem Frank seine Frau Maggie ein halbes Jahr lang angeschwiegen hat, unternimmt sie einen Selbstmordversuch. Am Krankenbett beginnt Frank nun, ihr trotz Koma Stück für Stück zu berichten, was ihn zu ...

Nachdem Frank seine Frau Maggie ein halbes Jahr lang angeschwiegen hat, unternimmt sie einen Selbstmordversuch. Am Krankenbett beginnt Frank nun, ihr trotz Koma Stück für Stück zu berichten, was ihn zu seinem Schweigen getrieben hat und erzählt dem Leser dabei die Geschichte ihrer bisherigen 40 Ehejahre.

Das Buch dreht sich hauptsächlich um drei Charaktere: Frank, Maggie und ihre gemeinsame Tochter Eleanor. Viele Nebenfiguren gibt es nicht, nennenswert wäre noch die liebenswerte Krankenschwester Daisy und die enge Freundin Edie.

Abbie Greaves' Schreibstil macht das Buch zu einem echten Pageturner. Das ist auch nötig, sonst wäre es schwer zu ertragen. Alle Protagonisten haben Probleme mit Angst, emotionalem Rückzug und Verschwiegenheit. Niemand scheint offen miteinander zu sprechen, vieles wird für sich behalten, obwohl alle Beziehungen von übermäßiger Liebe geprägt sind. Man beobachtet die Familie quasi in ihrem Abwärtsstrudel, ohne Ausblick auf Besserung. Ständig gibt es Resümees wie "Ich hätte es verhindern können", "Hätte ich es damals schon ahnen sollen?" u.ä. - sehr nervenaufreibend, erzeugt Spannung.

Frank wechselt in seinen Erzählungen immer wieder von Gegenwart zu Vergangenheit, was teilweise sehr verwirrend ist. Maggies Erzählteile ähneln seinen zu sehr, hier hätte sprachlich noch besser differenziert werden können. Die Zwischensequenzen in Franks momentane Situation waren für mich haarsträubend, zu viel des Guten, zu lasch. Das Ende empfand ich als zu verklärt und weichgespült.

Für traurige Geschichten habe ich ja ein Faible, von daher fand ich's eigentlich ganz gut, teilweise war es mir aber zu viel Drama und Effekthascherei, am Ende auch noch Kitsch.

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Veröffentlicht am 26.02.2020

Macht Trauer einsam?

Nach Mattias
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Mattias stirbt unerwartet und hinterlässt eine Menge Menschen, die ihn kannten und auf ganz unterschiedliche Weise mit ihm verbunden waren... Freundin, Mutter, bester Freund, Online-Gaming-Kumpel und weitere. ...

Mattias stirbt unerwartet und hinterlässt eine Menge Menschen, die ihn kannten und auf ganz unterschiedliche Weise mit ihm verbunden waren... Freundin, Mutter, bester Freund, Online-Gaming-Kumpel und weitere. Es gibt keinen festen Erzählstrang und zeitlich verläuft auch nicht alles linear. Jeder Charakter bekommt einmal oder teilweise auch mehrfach die Gelegenheit, seinen jeweiligen Lebensabschnitt "nach Mattias" zu beleuchten. Von Mattias selbst erfährt man als Leser über die Geschichten der Anderen leider nur wenig. Auch die einzelnen Hinterbliebenen bleiben seichte Charaktere, sprechen eher abgehackt und wirken nicht besonders warm. Man bekommt wenig Einblick ins Wie und Warum. Sowas macht mich persönlich als Leserin ja immer rasend. Da will man direkt mal paar therapeutisch-angehauchte Zwischenfragen stellen, um ein Gesamtbild hinzukriegen, das der Autor leider nicht erschafft.

Peter Zantinghs Idee für das Buch war die Frage, was nach dem Tod mit den Hinterbliebenen geschieht und wie sich jeder verändert bzw. auf den Verlust reagiert. Diese Frage ist nun beantwortet: Sie werden traurig, unterdrücken ihre Gefühle, reden nicht mehr miteinander und isolieren sich. Das ist der Eindruck, den ich gewonnen habe. Und das erschreckt mich. Ich habe selbst schon mehrfach um Menschen trauern müssen und kann das so nicht bestätigen... Das Buch soll sicherlich Hoffnung wecken, hinterlässt bei mir allerdings nur ein sehr bedrückendes Gefühl.

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Veröffentlicht am 02.01.2020

Schnelle Küche

Pinch of Nom
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Die Optik und Haptik des Buchs ist toll gemacht, das ganze Design ist überzeugend und modern. Die einzelnen Abschnitte sind übersichtlich unterteilt, sodass jeder schnell etwas passendes für die aktuelle ...

Die Optik und Haptik des Buchs ist toll gemacht, das ganze Design ist überzeugend und modern. Die einzelnen Abschnitte sind übersichtlich unterteilt, sodass jeder schnell etwas passendes für die aktuelle Hungersituation finden kann.

Zu jedem Gericht wird außerdem zusätzlich angegeben, ob es vegetarisch / glutenfrei ist und ob man es auf Vorrat kochen und einfrieren kann. Das finde ich sehr praktisch, auch wenn ich persönlich sowieso alles mögliche einfriere, was übrigbleibt, auch wenn es nach dem Auftauen natürlich nicht mehr wie frisch-gekocht aussieht.

Als Vegetarierin lege ich mir trotzdem gern "normale" Kochbücher zu, da meine Familie Fleisch isst und wir oft trotzdem mal Fleisch kochen, ich es aber in meinem Pfännchen weglasse oder entsprechend ersetze. Die meisten Kochbücher sind ja auch sehr ausgewogen gehalten, allerdings kann ich bei Pinch of Nom die vegetarischen Alternativen an einer Hand abzählen, was ich auch für Normalesser als enttäuschend empfinde.

Zudem wird nicht wirklich kalorienreduziert, sondern kalorienarme Ersatzprodukte oder Kochspray empfohlen, außerdem Granulate etc., was es in meiner Küche nicht geben wird... Dann lieber 5 Minuten mehr Zeit investieren und einfach mehr Gemüse. Generell hätte ich mir auch ein paar leichtere Gerichte gewünscht.

Insgesamt ist es aber trotzdem ein solides Kochbuch, ein paar Rezepte gefallen mir auch sehr gut. Ich werde sie abschreiben und das Buch weiterreichen.

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