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Veröffentlicht am 11.04.2020

Brutale Szenen und einfach nicht mein Fall!

Blutgott
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Blutgott ist der 7. Teil einer Thrillerreihe von Veit Etzold aus dem Knaur Verlag.

Nachdem eine Gruppe Jugendlicher wie ein Killerkommando ein junges Mädchen in einem Zugabteil grausam ermorden, machen ...

Blutgott ist der 7. Teil einer Thrillerreihe von Veit Etzold aus dem Knaur Verlag.

Nachdem eine Gruppe Jugendlicher wie ein Killerkommando ein junges Mädchen in einem Zugabteil grausam ermorden, machen sich die Ermittler vom BKA Berlin um Patho-Psychologin Clara Vidalis an die Ermittlung. Sie versuchen, dem Drahtzieher auf die Spur zu kommen.


Die Ermittlung dieser Fälle lässt selbst den hartgesottenen Mitarbeitern vom BKA eiskalte Schauer den Rücken herunter laufen. Der Drahtzieher der deutschlandweit vorkommenen »slash mobs« nennt sich Blutgott. Er fordert immer neue blutige Opfer und die Ermittler erleben einen Kampf mit der Zeit, bis sie im Dark-Net eine Spur finden.

Bei der Beschreibung der brutalen Vorgänge kennt Veit Etzold keine Gnade. Hier geht es sehr direkt zur Sache, die Ideen sind wirklich nichts für zarte Gemüter.

Insgesamt sind die Charaktere sehr authentisch ausgeführt, genauso kann man sich beeinflussbare und fanatische Menschen auch vorstellen. Die Logik und Intelligenz wird scheinbar von den Jugendlichen ausgeschaltet und Erpressung lässt sie als Mordwerkzeuge funktionieren. Doch warum folgen sie der besonderen Macht? Kindertäter werden hier als Täter missbraucht, ein Thema, welches sich leider auch in der Realität immer wieder kriminelle Machthaber bedienen. Ein feiges und perfides Spiel, bei dem der Gesetzgeber durch den Jugendschutz nicht so schalten kann wie er eigentlich müsste. Denn wer schon als Jugendlicher auf Gewalt getrimmt wird, behält dieses Verhalten wie anerzogen bei. Hier jedoch sind diese Kinder ohne Vorerfahrung zu schnell zu brutal, es ist mir zu unglaubwürdig.


Clara und ihr Mann als Ermittlercharakter haben die Kraft, sich gegen die Vorgänge des Blutgotts aufzulehnen und suchen diesen ominöse Figur. Die Ermittlung beschreitet viele Wege, es gibt Wendungen, die mich verblüfft und auch schockiert haben. Einen emotionalen Zugang habe ich aber zu den Ermittlern nicht gefunden.

Dieser perfide und abgründige Thriller führt in eine Welt voller Brutalität. Wenn kindliche Killer ohne Skrupel brutal agieren, müssen sie entweder aus Angst handeln oder durch eine Gehirnwäsche oder irgendeine Abhängigkeit heraus agieren. In diesem Thriller fließt viel Blut, es gibt Szenen, die man sich lieber nicht genau vorstellen mag. Das mag manche Leser durchaus schockieren, ich kann es lesen, muss es aber in dieser Art auch nicht ständig im Buch erleben.

Veit Etzold hat viele brutale Szenen eingebaut, die konnte ich gerade so ertragen, mit dem technischen Computer Know-how konnte ich aber nicht viel anfangen und die vielen Beschreibungen von Serientätern und True-Crime-Fälle waren mir zu umfangreich. Auch wenn das sicherlich viel Recherchearbeit erforderlich macht, drängen solche Fälle die Handlung in den Hintergrund und nahmen einen zu großen Teil des Buches ein. Am meisten gestört hat mich das Ende, hier hätte ich mir eine andere Lösung erhofft.


Ein sehr harter und brutaler Thriller, den man verkraften muss. Einige Szenen kommen mir insgesamt auch recht konstruiert vor. Nicht so mein Fall!

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Veröffentlicht am 07.04.2020

Ein leichtes Urlaubsbuch zum Träumen vom Glück

Dünentraumsommer
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Der neue Roman "Dünentraumsommer" von Tanja Janz spielt in St. Peter-Ording, er erscheint im Harper Collins Verlag.

Marieke Schepat ist Witwe und lebt mit ihrem Sohn Emil im Ruhrgebiet. Emil hat starkes ...

Der neue Roman "Dünentraumsommer" von Tanja Janz spielt in St. Peter-Ording, er erscheint im Harper Collins Verlag.

Marieke Schepat ist Witwe und lebt mit ihrem Sohn Emil im Ruhrgebiet. Emil hat starkes Asthma und ein Arzt rät zu einer dauerhaften Luftveränderung. Es fällt Marieke nicht leicht, diesem Rat zu folgen, denn viele Jahre war sie hier mit ihrem Mann glücklich. Doch das Wohl ihres Kindes geht vor, als sie in St. Peter-Ording eine Stelle im Pflegebereich findet, wagt sie den Ortswechsel und fühlt sich schon nach kurzer Zeit dort richtig wohl. Sie hat richtig Glück, denn ihre Vermieterin Berta ist nicht nur total sympathisch, sondern schliesst die beiden Mieter auch sofort in ihr großes Herz. Der von Marieke gegründete Kuchenclub für Senioren macht nicht nur Berta Spaß, auch andere älteren Herrschaften finden dort Geselligkeit und eine neue Aufgabe. Der Kuchenverkauf läuft wie geschmiert,

Dieser Roman spielt im schönen St. Peter-Ording und führt dem Leser sehr einladend die langen Sandstrände, die hübschen Reethäuser und das Flair am Meer vor Augen. Außerdem verführt die Autorin durch die etlichen aufgezählten Kuchen und Torten aus der Oma-Backstube von Berta und ihren Senioren. Es wird quer durch das Buch gebacken und natürlich auch vernascht. Man möchte am liebsten mal gemeinsam mit den Protagonisten im Garten an der Kaffeetafel sitzen.

Die Charaktere sind allesamt gut gelungen, man schliesst Marieke und ihren netten Sohn Emil sofort ins Herz und erlebt, wie beide an der Nordsee aufblühen. Und auch bei ihrer Vermieterin Berta kann man sich einfach nur wohlfühlen. Außerdem findet Emil einen Freund und Marieke lernt Marc Velhuisen kennen, der eine Cafébar mit Cupcakes betreibt. Sie verstehen sich recht gut, doch als der Kuchen-Club dem Café Konkurrenz macht, ist zwischen ihnen erst einmal dicke Luft.

Das Buch ist eine seichte Unterhaltung, es riecht nach Urlaub und Sonne und Meer und sehr, sehr viel nach Gebackenem. Leider hat die Handlung keine großen Höhepunkte und das Verschwinden einer Person und die Beziehung zu Marc wirken auf mich etwas sehr konstruiert.

Etliche Figuren werden alle mit ihrem vollen Namen aufgeführt, jede Änderung vom Siezen ins Duzen wird im Detail beschrieben, das ist etwas nervig.

Ein leichtes Urlaubs-Wohlfühl-Buch, das von Kuchenfreuden, Liebe und dem Glück des Lebens erzählt und bei dem man sich nach St. Peter-Ording oder allgemein an die Nordsee träumen kann.

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Veröffentlicht am 14.03.2020

Unterhaltsamer Cosy Crime aus Bayern

Klingeltod und Kaiserschmarrn
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Der Alpenkrimi "Klingeltod und Kaiserschmarrn" von Kate Delore führt nach Bayern, in die Nähe von Garmisch-Partenkirchen.


Provinzkrimis lese ich immer gerne, weil in ihnen das Setting für regionale Eindrücke ...

Der Alpenkrimi "Klingeltod und Kaiserschmarrn" von Kate Delore führt nach Bayern, in die Nähe von Garmisch-Partenkirchen.


Provinzkrimis lese ich immer gerne, weil in ihnen das Setting für regionale Eindrücke sorgt und die Charaktere in ihrem Dialekt reden und gerade wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Ein paar Schimpfworte dürfen da auch schon mal fallen, hier sorgen einige Ausbrüche für amüsante Szenen. Auf bildhafte Beschreibungen wurde hier viel Wert gelegt, ob bei den Schafen, im Wald oder in dem dunklen Versteck, man kann sich viele Szenen sehr gut vorstellen und erlebt die jeweilige Stimmung gut mit.


Der Plot war spannend, etwas verworren verstrickt, und konnte mich am Ende überraschen. Das Motiv hat mich leider nicht ganz überzeugt und die Aufklärung war gerade in der Schlussgeraden etwas auf reichlich Aktion hin ausgerichtet. Irgendwie konnte ich mir nicht von allen Figuren ein richtiges Bild machen und das hat meinen Lesefluss gestört. Die Perspektivwechsel wurden hier sehr schnell abgerissen und wechselten in eine neue Szene, sodaß ich das Gefühl hatte, ständig hin und her zu springen.

Die Charaktere Emma, ihr Bruder Valentin und Lieselotte wirken sympathisch und sehr authentisch, ihnen bin ich gern gefolgt, etwas mehr Tiefe hätte ihnen aber gut getan. Für die Kürze des Buches waren es eventuell einige Figuren und Vorgänge zu viel. Das geht zu Lasten der Handlung und sorgt für einen etwas gehetzten Eindruck.



Ein kleines Glossar Bayrisch-Deutsch erklärt am Ende des Buches einige Begriffe, wobei mir die meisten bekannt vorkamen.



Diese Krimilektüre hat mir Spaß gemacht, sie ist etwas für den Urlaub, für zwischendurch und liest sich mit dem Dialekt gut weg.

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Veröffentlicht am 11.03.2020

In diesen Roman konnte ich nicht so wie erhofft eintauchen.

Die Königin von Berlin
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Carola Neher gilt als eine der schillerndsten Schauspielerinnen der Weimarer Rebuplik, wo sie auftritt, jubeln die Menschen. Berlin liegt ihr zu Füßen, überraschend heiratet die begehrte Femme fatale den ...

Carola Neher gilt als eine der schillerndsten Schauspielerinnen der Weimarer Rebuplik, wo sie auftritt, jubeln die Menschen. Berlin liegt ihr zu Füßen, überraschend heiratet die begehrte Femme fatale den scheuen, zurückhaltenden Dichter Klabund. Doch eine brave Ehefrau wird Carola nicht, denn schon bald lockt sie das wilde Leben - und die Künstler Berlins.


Der Name der Schauspielerin Carola Nehers ist heute weitgehend ungekannt, dabei war sie in den letzten Jahren der Weimarer Republik recht erfolgreich, ihre Karriere startete in München. Sie wurde angelockt vom wilden Leben unter Künstlern, verdrehte Bertholt Brecht den Kopf und wurde seine Muse und spielte die Rolle der Polly Peachum in Brechts "Dreigoschenoper". Doch was steckte hinter dieser Femme fatale? Gehörte ihr Herz wirklich dem scheuen Dichter Klabund?


Dieser Roman soll nach Angaben der Autorin keine reine Biografie sein, sondern ein Roman mit fiktivem Inhalt. Er wird wie ein Theaterstück aufgebaut und fühlbar nah und intensiv beschreibt Charlotte Roth mit spürbarem Herzblut ihre Geschichte um Carola Neher. Man merkt der Autorin ihre Faszination für diese Frau an. Dabei wirkten auf mich einige delikate Details aus Nehers Leben mit ihren Liebhabern eher nicht nach großen Gefühlen, sondern eher als Versuch, mit allen Mitteln erfolgreich zu werden und auf die Bühne zu kommen.

Die Zeitspanne des Berlin der 1920er Jahre wird von Charlotte Roth anschaulich geschildert. Man erlebt Zeitgeschehen, Personen aus der Theaterlandschaft und allgegenwärtig die politischen Verhältnisse authentisch mit, wird in diese Zeit zurück versetzt und bekommt grobe Einblicke in das Leben und Wirken des getriebenen Brechts und Klabunds. Brecht bleibt merkwürdig und unsympathisch, scheinbar haftet ihm seine Berühmheit an und wird nicht hinterfragt. Auch andere Figuren wie Elisabeth Bergner oder Fritzi Massary muss man kennen, um sie im Roman interessiert verfolgen zu können.

Am interessantesten war für mich die Entstehung der "Dreigroschenoper" und der dazugehörige Barbara-Song, doch nur für diese Information hätte ich keinen Roman gebraucht.

Leider ist mir besonders Karoline Nehers Charakter trotz aller Einzelheiten merkwürdig fremd geblieben, sie wird als Schönheit beschrieben und als Karrierefrau gezeigt, die alles macht, um erfolgreich und auf die Bühne zu gelangen. Sie bindet sich an den kranken Klabund, scheinbar liebt sie ihn, doch er stirbt an seiner Krankheit. Welche Schwärmerei allerdings Carola für den Kommunismus hegt, wird deutlich, aber kennt sie die Idee auch wirklich. Das habe ich mich beim Lesen gefragt, ist Carola nur einer politischen Schwärmerei aufgesessen? Hängt das mit ihren Liebhabern zusammen?

Diese Frage konnte sich mir nicht beantworten. Deshalb bleibt für mich die Figur auch ziemlich blass und undurchschaubar.

Auch Carolas Leben nimmt ein böses Ende. Doch von diesen Jahren erzählt der Roman nicht, sie wird nach ihrer Flucht vor den Nazis nach Moskau denunziert und landet im stalinistischen Gulag und endet dort tragisch.


Insgesamt muss ich leider sagen, dass mir die Königin von Berlin in diesem Roman nicht viel bekannter wurde als vorher. Obwohl die Autorin wieder in einem wunderbaren Schreibstil Schauplätze, Theater und Figuren zum Leben erweckt, konnte ich mich nicht wie gewünscht in die Handlung fallen lassen.

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Veröffentlicht am 22.02.2020

Ein zuckersüße und sehr langatmige Adventszeit

Träume sind aus Zimt und Zucker
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Im Penguin Verlag erscheint Heidi Swains Roman "Träume sind aus Zimt und Zucker".


Ruby kehrt nach ihrem Bachelor zurück in ihr Heimatstädtchen Wynbridge. Anstatt ihren Master zu machen, übernimmt sie ...

Im Penguin Verlag erscheint Heidi Swains Roman "Träume sind aus Zimt und Zucker".


Ruby kehrt nach ihrem Bachelor zurück in ihr Heimatstädtchen Wynbridge. Anstatt ihren Master zu machen, übernimmt sie den Marktstand ihrer Freundinnen. Dort verkauft sie in den Wochen vor Weihnachten süße Köstlichkeiten und selbst gearbeitete Handarbeiten aus dem Kirschblütencafé, um ein wenig ihre Urlaubskasse für eine Reise anzusparen. Das missfällt ihrem Vater und dann ist am Nachbarstand ausgerechnet ihr Ex-Freund Steve. Das kann ja heiter werden.


Dieser Roman versprüht weihnachtsliches Flair und sorgt für nachfühlbare winterliche Atmosphäre auf dem Markt. Auch die Charaktere konnte ich mir gut vorstellen, insgesamt war ich aber doch nicht mitten im Geschehen.

Wenn die Vorhaben der Personen bis ins kleinste Detail ausführlich beschrieben sind, kann das auf Dauer nur langweilig werden. Viele Aktionen werden einfach umständlich in die Länge gezogen und man vermisst eine gewisse Grundspannung, die der Geschichte das nötige Feuer verleiht. Es gibt Probleme, die überwunden werden, richtig gefesselt hat mich das aber leider nicht.

Und die Konstellation um Ruby und Steve ist ein ständiges Hin und Her, dabei kann man sich selbst ausmalen, wie die Sache endet.


Auch wenn ich den eingängigen und lockeren Schreibstil sehr gerne gelesen habe, hätte der Geschichte etwas mehr Spannung und auf alle Fälle mehr charakterliche Tiefe gut getan. Mir fehlt die Verbundenheit mit den Figuren, die mich sonst mit ihnen fiebern lässt. Auch Überraschungen oder ein paar Wendungen hätten mich sicher mehr mitgerissen. So plätscherte die Story vor sich hin und ich hatte das Gefühl, die Vorweihnachtszeit vergeht überhaupt nicht.




Diese Mistelzweiggeschichte verläuft leider ohne nennenswerte Höhen und Tiefen. Da kann auch das schön beschriebene Flair auf dem Weihnachtsmarkt nicht mehr viel reißen. Für leichte Unterhaltung an winterlichen Abenden aber sicher genau das Richtige.

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