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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.05.2020

Spannung pur

Elbfinsternis
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Man fühlt beim Lesen, wie die Zeit verrinnt, besonders wenn die Ermittler sich in immer neue - leider alles falsche - Theorien verrennen. Aufgrund der gestellten Forderung des Entführers des 12-jährigen ...

Man fühlt beim Lesen, wie die Zeit verrinnt, besonders wenn die Ermittler sich in immer neue - leider alles falsche - Theorien verrennen. Aufgrund der gestellten Forderung des Entführers des 12-jährigen Kindes - eine Manipulation des Relegationsspiels Stuttgart-HSV zugunsten der Stuttgarter - vermutet man den Täter schnell im Umfeld der Wettmafia und unterlässt es, sträflich, wie man meinen sollte, das Umfeld und die Vergangenheit der nächsten Verwandten ausführlicher zu durchleuchten. Man wäre dann womöglich früher auf die Ursache oder besser den Auslöser gestoßen.
Bei zwei Punkten wird der Leser stutzig: Dass eine Privatperson einfach so eine Hamburger Kommissarin in schon fast erpresserischer Weise veranlassen kann, einen Fall zu okkupieren, der in Händen und der Zuständigkeit der schleswig-holsteinischen Polizei, konkret des Kieler LKA liegt, und dass die sich das so einfach gefallen lassen. Dass der Täter nicht einfach verschwindet bzw. einfach wieder vor Ort ist. Und dann laufen bei dem Spiel HSV-Augsburg plötzlich die Stuttgarter durch den Spielertunnel?
Ansonsten ist dies ein gut aufbereiteter Plot, eine spannungsreiche und agile Geschichte, die auch den Leser antreibt, weiterzulesen, dem Schluss entgegenzufiebern. Wie gesagt, man fühlt die Zeit verrinnen, auch gut dargestellt durch die Sanduhr vor jedem Kapitel (man hätte vielleicht auch noch durch unterschiedliche, abnehmende "Sandstandhöhen" das Verrinnen illustrieren können).
Fazit: Eine spannungsreiche und gleichzeitig kurzweilige Geschichte, die man auf jeden Fall empfehlen kann, auch wenn die Tat an sich äußerst brutal und traumatisch für das Kind ist.

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Veröffentlicht am 27.04.2020

Spannungs- und wendungsreich

Ostseegruft
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Es fängt vergleichsweise harmlos, wenngleich traurig, an: Eine ehemalige, seinerzeit enge, Freundin stirbt. Es wird ein Unfall "diagnostiziert". Bei der Beerdigung jedoch der Eklat: Ein Fremder behauptet, ...

Es fängt vergleichsweise harmlos, wenngleich traurig, an: Eine ehemalige, seinerzeit enge, Freundin stirbt. Es wird ein Unfall "diagnostiziert". Bei der Beerdigung jedoch der Eklat: Ein Fremder behauptet, es sei kein Unfall gewesen, was bei Pia Korittki natürlich sofort auf "fruchtbaren" Boden fällt. Sie sammelt Daten und Fakten, mit denen es ihr gelingt, den Vorgesetzten zu überzeugen, dass der Fall neu aufgerollt wird. An Verdächtigen mangelt es eigentlich nicht, jedoch will es nicht gelingen, jemanden "festzunageln". Bis plötzlich ein Gängesystem aus dem Weltkrieg unter einer Siedlung auftaucht, in dem ein Toter gefunden wird. Und plötzlich bekommt der Fall eine ganz andere Dimension.
Ein spannungs- und wendungsreich geschriebenes Buch, ein typischer Pia Korittki-Fall. Trotz einiger unlogischer Sprünge bzw. nicht nachvollziehbarer Handlungen einzelner Protagonisten ein lesenswerter Krimi, der sich leicht und locker wegliest und Lesefreude bis zum Schluss garantiert.

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Veröffentlicht am 10.04.2020

Kurzweilig

Mord bei den Festspielen
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Ein Tod im Vorfeld der Festspiele, der sich als Mord entpuppt. Verdächtige gibt es im Prinzip reichlich, denn eigentlich könnte es jeder aus dem Ensemble oder der mitgereisten Familie des Ermordeten gewesen ...

Ein Tod im Vorfeld der Festspiele, der sich als Mord entpuppt. Verdächtige gibt es im Prinzip reichlich, denn eigentlich könnte es jeder aus dem Ensemble oder der mitgereisten Familie des Ermordeten gewesen sein. Denn gemocht hat ihn keiner, mancher hat ihn gar gehasst. Und da die Protagonistin vermeintlich etwas gesehen hat oder haben könnte, gerät sie ins Visier des/der Mörder. Ein gelungener Regionalkrimi, bei dem das Faible der Autorin zur Oper klar zum Ausdruck kommt. Das Buch ist kurzweilig geschrieben und es gibt häufig Anlass zum Schmunzeln. Schöne Ausarbeitung der Charaktere und deren Eigenheiten. Es bleibt bis um Schluss spannend. Man kann es in einem Rutsch durchlesen und es ist durchaus zu empfehlen.

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Veröffentlicht am 26.03.2020

Gelungen

Kaltblütige Abrechnung
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Ein grausamer Mord, bei dem nicht nur ein Babyschühchen eine Rolle spielt, sondern bei dem auch dem Ermordeten Körperteile abgetrennt werden und dem noch etliche weitere Morde folgen. Ein sehr ungleiches ...

Ein grausamer Mord, bei dem nicht nur ein Babyschühchen eine Rolle spielt, sondern bei dem auch dem Ermordeten Körperteile abgetrennt werden und dem noch etliche weitere Morde folgen. Ein sehr ungleiches Ermittlerduo: der erfahrene aber ausgebrannte Toni Wakolbinger und die Rotzgöre Cindy Panzenböck, die sich erst noch zusammenraufen müssen. Soweit die "Zutaten" dieses Krimis, der es wirklich in sich hat. Die Morde sind allesamt recht grausam und die Detailschilderungen könnten dem einen oder anderen Leser tatsächlich etwas zuviel werden. Die Ermittler verrennen sich in Theorien und mögliche Ursachenforschungen, die sich allesamt nicht beweisen lassen - und übersehen fast das Wichtigste. Bis zum recht drastischen Ende. Das Buch ist sehr flott und spannend geschrieben. Die Charaktere kommen sehr positiv herüber, trotz ihrer jeweiligen Schwächen. Das Buch lässt es auch an Humor nicht mangeln. Allein die ständigen Namensverdrehereien von Toni sind recht witzig. Fazit: Ein gelungenes Debüt, in dem eine heftige Rachegeschichte erzählt wird, in dem es aber auch zwischenzeitlich positiv menschelt. Kann man lesen, sollte man lesen.

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Veröffentlicht am 23.03.2020

Heftig

Blutgott
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"Besser zu weit gehen, als nicht weit genug" wird Josef Stalin im vorliegenden Buch zitiert. Das könnte durchaus auf diese Geschichte zutreffen. Denn es mag durchaus sein, dass selbst hart gesottene Horror-Thriller-Liebhaber ...

"Besser zu weit gehen, als nicht weit genug" wird Josef Stalin im vorliegenden Buch zitiert. Das könnte durchaus auf diese Geschichte zutreffen. Denn es mag durchaus sein, dass selbst hart gesottene Horror-Thriller-Liebhaber bei so manchen dargestellten Szenen an ihre Grenzen stoßen. Zu weit geht auch das Ermittlerteam letztendlich. Aber man will nicht vorgreifen. Diese Beurteilung sollte jeder selbst treffen.
Trotz der Brutalität, die hier aufschlägt, sind so manche Zitate und Darstellungen dennoch geeignet, dem Leser ein Schmunzeln, wenn nicht gar ein Lachen zu entlocken. Wie etwa: "Ist die Liebe das Licht des Lebens, ist die Ehe die Stromrechnung", oder "Das papierlose Büro ist so wahrscheinlich wie die papierlose Toilette". Ein Zitat eines IBM-Chefs und in der aktuellen Situation geradezu prophetisch. Aber auch: "So eine Art Tinder für Serienmord". Ein gelungener Vergleich, trotz der schrecklichen Umstände - kindliche Killerkommandos und Einzeltäter begehen sinnlose, schreckliche, widerwärtige Morde, inszenieren diese Taten unter Anleitung eines Blutgottes. Wer so etwas tut - weil er es kann, wie suggeriert wird, dem ist nicht mehr zu helfen, so auch das Ermittlerteam: "Wer in dem Alter so etwas macht, bei dem ist eh alles verloren. Das Einzige, was bei dem noch nachhaltig in den Kopf geht, sind 9 Millimeter Luger".
Es ist "nur" eine Geschichte. Aber dass so etwas tatsächlich geschehen könnte, ist nicht ganz von der Hand zu weisen und das erschreckt dann doch. Trotz der harten Szenen: flotter, lesefreundlicher Schreibstil, guter Spannungsbogen. Ist man von Etzold aber auch gewohnt.

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