Profilbild von AmaraSummer

AmaraSummer

Lesejury Star
offline

AmaraSummer ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit AmaraSummer über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.03.2020

Rockerclub

Rockerclub. Erotischer Roman
0

Meine Meinung
„Rockerclub“ ist die Gesamtausgabe von sechs Kurzromanen, in deren Mittelpunkt die Mitglieder des Dead Angels Rockerclubs stehen.

Nachdem ich bereits etliche Rockergeschichten von Bärbel ...

Meine Meinung
„Rockerclub“ ist die Gesamtausgabe von sechs Kurzromanen, in deren Mittelpunkt die Mitglieder des Dead Angels Rockerclubs stehen.

Nachdem ich bereits etliche Rockergeschichten von Bärbel Muschiols verschlungen hatte und nichts neues in Sicht war, habe ich ihre bisher veröffentlichten Geschichten nach neuem Lesestoff durchstöbert und dabei bin ich auf eine ihrer ersten Rockergeschichten gestoßen. „Rockerclub“ ist ihre erste Kurzgeschichtensammlung und da ich bereits ein paar ihrer aktuelleren Rockergeschichten gelesen habe, fiel mir auf, dass dem Buch irgendetwas fehlt. Zwar konnte mich die Geschichte durchaus in ihren Bann ziehen, so ganz das locker, leichte Lesefeeling, dass ich sonst von Bärbel Muschiol gewohnt bin, kam bei mir aber leider nicht auf.

Nach und nach findet jeder der fünf Rocker seine Old Lady und auch wenn sie sich zu Beginn alle dagegen sträuben ihre heißgeliebte Freiheit aufzugeben, müssen sie am Ende doch einsehen das diese eine Frau ihr Leben nicht nur auf den Kopf stellt, sondern sich auch in ihr Herz geschlichen hat.

Rockerbraut: Marie & Darmian
Marie ist die kleine Schwester von Joe dem Vizepräsidenten der Dead Angels. Als sie feststellen muss das sie ihr Leben nicht mehr alleine bewältigen kann bittet sie ihren älteren Bruder um Hilfe und willigt damit ein sich dem Club und seinen Regeln unterzuordnen. Darmian ist der „Dämon“ der Unterwelt und der Präsident der Dead Angels. Seit er denken kann hat er ein Auge auf Marie geworfen und er wünscht sich nichts mehr, als Marie endlich zu seinem Eigentum zu machen.

Rockerherz: Anette & Joe
Anette ist Maries beste Freundin und seitdem sie von ihrem Freund verlassen wurde alleinerziehende Mutter. Ihr Sohn Max ist acht Jahre alt und der wichtigste Mensch in ihrem Leben. An eine weitere Beziehung verschwendet sie daher kaum einen Gedanken. Joe ist der Vizepräsidenten der Dead Angels und Anette bereits seit etlichen Jahren seine heimliche Leidenschaft. Als Anette Marie im Clubhaus besuchen kommt ergreift er seine Chance und zeigt ihr wie sehr er sie will, doch Anette wehrt sich mit Händen und Füßen.

Rockerlady: Marie & Darmian
Marie und Darmian haben ihr Glück gefunden. Jetzt fehlt nur noch die offizielle Zeremonie, durch die Marie zu Darmians Lady wird. Doch bevor die beiden ihr Happy End bekommen, sorgt ein illegaler Kampf für ordentliches Chaos in der Rockerwelt.

Rockerpussy: Luci & Snake
Luci wurde von der Russenmafia zur Zwangsprostitution gezwungen, um die Schulden ihres Vaters zu begleichen. Bei einem illegalen Kampf rettet ihr Snake das Leben. Luci schöpft neuen Lebensmut und hofft das sie sich eine Zukunft aufbauen kann, doch sie hat Snakes Beschützerinstinkt unterschätzt. Snake ist ein Krieger, mit einem extremen Aggressionspotenzial, der vor keinen Kampf zurückschreckt und der seinem Gegner das Fürchten lehrt. Nur wenn es um Gewalt gegenüber Frauen und Kinder geht, hört der Spaß bei ihm auf.

Rockerlove: Mia & Tracker
Mia ist die kleine Schwester von Hank. Als sie von der Russenmafia entführt wird, ziehen Tracker und ihr Bruder los, um sie zu retten, denn für ihr Familie gehen die Dead Angels über Leichen. Seit einem heimlichen Kuss fühlt sich Mia zu Tracker hingezogen, doch ihre Gefühle verwirren sie zu tiefst, denn eigentlich hat Mia einen Freund, von dem sie glaubt, er sei der Richtige für sie. Tracker ist der gefährlichste unter den Rockern und für ihn ist längstens klar, dass Mia ihm gehört. Doch bevor Tracker Mia zu seinem Eigentum machen kann muss er sich erst noch mit ihrem großen Bruder Hank auseinandersetzen, der davon alles andere als begeistert ist.

Rockerluder: Verena & Hank
Verena verdankt Hank ihr Leben, denn er hat sie aus den Fängen der Russenmafia befreit und zusammen mit ihr den Drogenentzug durchgestanden. Als sie Marie dann auch noch vor dem sicheren Tod rettet, hat sie endgültig das Herz ihres Rockers erobert. Hank hat bisher nie an die Liebe geglaubt, doch dann begegnet er Verena und plötzlich steht seine Welt Kopf. Für diese Frau ist er bereit all seine bisherigen Regeln über den Haufen zu werfen.

Die einzelnen Geschichten zeichnen sich durch eine explizite Wortwahl, ein paar interessante und unterhaltsamer Charaktere und einer Menge prickelnder Sexszenen aus. Mit den weiblichen Hauptcharakteren hat die Autorin fünf Protagonistinnen geschaffen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Dadurch habe ich ein spannendes Lesevergnügen erlebt. Leider hat mir die Leichtigkeit ein bisschen gefehlt und die Sexszenen waren mir Stellenweise zu viel des Guten, sodass ich nur 4 von 5 Sternen vergeben kann.

Jede Geschichte ist in sich abgeschlossen. Bärbels Schreibstil habe ich bei diesem Buch allerdings ein bisschen vermisst, denn die Bücher aus ihren Anfangszeiten lassen sich nicht ganz so flüssig lesen. Erzählt werden die Kurzgeschichten aus jeweils zwei Perspektiven. Der Leser bekommt also immer einen Einblick in die Gedanken beider Protagonisten.

Fazit
Nach etlichen Rockerabenteuern habe ich nun Muschiols ersten Rockersammelband gelesen und auch wenn er mich nicht zu 100% überzeugen konnte, habe ich mich doch gut unterhalten gefühlt. Von mir bekommt das Buch eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 23.03.2020

Ein guter Debütroman

Wie viele willst du töten
1

Meine Meinung
„Wie viele willst du töten“ ist die deutsche Übersetzung des Debütromans von Joanna Schaffhausen, die 2020 im dtv Verlag erschienen ist. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Officer Ellery ...

Meine Meinung
„Wie viele willst du töten“ ist die deutsche Übersetzung des Debütromans von Joanna Schaffhausen, die 2020 im dtv Verlag erschienen ist. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Officer Ellery „Ellie“ Hathaway.

Ellie, die früher Abigail hieß und die einzige Überlebende des Serienkillers Francis Michael Coben ist, lebt nun in Woodbury und arbeitet dort als Polizistin. Eigentlich führt Ellie ein relativ normales Leben, doch dann bekommt sie jedes Jahr zu ihrem Geburtstag eine anonyme Karte zugeschickt und gleichzeitig verschwindet jedes Mal ein Mensch aus ihrem Umfeld spurlos. Nur weiß in Woodbury niemand von ihrer Vergangenheit und so wird Ellie von ihren Kollegen für verrückt erklärt als sie an einen Zusammenhang glaubt. Weil Ellie vermutet, dass es sich um das Werk eines Nachahmungstäters handelt, kontaktiert sie in ihrer Verzweiflung den FBI-Agenten Reed Markham, den Mann, der sie damals vor dem sicheren Tod gerettet hat. Doch Reed ist skeptisch. Kann er der traumatisierten Ellery vertrauen?

Ellery ist der Autorin gut gelungen. Sie hat einen interessanten Charakter, der dank seiner Ecken und Kanten authentisch wirkt und sich so gut in die Geschichte einfügt. Natürlich sind die Ereignisse aus ihrer Vergangenheit nicht spurlos an ihr vorbeigegangen. Ellery ist schwer traumatisiert, lebt zurückgezogen und das einzige Lebewesen, dass sie in ihrem Haus duldet ist ihr Hund Bump. Allerdings muss ich zugeben das mir Ellery am Ende zu viele falsche Entscheidungen getroffen hatte und sie mir daher nicht sonderlich sympathisch war.

In den meisten Fällen kann ich mich mit dem männlichen Protagonisten besser anfreunden als mit dem weiblichen. Bei Reed war das leider nur bedingt der Fall. Wahrscheinlich wäre er mir sympathisch gewesen, wenn sein Charakter nicht ewig wiederkehrende Klischees bedient hätte. Da wären seine Eheprobleme, seine Affären, sein Alkoholproblem (glücklicherweise hält sich dieses halbwegs in Grenzen) und die Tatsache, dass sein Job absolut immer an erster Stelle steht. Sicherlich ist es positiv, dass er sich bis zum Schluss um Ellies Sicherheit sorgt und sie daher keine Sekunde aus den Augen lässt. Sein extremes Misstrauen gegenüber Ellery gefiel mir nur mäßig aber als er ihr wichtige Informationen verschweigt war meine Geduld am Ende.

Was mir bei einem Spannungsroman immer sehr wichtig ist, ist eine ordentliche Portion Spannung, die irgendwann im Verlaufe der Handlung dafür sorgen muss, dass ich das Buch keine Sekunde mehr aus der Hand legen kann. „Wie viele willst du töten“ beginnt mit einer Rückblende, die nicht durch ihre Brutalität besticht, sondern durch eine mehr als nur gruslige Atmosphäre. Zwar enden die meisten Kapitel mit einem Cliffhanger so richtig spannend wird es aber erst zum Ende hin. Das große Finale schlägt dann allerdings ein wie eine Bombe und mit dem Täter konnte mich die Autorin tatsächlich überraschen. Angeblich gibt es immer wieder Hinweise auf den Täter, die ich aber scheinbar allesamt überlesen habe, denn ich wusste erst ganz zum Schluss wer es ist.

Warum auf dem Cover „Thriller“ steht hat sich mir bis zum Schluss nicht erschlossen, denn für mich handelt es sich bei diesem Buch eher um einen Krimi. Leider sind mir in letzter Zeit mehrere solcher Bücher in die Hände gefallen und ich frage mich mittlerweile nach welchen Kriterien die Verlage die Bezeichnung „Thriller“ vergeben.

Erzählt wird das Buch aus der Sicht von Ellery und Reed. Der Perspektivwechsel hat die Geschichte für mich noch spannender gemacht. Trotz dem ein oder anderen Übersetzungsfehler ließ sich die Geschichte recht flüssig lesen. Mein einziger Kritikpunkt ist die Länge der einzelnen Kapitel, die viel zu lang waren, was meinen Leserhythmus negativ beeinflusst hat. Bei 333 Seiten besteht das Buch mal gerade aus 12 Kapiteln, die zwischen 20 und 40 Seiten lang sind. Mehrere kürzere Kapitel hätten mir deutlich besser gefallen.

Fazit
Joanna Schaffhausen ist mit ihrem Debüt ein passabler Spannungsroman gelungen, der zwar zu Beginn so seine Längen hat, zum Ende hin aber mit einer guten Portion Spannung daherkommt. „Wie viele willst du töten“ ist für mich definitiv kein Pageturner, weil mir aber die Idee gefallen hat und die Umsetzung in Ordnung ist, bekommt das Buch von mir eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 18.03.2020

Fae & Chase

Scarred Ink: Soul
0

Meine Meinung
„Scarred Ink: Soul“ ist der zweite Band der „Tailors Ink“ Trilogie von K. Elly de Wulf. Im Mittelpunkt der Reihe stehen drei Freunde, die in Hollywood das Tattoostudio »Tailors Ink« betreiben. ...

Meine Meinung
„Scarred Ink: Soul“ ist der zweite Band der „Tailors Ink“ Trilogie von K. Elly de Wulf. Im Mittelpunkt der Reihe stehen drei Freunde, die in Hollywood das Tattoostudio »Tailors Ink« betreiben. Der zweite Band erzählt die Geschichte von Fae und Chase. Fae ist von Chicago nach Hollywood geflüchtet, um ihrer traumatischen Vergangenheit zu entkommen. Leider haben die grauenvollen Ereignisse auch Jahre später noch Einfluss auf ihren Alltag, den Fae wird immer wieder von Panikattacken heimgesucht, die ihr das Leben schwer machen. Chase, der in seiner Vergangenheit ähnlich schlimme Erfahrungen machen musste, hat die Hoffnung, dass ihm Fae ein Tattoo sticht, mit dem er gerne alte Narben verschwinden lassen möchte. Vielleicht hat er so die Chance ihr näher zu kommen, den Chase empfindet etwas für Fae, nur will die davon nichts wissen.

Mit Chase konnte ich mich bis zum Schluss nur mäßig anfreunden, denn er trifft für mich einfach zu viele Entscheidungen, die ich weder gut fand noch nachvollziehen konnte. Zwar bemüht er sich um Fae und zeigt im Verlaufe der Handlung immer öfters, dass sie ihm eine Menge bedeutet, geht aber hinter ihrem Rücken einem illegalen Lebensstil nach, von dem er ganz genau weiß, dass Fae ihn niemals gutheißen würde. Dieses Verhalten war für mich einfach zu widersprüchlich und die Tatsache, dass er es erst ganz zum Schluss ändert hat mich gestört.

Auf Faes Vergangenheit war ich ganz besonders neugierig. Zwar erfährt der Leser bereits im Klappentext, dass sie vor ihrem brutalen Ex-Freund geflohen ist, mehr aber auch nicht. Im Laufe der Geschichte bekommt der Leser ein immer besseres Bild von Faes damaliger Lebenssituation und ich war irgendwann zwiegespalten. Einerseits konnte ich absolut nicht nachvollziehen warum sie so lange an der Beziehung mit ihrem Ex-Freund festgehalten hat. Anderseits fand ich es gut, dass sie etwas gegen ihre Panikattacken unternimmt und sich nicht länger von ihnen lähmen lässt. Dafür konnte ich am Ende sehr gut verstehen warum Chase illegale Machenschaften für sie ein absolutes No-Go sind.

Im Gegensatz zum ersten Band habe ich den zweiten als deutlich spannungsgeladener empfunden. Im Laufe der Handlung kommt es zu einer Menge schlimmer Ereignisse, die am Ende nicht aufgeklärt wurden und von den ich sehr hoffe, dass sie im dritten und letzten Teil eine Auflösung bekommen.

Erzählt wird das Buch abwechselnd aus der Sicht von Fae und Chase. Was mir einen wundervollen Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt der beiden gegeben hat und so konnte ich die Geschichte noch intensiver erleben. Der Schreibstil von K. Elly de Wulf ließ sich sehr angenehm lesen und die Wortwahl hat die spannungsgeladene Stimmung perfekt unterstützt. Die Kapitel hatten für mich genau die richtige Länge und so habe ich das Buch innerhalb von zwei Tagen regelrecht verschlungen.

Fazit
Mit „Scarred Ink: Soul“ hat K. Elly de Wulf eine gute Fortsetzung geschrieben. Zwar konnte mich der zweite Band nicht so sehr begeistern wie der erste, gut unterhalten gefühlt habe ich mich aber trotzdem. Jetzt bin ich auf den dritten und letzten Teil der Trilogie gespannt. Obwohl das Buch alles andere als perfekt ist, gibt es von mir eine Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 08.03.2020

Eine tödliche Schachpartie

Night of Crowns, Band 1 - Spiel um dein Schicksal
0

Meine Meinung
„Night of Crowns“ ist die neue Jugendfantasy Dilogie von Stella Tack. Der erste Band trägt den Titel „Spiel um dein Schicksal“ und ist 2020 im Ravensburger Verlag erschienen. Im Mittelpunkt ...

Meine Meinung
„Night of Crowns“ ist die neue Jugendfantasy Dilogie von Stella Tack. Der erste Band trägt den Titel „Spiel um dein Schicksal“ und ist 2020 im Ravensburger Verlag erschienen. Im Mittelpunkt des Buches steht Alice, die zu Beginn der Geschichte noch ein ganz normales Mädchen ist, dass zur Schule geht und dass von seiner besten Freundin auf eine Party geschleppt wird. Doch auf dieser Party passieren merkwürdige Dinge und plötzlich gerät Alice Leben gehörig aus den Fugen. Von nun an kann wird sie mit überirdischen Erscheinungen konfrontiert, die nur sie sehen kann, was dazu führt, dass ihre Mitmenschen an ihrer geistigen Gesundheit zweifeln und ihre schulischen Leistungen in Mitleidenschaft gezogen werden.

Schauplatz der Geschichte sind zwei Eliteinternate, die die kunstvollen Namen Chesterfield und St. Burrington tragen und die einst Adelshäuser waren. Die Schüler dieser beiden Schulen gelten als abgehobene Snobs, die sich für was Besseres halten und gerne unter sich bleiben. Alice ist daher sehr überrascht, als sie von ihrer Lehrerin das Angebot zur Teilnahme an Sommerkurse an einem der Internate bekommt. Dies soll angeblich der einzige Ausweg sein, um ihr Schuljahr nicht wiederholen zu müssen. Das es sich bei diesen Sommerkursen jedoch lediglich um einen Köder handelt, der Alice nach Chesterfield locken soll ahnt sie nicht und als sie ihre missliche Lage endlich bemerkt ist es bereits zu spät.

Auf Chesterfield und St. Burrington liegt ein uralter Fluch, der in Form eines tödlichen Schachspiels daherkommt und bei dem es nur einen Sieger geben kann. Alice, die nur Augen für einen ihrer neuen Mitschüler hat, bekommt davon zunächst nichts mit, bis es ihr plötzlich selber zum Verhängnis wird. Von da an ist Alice Teil eines Fluches, dessen Regeln sich ihr nur sehr langsam erschließen und den bisher noch niemand brechen konnte.

Um den Fluch Ranken sich eine Menge Geheimnisse, die Alice nach und nach aufdeckt und so wird auch für den Leser das Schachspiel immer verständlicher. Wer allerdings wissen möchte was es mit dieser magischen Schachpartie auf sich hat, der wird das Buch selber lesen müssen, denn jegliche Erklärung würde meiner Ansicht nach nur Spoilern und dann wäre natürlich die Spannung weg.

Alice war mir von der ersten Seite an sympathisch. Ich konnte mich super in sie hineinversetzen und ihre Reaktionen sehr gut nachvollziehen. Eine Menge ihrer Entscheidungen hätte ich wahrscheinlich genauso oder zumindest sehr ähnlich getroffen und dass hat sie für mich mehr als nur greifbar gemacht.

Die weiteren Charaktere bestehen größtenteils aus den Schülern von Chesterfield und St. Burrington und können in weiße (Chesterfield) und schwarze (St. Burrington) Schachspieler aufgeteilt werden. Zunächst lernt der Leser die Schüler von Chesterfield kennen und wahrscheinlich werden sich die meisten durch den ersten Eindruck täuschen lassen. Keine Sorge mir ist das auch passiert, dafür konnten mich die Schüler von St. Burrington dann umso mehr überraschen. Die Farben Weiß und Schwarz können so viele Bedeutungen haben und wer nicht aufpasst, den führen sie ganz schnell in die Irre.

Was ich sehr Schade fand war das Fehlen der restlichen Welt, denn sobald Alice nach Chesterfield kommt spielt ihr bisheriges Leben absolut keine Rolle mehr. Ich habe Ihre ehemaligen Freunde und Klassenkameraden, sowie ihre Mutter irgendwann vermisst und es hätte mir besser gefallen, wenn sie auch zu einem späteren Zeitpunkt noch Teil der Handlung gewesen wäre. Daher hoffe ich sehr, dass sie im zweiten Teil nochmal auftauchen und dann eine größere Rolle spielen.

Das Buch wird ausschließlich aus der Sicht von Alice erzählt. Der Leser verfügt also die ganze Zeit über nur über das Wissen, über das auch sie verfügt. Diese Form der Abhängigkeit hat das Buch für mich noch spannender gemacht. Hinzu kommt Stellas wundervoller Schreibstil, der mich von der ersten Seite an in seinen Bann ziehen konnte und eine perfekt getroffene Wortwahl.

Mein einziger negativer Kritikpunkt ist das Ende. Das Buch endet nämlich mit einem extrem fiesen Cliffhanger, der den Leser dreist sitzen lässt. Wer also kein Fan von solchen Büchern ist, dem Rate ich auf den zweiten und letzten Band zu warten und dann beiden in einem Rutsch zu lesen. Ansonsten kämpft ihr mit demselben Problem, mit dem ich mich rumärgre. Das Buch wirft gefühlt eine Milliarde Fragen auf beantwortet aber keine einzige davon und das finde ich ehrlich gesagt ganz schon unbefriedigend.

Fazit
Stella Tack ist mit diesem Buch ein brillanter Reihenauftakt gelungen, der mich vom ersten Moment an begeistern konnte und den ich vor lauter Neugierde regelrecht verschlungen habe. Das einzige was die Autorin sich hätte sparen können war der Cliffhanger. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.03.2020

Humor der besonderen Art

The Doctor Is In!: Dr. Womanizer
0

Meine Meinung
Mit „Dr. Womanizer“ ist 2019 die deutsche Übersetzung des zweiten Bandes der „The Doctor Is In!“-Reihe des amerikanischen Autorenduos Max Monroe erschienen. Im Mittelpunkt der Geschichte ...

Meine Meinung
Mit „Dr. Womanizer“ ist 2019 die deutsche Übersetzung des zweiten Bandes der „The Doctor Is In!“-Reihe des amerikanischen Autorenduos Max Monroe erschienen. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Dr. Scott Shephard und Harlow Paige. Scott ist der Leiter der Notaufnahme am St. Luke’s Krankenhaus in New York. Mit seinem Auftritt in der Reality-Show "The Doctor Is In!" wollte er eigentlich die New Yorker Singelfrauen beeindrucken, bis ihm die Story einer Klatschkolumnistin in die Quere kommt. Harlow, die in Sachen Liebe bereits so einige negative Erfahrungen gesammelt hat, arbeitet als Journalistin. Nur leider schreibst sie nicht für eine große seriöse Zeitung, sondern für ein Klatschblatt, dass für seine reißerischen Artikel bekannt ist.

Harlow ist eine Frau, die für ihre angeblich große Liebe alles aufgegeben hat, nur um im Nachhinein feststellen zu müssen, dass das wohl nicht ihre beste Entscheidung war. Seitdem ist sie auf die Spezies „Mann“ nicht sonderlich gut zu sprechen. Verstärkt werden ihre negativen Gedanken durch ihre momentane Arbeitssituation, denn dank ihrer früheren Fehlentscheidung arbeitet sie in einem Beruf, der sie nur mäßig begeistern kann. Das Harlow sich durch ihre miese Lebenssituation aber keineswegs unterkriegen lässt, hat sie mir sehr sympathisch gemacht. Hinzu kommt ihr wirklich einzigartiger Sinn für Humor, der mich mehr als nur einmal zum Lachen gebracht hat. Harlow war für mich eine Protagonistin, zu der ich von der ersten Seite an eine Bindung aufbauen konnte und die mich bis zum Schluss super unterhalten hat.

Scott ist der Leiter der Notaufnahme und sowohl bei seinen Mitarbeitern als auch bei seinen Patienten äußerst beliebt. Sein bisheriges Leben als Junggeselle hat er in vollen Zügen genossen und dabei absolut nichts anbrennen lassen, denn zu einem One-Night-Stand hat er niemals „Nein“ gesagt. Erst als Harlow in sein Leben tritt ändert sich das, denn diese Frau bringt sein bisheriges Weltbild völlig durcheinander. An einer festen Beziehung hatte Scott nie Interesse, bis Harlow ihm ordentlich den Kopf verdreht. Mit Scott hatte ich das gesamte Buch über so meine Schwierigkeiten. Zwar bin ich durchaus mit ihm warm geworden zu hundert Prozent sympathisch war er mir aber bis zum Schluss nicht. Vielleicht lag das aber auch einfach an seiner Art, mit der ich mich nicht immer anfreunden konnte.

Neben Scott und Harlow gibt es in diesem Buch auch noch eine große Menge an Nebencharakteren. Leider sind mir ein paar von ihnen gehörig auf die Nerven gegangen. Einerseits gab es für mich Nebencharaktere, von denen ich gar nicht genug kriegen konnte und die mich mindestens genauso zum Lachen bringen konnten, wie Harlow. Das waren vor allem die Eltern der beiden Protagonisten, die mit ihrer Art und Weise eine wirklich wundervolle Atmosphäre geschaffen haben. Anderseits gab es zwei Charaktere aus der Vergangenheit der beiden, die mich mit ihrem Verhalten extrem aufgeregt haben und die ich sehr gerne erwürgt hätte.

Natürlich geht es auch im zweiten Band heiß her, wer jetzt aber glaubt, dass die beiden ununterbrochen übereinander herfallen, der irrt sich. Der Leser bekommt zwar in diesem Buch deutlich mehr als nur eine seichte Liebesgeschichte geboten, einen maßlosen Überfluss an Sexszenen wird er aber vergeblich suchen, denn das Autorenduo hat eine gesunde Balance aus Handlung und Erotik gefunden.

Erzählt wird das Buch abwechselnd aus der Sicht von Scott und Harlow. Der Leser bekommt so die Chance beide gleichermaßen kennenzulernen. Der Schreibstil ließ sich flüssig lesen und die Wortwahl habe ich vom ersten Moment an als positiv empfunden.

Fazit
Wer gerne humorvolle Liebesgeschichten liest, die von lebhaften Charakteren und einer bisweilen sehr lustigen Wortwahl leben, der ist hier genau richtig. Harlow und Scott nehmen einen als Leser mit auf eine herrlich unterhaltsame Achterbahnfahrt und wer sich auf die beiden einlässt, der wird wahrscheinlich genauso viel Spaß beim Lesen haben, wie ich ihn hatte. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!