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Veröffentlicht am 21.04.2020

Ein fesselnder, grandioser Abschluss der Kaufhaussaga!

Die Schwestern vom Ku'damm: Tage der Hoffnung
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"Tage der Hoffnung" ist der dritte Teil von "Die Schwestern vom Ku`Damm" von Brigitte Riebe und erscheint im Wunderlich Verlag.

Dieser Roman spielt in den Jahren von 1958 bis 1963 - die fünfziger Jahre ...

"Tage der Hoffnung" ist der dritte Teil von "Die Schwestern vom Ku`Damm" von Brigitte Riebe und erscheint im Wunderlich Verlag.

Dieser Roman spielt in den Jahren von 1958 bis 1963 - die fünfziger Jahre erreichen ihren Höhepunkt, der West-Ost-Konflikt eskaliert bis hin zum Mauerbau. Neue Strömungen in Literatur, Musik und Kunst bahnen sich ihren Weg und Flori, die jüngste der drei Thalheim-Schwestern, studiert bildende Kunst an der Hochschule in Berlin. Die rebellische junge Frau sucht ihren Weg im Leben und in der Liebe.


Die spannende Familiengeschichte der Thalheims geht in die letzte Runde, dieses Mal wird Flori in den Mittelpunkt der Geschichte gestellt. Sie ist ein kämpferischer Geist, besessen von der Malerei und sucht die Liebe ihres Lebens. Die Thalheims sind weiterhin für Überraschungen und Geheimnisse gut, die Vorgänge, Eskapaden und Entwicklungen der Familie werden lebendig und spannend erzählt. Auch Floris Liebe zur Kunst entwickelt sich und findet durch ihre Fotografien allmählich Anerkennung. Aus der kleinen Schwester wird eine starke erwachsene Frau, die ihren Weg meistert.

"Zum ersten Mal im Leben hatten sich beim Malen für sie nicht Worte in Farben verwandelt, sondern Farben waren zu Musik geworden." Zitat Seite 99

"Was beim Malen in ihr sang, klang wie Zwölftonmusik. Keine Spur von harmonie, und doch passte alles auf verblüffende Weise zusammen." Zitat Seite 124

Synästhesie nennt man diese besondere Gabe und Flori versteht allmählich, was diese Gabe mit ihr macht. Der Schaffungsprozeß ihrer Bilder ist wie ein Ausbruch eines inneren Vulkans. Diese Beschreibungen habe ich sehr bewundert.

Der Erzählstil ist wie immer packend, lebensnah und gefühlvoll, die Charaktere entwickeln sich sehr authentisch weiter und man erlebt die politische und gesellschaftliche Entwicklung mit vielen wissenswerten Details aus Mode, Musik und Kunst fast hautnah mit. Diese Geschichte geht unter die Haut, denn die Familie hält trotz aller Widrigkeiten zusammen und hat einige Besonderheiten, die sie so spannend und interessant macht.

In diesem Band zeigt Brigitte Riebe sehr lebendig das Zeitgeschehen auf, gerade die politische Entwicklung im geteilten Berlin kann man hier bewusst miterleben, auch welche Folgen die Menschen durch diese Abtrennung erlitten. Was man vielleicht aus Erzählungen bruchstückweise weiß, stellt die Autorin hier als einen kompletten Abriß der Zeit vor. Hautnah erfährt man hier die Einschränkungen der DDR-Bürger, angefangen von Repressalien beim Grenzübergang, bis hin zur Abriegelung der Grenze zwischen Ost- und West, die am 13. August 1961 stattfand. Dieser Stichtag zerriß mit einem Mal ganze Famlien und sorgte für großes Leid auf beiden Seiten.


Brigitte Riebe erzählt eine fesselnde Familiengeschichte im Berlin der 50er Jahre, die nicht nur das Zeitgeschehen realistisch und packend festhält, sondern die authentisch wirkenden Figuren in dieser Zeit wirklich leben lässt. Durch die Familienmitglieder erlebt man die Entwicklung in der Mode- und Kunstwelt mit, den Bauhaus-Stil, erkennt die Öffnung von Universitäten für Frauen im Studium und hört die aktuelle Musik der Zeit. Der Aufschwung des Wirtschaftswunders bringt Wohlstand in die Familien, man hört Musik und freut sich über die Fußball-WM und das Wunder von Bern.


Hervorragend erzählter und damit absolut würdiger Abschluß der Familiengeschichte mit fesselnden Einblicken in das Zeitgeschehen und in das neue Bewusstsein der Menschen.

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Veröffentlicht am 20.04.2020

Ein wunderschöner Sommerroman zum Träumen

Das kleine Weingut in der Toskana
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Romy Sommers Roman "Das kleine Weingut in der Toskana" erscheint im Harper Collins Verlag.


Finanzexpertin Sarah lebt in London, sie ist Workaholic, ein mehrmonatiger Zwangsurlaub soll sie vor einem ...

Romy Sommers Roman "Das kleine Weingut in der Toskana" erscheint im Harper Collins Verlag.


Finanzexpertin Sarah lebt in London, sie ist Workaholic, ein mehrmonatiger Zwangsurlaub soll sie vor einem Burnout bewahren. Diese Zeit möchte sie zur Klärung von Erbschaftsangelegenheiten ihres verstorbenen Vaters nutzen. Der Kontakt zu ihm war schon lange abgebrochen, doch sie erbt sein Weingut und eine alte Villa in der Toskana. Einen Haken hat die Sache allerdings, es gibt einen Miterben, Tommaso, der Winzer auf dem Gut erbt zu gleichen Teilen. Die Reise wird zu einem emotionalen Erlebnis, denn Tommaso war mal Sarahs Jugendliebe.

Romy Sommer zaubert in ihrem Roman eine sehr lebendig geschilderte italienische Wohlfühl-Atmosphäre, zusätzlich nimmt die wechselhafte Liebesgeschichte gefangen, die sich hier langsam entwickelt. Ich konnte entspannt in die Szenerie eintauchen und habe die Weinverkostungen, die Landschaftsbeschreigungen und die kulinarischen Köstlichkeiten genossen, dieses Buch lässt wunderbar nach Italien träumen und man sieht vor dem inneren Auge die traumhafte Landschaft.

Das Erbe erfordert eine Teilung des Weingutes, das ist nicht so einfach, denn der Winzer Tommaso hat nicht die finanziellen Mittel, um Sarah auszuzahlen. Er hofft auf eine gute Weinernte und einen erfolgreichen Weinjahrgang, doch bis dahin gibt es noch einige Hürden zu überwinden. Die Villa ist stark renovierungsbedürftig und so müssen auch dafür Kosten aufgewendet werden. Sarah fühlt sich wohl in Italien, sie entdeckt einige Dinge, die sie mit ihrem Vater verbindet. Und die italienischen Männer wecken in ihr lange verdrängte Gefühle. Winzer Tommaso kommt recht mürrisch rüber, aber Luca ist ein Prachtkerl, so genießt Sarah die Zeit und die herrliche Gegend bei ihren Ausflügen.

Die Renovierung geht sie zupackend an, außerdem lebt sie ihre Backleidenschaft in der alten Küche aus und weiß, hier ist es viel schöner als im verregneten London.

Der Schreibstil ist wunderbar flüssig, bildhaft, romantisch und trägt leicht und locker durch die gesamte Handlung. Einige Widrigkeiten sorgen für die nötige Spannung und die Charaktere werden authentisch und unverwechselbar beschrieben. Hier fühlt man sich sofort wohl und möchte die Personen am liebsten selbst kennenlernen.

Dabei ist die Liebesgeschichte zwar vorhersehbar, das hat mich hier aber überhaupt nicht gestört. Das Buch hat mich bis zum Ende gefesselt.

Ein wunderbar geschriebener Roman mit Dolce Vita, der Küche Italiens, einem alten Weingut und einer Liebe, die Schmetterlinge entwickelt.

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Veröffentlicht am 15.04.2020

Absolut packender Plot zwischen Terror- und Mafia-Milieu

Zara und Zoë - Tödliche Zwillinge
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Der Thriller "Zara und Zoë - Tödliche Zwillinge" ist der zweite Band einer Reihe um die ungleichen Schwestern von Autor Alexander Oetker, die Reihe erscheint im Droemer Verlag.

Ein brisanter Einsatz ins ...

Der Thriller "Zara und Zoë - Tödliche Zwillinge" ist der zweite Band einer Reihe um die ungleichen Schwestern von Autor Alexander Oetker, die Reihe erscheint im Droemer Verlag.

Ein brisanter Einsatz ins Umfeld von Terrorzelle und Mafia-Strukturen macht es erforderlich, dass die Zwillinge Zara und Zoë, Cop und Killerin, einen erneuten Rollentausch vornehmen. Zara ist Europols beste Profilerin und muss einen drohenden Terroranschlag in einer Urlaubsmetropole vereiteln. Dazu braucht sie die kriminelle Energie ihrer Schwester Zoë, um einen Informanten in der spanischen Enklave Melilla aufzuspüren.

Dieser zweite Band kann ohne Vorkenntnisse des ersten Buches gelesen werden, ich empfehle jedoch, die Reihenfolge einzuhalten, nur dann lernt man die Figuren umfassend kennen.

Auch dieses Mal wurden für die Handlung sehr reale und aktuelle Themen ausgewählt, die ein hohes Gefährdungspotential aufweisen. Ein Islamist wurde von Europol zum Guten bekehrt, er soll Informationen der Terrorszene in der spanischen Enklave Melilla sammeln und geplante Anschläge melden.

Um diesen Mittelsmann aufzuspüren, braucht Zara von Hardenberg ihre Schwester Zoë, die auch vor illegalen Aktionen nicht zurück schreckt und sich in diesem Metier auskennt, denn sie ist eine Profi-Killerin, die für die korsische Mafia arbeitet.

Alexander Oetker sorgt mit rasch aufeinanderfolgenden und ständig wechselnden Perspektiven für eine rasante Handlung, der man als Leser gespannt wie in einem Film folgt. Zur besseren Orientierung benennt er die Kapitel mit den Namen der agierenden Charaktere und ergänzt mit Handlungsorten oder Zeitangaben, sodaß man dem Wechsel sehr gut folgen kann.

Daraus ergibt sich eine regelrechte Verfolgungsjagd, bei der es zu gefährlichen Übergriffen und Gefahrensituationen für die Ermittelnden kommt. Hier wird scharf geschossen, die korsische Mafia lässt sich von arabischen Clans in Marseille nicht die Geschäfte abspenstig machen.

Von Anfang an ist das Tempo hoch angesetzt, es wird konstant bis zum Ende hoch gehalten und man folgt gespannt dem riskanten Plan der Schwestern. Die Szene der Drogen- und Waffenmafia hat der Autor perfekt recherchiert und lässt dieses Wissen absolut geschickt in die Handlung einfließen. Es ist interessant zu sehen, wie in den europäischen Enklaven auf dem afrikanischen Kontinent Kriminelle und IS-Anwerber in einem Sammelbecken von willigen Flüchtlingen immer neue Opfer finden, die sie für ihre Zwecke schändlich ausnutzen.

Ein paar Einblicke in die Familie von Hardenberg zeigt die Sicht auf die private Seite der Schwestern, wie sich beide entwickelt haben, lässt sich dadurch erahnen.

An aktionsreichen und gewaltätigen Szenen mangelt es nicht, besonders Zoë schreckt nicht vor brutaler Gewalt zurück. Sie ist es in Mafia-Kreisen gewohnt und wird vom Padre als seine würdige Nachfolgerin gehandelt. In Gefahrensituationen scheint sie intuitiv richtig zu handeln und reagiert in Sekundenschnelle mit der richtigen Aktion. Sie ist eine gefährliche und gnadenlose Killerin, fast schon zu perfekt, könnte man hier kritisieren, aber genau das passt zum Stil des gesamten Thrillers.

Man sieht förmlich vor dem inneren Auge einen Film ablaufen und ist in der spannenden Handlung gefangen. Besser kann ein Thriller nicht wirken.


Dieser zweite Teil der Reihe hat mir sehr gut gefallen, mit realen Themen und den besonderen Schwestern hat mich das Buch bis zum Ende gepackt und vollständig überzeugt.

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Veröffentlicht am 13.04.2020

Beeindruckender Bildband über die Folgen des Klimawandels

Nordsee-Südsee
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Im Knesebeck Verlag erscheint der Bildband "Nordsee - Südsee" von Arne Dunker, Jana Steingässer und Fotos von Manolo Ty, herausgegeben vom Klimahaus Bremerhaven.

Nord- und Südsee – zwei völlig unterschiedliche ...

Im Knesebeck Verlag erscheint der Bildband "Nordsee - Südsee" von Arne Dunker, Jana Steingässer und Fotos von Manolo Ty, herausgegeben vom Klimahaus Bremerhaven.

Nord- und Südsee – zwei völlig unterschiedliche Lebensräume an entgegengesetzten Enden der Welt, die trotz unterschiedlicher Lebensbedingungen durch die Folgen des Klimawandels vieles gemeinsam haben. Täglich müssen sie sich mit dem Meer, das sie umgibt arrangieren und sich auf Dauer den Auswirkungen der veränderten Wetterverhältnisse und des steigenden Meeresspiegels anpassen.

Trotz unterschiedlicher Lebensbedingungen haben die Bewohner südpazifischer Atolle mit den Bewohnern der deutschen Halligen viel gemeinsam: Inseln, Halligen und Atolle liegen alle als kleine Flecken inmitten von Wasser, sie sind den Wassermassen ausgesetzt, schon seit Jahrtausenden. Doch bisher konnten Korallenriffe oder eine intakte Natur den nötigen Schutz bieten.

Das hat sich durch den Klimawandel verändert, er stellt sie durch Meeresspiegelanstieg, Küstenerosion, Extremwetterereignisse und verschobene Niederschlagsmuster vor große Herausforderungen.

Die Halligen in der Nordsee und Samoa im Südpazifik befinden sich zwar am entgegengesetzten Ende der Welt, aber sie sind beide nicht nur von ihrer geografischen Lage des Längengrads vergleichbar. Durch den Klimawandel sind sie vom steigenden Meeresspiegelanstieg und veränderten Wetterverhältnissen betroffen. Sie müssen sich auf die Veränderungen durch die Umwelt einstellen. Während auf den Halligen die Warften bei Überflutung zum Schutz dienen und Mensch und Tier dorthin umgesiedelt werden können, besteht auf der kleinen Insel Tokelau in der Südsee diese Möglichkeit nicht, die Insel ist klein und liegt fernab anderer größerer Inseln. Die Bewohner müssen ihre Atolle vor der Kraft des Meeres schützen und ihre Korallenriffe gesund und intakte zu erhalten, um Zyklone besser zu überstehen.


Die frühere friesische Salzgewinnung hatte eine Senkung der Landflächen zur Folge, Sturmfluten konnten stärker als gewohnt in das Landesinnere vordringen. Das machte einen vorgelagerten Küstenschutz notwendig. Warften boten Mensch und Tier Schutz vor Hochwasser. Ebenso problematisch ergeht es Tokelau, die Insel ist viele Kilometer von der nächsten größeren Insel Samoa entfernt und somit auf sich allein gestellt. Auch im südpazifischen Atafu braucht man eine Seemauer! Aber die kostet Geld, das Tokelau nicht hat. Zitat Seite 54

Menschliches Einwirken auf das Klima hat weitreichende Folgen auf die Lebensweise dieser beiden Kulturkreise.

Dieses bildgewaltige Buch bringt viele verschiedene Themen auf den Punkt, es gibt interessante Einblicke in Inselschulen, Lebensgewohnheiten, alte Traditionen und zeigt sogar die gesundheitliche Gefahr von Übergewicht auf. Eine Folge von Import von ungesunden Lebensmitteln in der Südsee.


Beeindruckende Fotografien veranschaulichen diese Inselwelten und zeigen eine mitreißende Reportage. Hier kann der Leser Einblick nehmen in das Alltagsleben verschiedener Kulturen. Es zeigt persönliche Berichte über Traditionen auf und erklärt gelebtes Brauchtum dieser unterschiedlichen Länder. Doch so unterschiedlich die Kulturen auch sein mögen, entscheidend ist, die gleichermaßen schwierige Situation der Halligbewohner und der vielen Inseln in der Südsee durch den Anstieg des Meeresspiegels. Hier müssen wir alle an einem Strang ziehen, weil die Betroffenen den Folgen des steigenden Meeresspiegels nur wenig entgegensetzen können.

Dieses Buch dokumentiert die Menschen vor Ort, stellt ihre Lebensgewohnheiten vor, zeigt wie traditionelle Körbe aus Pandanusblättern gewoben werden oder in Nordfriesland das Tragen von Trachten als Brauchtum weiter gegeben wird.

Es zeigt Menschen, die trotz Klimawandel ihr Stückchen Land als Heimat auch für die kommenden Generationen erhalten wollen. Es ist ein Hoffnungsschimmer und ein Anfang für ein Umdenken.


Nordsee - Südsee ist ein aufrüttelndes Buch über Umwelt- und Klimaschutz und den daraus folgenden Problemen mit dem ansteigenden Meeresspiegel. Denn am Ende sind die Menschen dieser Inseln die Leidtragenden von fehlendem Klimaschutz, das sollte uns allen zu denken geben.

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Veröffentlicht am 09.04.2020

Wunderschöne und erfrischende Sommerlektüre

Pinseläffchen
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Der Roman "Pinseläffchen" von Autorin Caroline Messingfeld erscheint im bookshouse Verlag.

"Ich wusste gar nicht, dass es Frauen gibt, die auf Sachen abfahren, die die Welt nicht braucht. Wenn es was ...

Der Roman "Pinseläffchen" von Autorin Caroline Messingfeld erscheint im bookshouse Verlag.

"Ich wusste gar nicht, dass es Frauen gibt, die auf Sachen abfahren, die die Welt nicht braucht. Wenn es was umsonst gibt, werden manche Weiber zu Hyänen." Zitat Seite 197

Laura hat eine künstlerische Ader und studiert Kunst an der Uni in Berlin, finanziell hält sie sich mit einem Job als Kellnerin in einem italienischen Restaurant über Wasser. In ihrer Familie gilt sie als schwarzes Schaf mit ihrer brotlosen Kunst. Als ihre ältere Schwester Victoria einen Autounfall hat, springt Laura für sie ein und zieht dafür zu Nichte Maya und Schwager Robert nach Potsdam.

In diesem Roman erlebt man eine humorvolle und turbulente Story, die das Verhältnis zwischen zwei Schwestern beschreibt und dabei deren unterschiedliche Lebensphilosophien aufzeigt. Laura ist ein ungezwungener lebensfroher Charakter, sie lebt für den Augenblick, genießt einen lockeren Lebensstil und ihre Ungebundenheit und fühlt sich mit Jeans und Shirt pudelwohl. Ganz anders ihre verbissene 10 Jahre ältere Schwester Victoria, die sich als Boutique-Inhaberin perfekt stylt, nach strengen Regeln Lowcarb ernährt und auch ihrer kleinen Tochter Maya einen festen Zeitplan aufs Auge drückt. Nach außen wirkt alles perfekt, aber steril und von herzlicher Gemütlichkeit und Lebensfreude ist in der kleinen Familie nichts zu spüren.

Nach Victorias Unfall springt Laura ohne zu Murren ein und zieht nach Potsdam. Anders als erwartet macht Laura der Job in der Boutique Spaß, ihre eigenen kreativen Dekoideen kommen gut an und sie wird selbstbewusster. Sie liebt ihre Nichte und verbringt viel Zeit und schöne Momente mit ihr und kommt auch mit Robert immer besser aus. Lauras Lebensfreude springt auf die Beiden über und man hat das Gefühl, das Maya endlich mal Kind sein kann und das auch sehr genießt. Sie darf mit in der Küche helfen, endlich mal andere Spielfreunde einladen und auch Kater Leonardo bespaßen.

Ich mochte die Szenen im Modegeschäft und besonders die schlagfertigen Sprüche und Gedanken Lauras durch ihre herzerfrischende und spritzige Art haben mir gut gefallen. Diese Antworten lassen erkennen, dass sie sich zwar einiges gefallen lässt, aber dennoch nicht verbiegen lässt. Sie opfert ihre Zeit, verzichtet auf ihre Sozialkontakte und bringt sogar in die Familie ihrer Schwester Victoria ein wenig Menschlichkeit, Leben und Pepp hinein. Dabei gewinnt sie auch noch die Zuneigung ihrer Nichte Maya und ganz allmählich auch die von Schwager Robert. Ihre Schwester hat dafür leider nur Missachtung und böse Vorwürfe übrig und findet es ganz selbstverständlich, dass Laura für sie einspringt.

Der lockere und total flüssige Erzählstil ist herrlich unterhaltsam, es gibt neben einigen humorvollen Szenen und Fettnäpfchen auch tiefer gehende Themen, die die Gesellschaft in ihrem heutigen Erscheinungsbild zeigt.


"Pinseläffchen" ist eine erfrischende und humorvolle Unterhaltung, die mich richtig gefesselt und mit den Charakteren wunderbar abgelenkt hat. Die boshafte Art Victorias ist zwar etwas überzeichnet, doch das ist auch ein Grund, dass man sich schnell auf Lauras Seite schlägt und unbedingt weiterlesen möchte. Die Autorin kritisiert in diesem Buch unterschwellig die Social Media Gesellschaft, die sehr auf Schein ausgerichtet ist, auf teure Designerklamotten und luxuriöse Fahrzeuge und Lebensweisen. Manchmal ist das Einfache doch mehr, menschlich gesehen auf alle Fälle und gerade in der Kindererziehung sollten Kinder immer Kinder sein und nicht gestylte kleine Erwachsene.


Ein perfekter Unterhaltungsroman mit vielen wortgewandten Dialogen, humorvollen Szenen und spritzigen Aktionen. Familienleben, Toleranz und Kreativität müssen sich nicht ausschließen, man muss es nur richtig koordinieren.

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