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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.04.2020

Berührend und komisch

Aufgetaut
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Als Felix und seine Tochter Maya eine Kreuzfahrt durch die Arktis unternehmen, treibt plötzlich ein Eisblock am Schiff vorbei. Doch es ist kein gewöhnlicher Eisblock. In ihm sind die seit 33.000 Jahren ...

Als Felix und seine Tochter Maya eine Kreuzfahrt durch die Arktis unternehmen, treibt plötzlich ein Eisblock am Schiff vorbei. Doch es ist kein gewöhnlicher Eisblock. In ihm sind die seit 33.000 Jahren schockgefrostete Steinzeitfrau Urga und das Mini-Mammut Trö gefangen. Kaum aufgetaut, muß Urga feststellen, daß sie am liebsten in ihre Zeit zurück will. Doch zusammen mit Felix, Maya und Kapitän Lovskar macht sie sich auf die Suche nach dem Glück für sich und Trö.

"Aufgetaut" von David Safier hat mir sehr schöne Lesestunden bereitet. Das Buch ist zum Teil witzig, zum Teil macht es aber auch nachdenklich. Urgas Suche nach dem Glück für sich und Trö hat mich berührt. Gerade durch den Rückblick in die letzten Stunden ihres Steinzeitlebens werden diese Charaktere sehr Mitleid erregend. Sie waren früher zum Ende hin traurig und waren dies auch nach dem Auftauen. Ich habe mich oft gefragt, welches Schicksal wohl in der Realität auf sie gewartet hätte. Sehr weit ist dieses Buch davon sicher gar nicht weit entfernt. Aber alle Charaktere durchleben hier eine Entwicklung, die sie sympathisch macht und ihr Leben zum Positiven verändert. Dies ist das Schöne an diesem Buch. All diese Ereignisse werden auf humorvolle Art erzählt. David Safier hat eine spezielle Art von Humor, die verstanden werden will. Er greift ernste Themen wie Umweltschutz, die Suche nach dem Glück und welches Schicksal einer Steinzeitfrau heute drohen würde gekonnt auf und verpackt all dies in einen lockeren, humorvollen Roman. Dadurch kann man herzhaft lachen und sich andererseits auch eigene Gedanken über diese Themen machen.

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Veröffentlicht am 19.04.2020

Traditionelle Rezepte gut erklärt

Norddeutsche Küche
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Mit dem Buch "Norddeutsche Küche" bringen Metta Frank und Marieluise Schultze wahrlich den Geschmack von Urlaub in die heimische Küche. Die Autorinnen vereinen hier traditionelle Rezepte, die für Norddeutschland ...

Mit dem Buch "Norddeutsche Küche" bringen Metta Frank und Marieluise Schultze wahrlich den Geschmack von Urlaub in die heimische Küche. Die Autorinnen vereinen hier traditionelle Rezepte, die für Norddeutschland typisch sind. Von Grünkohl bis Labskaus, von Sauerfleisch bis Krabbensalat und Johannisbeertorte ist hier alles vertreten. Hier ist für jeden etwas dabei, egal ob Fisch- oder Fleischfreund oder ob es jemand lieber süß mag. Gut gefällt mir die Aufteilung der Rezepte nach Monaten. Die Zutaten für jedes Rezept gibt es im entsprechenden Monat regional frisch - und nicht nur als Import im Supermarkt. Vorangestellt ist jedem Monat eine Erklärung der zeitlich typischen Zutaten. Dies ist sehr lehrreich und für Kochanfänger sicherlich hilfreich. Ebenso werden jedem Monat besondere Traditionen zugeordnet und erläutert. Dies macht aus diesem Kochbuch ein Buch mit Unterhaltungswert. Bereichert wird das Buch optisch durch schöne Zeichnungen im Blaudruck sowie durch prächtige Farbfotos von Lebensmitteln, Gerichten oder auch typisch norddeutschen Bauten und maritimen Gegenständen. Die Rezepte sind traditionell und wer schon in Norddeutschland war, wird hier direkt den Geschmack von Urlaub und Meer auf der Zunge spüren. Dabei sind die einzelnen Zubereitungsschritte einfach und gut nachzumachend beschrieben.

Mit diesem Buch holt man sich ein Stück Norddeutschland nach Hause!

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Veröffentlicht am 18.04.2020

Hansi und Sepp - das Dreamteam

HEIßE NÄCHTE IN UNTERFILZBACH
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Hansi Scharnagl und Sepp Müller vom Bauhof Unterfilzbach haben wieder einiges zu tun. Das Haus von Erwin Weiderer, pensionierter Briefträger und Gemeinderat, explodiert. Erwin stirbt, Sepp, der dort gerade ...

Hansi Scharnagl und Sepp Müller vom Bauhof Unterfilzbach haben wieder einiges zu tun. Das Haus von Erwin Weiderer, pensionierter Briefträger und Gemeinderat, explodiert. Erwin stirbt, Sepp, der dort gerade renoviert, entkommt dem Unglück nur, weil gerade der Farbeimer leer war und er im Baumarkt Nachschub holt. Sepp und Hansi läßt dies keine Ruhe. Als sie hochoffiziell die Garage ausräumen, entdecken sie, daß es genug Unterfilzbacher mit Mordmotiv gibt. Zusätzlich muß sich Hansi um den Regisseur Ranftl aus München kümmern, der in Unterfilzbach einen "Naturfilm" drehen will. Die nächste Frage, die Hansi klären will, lautet: Woher scheint ein Mitglied des Filmteams Sepp zu kennen? Welches Geheimnis verbirgt sein Freund Sepp?

Eva Adam und Unterfilzbach - unschlagbar. "Heiße Nächte in Unterfilzbach" ist wieder einmal absolut unterhaltsam. Hier stimmt alles. Angefangen von hervorragender Situationskomik, über Spannung und Lokalkolorit. Eva Adam beschreibt auf humorvolle Art die Traditionen auf dem bayerischen Land. Da bleibt kein Auge trocken. Dazu wird alles so beschrieben, daß man wirklich meint, mit am Tisch der Feuerwehr zu sitzen und den Kommandanten zu wählen. Das Dorf ist einfach zu schön. Hier haben viele Charaktere ihren Platz. Angefangen von der Dorfratschn bis hin zur Umweltschützerin. Ein jeder hat hier seinen Platz und trägt sein Stück zur Geschichte bei. So stellt man sich das Dorfleben vor. Aber auch die Spannung kommt hier nicht zu kurz. Man fragt sich bis zum Schluß, wo die Auflösung der Geheimnisse hinführt. Allen voran bei Sepp, der mir richtig ans Herz gewachsen ist - so wie alle Unterfilzbacher. Ich mag diese Serie ganz besonders. Sie hat Charme und Witz - und ist richtig erfrischend.

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Veröffentlicht am 16.04.2020

Tiefsinnig

Der Klang des Herzens
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Die Geigerin Isabel liebt ihren Mann und ihre Kinder, doch ganz besonders liebt sie ihre Geige und die Musik. Sie lebt in ihrer eigenen Welt. Die Realität ist ihr fremd. Als ihr Mann bei einem Unfall ums ...

Die Geigerin Isabel liebt ihren Mann und ihre Kinder, doch ganz besonders liebt sie ihre Geige und die Musik. Sie lebt in ihrer eigenen Welt. Die Realität ist ihr fremd. Als ihr Mann bei einem Unfall ums Leben kommt, muß sie erfahren, daß sie hohe Schulden hat. Da kommt ihr das Erbe eines entfernten Onkels gerade recht. Der hat ihr ein Haus auf dem Land vererbt. Ohne sich vorher zu informieren zieht Isabel mit den Kindern dort ein. Leider entpuppt sich dieses Haus als alt und heruntergekommen. Isabel steht hilflos vor der Herausforderung, dieses alte Haus bewohnbar zu machen. Dankbar nimmt sie daher die Hilfe ihres Nachbarn Matt an. Bald kommen ihr jedoch Zweifel, ob Matt es wirklich ehrlich meint. Isabel muß lernen, den richtigen Menschen zu vertrauen und auf ihr Herz zu hören.

Im neuen Roman "Der Klang des Herzens" von Jojo Moyes erlebt man ein totales Gefühlschaos. Es wechselt zwischen Situationskomik, Schadenfreude, Trauer, Wut und Unverständnis. Manchmal weiß man nicht, ob man lachen oder weinen soll. Es treffen so unterschiedliche Charaktere aufeinander, daß man unmöglich alle Personen mögen kann. Jojo Moyes schafft es aber immer wieder zwischen den Zeilen zu erklären, warum die Menschen - auch die nicht so sympathischen - so sind, wie sie sind. Wer also mit allen Sinnen liest, lernt auch diese Personen besser zu verstehen. Deshalb lese ich die Geschichten von Jojo Moyes so gern. Sie gehen immer etwas mehr in die Tiefe als viele übliche Geschichten. So ist es auch in diesem Buch. Man erkennt, daß es sich immer lohnt, den nächsten Schritt zu wagen, auch wenn es schwer fällt.

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Veröffentlicht am 15.04.2020

Geheimnisvolle Kraniche

Der Ruf der Kraniche
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Kraniche - diese Vögel bestaunt wohl jeder, der sie am Himmel entdeckt und ihre Rufe hört. Bernhard Weßling bringt diese Tänzer der Lüfte dem Leser mit seinem Buch "Der Ruf der Kraniche" näher. Er erläutert ...

Kraniche - diese Vögel bestaunt wohl jeder, der sie am Himmel entdeckt und ihre Rufe hört. Bernhard Weßling bringt diese Tänzer der Lüfte dem Leser mit seinem Buch "Der Ruf der Kraniche" näher. Er erläutert in diesem Buch die Sprache und das Verhalten der Kraniche, berichtet über Mythen und Fakten, beschreibt das Balzverhalten und erläutert zum Schluß, was man von den Kranichen für sein eigenes Leben lernen kann. Dies alles beschreibt er aufgrund seiner Beobachtungen im Duvenstedter Brook. Bernhard Weßling schreibt hier nicht nur sachlich und detailliert - er verpackt dieses Wissen in einem spannenden Stil, so daß man seinen Ausführungen gebannt folgt. Man spürt hier sehr deutlich, daß der Autor an "seinen" Kranichen hängt, ja, sogar eine innere Bindung zu ihnen aufgebaut hat. Diese Vögel bedeuten ihm sehr viel und im Laufe der Seiten empfand ich für diese wunderschönen Vögel ebenfalls eine immer größere Zuneigung. Man sieht in ihnen zum Schluß mehr als "nur" die Zugvögel, die zweimal im Jahr über einen hinweg fliegen. Manchem Leser werden hier mit Sicherheit die Augen geöffnet für die Schönheit der Vögel! Besondere Beachtung verdienen die zwei Bildteile. Hier werden auf faszinierenden Farbfotos Szenen aus dem Kranichleben gezeigt Weitere Bildteile zeigen auf Karten die Zugwege dieser Vögel. Diese Bilder sind eine perfekte Ergänzung zu dem sehr lehrreichen und interessant zu lesenden Text!

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