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Veröffentlicht am 07.06.2020

Der Ruf der Freiheit

Die Hölle war der Preis
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Gisa Stein ist von Kind auf ein lebhaftes und selbstbewusstes Mädchen, welches weiß, was sie will. So schafft sie es auch mit viel Leidenschaft die Ausbildung zur Tänzerin an der Staatsoper erfolgreich ...

Gisa Stein ist von Kind auf ein lebhaftes und selbstbewusstes Mädchen, welches weiß, was sie will. So schafft sie es auch mit viel Leidenschaft die Ausbildung zur Tänzerin an der Staatsoper erfolgreich zu absolvieren. Das macht sie glücklich, aber das System gönnt ihr diesen Erfolg nicht und beschließt, dass sie fortan als Schneiderin dem sozialistischen Staat zu dienen hat. Totunglücklich beugt sie sich ihrem Schicksal, aber träumt ständig von ihrer Karriere als Tänzerin. Zusammen mit ihrem rebellischen Ehemann Edgar beschließt sie daher zu fliehen und wird an der Grenze abgefangen. Nun hat sie den Preis für ihren Traum zu zahlen...
Die erfolgreiche Autorin Hera Lind hat sich in ihrem neuen Roman dem Schicksal eines Freigeistes im sozialistischen System der DDR gewidmet. Die sympathisch charakterisierte Gisa hadert mit ihrem vom Staat bestimmten Schicksal und sieht keinen anderen Ausweg als die Flucht, die leider misslingt. Ihre Geschichte erzählt von dramatischen Jahren ihrer Haft und gewährt Einblick in die gnadenlose Welt des geteilten Deutschlands. Hera Lind gelingt es aus meiner Sicht mit ihrem lebendigen und sehr flüssig zu lesenden Schreibstil die Geschichte authentisch erscheinen zu lassen. Immer wieder war ich über die Zustände und Umgangsformen schockiert und litt quasi mit der Hauptprotagonistin. In der Hörbuchfassung gelingt es der Sprecherin Svenja Pages eindrucksvoll, die deprimierende Stimmung der Haftanstalt und des Systems wiederzugeben. Ihre Stimme setzt sie gekonnt ein und führt die Situation so sehr bildreich vor Augen.
Insgesamt ist Hera Lind mit "Die Hölle war der Preis" ein beeindruckender Roman gelungen, der mich auch nach dem Hören der Hörbuchfassung nicht losgelassen hat. Ich empfehle das Hörbuch daher gerne weiter und bewerte es mit guten vier von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 02.06.2020

Skurriler Krimi, der Spaß macht

Leichen, die auf Kühe starren
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Im heißgeliebten österreichischen Urlaubsort Kitzbühel ist der Teufel los. Unabhängig voneinander werden ein Männerbein, eine manikürte Männerhand und ein Kopf gefunden. Wer nun vermutet, da hat ein skrupelloser ...

Im heißgeliebten österreichischen Urlaubsort Kitzbühel ist der Teufel los. Unabhängig voneinander werden ein Männerbein, eine manikürte Männerhand und ein Kopf gefunden. Wer nun vermutet, da hat ein skrupelloser Mörder einen Menschen getötet und ihn zerstückelt liegt er nicht ganz richtig, denn die Leichenteile stammen von drei unterschiedlichen Männern. Wer treibt hier als Serientäter sein Unwesen? Die Bevölkerung wird unruhig und die allgemeine Angst kehrt in die so liebenswerte Kulisse ein. Da ist es doch ein Segen, dass das toughe und abenteuerlustige Zimmermädchen Luisa die Ermittlungen aufnimmt und dabei keine Gefahren scheut..
Ich habe schon so viele gute Bewertungen zu den Büchern der Autorin Tatjana Kruse gelesen, so dass ich mit viel Vorfreude und einer hohen Erwartung in ihren neuen Kriminalroman gestartet bin. Ich muss sagen, "Leichen, die auf Kühe starren" ist ein vom aus meiner Sicht grandiosen Buchtitel abgesehen skurriles Buch und sticht aus den vielen Büchern dieses Genres angenehm heraus. Die Autorin erzählt die Geschichte in einem sehr eigenen und vor schwarzen Humor triefenden Schreibstil, der die Lachmuskeln immer wieder strapaziert. Es entsteht ein wirklich völlig skurriles Szenario, in dem alles möglich scheint und nichts vorhersehbar ist. So bekommt man es sowohl mit einer in die Jahre gekommenen Agentin 0011 als auch mit einer lebendigen Mumie zu tun und was das dann noch mit den Moonboots von Hansi Hinterseer zu tun hat erfährt man nur in dieser verrückten Geschichte, in der sogar der Spannungsbogen nicht zu kurz kommt.
Insgesamt ist "Leichen, die auf Kühe starren" sicherlich kein Buch für jeden Krimi-Fan und das Buch hat sicherlich das Potential zu polarisieren, aber wer mal Lust auf etwas völlig anderes hat ohne auf den Spannungsfaktor verzichten zu wollen, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt. Ich empfehle den Krimi daher gerne weiter und bewerte ihn mit guten vier von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 10.05.2020

Auf gehts!!!

Auf nach Neuland
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Schon lange setzen sich Monika Rech-Heider und ihr Mann mit einer Idee auseinander, die sie einfach nicht los lässt. Sie würden gerne mit der fünf-köpfigen Familie einen Trip in die Freiheit wagen, ein ...

Schon lange setzen sich Monika Rech-Heider und ihr Mann mit einer Idee auseinander, die sie einfach nicht los lässt. Sie würden gerne mit der fünf-köpfigen Familie einen Trip in die Freiheit wagen, ein Jahr lang den täglichen Zwängen entfliehen und die Welt genießen, so wie sie ist. Gesagt, getan, so einfach ist es leider nicht. Es bedarf einer enormen Vorbereitung, um einen solchen Schritt wirklich erfolgreich in die Tat umzusetzen.
Da ist zunächst ein Vehikel, welches für das Jahr benötigt wird. Nach mehreren Recherchen fiel die Wahl auf ein etwas älteres Wohnmobil, was allen Familienmitgliedern ausreichend Platz bieten würde, nur leider sollte sich der auserwählte Niesmann zu einer Diva entwickeln, die mehrfach das Gelingen dieses Unterfangens in Frage stellen sollte. Zum anderen musste man sich noch der Bürokratie dieses Landes stellen, denn die Schulpflicht der Kinder konnte nicht so leicht übergangen werden. Nachdem aber alle Hürden aus dem Weg geräumt schienen, ging es dann wirklich los.
Die Autorin Monika Rech-Heider gewährt dem Leser einen Einblick in diesen gelebten Traum, und erzählt die Erlebnisse in einer authentischen und sehr lebendigen Art und Weise, die die Bilder der Reise vor Augen führt und das gute Gefühl vermittelt, einmal mutig gewesen zu sein. Ich habe die Familie schon beneidet um ihre Eindrücke und Erlebnisse, die ihrer aller Leben nach-haltig prägen werden. So lernten sie, bei unvorhergesehen Erlebnissen zu improvisieren und die gemeinsame Zeit zu genießen. Die Reise gewährte einen anderen Blickwinkel auf das Leben und bescherte der Familie eine Reihe interessanter und erfüllender Bekanntschaften, die auch noch nach der Reise gepflegt wurden.
"Auf nach Neuland" ist aus meiner Sicht ein Buch, das Mut macht, einmal einen Schritt zu wagen, dem Mainstream zu trotzen und auf seinen eigenen Instinkt zu hören. Ich empfehle das unterhaltsame Buch gerne weiter und bewerte es mit guten vier von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 27.04.2020

Eine Frage der Gerechtigkeit

Gerecht ist nur der Tod
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Als ein prominenter Kölner Unternehmer auf seiner eigenen Hochzeit kaltblütig erschossen wird, stehen Hauptkommissar Schellenberg und sein Team vor einer großen Herausforderung. Das Opfer war kein Menschen-freund ...

Als ein prominenter Kölner Unternehmer auf seiner eigenen Hochzeit kaltblütig erschossen wird, stehen Hauptkommissar Schellenberg und sein Team vor einer großen Herausforderung. Das Opfer war kein Menschen-freund und es kommen daher viele Kandidaten für die Täterschaft in Frage, aber die Ermittlungen wollen trotz der vielen Verdächtigen nicht so richtig vorankommen. Das Team wird auf Wunsch des Polizeipräsidenten noch von der ehemaligen Psychologin und aktuellen Journalistin Ina Reich begleitet, deren Aufgabe es ist, die seelische Belastung der Teammitglieder zu beobachten. Kann Ina Reich vielleicht eine Bereicherung für das Team sein und mithelfen, den Täter zu überführen?
Der Kriminalroman "Gerecht ist nur der Tod" hat mich mit seinem Verlauf überrascht und gut unterhalten. Die Autorin Judith Bergmann erzählt die Geschichte in einem lebendigen und gut zu lesenden Schreibstil, der den Leser schnell in die Ermittlungen zieht. Den Spannungsbogen baut Judith Bergmann klassisch über den plötzlichen Tod des Unternehmers direkt zu Beginn des Buches gut auf und hält ihn über die authentisch wirkenden Ermittlungsarbeiten auf einem hohen Niveau. Die Erzählperspektive der begleitenden Journalistin, die den Ermittlern auf die Finger schaut, hat mir gut gefallen und im Verlauf des Buches entwickelt sich die Geschichte in eine ganz andere Richtung, als ich es vermutet habe. Auch das Finale weiß mit einem guten Plot zu überzeugen und hat mich durchaus ein wenig nachdenklich zurückgelassen. Die Autorin wirft in ihrem Buch einen offenen Blick auf das Thema Gerechtigkeit und hinterfragt dabei die Bedeutung aus Sicht der Opfer und Angehörigen.
Insgesamt ist aus meiner Sicht "Gerecht ist nur der Tod" ein gelungener Kriminalroman, der vielleicht etwas mehr Tiefgang bei den Protagonisten vertragen hätte. Ich empfehle das Buch gerne weiter und bewerte es mit guten vier von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 26.04.2020

Die Unbestechlichen

Beute
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Der neue Fall von Benny Griessel erweist sich als deutlich rätselhafter und tiefgründiger als zunächst vermutet. Ein ehemaliger Polizist wird in der Nähe der Gleise gefunden. Scheinbar ist er aus dem fahrenden ...

Der neue Fall von Benny Griessel erweist sich als deutlich rätselhafter und tiefgründiger als zunächst vermutet. Ein ehemaliger Polizist wird in der Nähe der Gleise gefunden. Scheinbar ist er aus dem fahrenden Zug gesprungen oder er wurde gestoßen. Wer könnte einen Grund haben, den mittlerweile als Personenschützer aktiv gewesenen Mann zu töten? Die Ermittlungen entwickeln sich nur äußerst schleppend und als der Fall Auf Antrieb der Geheim-dienste als Selbstmord dargestellt werden soll, um die Akten schließen zu können, wird Benny Griessel schnell klar, dass auch die höheren Kreise einen Grund haben, den Fall möglichst bald in der Versenkung verschwinden zu lassen...
"Beute" ist mittlerweile der siebte Band um den charismatischen und geradlinigen Ermittler aus Südafrika. Die Vorgängerbände konnten mich bereits begeistern, so dass ich mit einer hohen Erwartungshaltung in das Buch gestartet bin. Schnell wird wieder klar, welch ein guter Geschichten-erzähler der erfolgreiche Autor Deon Meyer mit seinem lebendigen und hervorragend zu lesenden Schreibstil ist. Manchmal war mir im vorliegenden Band aber die Detailverliebtheit ein wenig zu ausgeprägt, so dass es im Verlauf zu kleineren Längen kam. Auf der anderen Seite schafft Deon Meyer aber mit diesen ausführlichen Schilderungen normaler Lebensumstände seiner Hauptprotagonisten eine Nähe zum Leser, die die Geschichten erlebbarer macht. Der Spannungsbogen wird mit dem rätsel-haften Tod zu Beginn des Buches gut aufgebaut. Über zwei Handlungs-stränge führt uns der Autor durchs Buch. Die zunächst zusammenhanglos wirkenden Geschehnisse werden mit viel Geschick miteinander verknüpft und zu einer komplexen und clever inszenierten Geschichte verbunden, die den Leser bis zum packenden Finale in Atem hält.
Insgesamt ist "Beute" aus meiner Sicht eine gute Fortsetzung der spannenden Reihe aus Südafrika, die mit interessanten Einblicken in das Land und einem überzeugenden Hauptprotagonisten besticht. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es mit guten vier von fünf Sternen.

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