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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.06.2020

Die einen kommen, die anderen gehen. So ist das halt im Leben.

Tödliche Hetze
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Um es gleich zu sagen, „Tödliche Hetze“, der 4. Fall für Kommissar Thilo Hain und seine Kollegin Pia Ritter, ist der Hammer! Es handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, ...


Um es gleich zu sagen, „Tödliche Hetze“, der 4. Fall für Kommissar Thilo Hain und seine Kollegin Pia Ritter, ist der Hammer! Es handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ist. Worum geht es?
Die (fiktive) Handlung spielt ein Jahr nach der Ermordung des Kassler Regierungspräsidenten Walter Lübcke am 2. Juni 2019. Es geht um rechtsradikal motivierte Angriffe auf Politiker und Journalisten. Mitglieder mit Verbindungen zu rechten Terroristen stehen unter Verdacht.
Kurz darauf gibt es mehrere brutale Anschläge auf Angehörige genau dieser Szene. Es geht um nackte, blanke Gewalt. Ein Racheakt? Thilo und Pia ermitteln in ihrem bisher schwersten und persönlichsten Fall...
Matthias P. Gibert hat erneut ein heißes Eisen angepackt. Eine erschreckend realitätsnahe Geschichte um extreme Gewalt, ein Netz aus Lügen, Erpressung und Verrat, in das auch die Polizei verstrickt zu sein scheint.
Akribische Polizeiarbeit, authentisch und nachvollziehbar dargestellt, das ist genau mein Ding. Die Weiterentwicklung der Charaktere. Auch die Mischung aus Kriminalfall und Privatleben. Erst ganz am Ende schließt sich dann der Kreis und mündet in einen fulminanten Showdown.

Fazit: Spannender Krimi um ein aktuelles, brisantes Thema. Hammerhart!

Veröffentlicht am 03.06.2020

Ein neuer, dramatischer Fall für Kommissar Dühnfort

Ich bin dein Tod (Ein Kommissar-Dühnfort-Krimi 9)
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„Ich bin dein Tod“ ist nach „Sieh nichts Böses“ bereits der 9. Fall für den Münchener Kult-Kommissar Konstantin Dühnfort. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, ...


„Ich bin dein Tod“ ist nach „Sieh nichts Böses“ bereits der 9. Fall für den Münchener Kult-Kommissar Konstantin Dühnfort. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ist. Worum geht es?
Dühnfort hat gerade seine neue Stelle in der Abteilung Operative Fallanalyse angetreten und muss sich noch bewähren, als ein Serienkiller in Bayern sein Unwesen treibt. Er schickt seinen Opfern Nachrichten, bevor er sie tötet: „Ich bin dein Tod. Mich hast du verdient.“
Passau, Augsburg, Regensburg und München. Wo liegt das Motiv? Rache, Hass? Dühnfort erkennt als Erster den Zusammenhang. Doch sein Vorgesetzter glaubt ihm nicht…
Inge Löhnig ist ein realitätsnahes und spannendes Buch gelungen. Auch, wenn der Leser der Polizei immer einen Schritt voraus ist. Es geht um das Schicksal der jungen Lea, dokumentiert in einem Videotagebuch. Eine tragische Geschichte, die Loverboys, Gehirnwäsche, Drogen und Prostitution thematisiert. Keine leichte Kost. Mitunter kaum auszuhalten. Und wie immer bei Inge Löhnig, geht es auch um Schuld.
„Ich bin dein Tod“ ist ein Krimi, der Spannung mit psychologischer Tiefe verknüpft. Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Über das Wiedersehen mit Dühnfort und Gina Angelucci habe ich mich sehr gefreut. Erneut nimmt das Privatleben der beiden einen breiten Raum ein. Aber mir gefällt das.

Fazit: Fall Nr. 9 für Kommissar Dühnfort. Starker Stoff. So muss Krimi!

Veröffentlicht am 24.05.2020

Vielversprechender Auftakt

DUNKEL
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DUNKEL von Ragnar Jónasson ist der erste Band einer Trilogie, die in Island verortet ist. Worum geht es?
Hulda Hermannsdóttir, Kommissarin bei der Polizei Reykjavík, soll frühzeitig in Ruhestand gehen, ...

DUNKEL von Ragnar Jónasson ist der erste Band einer Trilogie, die in Island verortet ist. Worum geht es?
Hulda Hermannsdóttir, Kommissarin bei der Polizei Reykjavík, soll frühzeitig in Ruhestand gehen, um Platz für einen jüngeren Kollegen zu machen. Sie darf sich einen letzten Fall, einen Cold Case, aussuchen - und sie weiß sofort, für welchen sie sich entscheidet: Elena, eine junge Russin, hatte in Island Asyl beantragt, bis sie eines Tages spurlos verschwand. Ihre Leiche wurde vor gut einem Jahr gefunden, offenbar war sie ertrunken.
Hulda begibt sich auf eine gefährliche Suche, um endlich die Wahrheit ans Licht zu bringen...
Ragnar Jónasson hat seinen Island-Krimi atmosphärisch mit viel Lokalkolorit in Szene gesetzt. Wechselnde Perspektiven sorgen für Dynamik. Ab und zu sind Rückblenden in die Vergangenheit eingestreut. Sie verleiten zu unterschiedlichen Spekulationen und Deutungen.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Hulda ist mir sofort ans Herz gewachsen. Eine ungewöhnliche Heldin, die sich in den Fall verbeißt, obwohl sie selbst mit den Dämonen der Vergangenheit zu kämpfen hat.
Es wird ermittelt, manch falsche Fährte begangen, überraschende Nebenwege tun sich auf. Das Finale ist ebenso dramatisch wie überzeugend. Eines hat sich zum anderen gefügt, unausweichlich bis zum verhängnisvollen Ende.

Fazit: Band 1 der HULDA-Trilogie. Ganz großes Drama!

Veröffentlicht am 10.05.2020

Rauchende Colts

Die Taten der Toten
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Der größte Kriminalfall der schwedischen Geschichte: Die Ermordung des Ministerpräsidenten Olof Palme am 28. Februar 1986. Ein nationales Trauma. Vergleichbar vielleicht mit dem Attentat auf John F. Kennedy. ...


Der größte Kriminalfall der schwedischen Geschichte: Die Ermordung des Ministerpräsidenten Olof Palme am 28. Februar 1986. Ein nationales Trauma. Vergleichbar vielleicht mit dem Attentat auf John F. Kennedy. War es ein Einzeltäter oder handelte es sich um eine Verschwörung? Beide Morde sind bis heute ungelöst.
„Die Taten der Toten“ ist bereits der achte Fall für die ungleichen Kommissarinnen Ingrid Nyström und Stina Forss. Mehrere spannende Handlungsstränge gilt es zu verfolgen. Während Ingrid und ihr Växjöer Team in Sachen Cold Case ermitteln, reist Stina nach Estland, um eine andere Spur zu verfolgen: War ihr Vater in das Attentat verwickelt?
Ab und zu sind Kapitel in Kursivschrift eingestreut. Sie verleiten zu unterschiedlichen Spekulationen und Deutungen. Rückblicke in die Vergangenheit, wie die Chronik eines angekündigten Todes.
„Die Taten der Toten“ von Roman Voosen und Kerstin Signe Danielsson ist eine Geschichte, die auf Tatsachen basiert, aber auch Verschwörungstheorien enthält. Es wird ermittelt, manch falsche Fährte begangen, überraschende Nebenwege tun sich auf. Spannend, keine Frage. Akribisch recherchiert und meisterhaft erzählt.

Fazit: Ich habe schon einige Romane über den Mord an Olof Palme gelesen. Aber dieser hier schießt wirklich den Vogel ab. Ein Meisterwerk!

Veröffentlicht am 05.05.2020

Eine Vergangenheit, schlimmer als der Tod

Im Schatten der Lüge
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„Untiefen“ von Sheena Kamal hatte mich begeistert. „Im Schatten der Lüge“, der zweite Fall für die unkonventionelle kanadische Privatdetektivin Nora Watts, ist sogar noch besser, spannender. Worum geht ...

„Untiefen“ von Sheena Kamal hatte mich begeistert. „Im Schatten der Lüge“, der zweite Fall für die unkonventionelle kanadische Privatdetektivin Nora Watts, ist sogar noch besser, spannender. Worum geht es?
Nora dachte immer, ihr Vater hätte Selbstmord begangen. Doch die Begegnung mit einem alten Veteranen, wirft Fragen auf. Um sich den Dämonen der Vergangenheit zu stellen, reist Nora nach Detroit, wo ihr Vater aufgewachsen ist - und entdeckt dabei Schockierendes über ihre Mutter, die Nora und ihre Schwester Lorelei verlassen hatte.
Währenddessen untersucht Noras früherer Sponsor bei den Anonymen Alkoholikern, Ex-Cop Jon Brazuca, genannt Bazooka, für einen reichen Freund in Vancouver den Drogentod seiner schwangeren Geliebten…
Erzählt wird die Geschichte in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Nora. Sie ist Mitte dreißig und trockene Alkoholikerin. Einst hatte sie ihre Tochter Bonnie zur Adoption freigegeben, heute kümmert sie sich rührend um den sterbenden Sebastian, ihren ehemaligen Chef, und die streunende Hündin Whisper.
Ab und zu finden sich Bezüge zum Vorgänger, erscheinen alte Bekannte und Feinde. Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass Neueinsteiger, die den ersten Band nicht kennen, Verständnisprobleme haben.
„Im Schatten der Lüge“ ist ein Thriller mit vielen unerwarteten Wendungen. Wechselnde Perspektiven sorgen für Dynamik. Auch der Humor kommt nicht zu kurz. Die Sprache ist rotzig, manchmal derb. Unerbittlich dreht die Autorin an der Spannungsschraube - bis zum fulminanten Showdown. Zitat: „Ich muss eine Brücke überqueren“.

Fazit: Fall Nr. 2 für Nora Watts. Noch besser als „Untiefen“!