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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.05.2020

Ein toller Reihenauftakt

Die Unausstehlichen & ich (Band 1) - Das Leben ist ein Rechenfehler
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Enni hat es nicht leicht in ihrem Leben. Da sie Waise ist, wird sie von Heim zu Heim geschoben. Als dann Noahs Eltern sie aufnehmen, damit ihr Sohn nicht alleine aufwächst, fühlt sich Enni endlich angekommen. ...

Enni hat es nicht leicht in ihrem Leben. Da sie Waise ist, wird sie von Heim zu Heim geschoben. Als dann Noahs Eltern sie aufnehmen, damit ihr Sohn nicht alleine aufwächst, fühlt sich Enni endlich angekommen. Doch dann zieht die Familie um und Enni soll zurückbleiben. Prompt kommt sie in ein abgelegenes Internat in den Bergen. Doch dort will sie nicht bleiben.


Das erste was mir aufgefallen ist, waren die vielen Schimpfworte, natürlich alle zensiert und dennoch habe ich teilweise lange überlegt, was Enni da denn gemeint haben könnte. Das nimmt zum Glück im Laufe der Geschichte ab, entweder weil ich sie übersprungen habe oder weil es einfach weniger geworden sind. Mir hat stellenweise die Fantasie gefehlt und ich konnte die Lücken einfach nicht füllen. Enni erzählt hier ihre Geschichte und zwar schildert sie es in einfachen Worten, wie 11-Jährige auch sprechen würden. Sie erzählt was sie will und gibt dabei wenig von sich selbst Preis, hier hoffe ich auf mehr Informationen im zweiten Band. Der Text ist einfach geschrieben und an sich sehr leicht verständlich. Man kommt relativ schnell an die Stelle an der Enni im Internat ankommt und die Beschreibung des Ortes ist wunderschön und man möchte sofort selbst dort hin. Natürlich fragt man sich genau wie Enni, warum sie dort ist, gerade weil ja nur sehr wenige andere Kinder dort wohnen und sie ja selbst kein Geld hat. Man spekuliert als man Ähnlichkeiten entdeckt und baut eine immer enger werdende Verbindung zu diesem Mädchen auf. Auch wenn sie mich manchmal mit ihrer Art „rot zu sehen“ schockiert hat. Gleichzeitig fühlt man mit Enni, wie sich eine langsame Freundschaft mit Karan, Lucky und Dante anbahnt. Doch parallel ahnt man, dass jedes der Kinder des Internates irgendein Geheimnis/Problem hat und ich hoffe man erfährt noch das ein oder andere. Schön sind auch die Zeichnungen, die die Erzählung wundervoll untermalen und so kann man sich die Situationen viel besser vorstellen. Das Ende hat mich auch berührt und ich freue mich sehr auf Band zwei.


Ein schönes Kinderbuch, auch wenn mich anfangs die überkritzelten Schimpfworte gestört haben.

Veröffentlicht am 27.05.2020

Hat mich überrascht

Der Mann, der nicht mitspielt
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Hardy Engel ist in Hollywood, eigentlich Schauspieler, aufgrund mangelnder Aufträge aber Privatdetektiv. So wird er beauftragt Virginia Rappe zu suchen und kommt mitten in das große Sündenlaster Hollywood.

Dieses ...

Hardy Engel ist in Hollywood, eigentlich Schauspieler, aufgrund mangelnder Aufträge aber Privatdetektiv. So wird er beauftragt Virginia Rappe zu suchen und kommt mitten in das große Sündenlaster Hollywood.

Dieses Buch hätte ich ohne Empfehlung einer Freundin wohl eher nicht gehört bzw. gelesen. Ich habe immer wieder zwischen Hörbuch und Buch gewechselt und Uve Teschner macht seinen Job wirklich sehr gut. Er passt perfekt hinein und hat es atmosphärisch vertont. Hardy Engel, der Protagonist, ist Deutscher und lebt aber wie einige andere Deutsche schon ein Stück in Hollywood. Mir haben sein Humor und seine Art ab Beginn wirklich gut gefallen und er war mir recht schnell sympathisch. Hardy Engel erzählt von diesem ersten Fall, aber erst Jahre später, denn zur Zeit der Ermittlungen war das sehr gefährlich. Zudem erfährt man viel über Hollywood, die Drogen und den Alkohol und den enormen Zigarettenkonsum. Auch wenn es vielleicht wirklich so war in den 1920ern, war es mir persönlich zu oft Thema. Andauernd wird wiederholt, dass der eine oder anderen eine Nase nimmt oder ähnliches. Und dann ist da natürlich noch Hardys Neugier, denn er möchte wissen, was wirklich mit Virginia passiert ist. Denn bei der Suche nach dem wahren Mörder, stößt er auf Dinge, von denen er niemals hätte erfahren sollen. Dabei gerät er mehr als einmal an seine Grenzen und die spritzigen Dialoge bringen in diese doch ernste Geschichte ein bisschen Lockerheit. Man merkt, dass dieses Buch auch wirklich gut recherchiert ist, wenn man sich ein wenig über die damalige Zeit und Fatty Arbuckle und Virginia Rappe informiert. Eine Zeit voll von Lügen und Intrigen.

Ein wirklich gutes Buch/Hörbuch, wenn auch ein wenig lang und die ausschweifenden Erzählungen über die Drogensucht der damaligen Zeit haben mir nicht so gefallen.

Veröffentlicht am 22.05.2020

Ein Wohlfühlroman mit kleineren Schwächen

Über dem Meer tanzt das Licht
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Maria lebt mit ihren beiden Töchtern Morlen und Hannah auf Norderney, betreibt ihr kleines Strandcafé, die Strandmuschel. Außerdem gibt es noch Simon, Hannas Vater. Sie ist glücklich, bis Simon mit Hannah ...

Maria lebt mit ihren beiden Töchtern Morlen und Hannah auf Norderney, betreibt ihr kleines Strandcafé, die Strandmuschel. Außerdem gibt es noch Simon, Hannas Vater. Sie ist glücklich, bis Simon mit Hannah aufbricht und Maria mit ihren Gedanken und Morlen zurücklässt.

Das Buch ist mein erstes Buch der Autorin, ich kenne also „Sterne sieht man nicht im Dunkeln“, das die Geschichte von Anni erzählt, Maria’s bester Freundin. Aber das fand ich nicht schlimm. Ich war sofort angekommen und habe mich direkt auf Norderney und bei der kleinen Patchworkfamilie heimisch gefühlt. Die Geschichte wird in der Ich-Perspektive von Maria erzählt, was natürlich Tiefe verleiht. So kann man sich voll und ganz in Maria hineinfühlen. Maria selbst ist eher unbeständig (gewesen) und nimmt vor allem die Erziehung von Morlen sehr locker. Ich hatte auch anfangs gedacht, Hannah wäre schon älter, gerade durch die erste Szene am Strand. Doch das klärt sich schnell auf und mir hat es Spaß gemacht, die kleine Familie kennenzulernen. Wobei es sehr schade ist, dass Simon so schnell die Bildfläche verlässt, ihn lernt man leider nur oberflächlich kennen. Dafür jedoch Maria, ihre verstorbene Mutter Iris und die Tochter Morlen umso intensiver. Es wechseln lustige mit ernsten Szenen und es gab viele schöne Momente in diesem bunt gemischten Wohlfühlroman, der aufgrund des Settings (Sommer auf der Insel) perfekt zur aktuellen Jahreszeit passt. Mir hat besonders gefallen, das Familie nicht immer bedeutet, dass man blutsverwandt ist und dass auch Patchworkfamilien klappen können. Das wird hier im Buch wirklich schön herübergebracht. An sich ist die Geschichte auch wirklich schnell und locker gelesen und das wundervolle Setting mit der „Strandmuschel“ und den Rezepten und Postkarten mit Sprüchen am Ende haben mir sehr gefallen. So hat es mir immer wieder Spaß gemacht, das Buch zur Hand zu nehmen. Und auch wie Maria sich klar wird über ihre Gefühle und wie sich am Ende alles zusammenfügt. Nur die Erziehungsmethoden von Maria waren mir zu locker und auch das mit Simon war für mich ein bisschen zu viel. An manchen Ecken hätte die Autorin ein bisschen weniger „ausbauen“ können, dann wäre das Buch perfekt.

Ein lesenswerter Roman zum Wohlfühlen, der zwar nicht ganz perfekt ist, dennoch wundervoll geschrieben.

Veröffentlicht am 11.05.2020

Fokus liegt mehr auf der Familiengeschichte - unaufregende, aber herzliche Geschichte

Kirschkuchen am Meer
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Ein neues Buch von Anne Barns und zurück auf die Inseln!

Marie hatte wenig Kontakt zu ihrem Vater, denn mit ihrer Stiefmutter hat sie sich gar nicht gut verstanden. Als dann auch noch eine geheimnisvolle ...

Ein neues Buch von Anne Barns und zurück auf die Inseln!

Marie hatte wenig Kontakt zu ihrem Vater, denn mit ihrer Stiefmutter hat sie sich gar nicht gut verstanden. Als dann auch noch eine geheimnisvolle Fremde bei der Seebestattung auftaucht und um ihren Vater trauert, macht sie sich auf die Suche nach dieser Frau und lernt viel über ihren Vater und über die wundervollen Inseln.

Dies ist nicht mein erstes Buch der Autorin, also wusste ich schon was mich erwartet. Eine eher gemütliche Geschichte bei der man auch auf altbekannte Gesichter trifft, das ganze ohne große Überraschungen. Es liest sich gewohnt schnell und wird aus der Sicht von Marie erzählt. Direkt am Anfang stirbt ihr Vater und man merkt schnell, wie sehr es ihr nahe geht, obwohl sie keinerlei Kontakt hatten. Nach und nach lernt man Marie und alle weiteren relevanten Personen kennen. Hier trifft man auf drei Generationen Powerfrauen, was mir sehr gefällt. Man spürt den Zusammenhalt der Familie und was mir hier besonders gefallen hat, dass es keine herbeigezwungene Liebesgeschichte gab. Was man ja bei Liebesromanen das ein oder andere Mal hat. Das ist hier nicht, man hat eine wunderschöne Familiengeschichte, die meiner Ansicht nach sogar noch ein wenig vertieft hätte werden können. Alles ist ruhig und es hätte doch noch die ein oder andere Überraschung geben können. Am besten hat mir noch der Besuch auf Juist gefallen, bei dem man natürlich bekannte Gesichter wie Merle trifft. Wie immer sind auch Rezepte passend zur Geschichte im Buch, leicht verständlich und gut umsetzbar. Da trifft immer eines den Geschmack.

Eine angenehme Geschichte ohne große Aufregung, um auf die Inseln abzutauchen und deren Ruhe zu genießen.

Veröffentlicht am 08.05.2020

Mir hat die Atmosphäre gefallen

Dear Logan
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Maddie lebt alleine mit ihrem Dad in einer Hütte mitten in Alaska, ohne Internet, ohne Freunde und ihr Freund aus Kindertagen hat jeglichen Kontakt zu ihr abgebrochen. Bis er nach sechs Jahren Funkstille ...

Maddie lebt alleine mit ihrem Dad in einer Hütte mitten in Alaska, ohne Internet, ohne Freunde und ihr Freund aus Kindertagen hat jeglichen Kontakt zu ihr abgebrochen. Bis er nach sechs Jahren Funkstille plötzlich vor der Tür steht. Doch dann wird Logan entführt und Maddie ist seine einzige Hoffnung.

Der Einstieg ist mir richtig leichtgefallen und die Geschichte wird im Wechsel von Maddie zu Logan erzählt, was dem Ganzen noch mehr Leben einhaucht. So erfährt man bei beiden, was alles passiert ist und was sie denken. Das Ganze ist in der dritten Person erzählt und der lebendige und mitreißende Schreibstil tut sein Übriges. Ich habe es richtig genossen in die Welt einzutauchen und die spritzigen Dialoge machen es „echter“. Besonders gefallen haben mir auch die Briefe der kleinen Maddie an ihren besten Freund Logan. Darin spiegeln sich all ihre Gefühle wider und ich hätte sie gerne mehr als einmal in den Arm genommen. Einerseits konnte ich mir manchmal nicht vorstellen, wie sehr sie sich verändert hat, aber das ist eben alles der Situation geschuldet und stark war sie schon immer, muss man ja werden, wenn man seine Mutter früh verliert und der Vater auch einen Risikojob hat. Ich hatte erwartet, dass sich Logan und Maddie mehr annähern bis es zur Entführung kommt und bin ehrlich gesagt froh, dass ich den Klappentext nur sporadisch im Kopf hatte. So war ich von der Entführung überrascht und auch der weitere Fortgang der Geschichte hält das ein oder andere unvorhergesehen Erlebnis parat. Vieles ist jedoch auch vorhersehbar und an manchen Stellen läuft es schon sehr einfach und glatt. Dennoch habe ich mich wohlgefühlt, denn die Autorin schafft eine spannende Wohlfühlatmosphäre mit grandiosen und wunderschönen Landschaftsbeschreibungen, an denen man merkt, dass sie gut dazu recherchiert hat. Das Abenteuer ist zwar meines Erachtens ein wenig übertrieben, aber dafür ist die wilde Landschaft Alaskas umso schöner und die „Kälte“ und alles andere richtig spürbar.

Ein Buch, das mir persönlich sehr gefallen hat. Ob es jedermann Geschmack ist, ich denke nicht. Mich hat die Stimmung und Atmosphäre des Buches einfach begeistert!