ein wenig enttäuschend
MärzgefalleneNachdem ich die ersten vier Fälle von Gereon Rath recht interessiert gelesen habe, hat mich der aktuelle Titel "Märzgefallene" enttäuscht. Hauptkritikpunkt ist, dass es sich um eine Verwechslungsgeschichte ...
Nachdem ich die ersten vier Fälle von Gereon Rath recht interessiert gelesen habe, hat mich der aktuelle Titel "Märzgefallene" enttäuscht. Hauptkritikpunkt ist, dass es sich um eine Verwechslungsgeschichte handelt, dem Leser aber nicht alle verwechselten Figuren vorgestellt werden, sondern er sie sich z.T. aus Erzählungen anderer Figuren erschließen muss, sodass im Kopf ein ständiges "Wer war das jetzt nochmal? Ist der nicht für den gehalten worden?" usw. entsteht. Zudem ist der Text mit über 600 Seiten (geb. Ausgabe) auch für Volker Kutscher recht lang geraten - der Plot hätte sich auch auf 2/3 des Textumfangs eindampfen lassen, ohne wesentlich an Spannung zu verlieren.
Gelungen - soweit ich das beurteilen kann - ist die Darstellung der historischen Kulisse: Dies ist der erste Rath-Fall, der während und nach der Machtergreifung spielt. Er spiegelt eindrücklich wider, für wie ungefährlich viele Deutsche die Nationalsozialisten noch 1933 hielten, auch wenn Judenverfolgung, Bücherverbrennung etc. hier schon auftauchen.