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Veröffentlicht am 01.06.2020

Über das Leben

flüchtig
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Von einem Tag auf den anderen verschwindet Maria ohne eine Spur oder Worte des Abschieds nach fast 30-jähriger Ehe mit dem Lehrer Herwig (oder kurz Wig). Sie ist schon lange unglücklich in der Ehe, in ...

Von einem Tag auf den anderen verschwindet Maria ohne eine Spur oder Worte des Abschieds nach fast 30-jähriger Ehe mit dem Lehrer Herwig (oder kurz Wig). Sie ist schon lange unglücklich in der Ehe, in der beide nur noch nebeneinander herleben und auch beruflich ist sie mit ihrem Leben nicht zufrieden. Deshalb fasst sie den Entschluss, ihre Tasche zu packen, ihren Job zu kündigen, den Großteil des Ersparten mit Wig von der Bank abzuheben und mit seinem Volvo einfach aufzubrechen und ohne Ziel ins Ungewisse zu fahren. Als Wig von der Schule zurückkehrt, kann er erst nicht glauben, dass Maria wirklich ohne Ankündigung fortgegangen ist, aber als sie auch in der Nacht und am nächsten Tag nicht wieder auftaucht, dämmert ihm langsam, dass sie tatsächlich fort ist. Für Maria beginnt nach der schicksalhaften Begenung mit der sehr viel jüngeren Lisa die Reise ihres Lebens. Und auch die Reise zu sich selbst...

Das Cover ist wunderschön und sehr passend zur Geschichte gewählt. Auch die Doppeldeutigkeit des Titels ist mehr als passend. Beim Lesen wird dem Leser die Flüchtigkeit der Momente und allgemein des Lebens immer wieder vor Augen geführt und natürlich ist auch Maria "flüchtig" und will ihrem festgefahrenen Leben und ihrer Ehe entkommen.

Die Geschichte ansich war zu großen Teilen leicht wie eine Feder und plätscherte nur so dahin, was dem Spannungsaufbau etwas geschadet hat. Aber wie das Vorwort vermuten lässt, ist das Buch die Nacherzählung tatsächlicher Ereignisse und keine erfundene Geschichte. Und die Realität interessiert sich ja bekanntlich nicht für den Aufbau eines Spannungsbogens.
Richtig gefesselt war ich zu keiner Zeit, aber ab der Hälfte des Buches habe ich mich in die Geschichte hineingefunden und habe den Rest fast in einem Rutsch gelesen.
Ein roter Faden der Geschichte ist auf jeden Fall die Liebe des Autors zur Musik und auch die detailreichen Beschreibungen der Landschaft lassen eine künstlerische Ader und eine große Liebe zum Heimatland Österreich und zur Musik in all ihren Formen und Facetten durchscheinen.
Auch die Abstecher nach Griechenland und damit verbunden die Beschäftigungen mit der Religion und dem Glauben fand ich interessant.

Ich vermute, dass ich das Buch irgendwann in Zukunft noch einmal lesen werde, weil mich unter anderem die Leichtigkeit und die Sichtweisen der Personen auf das Leben sehr fasziniert haben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.05.2020

Unverhofft kommt oft

Rendezvous in zehn Jahren
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Nach dem Ende ihrer gescheiterten Ehe mit Björn und dem Umzug aus der schönen Altbauwohnung hinein in eine WG macht die 30-jährige Valerie mit ihrer Schwester Anne einen Wochenendausflug nach Amsterdam. ...

Nach dem Ende ihrer gescheiterten Ehe mit Björn und dem Umzug aus der schönen Altbauwohnung hinein in eine WG macht die 30-jährige Valerie mit ihrer Schwester Anne einen Wochenendausflug nach Amsterdam. Als Anne sich verspätet, beschließt Valerie, schon mal alleine loszuziehen und entdeckt auf ihrer Erkundungstour die kleine Bäckerei "Bake my day". Dort teilte sie sich einen Tisch mit dem gleichaltrigen, sehr gutaussehenden Ted. Beide führen sofort ein tiefgründiges Gespräch und können ihre gegenseitige Anziehung schon bald nicht mehr leugnen. Da Ted nicht möchte, dass die Begegnung endet, schlägt er am Ende des Gesprächs spontan vor, sich in 10 Jahren erneut zu treffen, und Valerie willigt ein. Doch Ted beschließt nach kurzer Zeit, dass er nicht zehn Jahre lang warten kann, bis er Valerie wieder sieht und begibt sich auf die Suche nach ihr. Ob es ihm wohl gelingt, sie zu finden und ob die beiden schlussendlich noch zusammenfinden...?

Die Protagonistin Valerie ist mir von Anfang an sympathisch. Nach der gescheiterten Ehe gönnt man ihr einen Neuanfang mit Ted.
Auch Ted wirkt vom ersten Moment an sehr nett und zugänglich. Auch er hat eine Trennung hinter sich, womit beide in einer ähnlichen Situation stecken.
Die Perspektive im Buch wechselt regelmäßig zwischen Valerie und Ted, was es dem Leser ermöglicht, die Gedanken und Gefühle beider Personen besser nachvollziehen und sich besser in sie hineinversetzen zu können.

Die Autorin beschreibt alles sehr detailverliebt und ausschmückend, sodass man beim Lesen praktisch das Gefühl hat, alles vor seinem inneren Auge zu sehen. Das Buch hat in mir auf jeden Fall den Wunsch geweckt, selbst mal wieder ein paar Tage nach Amsterdam zu fahren.

Insgesamt liest sich die Geschichte leicht und flüssig und ist ein kurzweiliges Vergnügen und eine gelungene Ablenkung von der momentanen Situation.

Veröffentlicht am 17.05.2020

Steinzeit trifft Moderne

Aufgetaut
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Felix, ein Mann in seinen besten Jahren, hat im Leben noch nicht wirklich etwas zustande gebracht und gibt jetzt gegen Kost und Logie Kurse über Erfolg auf einem Kreuzfahrtschiff. Eines Tages macht er ...

Felix, ein Mann in seinen besten Jahren, hat im Leben noch nicht wirklich etwas zustande gebracht und gibt jetzt gegen Kost und Logie Kurse über Erfolg auf einem Kreuzfahrtschiff. Eines Tages macht er sich Gedanken über sein nächstes Projekt - eine Glücks-App - als auf einmal in einem Eisblock gefroren eine Frau aus der Steinzeit und ein kleines Mammut im Wasser gesichtet werden. Um die Chancen zu erhöhen, dass beide das Auftauen überleben, kontaktiert er seine alte Schulliebe Amanda und zusammen mit seiner kleinen Tochter und dem mürrischen Kapitän beginnt das Abenteuer für die Steinzeitfrau Urga und ihr Minimammut Trö, die sich erst einmal in der modernen Welt zurechtfinden muss.

Die Charaktere sind teilweise sehr stereotypisch gehalten, was mich allerdings nicht gestört hat. Der Schreibstil ist wie von Safirs anderen Werken gewohnt locker und spritzig und ich habe die Seiten nur so umgeblättert und völlig die Zeit vergessen. Ich habe mit Urga mitgelitten und während des ganzen Buches die Daumen gedrückt, dass die Sache ein gutes Ende für sie nehmen wird.

Die Geschichte der Steinzeitfrau Urga hat mich sehr gut unterhalten und ist für jeden zu empfehlen, der eine lustige, leichte und kurzweilige Lektüre für Zwischendurch sucht.

Veröffentlicht am 09.07.2018

Richard und seine Frauen

The Wife Between Us
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The Wife between us handelt von einem Mann und drei Frauen, die ihn lieben. Richard ist in seinen Dreißigern und erfolgreicher Hedgefond-Manager. Nach der Scheidung von seiner Frau Vanessa geht er eine ...

The Wife between us handelt von einem Mann und drei Frauen, die ihn lieben. Richard ist in seinen Dreißigern und erfolgreicher Hedgefond-Manager. Nach der Scheidung von seiner Frau Vanessa geht er eine Beziehung mit der neun Jahre jüngeren, sehr hübschen Nellie ein und die beiden planen ihre Hochzeit. Doch immer wieder bekommt Nellie Anrufe mit unterdrückter Nummer, was sie misstrauisch macht.
Vanessa ist nach der Scheidung am Boden zerstört und versucht mit allen Mitteln die Hochzeit von Richard und Nellie zu verhindern.
Emma taucht erst spät im Buch auf. Sie ist Richards Assistentin und auch sie verliebt sich in ihn. Eines Tages bekommst sie einen anonymen Brief, der sie vor Richard warnen soll.
Wer spielt ein falsches Spiel, wer lügt?

Das Buch kann man in drei Teile einteilen. Der erste Teil umfasst die ersten fast 200 Seiten und wird abwechselnd aus der Sicht von Vanessa und Nellie geschrieben. Dadurch bekommt man immer zwei Seiten der Geschichte mit, was ich sehr spannend fand.
Vanessa scheint am Anfang der Geschichte rein von ihrer Eifersucht angetrieben zu werden, aber je mehr man sie kennen lernt, desto mehr versteht man ihr Handeln.
Auch die anderen Charaktere werden gut beschrieben und es fällt nicht schwer, nach jedem Kapitel wieder die Perspektive zu wechseln.
Am Ende des ersten Teils gibt es eine überraschende Wendung. Teil zwei und drei werden dann richtig spannend. Man erfährt mehr über die Ehe von Vanessa und Richard und lernt Emma kennen.

Die Spannung baut sich langsam auf, wobei bereits der Prolog darauf hindeutet, dass es sich bei diesem Buch um mehr handelt als einen einfachen Roman. Alles in allem hat mich das Buch immer wieder aufs Neue überrascht und es wurde nie langweilig. Absolute Kaufempfehlung, vor allem für Fans von spannenden Thrillern, die auf großes Blutvergießen verzichten können.

Veröffentlicht am 25.06.2018

Major Tom auf dem Weg zum Mars

Miss Gladys und ihr Astronaut
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Major Tom, der eigentlich Thomas Major heißt, ist ein etwas mürrischer Astronaut, der vor allem Astronaut geworden ist, um die Erde und alles was gewesen ist hinter sich zu lassen. Da kommt es ihm sehr ...

Major Tom, der eigentlich Thomas Major heißt, ist ein etwas mürrischer Astronaut, der vor allem Astronaut geworden ist, um die Erde und alles was gewesen ist hinter sich zu lassen. Da kommt es ihm sehr gelegen, dass er als erster Mensch den Mars bereisen kann. In seiner Rakete genießt er die Ruhe und die Einsamkeit. Eines Tages entdeckt er ein Telefon, mit dem er auf die Erde telefonieren kann. Ihn überkommt die Sehnsucht nach seiner Ex-Frau und er wählt ihre Nummer. Jedoch ist am anderen Ende der Leitung nicht sie, sondern eine ältere, demente Dame names Gladys, die alleine mit ihren beiden Enkelkindern Ellie und James lebt, da ihr Mann bereits vor 20 Jahren an einem Herzinfarkt verstorben ist und ihr Sohn noch seine Gefängnisstrafe absitzen muss. Und so nimmt die Geschichte ihren Lauf.

Das Cover ist mir mit seiner farbenfrohen Gestaltung direkt ins Auge gestochen.
Anfangs fällt es schwer, sich in Tom hineinzuversetzen, da er sehr negativ eingestellt und fast ausschließlich sarkastische Bemerkungen von sich gibt. Im Laufe der Zeit wird er aber aus der Not heraus zum Retter der Familie und ändert dadurch seine Einstellung zum Leben.
Im Gegensatz dazu steht Gladys, die trotz ihrer einsetzenden Demenz eine liebevolle, etwas naive Person ist, die durch einen Fehler die Existenz ihrer Familie aufs Spiel setzt.
Ich habe ein bisschen gebraucht, um richtig in die Geschichte einzusteigen. Es gibt immer wieder Zeitsprünge und Perspektivwechsel, aber man gewöhnt sich daran.
Ansich ist der Schreibstil flüssig und an einigen Stellen ist trotz der doch schwierigen Situation der Familie, die um ihre Existenz kämpfen und mit Mobbing fertig werden muss, etwas zum lachen dabei.

Insgesamt hat mir die Geschichte sehr gut gefallen. Nachdem ich die Startschwierigkeiten überwunden hatte, konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen. Dran bleiben lohnt sich hier auf jeden Fall! Klare Leseempfehlung!