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Veröffentlicht am 13.07.2020

Kerners persönlichster Fall

Der Fahrer
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Wer schön Bücher von Andreas Winkelmann gelesen hat, der wird die Hauptperson bereits kennen. Im Mittelpunkt stehen Jens Kerner, der etwas ruppige Ermittler, und Rebecca Oswald, die sich auch durch ihr ...

Wer schön Bücher von Andreas Winkelmann gelesen hat, der wird die Hauptperson bereits kennen. Im Mittelpunkt stehen Jens Kerner, der etwas ruppige Ermittler, und Rebecca Oswald, die sich auch durch ihr Handicap nicht einschränken lässt und keine Angst bei der Verbrecher-Jagd hat.

Die Beiden haben mich durch ihre Art schon in "Das Haus der Mädchen" und "Die Lieferung" begeistern können, deswegen habe ich mich sehr gefreut, ihnen wieder zu begegnen. Da alle drei Teile in sich abgeschlossen sind, muss man die Vorgänger nicht unbedingt kennen. Wer aber gerne die Entwicklung von Ermittlern nachvollziehen möchte, der sollte zuerst die anderen Bücher lesen. Denn "Der Fahrer" ist der persönlichste Fall von Kerner und ich persönlich bin der Meinung, dass man es noch mehr genießen kann, wenn man ihn uns seine Eigenarten schon kennt.

Aber zurück zum eigentlichen Fall: Mir hat sehr gut gefallen, dass nicht nur ein Killer unterwegs ist, sondern dieser auch mit den Sozialen Medien und #Hashtags agiert. Dadurch bekommt die Handlung nochmal eine eigene Dynamik und macht ihn sehr modern. Die Suche nach dem Täter wird dadurch natürlich auch spannender. Er gibt über das Internet einen Countdown bekannt bis das Opfer stirbt - das war wirklich unheimlich spannend, sodass man das Buch nicht aus der Hand legen konnte.

Vielleicht bin ich mittlerweile schon etwas abgebrüht, aber im Vergleich zu anderen Büchern von Andreas Winkelmann war dieser Thriller für mich eher unblutig. Auch wenn einige Menschen sterben, werden die Morde im Buch nicht so drastisch ausgeschlachtet, sodass es auch für Leser mit einem schwächeren Magen geeignet ist.

Begeistert hat mich - mal wieder - wie es der Autor schafft, den Leser auf eine falsche Fährte zu locken. Man denkt, es ist jetzt alles klar - und dann kommt wieder eine Wendung, mit der man nicht gerechnet hat. Auch das Kerner nun persönlich im Mittelpunkt stand und die Ermittlungsmethoden dadurch stellenweise etwas unkonventionell ausfielen, hat mir gut gefallen.

Ich hoffe, dass es bis zum nächsten Kerner/Oswald-Band nicht so lange dauert, denn ich hatte viel Spaß beim Lesen. Von mir gibt es 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 30.06.2020

Sehr spannender Auftakt

Beastmode 1: Es beginnt
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Das Cover des Buches ist einfach der Hammer! Mir gefällt der Metallic-Druck und durch die eher dunkle Gestaltung würde man wahrscheinlich nicht sofort an ein Jugendbuch denken. Was aber noch besser ist: ...

Das Cover des Buches ist einfach der Hammer! Mir gefällt der Metallic-Druck und durch die eher dunkle Gestaltung würde man wahrscheinlich nicht sofort an ein Jugendbuch denken. Was aber noch besser ist: Die Cover von den beiden Teilen ergänzen sich, wenn man sie nebeneinander liegt. Das fällt zwar im Regal leider nicht auf, ist aber trotzdem eine schöne Sache.
Das Buch ist in einen Prolog und drei Teile gegliedert. Zu Beginn bekommt man die Jugendlichen, um die sich die Geschichte dreht, kurz kennen. Man weiß also sehr schnell, dass sie über außergewöhnliche Fähigkeiten besitzen, die nicht von dieser Welt sind. Allerdings erkennt man hier noch nicht, wo die eigentliche Bedrohung liegt. Es bleibt also spannend.
Die folgenden drei Teile beinhalten dann die eigentliche Handlung. Den Jugendlichen wird von dem Energiefeld und ihrer Aufgabe erzählt, sie bereiten sich vor und stürzen sich dann in das Abenteuer.
Mir hat dieser chronologische Ablauf mit den passenden Untergliederungen sehr gut gefallen. Man konnte so der Geschichte sehr leicht folgen, es gab keine störenden oder überflüssigen Rückblicke und es hat sich so langsam Spannung aufgebaut.
Ich war einfach nur begeistert, wie Rainer Wekwerth es hier schafft, den Handlungsstrang so aufzubauen, dass man mit offenem Mund dasitzt. Denn es gibt einige Twists, bei denen sich die Zeitebenen zu verschieben scheinen - und trotzdem ist alles so logisch und schlüssig, dass man gar keine andere Möglichkeit hat, als felsenfest davon überzeugt zu sein. Das war super!
Es lag vor allem an der Handlung, dass ich das Buch nicht weggelegt habe und dafür in dieser Nacht sehr wenig Schlaf bekam - aber auch an den Charakteren. Die fünf Jugendlichen sind total unterschiedlich, nicht nur was ihre Fähigkeiten, sondern auch ihre Charaktereigenschaften angeht. Dadurch ergänzen sie sich gut, aber es kommt natürlich auch zu Spannungen. Auch hier hat mich die Authentizität überzeugt: Es gibt Streit und Freundschaft, Egoisten und Teamplayer, Vertrauen und Verrat. Dabei war nichts überspitzt oder unglaubwürdig.
Auch die Sprache ist sehr gelungen. Sie kommt ohne übermäßige Fäkal- oder Jugendsprache aus, ist trotzdem leicht verständlich und flüssig.
Ich habe das Buch wirklich von der ersten Seite an genossen - und warte jetzt sehnsüchtig auf den nächsten Teil. Ob es bei zwei Bänden bleibt? Wir werden sehen. Von mir gibt es 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 18.06.2020

Sehr blutig

Die Zucht
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Gleich vorweg: Dieser Thriller ist genau das - ein Thriller - deshalb sollte man ihn auch wirklich nur lesen, wenn man starke Nerven hat. Denn es geht, wie man es von Andreas Winkelmann kennt, nicht gerade ...

Gleich vorweg: Dieser Thriller ist genau das - ein Thriller - deshalb sollte man ihn auch wirklich nur lesen, wenn man starke Nerven hat. Denn es geht, wie man es von Andreas Winkelmann kennt, nicht gerade gemütlich zu.

Das über 500 Seiten starke Buch ist in mehrere Teile gegliedert und dann nochmals in Kapitel unterteilt. Das fand ich beim Lesen sehr angenehm, obwohl ich es eh kaum aus der Hand legen konnte.

Eigentlich hat man zwei Plots: Zum einen wird ein Junge entführt, zum anderen lernt man einen jungen Mann kennen, der mit seinen Eltern auf einem abgeschiedenen Hof inkl. Hundezucht wohnt, die Lebensbedingungen scheinen aus dem letzten Jahrhundert zu stammen und der Vater dominiert alles. Die beiden Erzählstränge laufen erstmal nebeneinander her, obwohl man als Leser schon ahnt, dass hier irgendein Zusammenhang besteht.

Manchmal ist der Bruch zwischen diesen beiden Handlungen etwas hart - aber dadurch entstehen immer wieder kleine Cliffhanger, sodass man weiter lesen möchte. Und irgendwie auch weiter leiden - denn wie gesagt, dass Buch ist nichts für schwache Nerven und erst recht nichts für schwache Mägen. Man sollte sich auf viel Blut einstellen.

Ich habe selten beim Lesen eines Thrillers so viel Mitleid mit den Protagonisten gehabt wie hier. Allerdings war ich dann auch hin- und hergerissen, denn die Grenzen zwischen Gut und Böse bzw. Schwarz und Weiß verschwimmen hier. Das fand ich richtig gut, da es mal etwas anderes war als man es in eher klassischen Thrillern kennt.

Ich habe das Buch wie gesagt kaum aus der Hand gelegt. Bis zum Ende wird die Spannung hochgehalten, es passieren unerwartete Wendungen und wenn ich ehrlich bin, war ich zum Schluss nur noch sprachlos. Und irgendwie ist das Ende - obwohl in sich abgeschlossen - doch offen. Das hat mich fast zur Verzweiflung gebracht.

Von mir gibt es 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung an alle, die harte, brutale Thriller mögen!

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Veröffentlicht am 18.06.2020

Wenn die Gerüchteküche brodelt...

Das Gerücht
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Ich nehme es gleich vorweg: Das Buch hat mich wirklich geflasht! Es beginnt ganz harmlos: Die Protagonistin Joanna zieht mit ihrem Sohn in eine Kleinstadt, weg aus London, und genießt zuerst die Idylle. ...

Ich nehme es gleich vorweg: Das Buch hat mich wirklich geflasht! Es beginnt ganz harmlos: Die Protagonistin Joanna zieht mit ihrem Sohn in eine Kleinstadt, weg aus London, und genießt zuerst die Idylle. Die Autorin hat es hier sehr gut geschafft, ein realistisches Szenario zu entwerfen, sodass man sich das Leben in einer Kleinstadt, wo jeder jeden zu kennen scheint, sehr gut vorstellen kann.

Geschildert wird der Plot aus Sicht von Joanna in der Ich-Form, was sodass man gut durch ihre Augen blicken kann. Erstmal muss sie Anschluss finden, was bei einer eingeschworenen Gemeinde gar nicht so einfach ist. Auch das fand ich sehr passend: Man ist und bleibt dann immer eine "Zugezogene". Und dann kommt der fatale Fehler: Um abzulenken, gibt sie ein gehörtes Gerücht weiter, denn angeblich lebt eine Kindsmörderin unter falschem Namen in der Stadt.

Die Eigendynamik, die sich dann entwickelt, ist einfach nur erschreckend. Denn wie es so ist, auf einmal weiß jeder Bescheid, dichtet noch etwas dazu und der bzw. in diesem Fall die Schuldige muss natürlich gefunden werden. Hier habe ich richtig mitgelitten, denn es zeigt sich, dass doch nicht alles so toll und harmonisch ist, wie man es sich an der Küste vorstellt.

Ich konnte alle Entwicklung sehr gut nachvollziehen, es wirkte real und lebensnah. Dazu hat auch der Schreibstil beigetragen: Flüssig, gut zu lesen und ohne Dinge in die Länge zu ziehen. Es hat mich gefesselt, wie aus einem unbedachten Satz auf einmal eine ganz große Geschichte wurde, unter der das Leben Einzelner leidet.

Und wenn man als Leser denkt, jetzt ist der Höhepunkt erreicht, kommt ein Plottwist, der seines gleichen sucht. Es war überraschend und hat mich mit offenem Mund zurückgelassen - und war doch im Nachhinein betrachtet total logisch. Wer aber denkt, dass das Buch jetzt in einem gemütlichen Schluss austrudelt, der irrt. Denn auch die allerletzte Seite verursacht nochmal Gänsehaut.

Ich war von Anfang an gefesselt, das Buch hat mich begeistert. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 17.06.2020

Wahrheit oder Pflicht?

ONE OF US IS NEXT
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Die Handlung setzt ca. ein Jahr nach den Geschehnissen in "One of us is lying" an und auch wenn das Buch in sich rund und abgeschlossen ist, würde ich doch empfehlen, den Vorgänger vorher zu lesen, denn ...

Die Handlung setzt ca. ein Jahr nach den Geschehnissen in "One of us is lying" an und auch wenn das Buch in sich rund und abgeschlossen ist, würde ich doch empfehlen, den Vorgänger vorher zu lesen, denn es wird auch auf diese Ereignisse eingegangen. Ich hatte ehrlich gesagt etwas Schwierigkeiten, wieder einzusteigen, da es doch schon 1,5 Jahre her war und ich mich nicht mehr an alles aus dem ersten Teil erinnern konnte.

Nachdem ich dann aber meine Rezension zu Teil 1 nochmal gelesen habe, kam ich auch sehr gut in "One of us is next" hinein. Der Aufbau bereits bekannt: Die Ereignisse werden aus Sicht der unterschiedlichen Personen geschildert, die jeweils im Mittelpunkt stehen. Das fand ich sehr gut, denn so war man als Leser immer nah am Geschehen und vor allem an den Gefühlen und Ängsten der jeweiligen Figuren. Dabei finde ich es auch sehr angenehm, dass sowohl männliche als auch weibliche Jugendliche eine tragende Rolle einnehmen.

Die Handlung an sich war im ersten Moment nicht sehr spektakulär, es ging wieder um Gerüchte bzw. Geheimnisse, die an der Bayview High verbreitet werden - nur dass man diesem Zuvorkommen kann, wenn man am "Spiel" teilnimmt und sich für "Pflicht" entscheidet. Was die Autorin dann daraus gemacht hat, war aber sehr spannend, für mich sogar ziemlich erschreckend. Denn es zeigt, wie fies und gemein Mobbing ist und dass man nicht immer weiß, wen man vertrauen kann. Für manche ist es Spaß, für andere wird es aber bitterer Ernst mit schlimmen Folgen. Auf den Inhalt möchte ich aber an dieser Stelle nicht weiter eingehen um nicht zu spoilern.

Die Sprache ist sehr jugendlich gehalten, wobei zum Glück nicht allzu viel Vulgär-Sprache vorkommt. Dadurch lässt es sich auch sehr angenehm lesen.

Sehr gut gefallen hat mir, dass die Geschehnisse sehr an die Lebenswelt von Jugendlichen anknüpft: Sei es die Nutzung von Social Media, der Gruppenzwang, aber auch die Freundschaften und die erste Liebe. Alles hat sehr echt gewirkt.

Das Ende wird dann richtig spektakulär. Es wurde so rasant, dass ich gar nicht aufhören konnte zu lesen. Es hat mich auch überrascht und diesmal habe ich keine Ahnung gehabt, wer hinter allem steckt. Super!

Ich wurde sehr gut unterhalten und kann mir vorstellen, dass Jugendliche dieses Buch lieben. Von mir gibt es 5 Sterne.

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