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Veröffentlicht am 27.06.2020

Realität als Thriller verpackt

Leben
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Meine Meinung

Satz: Krüger Nationalpark bis auf weiteres geschlossen.
Eben habe ich diese Buch beendet. Ich habe ein flaues Gefühl im Magen. Häppchenweise erfahren wir schon seit vielen Jahren, wie es ...

Meine Meinung

Satz: Krüger Nationalpark bis auf weiteres geschlossen.
Eben habe ich diese Buch beendet. Ich habe ein flaues Gefühl im Magen. Häppchenweise erfahren wir schon seit vielen Jahren, wie es um unsere Erde bestellt ist. Das Umweltbewusstsein mag sich bei vielen Menschen zum Positiven verändert haben. Dennoch ist es immer noch zu wenig, was jeder Einzelne von für unsere Umwelt macht.
In diesem Thriller geht es um das Aussterben sämtlicher Tierarten. Schon bald wird klar, auch die Menschen sind vor dem Aussterben bedroht. Der Pharmareferent Fabian Nowack wird schwer krank. Auf der ganzen Welt breitet sich eine mysteriöse Krankheit aus. Die Symptome sind bei Mensch und Tier gleich. Fabian Nowack kommt einer Sache auf die Spur, die ihm das Blut in den Adern gefrieren lässt. Morde und Korruption spielen einen große Rolle, im weiteren Verlauf der Pandemie.
Es wundert nicht, dass ich viele Parallelen zu unserer derzeitigen Situation entdeckt habe. Meine Sichtweise hat sich nun wieder ein kleines bisschen geändert. Viele Menschen haben Angst, dass das böse Virus C Unmengen an Opfern fordern könnte. Dabei sind es wir, die sämtliche Tierarten opfern, ohne uns der dramatischen Konsequenzen für die Spezies Mensch bewusst zu sein. Seit dem letzten Sommer hat es wohl jeder bemerkt, dass wir kaum noch Insekten haben. In China werden die Bäume von Hand bestäubt, weil es kaum noch Bienen gibt. Sämtliche Tierarten sind vor dem Aussterben bedroht. Dieser Thriller ist für mich Zukunft. Die Anfänge haben wir schon. Ach was Anfänge! Wir stecken mitten drinnen.
Durch das verantwortungslose Handeln von der (ach so intelligenten Menschheit), suchen sich Bakterien, Viren und Pilze ihren eigen Weg, um zu überleben. Wenn das Gleichgewicht nicht mehr stimmt, muss es ausgeglichen werden. Wenn es von bestimmten Lebewesen zu viele gibt, müssen sie dezimiert werden. Es sind nicht Tierarten, von denen es jemals zuviel gab. Wenn ihr Lebensraum erhalten bleibt, sorgen sie selber für einen gesunden Ausgleich. Wer daran schuld ist, das dem nicht so ist, brauche ich nicht erwähnen. Sämtliche Tierarten gibt es nicht mehr. Noch viel mehr sind vor dem Aussterben bedroht. Die einzigen Lebewesen, die zuviel sind auf der Erde sind, sind WIR! Unser Verhalten gegenüber anderen Lebewesen ist nicht akzeptabel.
Ich habe dieses Buch auf zwei Nachmittage gelesen. Die Protagonisten kommen sehr überzeugend rüber. Der Leser wird nach Afrika, Ungarn, München und Berlin entführt. Das RKI findet auch Erwähnung. Der Schreibstil liest sich wie Butter.
Fazit

Nichts in diesem Thriller dürfte uns unbekannt sein. Mit einer schonungslosen Wahrheit hält uns Uwe Laub die Situation unserer Erde vor Augen. Für mich ist das kein Thriller. Für mich ist es ein Tatsachenbericht. Ich hoffe, dass wir alle nun endlich aufwachen. Unsere Pandemie könnte auch eine Chance sein. Leider verhindert Geldgier das notwendige Handeln. Die Pharmaindustrie schneidet wahrlich nicht gut ab. Unsere Politik versagt auch kläglich, wenn es um den Umweltschutz geht. Was nützen Impfungen gegen Pandemien, wenn zeitgleich die Natur sich rächt? Das Nachwort ist besonders erwähnenswert. Es ist der eigentliche reale Thriller!

Unbedingt lesen!!! Danke Uwe Laub.

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Veröffentlicht am 24.06.2020

Schützt Euch selbst! Damit helft ihr allen!

Wuhan Diary
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Schützt Euch selbst! Damit helft ihr allen!

Das wahre Gesicht einer Gesellschaft zeigt sich in ihrer Haltung gegenüber den Schwachen. (Seite 151)

Die Bestsellerautorin Fang Fang hat hier ein sehr ...

Schützt Euch selbst! Damit helft ihr allen!

Das wahre Gesicht einer Gesellschaft zeigt sich in ihrer Haltung gegenüber den Schwachen. (Seite 151)

Die Bestsellerautorin Fang Fang hat hier ein sehr ehrliches Buch geschrieben. Aus einem Tagebuch auf ihrem Blog wurde die Idee zu einem Buch geboren. In China ist es nicht einfach, seine Meinung im Netz kundzutun. So verwundert es nicht, dass ihr Blog mehrere male gesperrt wurde. Dies war für Fang Fang nicht immer erkennbar. Ihr hat es immer angezeigt: Post versendet. Aber viele treue Leser haben ihr immer Bescheid gegeben, wenn ein Artikel mal wieder nicht erschienen ist. Nachdem am 25. Januar die 9 Millionen Stadt Wuhan komplett von der Außenwelt abgeriegelt wurde, begann für die Wuhaner ein wahrer Albtraum. Doch nicht nur Negatives kam zum Vorschein. Die Krise hat viele positive Seiten der Menschen zum Vorschein gebracht. So wurde ein richtiges Netzwerk errichtet, um Lebensmittel vor die Haustüren zu bringen. Nachbarn haben sich gegenseitig mit gekochtem Essen versorgt. Dennoch! Die Depressionen der Wuhaner sind zwischen den Zeilen spürbar. Negative Nachrichten nahmen lange Zeit kein Ende. Qualifiziertes Krankenhauspersonal fiel dem Virus zum Opfer. Ärzte mit großem Fachwissen, deren Tod ein großes Loch in das Gesundheitssystem gerissen hat. Am Virus erkrankte Menschen mussten lange Fußwege in Kauf nehmen, um in ein Krankenhaus zu kommen. Oftmals gab es keine freie Betten. Viele haben ihren langen Marsch nicht überlebt. Die Autorin hat nur Fachwissen in ihren Beiträgen verfasst. Ärzte und ehemalige Kommilitonen von ihr haben sie immer mit seriösen Neuigkeiten versorgt. Fang Fang hatte ja jeden Tag Kontakt mit vielen Menschen, die die Tragödie hautnah miterlebt haben. Wenn sie mal nicht wusste, ob ein Beitrag zu 100 % stimmt, hat sie das auch erwähnt.

Für mich war dieses Buch sehr interessant. In Deutschland hatten viele Menschen schon massive Probleme mit einer Ausgangsbeschränkung. Man durfte trotzdem spazieren und einkaufen gehen. Einen systemrelevanten Job weiterhin wie gewohnt ausführen. Viele Menschen hatten Homeoffice. Andere leider Kurzarbeit. Weiter brauche ich gar nichts erzählen. Wir wissen alle Bescheid. Können wir uns eigentlich vorstellen was es heißt, die Wohnung viele Wochen überhaupt nicht mehr zu verlassen? Natürlich mussten wir in Deutschland auch tragische Schicksalsschläge hinnehmen. So manch einer musste alleine im Krankenhaus oder Altenheim sterben. Die Angehörigen hatten keine Gelegenheit sich zu verabschieden. Bei uns waren das Einzelfälle. In Wuhan an der Tagesordnung! Und dann das Drama mit einer Mundschutzmaske. Keiner hat so ein Ding gerne im Gesicht. Wir jammern, weil wir eine tragen müssen und Abstand halten sollen. In Wuhan waren sie glücklich, wenn sie Masken ergattern konnten.

Fang Fang findet es auch nicht richtig, dass der Virus in Wuhan zu lange verheimlicht wurde. Ich gebe ihr vollkommen Recht mit der Aussage, dass wir in Deutschland lange genug vorgewarnt waren. Auch unsere Politiker haben zu spät wirkungsvolle Maßnahmen eingeleitet. (Meiner Meinung nach!) Fang Fang schildert sehr viele Schicksale, die wir uns in Deutschland gar nicht ausmalen können. Mir gefällt der Speiseplan in China auch nicht ausnahmslos. Aber was Bakterien und Viren betrifft, ist die Tierhaltung und Schlachtung in Deutschland auch nicht ohne. Wir müssen uns wirklich selber an die Nase fassen!

Die 9 Millionen Stadt Wuhan wurde vom 25. Januar bis 24 März 2020 komplett von der Außenwelt abgeriegelt. Auch wenn man von Covid 19 schon total genervt ist, sollte man dieses Tagebuch gelesen haben. Es zeigt einmal mehr, dass Verschwörungstheoretiker kein Verantwortungsgefühl haben. Jeder Mensch hat so seine eigenen Theorien im Kopf. Dennoch sollte man sie nicht wahllos ins Netz stellen. Für mich sind genau diese Menschen ängstlich. Sie können sich nicht mit der Wahrheit auseinandersetzen, ohne in Panik zu geraten. Panik ist fehl am Platz. Nur ein Miteinander hilft uns aus dieser weltweiten Krise. Das Buch war leicht und flüssig zu lesen. Die Autorin gewährt dem Leser Einblick in die Ängste der Wuhaner. Interessant sind auch die Fußnoten. Die Autorin hat ehrlich ihre Meinung geäußert. Sie wurde oftmals dafür von Menschen angegriffen, die selbst im Epizentrum leben. Guten Journalismus weiß sie besonders zu schätzen. Der ist ja auf der ganzen Welt nicht selbstverständlich. In China ist er ein ganz besonders große Herausforderung. Die Autorin lebt seit ihrem zweiten Lebensjahr in Wuhan. Ihre Liebe zu dieser Stadt kommt in diesem Zeitdokument groß zu tragen.

Danke Fang Fang, für dieses wertvolle Buch. Es hat mich sehr zum Nachdenken angeregt.

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Veröffentlicht am 18.06.2020

Wieder ein schönes Erlebnis

Die Schokoladenvilla – Goldene Jahre
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Meine Meinung



1. Satz: Fräulein, wachen Sie auf!


1926 Stuttgart

Es handelt sich hier um den 2. Teil der Schokoladenvilla. Einmal angefangen zu lesen, war ich sofort wieder in der Geschichte gefangen. ...

Meine Meinung



1. Satz: Fräulein, wachen Sie auf!


1926 Stuttgart

Es handelt sich hier um den 2. Teil der Schokoladenvilla. Einmal angefangen zu lesen, war ich sofort wieder in der Geschichte gefangen. Gleich am Anfang begegnen wir Serafina Rheinberger. Die junge Frau ist in Trauer, da ihr geliebter Vater verstorben ist. Sie ist auf dem Weg zu ihrem Halbruder Victor. Am Stuttgarter Bahnhof angekommen braucht sie erstmal Nahrung. Wie gut, dass es da einen Schokoladenautomaten der Rothmanns gibt. Am Automaten lernt sie die forsche Französin Lilou kennen. Sie soll für Serafina noch eine sehr wichtige Bezugsperson werden.

Ich habe mich so gefreut, alte Bekannte wieder zu treffen. Nach 20 Jahren hat sich natürlich einiges verändert. Judith und Victor sind glücklich verheiratet. Sie haben den 1. Weltkrieg und die Währungsreform gemeistert. Zwei prächtige Kinder auf die Welt gesetzt. Martin und Viktoria sind ihr ganzer Stolz. Das Wiedersehen mit Anton und Karl hat mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Ihre Streiche als kleine Buben sind mir immer noch gegenwärtig. Auch als Männer haben sich beide nicht groß verändert. Anton ist, (wie schon als kleiner Bub), sehr besonnen. Er hat sich eine berufliche Existenz als Klavierbauer aufgebaut und hat nun nichts mehr gegen eine feste Beziehung einzuwenden. Karl ist wie eh und je ein Hans Dampf in allen Gassen. Er arbeitet in der Schokoladenfabrik. Da muss er sich erst noch bewähren. Er fühlt sich zu Victors Halbschwester Serafina hingezogen.

Meine besonders große Sympathie gilt, (wie schon im ersten Teil), Judith. Die warmherzige Frau hat nichts von ihrer Empathie eingebüßt. Nachdem ihre Mutter sie verlassen hat, hat sie sich als 21 jährige Frau um ihre Brüder gekümmert. Das hat sich bis heute nicht geändert. Stets hat sie für jeden ein offenes Ohr. Victors Schwester hat sie mit offenen Armen aufgenommen. Gewährt ihr alle Freiheiten, damit sich sich zu einer selbstständigen Frau entwickeln kann. Judith kann sich noch sehr gut daran erinnern, wie schwer ihr eigener Weg war. Dennoch verfügt Judith über ein sehr großes Durchsetzungsvermögen. Sie urteilt nicht über andere, äußert jedoch stets ihre Meinung, ohne dabei verletzend zu werden.

Die kleine pfiffige Viktoria wickelt alle um ihre kleinen Fingerchen. Ich gebe offen zu, bei mir hat sie es auch geschafft. Sie versteht es sehr gut, alles zu ihrem Vorteil zu nutzen. Dennoch hat sie jetzt schon eine sehr soziale Ader. Teilt gerne mit anderen, und steht einer Freundin zur Seite, die nicht mit einem goldenen Löffel im Mund geboren wurde. Für mich ist Vicky eine Mischung aus Karl und Judith.

Victor hat sich auch nicht groß verändert. Er ist der Herr im Hause und hört auf seine Frau! Im Moment bereiten ihm seltsame Ereignisse in der Schokoladenfabrik große Sorgen. Irgendjemand scheint die Produktion zu sabotieren.

Serafina weiß die Gastfreundschaft in der Familie sehr zu schätzen. Eigentlich könnte sie glücklich sein. Wäre da nur nicht diese peinliche Begebenheit aus ihrer Vergangenheit. Serafina wird erpresst. Ich konnte Serafina sehr gut leiden. Mir hat sie richtig leid getan. Die junge Frau ist sehr ehrlich. Dennoch traut sie sich niemanden zu erzählen, was sie bedrückt. Sie passt wunderbar in die Familie Rothmann und bekommt dort auch die wohlverdiente Wertschätzung.

In den fiktiven Roman wurde viel wahre Geschichte integriert. In Berlin lernen wir Josefine Baker kennen. Die Tänzerin dürfte in den 20igern sehr umstritten gewesen sein. Ihre mehr als freizügige Kleidung war zu dieser Zeit bestimmt nicht Standard.

In München begegnen wir Helena Rothmann. Für diese Frau kann ich einfach keine Sympathie entwickeln. Sie hatte vor über 20 Jahren ihre Kinder verlassen, weil sie gemütskrank war. Ich habe mich jedoch gefragt, warum sie die letzten Jahre nicht etwas mehr auf ihre Kinder zugegangen ist. Auch hier bewundere ich Judith sehr, für ihr Verhalten. Das einzige was mich an Judith stört, dass sie ihrem Sohn Martin die Wahrheit über seine Herkunft verschweigt. Ich war auch sehr gespannt, ob Judiths Mutter zum Konzert von Martin nach Stuttgart kommt. Martin ist ein sehr talentierter Musiker. Ich könnte jetzt noch ewig weiter erzählen. Aber dann würde ich spoilern und Euch die Freude an dem Buch nehmen.

Fazit

Geschichtliche Fakten, gepaart mit der Fantasie der Autorin, haben mir unheimlich schöne Lesestunden beschert. Die gut 700 Seiten kommen nicht eine Sekunde langweilig daher. Besonders verliebt bin ich in die Schokoladenautomaten. Eigentlich muten solche Automaten eher nüchtern an. Aber am Stuttgarter Bahnhof, im Jahr 1926, sind sie ein richtiges Erlebnis, welches einem das Herz wärmt. Das ist genau das, was wir Menschen auch heute noch brauchen. Dinge, die uns berühren. Geschichten, die uns in eine andere Zeit und Welt entführen. All das habe ich in der Schokoladenvilla bekommen. Das Liebeskarussell dreht sich mit großer Geschwindigkeit.



Das Leben ist zu kostbar für Kompromisse. (Anton)



Das Leben ist zu kostbar für schlechte Bücher. Warum also nicht der Schokoladenvilla einen Besuch abstatten? Erwähnenswert ist das Nachwort!

Von mir eine absolute Empfehlung. Danke Maria Nikolei.

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Veröffentlicht am 06.06.2020

Eine Geschichte, die mich fassungslos zurück gelassen hat.

Der bittere Trost der Lüge
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Eine Geschichte, die mich fassungslos zurück gelassen hat.
Es gibt einfach Kinder, die böse geboren wurden, das muss man ganz klar sagen. (Auszug aus Kinder, die Kinder töten.)

Meine Meinung

Mary soll ...

Eine Geschichte, die mich fassungslos zurück gelassen hat.
Es gibt einfach Kinder, die böse geboren wurden, das muss man ganz klar sagen. (Auszug aus Kinder, die Kinder töten.)

Meine Meinung

Mary soll als 9 jähriges Mädchen ein Baby getötet haben. Sechs Jahre verbringt sie in einem Jugendgefängnis. Kindermörder habe es da nicht leicht. Nachdem sie ihre Strafe abgesessen hat, kommt sie in ein betreutes Wohnen. Dort geht es ihr nicht besser als im Knast. Sie wird von den Mitbewohnerinnen gemobbt. Liebe und Zärtlichkeit erfährt sie erst von ihrem Freund Ted. Er leistet im selben Altenheim wie Mary Sozialdienst. Bei ihm fühlt sie sich geborgen. Sie wird schwanger. Beide freuen sich auf ihre kleines Böhnchen! Doch Mary ist sich bewusst, dass man ihr das Baby wegnehmen wird. Sie hofft, dass ihr ihre Mutter hilft.

Die Thematik geht unter die Haut. Ich konnte nicht fassen, was mit einem kleinen Mädchen gemacht wurde. Ich kann mir vorstellen, dass ein Kind versehentlich ein Baby umbringt. Aus Eifersucht ihm weh tun möchte oder beim Spielen schwer verletzt. Aber vorsätzlich umbringen??? Mary ist ein intelligentes junges Mädchen, das studieren möchte. Ihr Kind groß ziehen. Ihre Mutter war eigentlich IHR Kind. Die fanatisch christliche Frau hat Mary zwar regelmäßig besucht, aber nie richtig wahrgenommen. Ihr nie Geschenke mitgebracht. Es bleiben erst mal viele offene Fragen. Eine Mitbewohnerin bringt sie auf die Idee, den Fall neu aufzurollen. Sie findet eine Anwältin, die an ihre Unschuld glaubt. Denn eins ist sicher: Es gibt zu viele Widersprüche in diesem Fall. Ein Kind, welches von jeher die Mutter beschützt. Mary will der Welt beweisen, dass sie eine gute Mutter sein kann. Sie will absolut keine Lügen mehr!

Man erfährt immer wieder in Rückblenden, welche tragische Kindheit Mary hatte. Die Vorstellung, dass ein kleines Mädchen ihre Zeit jahrelang im Knast verbringt, hat mich unendlich traurig gemacht. Wäre ein Kinderheim denn keine Option gewesen? Kann man denn ein kleines Mädchen so schlecht behandeln? Mary ist eine Schwarze. Ich habe mich gefragt, ob man mit einem weißen Mädchen anders verfahren wäre. Sämtliche Protagonisten stammen aus schwierigen Familienverhältnissen und haben viel auf dem Kerbholz.

Ich hatte sehr große Sympathie für Mary. Aus ihrer Sicht erfahren wir das ganze Drama. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie sie das Ganze ausgehalten hat. Jeden Tag hatte sie an das kleine Baby gedacht. Jeden Tag hat sie gehofft, dass dessen Mutter sie besucht. Mary hat das Baby von Herzen geliebt!

Fazit

Ob mir die Geschichte gefallen hat? Puh! Was soll ich jetzt sagen. Ich hoffe, dass so was nicht im realen Leben passiert. Hoffen darf man. Das Kind war 9 Jahre alt, als es in den Knast musste!!! Die Geschichte hat mich total mitgenommen. Der nüchterne Schreibstil war in diesem Fall hilfreich. Anders wäre es mir zuviel geworden. Die Emotionen baut man automatisch selber beim Lesen auf. Das Buch war von der ersten Silbe an spannend. Das Ende beschreibt das Zitat von Booklist zu 100% treffend: >>Am Ende wird das Messer in der Wunde nochmal tief umdreht.>> Das Ende hat mich fassungslos zurückgelassen! Der Leser wird Zeuge tiefer, psychischer Abgründe.

Eine Empfehlung von mir. Taschentücher parat halten. Vorher ein Schutzschild aufbauen. Ihr werdet es brauchen.

Danke Tiffany Jackson

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Veröffentlicht am 02.06.2020

Wenn das Internet eigene Geschichten schreibt.

Das Buch der gelöschten Wörter - Der erste Federstrich
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Hast du schon mal darüber nachgedacht, was mit all den Buchstaben, den vielen Tausenden von Wörtern geschieht, die wir am Computer erst in die Tastatur hämmern, nur um sie einen Augenblick später wieder ...

Hast du schon mal darüber nachgedacht, was mit all den Buchstaben, den vielen Tausenden von Wörtern geschieht, die wir am Computer erst in die Tastatur hämmern, nur um sie einen Augenblick später wieder zu löschen? (1. Satz Prolog)

Meine Meinung

Hope Turner ist eine einsame Frau. Ihre sozialen Kontakte bestehen einzig aus den täglichen Besuchen im Altenheim. Ihre Mutter ist frühzeitig an Demenz erkrankt. Beruflich arbeitet Hope im Homeoffice für die Partnervermittlungsagentur Herz trifft Herz. Ihre eigene Beziehung ist vor zwei Jahren in die Brüche gegangen. Der Zufall führt sie ein zweites Mal in die sonderbare Buchhandlung Mrs. Gateways Fine Books. Dort sieht sie einen außerordentlich attraktiven Mann. Er sitzt in einem Sessel und ist vertieft in einen Klassiker. Aus Verlegenheit bestellt sie bei der unfreundlichen Mrs. Gateway eine Schmuckausgabe von Stolz und Vorurteil. Hope liebt Bücher. Vor allem Jane Austen hat es ihr angetan. Nachdem Hope Rufus kennengelernt hat, erfährt ihr Leben eine totale Wendung. Sie wird eingeführt in eine Welt der Bücher, in der gelöschte Wörter im Internet ein Eigenleben führen. Sie schreiben eigene Geschichten. Geschichten, die sehr gefährlich für die gesamte Menschheit sind.

Die Geschichte konnte mich von Anfang an mitnehmen. Meist sind die Hauptprotagonisten aus dem Genre Fantasy sehr junge Menschen. Hope bildet mit 42 Jahren eine Ausnahme. Das hat mir gut gefallen. Sie führt einen gut bezahlten Job aus. Sie klammert sich an die lichten Momente ihrer Mutter. Nachdem sie Rufus kennengelernt hat, lernt sie eine Welt kennen, die sie niemals für möglich gehalten hätte. Sie portiert mit Rufus in die geschaffene Welt von Jane Austen. Lernt die Menschen aus dem Roman in Fleisch und Blut kennen. Erfährt, dass sie die besondere Fähigkeit besitzt, das Eigenleben der gelöschten Wörter zum Positiven zu verändern.

Hope kommt sehr sympathisch rüber. Ihr Humor hat mich oft zum Schmunzeln gebracht. In der Buchwelt findet sie Freunde. Rufus ist ein muskelbepackter Grieskram, der sein Lächeln hinter einem Bart versteckt. Auch ihn konnte ich irgendwie gut leiden. Insgesamt fand ich die Buchfiguren aus Janes Austen Klassiker sehr witzig. Hope findet in der Buchwelt großen Anklang. Ihre Fähigkeiten machen sie zu einer Heldin. Aus der Sicht von Hope wird der Leser in eine Welt entführt, wie er sie gerne selber einmal erleben würde. In den verschiedensten Klassikern mitwirken zu dürfen, ist ein großer Traum aller Bücherfreunde.

Fazit

Die Geschichte ist wahrlich nichts Neues, aber von der Autorin neu erfunden. Der flüssige Schreibstil liest sich wie Butter. Die verschiedenen Settings und Protagonisten entführen den Leser in die verschiedensten Buchwelten. Die Idee der gelöschten Wörter im Internet ist einfach nur genial. Wer würde nicht mal gerne die buchigen Helden seiner Kindheit kennen lernen? In Pemberly spazieren gehen und die erfundene Welt von Jane Austen real erleben? Ich fühlte mich durchgehend gut unterhalten. Das Ende ist extrem spannend. Ich freue mich nun auf den 2. Teil. Von mir eine absolute Empfehlung.

Danke Mary E. Garner.

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