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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.07.2020

Ein überraschendes Familiengeheimnis

Die Insel der vergessenen Träume
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Ende des 19. Jahrhunderts muss die junge Clara dringend heiraten – als Tochter aus gutem Hamburger Hause gibt es keine andere Zukunft für sie. Nach dem plötzlichen Tod des geliebten Vaters drängen ihre ...

Ende des 19. Jahrhunderts muss die junge Clara dringend heiraten – als Tochter aus gutem Hamburger Hause gibt es keine andere Zukunft für sie. Nach dem plötzlichen Tod des geliebten Vaters drängen ihre Mutter und vor allem ihr Stiefvater sie noch mehr zu einer Heirat. So geht sie eine Ehe ein mit Paul, mit dem sie nach Hawaii aufbricht. Doch der charmante Paul entpuppt sich als gewalttätig: Wenn er nicht gerade unterwegs ist, wird ihr Leben sehr beschwerlich. - Über hundert Jahre später bricht Leonie auf nach Hawaii, wo sie arbeiten möchte. Sie beginnt nach den Spuren ihrer Familie zu suchen und kommt einem Familiengeheimnis auf die Schliche…

Clara hat als Frau schlechte Karten, wenn sie sich Ende des19. Jahrhunderts ein selbstbewusstes und erfülltes Leben erhofft. Die Ehe mit dem Plantagenbesitzer Paul entpuppt sich als die Hölle. Sehr eindrücklich ist der Umgang der Plantagenbesitzer mit den Ureinwohnern Hawaiis geschildert: Im Gegensatz zu ihrem Mann sucht Clara den Kontakt zu den Ureinwohnern, will ihre Kultur und ihre Lebenshaltung kennenlernen. So ist es auch kein Wunder, dass sie erkennt, was das hawaiianische „Aloha“ bedeutet. Auch ihre Nachfahrin Leonie wird später empfänglich dafür werden. So erfährt auch der Leser einiges Wissenswerte über das frühere und das heutige Leben auf Kauai, einer der Inseln von Hawaii. Die wechselnde Perspektive erzählt die Geschichte sowohl aus Claras wie auch aus Leonies Sicht. Vor allem mit Leonie habe ich mich dabei anfangs eher schwer getan, denn selbst nach drei abgebrochenen Studiengängen hat sie immer noch keine Idee, wie sich ihre Zukunft entwickeln könnte. Hier haben die beiden Autorinnen m.E. kräftig übertrieben… Erst als Leonie sich in ihre Familiengeschichte verbeißt, wirkt ihre Darstellung für mich mehr der Realität angepasst.

Insgesamt hat mich das Buch gut unterhalten, so dass ich es gerne weiter empfehle und mit 4 von 5 Sternen bewerte.

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Veröffentlicht am 02.07.2020

Mit viel Gefühlslimbo zum Happy End

Love factually (Knitting in the City 1)
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Janie Morris verliert ihren Freund, die Wohnung, den Job, alles auf einmal. Dabei läuft ihr Quinn Sullivan über den Weg, ein äußerst attraktiver Securitymann. Und plötzlich wird ihr Leben so ganz anders ...

Janie Morris verliert ihren Freund, die Wohnung, den Job, alles auf einmal. Dabei läuft ihr Quinn Sullivan über den Weg, ein äußerst attraktiver Securitymann. Und plötzlich wird ihr Leben so ganz anders als bisher…

Blitzgescheit ist Janie Morris, sie wirft mit Fremdwörtern ziemlich um sich herum. Andererseits aber ist sie auch ganz schön naiv in Liebesdingen und kann in Selbstmitleid zerfließen. Und doch hat sie das große Glück, den Mann des Lebens zu finden, der sie nicht nur in der Liebe, sondern auch im Job wertschätzen und fördern kann. Und Geld spielt sowieso keine Rolle... Welche Frau träumt nicht mindestens in einer schwachen Stunde davon, dass es diesen Mann für sie gibt? Mit Janie kann jede davon träumen, kann mit ihr durch alle ihre Höhen und Tiefen gehen, um zum Schluss zum Happy End zu kommen. Wortreich erzählt Janie uns ihre Geschichte, mit ein bisschen Selbstmitleid ab und zu, mit Humor, Gefühlslimbo und ganz viel untergründigem Sexgerede. Natürlich fehlt auch das Misstrauen gegenüber dem Traummann, das Buch kommt von „Rosamunde-Pilcher-harmlos“ auch mal kurz zu „Quentin-Tarantino-entsetzlich“.

Auch wenn mir das Buch manchmal etwas zu sehr aufgebauscht daher kam, bleibt das letztendlich Geschmackssache, anderen wird genau das gefallen. Deshalb vergebe ich 4 von 5 Sternen und empfehle die Geschichte all jenen weiter, die in einer schwachen Stunde von einem perfekten Mann träumen wollen.

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Veröffentlicht am 30.06.2020

Opulentes Familienepos Teil 4

Gut Greifenau - Goldsturm
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Die goldenen Zwanziger Jahre: nicht immer golden, sondern oftmals auch chaotisch in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg. Während Konstantin und Rebekka auf Gut Greifenau versuchen, ihr Anwesen in die schwarzen ...

Die goldenen Zwanziger Jahre: nicht immer golden, sondern oftmals auch chaotisch in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg. Während Konstantin und Rebekka auf Gut Greifenau versuchen, ihr Anwesen in die schwarzen Zahlen zu bringen, lebt die ehemalige Komtess Katharina mit ihrem Mann Julius in Saus und Braus. Unter den Dienstboten auf Gut Greifenau sind einige auf der Suche nach ihrem persönlichen Glück, doch das scheint nicht immer einfach zu finden…

Dies ist bereits der vierte Band der Gut-Greifenau-Reihe der Autorin Hanna Caspian über ein (fiktives) Anwesen in Pommern. Für mich war dies das erste Buch aus der Reihe, und das war keine so gute Wahl – viele Geschehnisse nehmen Bezug auf die bisherigen Ereignisse, immer wieder hatte ich Mühe, mich in diesem Band zurechtzufinden. Die große Anzahl an handelnden Personen wird übersichtlicher durch ein Personenregister zu Beginn des Buches. So gerät die Geschichte denn insgesamt zu einem epischen Werk mit sehr vielen Handlungsfäden. Der Schwerpunkt der Autorin liegt dabei eher auf den dramatischen Ereignissen rund um die Familie, der geschichtliche Hintergrund wird eher locker eingebunden. Mir persönlich hat diese Anbindung in die historischen Ereignisse etwas gefehlt, das ist aber sicher Geschmackssache. Manches geriet mir dabei etwas zu langatmig, aber auch das wird jede Leserin unterschiedlich empfinden.

Wer die Geschichte in der richtigen Reihenfolge liest, wird sich über diese opulente Fortsetzung sicher sehr freuen. Auf dieser Grundlage vergebe ich knappe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 26.06.2020

Verstörend

Blutgott
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In einem IC wird ein 19jähriges Mädchen brutal ermordet. Dies ist nur der erste Mord, den eine Gruppe Minderjähriger unter 14 Jahren verübt: Deutschlandweit geschehen brutale Morde durch Minderjährige. ...

In einem IC wird ein 19jähriges Mädchen brutal ermordet. Dies ist nur der erste Mord, den eine Gruppe Minderjähriger unter 14 Jahren verübt: Deutschlandweit geschehen brutale Morde durch Minderjährige. Clara Vidalis sucht mit ihrem Team nach den Motiven, da wird schnell klar, dass da ein Erwachsener dahinterstecken muss. Er nennt sich „Blutgott“, und die Morde, die er von den seinen „Jüngern“ einfordert, sind äußerst grausam.

Dies ist bereits der siebte Teil der Reihe um Clara Vidalis, für mich war es das erste Buch daraus. Da der Fall in sich abgeschlossen ist, lässt sich die Geschichte gut ohne weitere Vorkenntnisse lesen. Die Geschehnisse sind verstörend, oft am Rand des Erträglichen, denn der „Blutgott“ veranlasst Morde, die äußerst brutal und menschenverachtend sind, frei nach dem Motto „Besser zu weit gehen als nicht weit genug“. Gänsehaut ist hier garantiert, von der ersten bis zur letzten Seite. Überraschend, wenn auch gut vorbereitet ist der Schluss der Geschichte und macht neugierig auf den nächsten Band der Reihe.

Dieses verstörende Geschichte ist gut geeignet für alle, die es gerne auch mal blutig und brutal mögen. Ich vergebe sehr gerne 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 25.06.2020

Sylt als heimlicher Star der Geschichte

Sylt oder Sahne
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Nele hat sich zu einer Fastenkur auf Sylt angemeldet: Mit ihren 52 Jahren ist sie adipös, der letzte Mann in ihrem Leben war vor fünf Jahren. Die Kur soll ihr Leben resetten. Doch dann kommt alles ganz ...

Nele hat sich zu einer Fastenkur auf Sylt angemeldet: Mit ihren 52 Jahren ist sie adipös, der letzte Mann in ihrem Leben war vor fünf Jahren. Die Kur soll ihr Leben resetten. Doch dann kommt alles ganz anders als erwartet…

Nele steht eindeutig an einem Scheideweg, als sie sich trotz ihrer Liebe zum Essen zur Fastenkur entschließt. Es fällt schwer zu glauben, dass sie diese auch durchhalten könnte, wird doch seitenweise über ihre Lieblingsgerichte referiert. Ärgerlich fand ich es, dass so viele Marken von Lebensmitteln ins Buch gefunden haben. Doch nach einer kleinen Durststrecke kommt die Geschichte endlich in Fahrt, und das natürlich völlig anders als erwartet. Erst da wird Nele für mich authentisch, auch wenn ich das Ende doch als etwas unrealistisch empfand. Heimlicher Star dieser Erzählung ist allerdings die Insel Sylt, und das hat mir sehr gut gefallen.

Diese leichte Geschichte für zwischendurch hat es mit etwas Anlauf gut geschafft mich zu unterhalten, deshalb empfehle ich sie gerne weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

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