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Veröffentlicht am 24.07.2020

Spannungsreicher Thriller

Die Dornen des Bösen
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„Die Dornen des Bösen“ von Astrid Korten ist nach der „Akte Rosenrot“ der zweite Band um den Profiler Ibsen Bach.

General Sorokin engagiert Ibsen Bach, die Mörder seiner Tochter Leonela zu finden, hat ...

„Die Dornen des Bösen“ von Astrid Korten ist nach der „Akte Rosenrot“ der zweite Band um den Profiler Ibsen Bach.

General Sorokin engagiert Ibsen Bach, die Mörder seiner Tochter Leonela zu finden, hat er doch ein Video von den Folterungen und letztendlich dem Mord an ihr erhalten. Er lässt es prüfen und es besteht kein Zweifel an der Echtheit. Ibsen akzeptiert den Auftrag, ist jedoch überzeugt, dass Leonela noch lebt, hat sie ihm doch einst das Leben gerettet. Er bittet Pola Kamorow, ihn bei diesem Fall zu unterstützen. Sie erkennen bald, dass Leonelas Verschwinden mit unerklärlichen Morden und Selbstmorden an den unterschiedlichsten Orten in Verbindung steht. Es ist kompliziert, es ist gefährlich. Zudem hat Ibsen Visionen, gerät direkt ins Zentrum des Verbrechens, das ihn an den Rand des Wahnsinns treibt.

Ausgelesen – besser gesagt verschlungen. Astrid Korten versteht es, den Leser süchtig zu machen nach ihren Büchern, denn wenn man erst im Geschehen drin ist, gibt es kein Zurück mehr. Sie behandelt aktuelle, brisante Themen, bereitet diese so gut nachvollziehbar auf, dass einen beim Lesen teilweile der Atem stockt. Ihre präzise Recherchearbeit verarbeitet sie gekonnt zu einer absolut mitreißenden Geschichte, in der Fiktion auf sehr viel Wirklichkeit trifft, müssen wir doch immer wieder von den menschlichen Abgründen lesen und können schwer glauben, dass diese Grausamkeiten um uns herum leider viel zu häufig passieren.

Aus verschiedenen Blickwinkeln führt die Autorin temporeich die einzelnen Handlungsstränge schlüssig zusammen und letztendlich ergibt alles einen Sinn. Zwischendurch erfährt man in kurzen Sequenzen von Morden und Selbstmorden, begangen von bis dahin unschuldigen, braven Bürgern und rätselt, was diese Verbrechen mit dieser unserer Geschichte zu tun haben.

Ich bin mehr als begeistert. Das Buch ist gelesen, aber es ist nicht vergessen. Solche Geschichten, die Bücher von Astrid Korten, bleiben haften. Eine absolute Leseempfehlung für alle Thriller-Fans und natürlich fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 21.07.2020

Ein ganz besonderes Kleinod

Das Gartenzimmer
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Andreas Schäfer erzählt über das Leben im und mit dem Haus, der Villa Rosen. Max Taubert entwirft für Adam und Elsa Rosen 1909 ihr Landhaus im neoklassizistischen Stil. Elsa macht dieses Haus zu einem ...

Andreas Schäfer erzählt über das Leben im und mit dem Haus, der Villa Rosen. Max Taubert entwirft für Adam und Elsa Rosen 1909 ihr Landhaus im neoklassizistischen Stil. Elsa macht dieses Haus zu einem Künstlertreffpunkt, sie ist strahlender Mittelpunkt und Max gern gesehener Gast. Jedoch bleibt das nicht so. Die Nationalsozialisten schätzen die abgeschiedene, nicht einsehbare Lage und nisten sich ein und das Gartenzimmer wird Schauplatz ihrer unsäglichen, ihrer menschenverachtenden Experimente.

Im Wechsel begleitet der Leser das Ehepaar Rosen, den später zu Weltruhm gelangten Architekten Max Taubert sowie Frieder und Hannah Lekebusch, die das Haus Mitte der neunziger Jahre erwerben. Mit großem Aufwand lassen sie den Originalzustand wieder herstellen, sie werden regelrecht in den Bann des Hauses gezogen, vor allen Dingen Hannah macht es zu einem Stelldichein von Künstlern, Journalisten und Taubert-Fans. Es war wohl Liebe auf den ersten Blick. Denn wenn ich in ein Haus gehe, das muffig riecht, total verbaut ist, renne ich entweder sofort hinaus, weg von dem alten Gebäude. Oder ich komme ins Schwärmen, stelle mir die Glanzzeit dieses Hauses vor. Die ursprünglichen Bewohner, deren Leben. So muss es wohl gewesen sein.

Was hat dieses Haus an sich? Alles in dem Haus war neu und dennoch: Die ersten Bewohner waren körperlich zu spüren (Hannah). Irgendwann wollte sie nicht mehr alleine sein in diesem Haus. „…Das Böse war in diese Wände gezogen und ist nie wieder gegangen.“

Ein leises Buch, ein kluges Buch. Ganz schnell war ich gefangen in der Erzählkunst, war dem Haus und dem Schicksal derer, die darin wohnten, erlegen. Der Autor versteht es, den Leser zu unterhalten und gleichzeitig die schönen Momente, aber auch die schrecklichen Vorkommnisse so zu vermitteln, dass man sich mittendrin im Geschehen befindet. Auch als Leser möchte man das Haus mitsamt dem Gartenzimmer nicht mehr betreten, man hat Respekt vor dem Haus und deren jeweiligen Bewohnern.

Kann man dem Charme eines Hauses erliegen? Einfach nicht los kommen, sich nicht lösen können? Mich hat „Das Gartenzimmer“ nicht mehr losgelassen, bin seinem Flair erlegen. Ich musste einfach weiterkommen, weiterlesen. Musste das Leben der Bewohner gebannt mitverfolgen.

Ich würde das Buch immer wieder lesen und kann nur sagen: diese wundervolle, wunderschöne, zu Herzen gehende, aber auch tieftraurige Geschichte muss einfach gelesen werden.

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Veröffentlicht am 18.07.2020

Spannend, nervenaufreibend, irreführend - einfach gut

Mach das Licht an
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Es ist Buchmesse in Frankfurt und Katharina, deren Texte ihre Verlegerin sehr gut findet, wird da aus ihrem Buch vorlesen. Gesagt, getan: In einer billigen Absteige findet sie in letzter Minute noch ein ...

Es ist Buchmesse in Frankfurt und Katharina, deren Texte ihre Verlegerin sehr gut findet, wird da aus ihrem Buch vorlesen. Gesagt, getan: In einer billigen Absteige findet sie in letzter Minute noch ein schäbiges Zimmer und nachdem der Messetag gut verlaufen ist, wird im Kollegenkreis noch kräftig gefeiert. Es geht richtig zur Sache. Und dann – sie wacht auf, ihr ganzer Körper schmerzt, es ist dunkel, sie ist nackt, angekettet und weiß weder wo sie ist noch wie sie da hinkommt. Derweilen macht sich ihre beste Freundin in Berlin Sorgen: Eva - sie kann Kathi nicht erreichen. Außerdem entdeckt Eva, dass ihr Ehemann sie betrügt und hochschwanger ist sie auch. Was tun? Kurzentschlossen fährt sie nach Frankfurt.

Von Anfang an war ich mittendrin, habe zunächst mit Katharina ihre Tinder-Abenteuer durchlebt, welche ich teilweise sehr verteufelt habe ob ihrer Fahrlässigkeit. Sie kannte ja keinen ihrer One-Night-Stands und war in meinen Augen schon äußerst leichtsinnig. So vermutete ich, als sie verschwand, den einen oder anderen Typen ihrer kurzen Abenteuer hinter dieser ganzen Tragik.

Erzählt wird diese Geschichte aus Katharinas Sicht und ihrer Ausweglosigkeit. Aus Evas Sicht und ihrer verzweifelten Suche nach ihr. Sie, in Frankfurt angekommen, findet so nach und nach alle Kontakte, welche Katharina in diesen paar Buchmessetagen hatte. Und auch Katharinas Ex, der hier lebt, hilft bei der Suche nach der spurlos Verschwundenen. Oder hat er sogar etwas mit Katharinas Verschwinden zu tun? Ein Katz- und Mausspiel mit vielen verdächtig agierenden Personen, das ganz schön an den Nerven zerrt. Beim Lesen hatte ich immer mal wieder einen ganz bestimmten Typen im Kopf, um dann doch wieder zu zweifeln. Und dann… war da ein Geistesblitz. Der immer mal wieder aufleuchtete. Ob dies wohl die richtige Richtung war? Die Gefühle spielten Achterbahn.

Ein durch und durch spannendes Buch, gut durchdacht und kurzweilig erzählt. Ein Schreibstil, der einen über die Seiten fliegen lässt.

Sehr gerne empfehle ich diesen sehr gut gemachten Thriller weiter. Einfach lesen, es lohnt sich.

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Veröffentlicht am 11.07.2020

Geschichte wird lebendig

Unter Wölfen
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Nürnberg in der Hochzeit des Naziregimes. Mit klaren, kalten Worten beschreibt Alex Beer die Stimmung der Stadt, die Angst der Verfolgten und den Übermut der Machthabenden. Es ist 1942 in der fränkischen ...

Nürnberg in der Hochzeit des Naziregimes. Mit klaren, kalten Worten beschreibt Alex Beer die Stimmung der Stadt, die Angst der Verfolgten und den Übermut der Machthabenden. Es ist 1942 in der fränkischen Metropole und Beer nimmt den Leser mit in eine grauenvolle Zeit voll von Angst und irrwitzigen Regelungen – die man mal genauer lesen sollte. In Nebensätzen tauchen sie auf: Der Jude darf nicht vor 15 Uhr einkaufen, der Jude darf kein Radio hören, keine Zeitung lesen, der Jude darf nichts. Er wird als habgierig und listig beschrieben, mit kalten Augen, einem verräterischen Herz, ohne Moral. Ein Mahnmal, eine Erinnerung, die durch die Autorin lebendig wird. Schnell wird der Leser in die damalige Zeit hineingezogen und spürt die immense psychische Belastung, den Druck, die Beklemmung in jedem Handeln, die Angst vor der Willkür einer selbsternannten Macht. Als Rubinstein biblisch wie ein Schaf unter die Wölfe geschickt wird, stößt man ihn in ein eiskaltes Gewässer. Schwimm oder stirb, so mag Exfreundin Clara sich denken, die dem Protagonisten nicht ein Wort über die Mission verrät. Isaak kann sich nicht vorbereiten, muss nur mitspielen und hat Angst. Diese überträgt sich auf den Leser. Schafft es der Gesuchte sich zu verstellen, eine Rolle zu spielen, der er nicht gewachsen ist? Findet er immer zur richtigen Zeit einen Ausweg, eine Antwort, eine Ausflucht, um sich selbst zu retten? Als alles gut zu werden scheint, greift Beer noch einmal ein, natürlich kann es nicht gut gehen, kann es nicht mit so wenigen Problemen voranschreiten und der Plan des Widerstandes aufgehen. Nichts war einfach 1942 und Beer schönt gar nichts, faselt nicht, verkünstelt sich nicht in einer wildromantischen Liaison, sondern vermischt knallharte Fakten mit einer fiktiven Geschichte, die ohne Romantik auskommen muß. Alex Beer ist nicht umsonst mehrfach für ihre Romane ausgezeichnet worden. Sie hat eine klare Sprache, einen tollen Schreibstil und entführt den Leser in die Zeit des Naziregimes mit allen Schrecken und Hoffnungen. Die Autorin lässt Geschichte lebendig werden und gibt den Unterdrückten eine Stimme, die mahnend bis zu letzten Seite spricht.

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Veröffentlicht am 10.07.2020

Schön gestaltetes Städte-Entdecker-Buch

HOLIDAY Reisebuch: Die schönsten Wochenendtrips – 52 überraschende Städte für Entdecker
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Reisen, fremde Orte kennenlernen und bekannte Ziele wieder besuchen, Neues entdecken. Hier ist man genau richtig.

Von der großen weiten Welt habe ich schon so einiges gesehen und bin immer auf der Suche ...

Reisen, fremde Orte kennenlernen und bekannte Ziele wieder besuchen, Neues entdecken. Hier ist man genau richtig.

Von der großen weiten Welt habe ich schon so einiges gesehen und bin immer auf der Suche nach schönen Fleckchen, Sehenswertem. Dieses Städte-Entdecker-Buch ist genau richtig. Aufgegliedert in fünf europäische Regionen beginnend mit Deutschland, West-, Mittel- und Südost-, Nord- und Ost- sowie Südeuropa. Wenn ich grad mal Südeuropa herausgreife, kenne ich so einiges davon. Neben wunderschönen Fotos wird Sehenswertes in Anekdoten verpackt, die sehr unterhaltsam zu lesen sind. Welche Reisezeit günstig ist wird ebenso erwähnt wie Anreise, Übernachtungen... Ein Stadtplan darf natürlich auch nicht fehlen. Am Beispiel von Napoli geht es los mit Pizza Napolitana. Gaumen- und Augenschmaus, das Centro Storico als Teil des UNESCO-Weltkulturerbes sind genauso beschrieben wie das la dolce vita… Ich komme ins Schwärmen, also höre ich besser auf. Es sind gezielt ausgewählte Sehenswürdigkeiten.

Ein schön gestaltetes Reisebuch, wohlgemerkt kein Reiseführer - zum selber drin schmökern oder zum verschenken, das ich wärmstens empfehlen möchte.

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