Auf in ein neues Leben!
Die Wunderfrauenhttps://www.lovelybooks.de/autor/Stephanie-Schuster/Die-Wunderfrauen-2577814291-w/rezension/2642997600/
https://www.lovelybooks.de/autor/Stephanie-Schuster/Die-Wunderfrauen-2577814291-w/rezension/2642997600/
Wie soll ich ihn nennen, den Protagonisten dieses Romans? Denn im Buch ist er grundsätzlich "mein Vater", denn die Erzählerin ist Giulia, seine iüngere Tochter, das mittlere von drei Kindern ...
Wie soll ich ihn nennen, den Protagonisten dieses Romans? Denn im Buch ist er grundsätzlich "mein Vater", denn die Erzählerin ist Giulia, seine iüngere Tochter, das mittlere von drei Kindern und das, mit dem ihn sein sehr emotionales und gleichzeitig schwieriges Verhältnis verbindet. Ich werde ihn also mit Blick auf die Erzählerin als "Giulias Vater" bezeichnen.
Dabei ist sie gar nicht bei allem, was sie uns, den Lesern verrät, zugegen. Aber wie auch immer, sie weiß es und sorgt dafür, dass uns genug Hintergrundwissen über die Familie vermittelt wird.
Eine originelle Konstellation also, aus der ein ausgesprochen atmosphärischer Roman entstanden ist, bei dem der besagte Sonntag nicht ganz so zentral ist, wie es durch den Titel vermittelt wird. Oder vielleicht doch, aber auf andere Art und Weise.
Giulias Vater ist nämlich vor recht kurzer Zeit verwitwet , vor acht Monaten erst, unerwartet noch dazu. Er, der bis vor kurzem als Ingenieur an internationalen Brückenbauten überall in der Welt beteiligt und mehr unterwegs als zu Hause war, sucht nun nach einem neuen Platz, einer neuen Bestimmung im Leben - und findet sich in der Situation einer Hausfrau. Er hat nämlich - zum ersten Mal überhaupt in seinem Leben - für einen Teil seiner Familie gekocht und erwartet sie zum Sonntagsessen, kurzfristig erfolgt eine Absage.
Durch Zufall trifft er Elena, eine junge Frau - nur wenig älter als seine eigenen Kinder - mit ihrem Sohn Gaston im Park, es kommt zu einem gemeinsamen Mahl in seiner Wohnung. Die etwas in jedem der drei Beteiligten anstößt. Auf eine gewissermaßen beiläufige Art, wie es oft so im Leben ist.
Der Autor Fabio Geda macht deutlich, dass sich die Bedeutung dieser gemeinsamen Zeit erst im Nachhinein zeigt. Wie es so oft im Leben der Fall ist. Aber ich habe es noch nie so lebensah dargestellt in einem Roman erlebt. Wenngleich ich die technischen Beschreibungen, wenn es um den Job des Vaters ging, jetzt nicht so spannend fand. Und einiges andere auch nicht. Insgesamt aber ein lebendiger, farbiger Roman über das Leben als solches - und darüber, wie sich gewisse Gemengelagen von einem auf den anderen Moment verschieben, einfach so, bei jedem von uns. Das ist mir im Rahmen dieser Lektüre erst so richtig klar geworden!
In diesem in Schweden spielenden Kriminalroman - dem insgesamt achten der Reihe des Autorenpaares Roman Voosen und Signe Danielsson - steht einmal das ganze Team der Kripo Växjo im Fokus. Auch wenn die ...
In diesem in Schweden spielenden Kriminalroman - dem insgesamt achten der Reihe des Autorenpaares Roman Voosen und Signe Danielsson - steht einmal das ganze Team der Kripo Växjo im Fokus. Auch wenn die Chefin Ingrid Nyström und die deutsch-schwedische Kommissarin Stina Forss zentral agieren, nehmen alle anderen diesmal nicht nur Nebenrollen ein. Und es geht diesmal darum, das eigene Team, vor allem Stina Forss, aus der Schusslinie zu ziehen.
Diesmal hat mich ein bisschen gestört, dass der Mord am schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme im Jahr 1986 im Mittelpunkt stand und wie bereits bei der Lektüre des letzten Falles "Schneewittchenmord", wo diese Thematik eingeleitet wurde, befürchtet, ging es diesmal durchaus auch um eine mögliche Auflösung. Das war mir dann doch zu viel des Guten. Auch steht das Privatleben des gesamten Ermittlerteams immer stark im Fokus, diesmal teilweise auch in Verbindung mit dem alten Fall.
Doch wer könnte es sonst sein - wie auch immer, man ermittelt in alle Richtungen, auch wenn es nicht allzuviele Möglichkeiten zu geben scheint. Diesmal durfte der Leser dabei ausführlich einem jeden Teammitglied auf die Finger schauen - das war aus meiner Sicht ein wenig langatmig, stellenweise auch langweilig. Auch wenn es durchaus Passagen gibt, bei denen man den EIndruck hat, dass das schwedische Ermittlerteam Rambo oder Magnum, mindestens jedoch James Bond Konkurrenz machen will.
Dennoch habe ich diesen Band wie die Reihe insgesamt sehr gerne gelesen und kenne auch viele der vorherigen Fälle. Das deutsch-schwedische Autorenpaar versteht es, atmosphärisch und spannend zugleich zu schreiben, wodurch diese Reihe zu meinen Favoriten aus dem skandinavischen Raum gehört.
Was mich allerdings begeistert hat, war die überraschende Auflösung - logisch und absolut nicht vorhersehbar. Insgesamt also eine ausgesprochen lohnenswerte Lektüre für Freunde skandinavischer Kriminalliteratur!
war nicht, wie im titelgebenden Lied der KölschRock Band "Bläck Föss" erwähnt, dat Meiers Kättche, sondern... nein, das verrate ich jetzt nicht. Nur, dass wir bereits im Kindergarten zusammen kölsche ...
war nicht, wie im titelgebenden Lied der KölschRock Band "Bläck Föss" erwähnt, dat Meiers Kättche, sondern... nein, das verrate ich jetzt nicht. Nur, dass wir bereits im Kindergarten zusammen kölsche Martinslieder sangen und tüchtig Karneval feierten. Und wir sind auch heute noch, mehr als 50 Jahre später, eng befreundet, auch wenn unsere gemeinsamen Aktivitäten - die sich immer noch meistenteils im Rheinland abspielen - inzwischen ziemlich anders geartet sind.
Diese und viele andere Erinnerungen kamen in mir bei der Lektüre dieses Buches hoch, dass sich sozusagen chronogisch vorarbeitet. Sich quasi durch das Leben der Frau (und potentiellen Freundin) durchzieht. Es beginnt - wie in meinen Erinnerungen - in der frühesten Kindheit und setzt sich bis ins hohe Alter fort. Die beiden Autorinnen Heike Abidi und Ursi Breitenbach ziehen hier sowohl eigene Erinnerungen wie auch auf zahlreiche nicht nur im eigenen Freundeskreis geführte Interviews heran. Unterhaltsam und in stetigem Wechsel äußern sich Abidi und Breitenbach abschnittweise, was häufig höchst erquicklich. Nicht ganz so gut haben mir die dazwischengepackten Ausführungen von Beispielen zum Thema Freundinnen in Literatur und Film (die Idee war gut, aber irgendwie konnte ich nicht auf das Resultat anspringen) oder auch eine Bucket List zu Aktivitäten mit Freundinnen. Hier hätte etwas weniger Mut zu aktuellen Trends gut getan und ich hätte mich nicht über Vorschläge wie das Stechen eines gemeinsamen Freundinnen Tattoos (was aus meiner Sicht nicht nur im hohen, sondern in jedem Alter absolut bescheuert wirkt) ärgern müssen.
Dennoch: insgesamt hatte ich viel Spaß mit diesem amüsanten Buch!
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TochterAlice vor ein paar Sekunden
So hieß eine LP der britischen Band Supertramp, die 1975 veröffentlicht wurde - zwei Jahre nach dem Beitritt des Vereinigten Königreichs zur EU. ...
TochterAlices avatar
TochterAlice vor ein paar Sekunden
So hieß eine LP der britischen Band Supertramp, die 1975 veröffentlicht wurde - zwei Jahre nach dem Beitritt des Vereinigten Königreichs zur EU. Dass diese Mitgliedschaft vergleichsweise kurz währen würde, war damals noch nicht vorauszusehen. Und so wähnte sich Großbritannien zu Beginn der 2010er Jahre zwar schwach regiert, aber dass es schon wenige Jahre später den Brexit geben würde: das hat wohl keiner vorausgesehen.
Vor allem nicht diejenigen, die im multikulturellen London unterwegs sind, wo auch eine große Mehrheit für "Remain" stimmte. Der Autor Jonathan Coe richtet seinen Blick daher auf eine andere Region, nämlich auf Mittelengland und hier die Gegend in und um Birmingham - seine Heimat.
Im Zentrum seines höchst unterhaltsamen und dabei klugen Romans steht die erweiterte Familie Trotter mitsamt Freunden und anderem Drumherum - ich möchte das Wort "Feinde" nicht unbedingt in den Mund nehmen. Benjamin Trotter verlässt London und zieht in eine alte Mühle, wo er sich als Schriftsteller versuchen will, seine Nichte Sophie, eine Wissenschaftlerin, nimmt sich vor, nur noch abseits ihres "Milieus" auf Partnersuche zu gehen und findet ihre große Liebe im Fahrlehrer Ian. Gleichzeitig begegnet sie in ihrer Schwiegermutter einem bislang nie gekannten Persönlichkeit: einer, die Vorurteile hat gegen alles, was ihr neu und unbekannt ist. So zum Beispiel gegen Sophie als Partnerin ihres Sohnes, aber auch gegen ihre litauische Haushaltshilfe Grete.
Der Roman führt uns durch die Jahre 2010 bis 2018 und es wird deutlich, dass es hier um Grundsätzliches geht - Sophie und ihr Mann Ian stehen bei der Abstimmung auf verschiedenen Seiten - ein Umstand, der nicht wenig zu ihrer Entfremdung voneinander beiträgt - auf einmal stehen sie vor dem aus.
Ein auf zurückhaltende Art sehr emotionaler Roman, in dem Jonathan Coe seine Landsleute schonungslos vorführt - so stellt der nach dem Brexit nach Frankreich umgesiedelte Benjamin erst nach vollzogenem "Break" mit seinem Heimatland fest, dass ihm zur Verwirklichung seiner Pläne im Ausland etwas ganz Entscheidendes fehlt - nämlich die Kenntnis der französischen Sprache.
Ein Roman, der mir manchmal Bauchschmerzen bereitete, den ich aber dennoch nicht aus der Hand legen mochte. Jetzt habe ich das Gefühl, ähnlich wie vor einigen Jahren bei der Lektüre von John Lanchesters "Kapital", den Briten ein wenig näher gekommen zu sein. Wobei ich befremdet bin wie nur was. Aber im Gegensatz zu vorher sind mir die Hintergründe, die Strukturen dazu nun wesentlich präsenter.
Auf jeden Fall ein lesenswertes, ein eindringliches Buch - eine literarische Dokumentation unserer Zeit.