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Veröffentlicht am 19.07.2020

Ein neues "Sams" mit viel Wortwitz, Humor und Reimen

Das Sams 10. Das Sams und der blaue Drache
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Inhalt: Da Herr Taschenbier viel auf der Arbeit zu tun hat, langweilt sich das Sams sehr. Als es sieht, wie Kinder draußen Drachen steigen lassen, will es unbedingt auch einen Drachen haben. Blöderweise ...

Inhalt: Da Herr Taschenbier viel auf der Arbeit zu tun hat, langweilt sich das Sams sehr. Als es sieht, wie Kinder draußen Drachen steigen lassen, will es unbedingt auch einen Drachen haben. Blöderweise ist der Drachenverkäufer in Urlaub. Doch das ist kein Problem für das Sams: Er kramt die Wunschmaschine hervor und wünscht sich kurzerhand einen Drachen. Nur leider hat das Sams ungenau gewünscht...

Persönliche Meinung: "Das Sams und der blaue Drache" ist eine "Was-wäre-wenn-Geschichte." Was wäre wenn die Wunschmaschine in "Am Samstag kam das Sams zurück" nicht kaputt gegangen wäre? Chronologisch spielt die Geschichte also zu der Zeit, als Herr Taschenbier noch bei Frau Rotkohl wohnt. Herr Mon ist auch wieder mit von der Partie. Der Einstieg wird für Sams-Neulinge sehr leicht gemacht: Die Handlung startet mit einer kleinen Einführung in die Samswelt. Der Schreib- und Erzählstil ist kindgerecht, aber auch erwachsene Leser*innen werden das ein oder andere Mal ins Schmunzeln geraten. Wie schon die anderen Samsbände ist "Das Sams und der blaue Drache" mit viel Wortwitz, Reimerei und Humor geschrieben. Erstmals sind auch die Kapitelüberschriften in Reimform. Auch das Sams ist immer noch schön samsig-naseweis und wortgewand. Sein neuer Freund hat mir mit seiner leicht "trotteligen" Art auch sehr gut gefallen. Die Handlung ist ebenfalls kindgerecht und in sich schlüssig. Abgerundet wird das Kinderbuch durch viele Bilder, die von Paul Maar selbst gezeichnet worden sind. Um es mit den Worten des Sams zu sagen: Insgesamt ist "Das Sams und der blaue Drache" ein "oberüberprächtiges" neues Samsabenteuer für kleine und große LeserInnen.

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Veröffentlicht am 09.07.2020

Er würfelt wieder

Die Rückkehr des Würfelmörders (Ein Fabian-Risk-Krimi 5)
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Inhalt: Fabian Risk und sein Team scheinen die Morde aus "Der Würfelmörder" aufgeklärt zu haben. Nur die Geständnisse der Täter fehlen noch. Doch der Schein trügt: Die Morde nehmen kein Ende; der Mörder ...

Inhalt: Fabian Risk und sein Team scheinen die Morde aus "Der Würfelmörder" aufgeklärt zu haben. Nur die Geständnisse der Täter fehlen noch. Doch der Schein trügt: Die Morde nehmen kein Ende; der Mörder würfelt weiter. Auch der Serienkiller im Team regt sich wieder und setzt seine Reihe fort.

Persönliche Meinung: Die Handlung von "Die Rückkehr des Würfelmörders" schließt nahtlos an "Der Würfelmörder" an. Insgesamt ist "Die Rückkehr des Würfelmörders" stringenter erzählt, was es leichter macht, dem Geschehen zu folgen. Was mir auch sehr gut gefallen hat, war, dass einzelne Geschenisse aus Band 1 nochmal aufgegriffen und von einem anderen Standpunkt aus beleuchtet werden, sodass scheinbar sichere Erkenntnisse aus "Der Würfelmörder" nochmal umgekrempelt wurden. Die Identität des Würfelmörders wird recht früh aufgedeckt. Dies nimmt der Handlung aber, anders als man vermuten könnte, kaum Spannung: Es entwickelt sich ein wendungsreiches Katz und Maus-Spiel zwischen den Ermittlern und dem Mörder. Dabei kommen die Ermittler in mehreren er- und bedrückend geschriebenen Situationen an ihre Grenzen. Komplettiert wird die Handlung durch das Privatleben Fabians, in dem es ebenfalls zu einer dramatischen Wendung kommt. Insgesamt ist "Die Rückkehr des Würfelmörders" ein spannender Thriller, der mit bedrückenden Szenarien auftrumpft und den Fall des Würfelmörders zu einem stimmigen Ende führt.

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Veröffentlicht am 06.07.2020

Humorvoll und erfrischend anders

Maike, Martha und die Männer
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Inhalt: Maike möchte mit ihrem Freund Arne ihren Urlaub an sonnigen Stränden verbringen. Doch daraus wird nichts: Arne muss auf seine Oma Martha aufpassen - in einem kleinen Nest im Schwarzwald. Als Arne ...

Inhalt: Maike möchte mit ihrem Freund Arne ihren Urlaub an sonnigen Stränden verbringen. Doch daraus wird nichts: Arne muss auf seine Oma Martha aufpassen - in einem kleinen Nest im Schwarzwald. Als Arne dann auch noch aus fadenscheinigen Gründen abhaut und Maike als "Oma-Sitterin" zurücklässt, wird es ihr zu bunt. Kurzerhand schnappt sie sich Martha und begibt sich auf einen Roadtrip der besonderen Art.

Persönliche Meinung: "Maike, Martha und die Männer" wird aus der Ich-Perspektive Maikes erzählt, die durch ihre kleinen Macken und Unsicherheiten sympathisch gezeichnet ist. Dazu ist sie selbstironisch und kommentiert die z.T. haarsträubenden Erlebnisse witzig-trocken. Die Handlung lässt sich durch diese Erzählweise sehr flüssig und angenehm lesen. Die Komik wird noch durch den Plot verstärkt, der einem "Roadmovie" nachempfunden ist: Eine urkomische Situation reiht sich an die nächste, wobei die skurrilen Nebenfiguren ihr übriges leisten. Insgesamt ist "Maike, Martha und die Männer" eine humorvolle Lektüre mit einem luftig-lockeren Schreibstil, bei der man mehr als einmal grinsen muss.

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Veröffentlicht am 01.07.2020

Die unendliche Wiedergeburt

Unendlich
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Inhalt: Liam und seine Freunde leben in einer Welt, in der die Seele nach dem Tod wiedergeboren wird. Was sich verlockend anhört und ewiges Leben verspricht, hat für die fünf Jugendlichen aber weitreichende ...

Inhalt: Liam und seine Freunde leben in einer Welt, in der die Seele nach dem Tod wiedergeboren wird. Was sich verlockend anhört und ewiges Leben verspricht, hat für die fünf Jugendlichen aber weitreichende Konsequenzen: Jeder wird nach seinem vorherigen Leben beurteilt, sodass Lebensperspektiven limitiert sind und eine freie Entfaltung nur im Glücksfall möglich ist. Doch nach dem plötzlichen Tod seines Großvaters hat Liam noch ganz andere Probleme: Er stößt auf ein Geheimnis, das staatsumwälzendes Potential besitzt.

Persönliche Meinung: Die Ausgangslage (Wiedergeburt und Beurteilung nach dem vorherigen Leben) bietet eine spannende Herangehenweise an das Genre "Jugendliteratur". "Coming of Age" erfolgt in dieser Welt nicht nur in Abgrenzung von Gleichaltrigen oder Erwachsenen, sondern im Schatten des alten, gelebten Lebens, nach dem man beurteilt wird. Zu Beginn braucht die Handlung etwas, um in Fahrt zu kommen, was damit zusammenhängt, dass zunächst die Regeln der Welt eingeführt werden müssen. Danach wird die Handlung aber immer spannender; mit vielen kleineren und größeren Aufdeckungen, wodurch eine schöne Spannungskurve entsteht. Teilweise nimmt "Unendlich" dabei Züge eines Wissenschafts- bzw. Politthrillers an, ohne allerdings die Zielgruppe aus den Augen zu verlieren. Die Handlung ist in sich stimmig und rund. Das Ende mit seinem Cliffhanger ist fies und macht neugierig auf die nächsten Teile :D Die Charaktere, die teilweise einen ruppigen und umgangsprachlichen Ton anschlagen, sind lebensecht gestaltet. Auch der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, da er sich flüssig liest und besonders im letzten Drittel ebenfalls für Spannung sorgt. Insgesamt ist "Unendlich" ein spannendes Jugendbuch, das einen interessanten Turn innerhalb des Genres geht.

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Veröffentlicht am 14.06.2020

Ein sehr gut durchdachter Horrorroman

DER JUDAS-SCHREIN
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Inhalt: Alexander Körner und sein Team werden zu einem Mordfall nach Grein am Gebirge gerufen, dem ehemaligen Heimatort von Alexander, den er als Jugendlicher fluchtartig verlassen musste. Dort treffen ...

Inhalt: Alexander Körner und sein Team werden zu einem Mordfall nach Grein am Gebirge gerufen, dem ehemaligen Heimatort von Alexander, den er als Jugendlicher fluchtartig verlassen musste. Dort treffen sie auf die übel zugerichtete Leiche einer 14-jährigen Ortsansässigen: Ihr Rücken scheint mit unzähligen Messerstichen malträtiert worden zu sein, sodass sogar die Rückenwirbel splitterten. Keiner der passiv bis feindseligen Dorfbewohner scheint etwas gesehen zu haben. Welches Geheimnis verbirgt sich in Grein?

Persönliche Meinung: Der Roman wird flüssig und anschaulich erzählt. Der Handlungsort "Grein im Gebirge", der in einer Senke zwischen einem Fluss und einem Gebirge liegt, ist atmosphärisch dicht und unheimlich beschrieben: Er ist abgelegen, düster, heruntergekommen und voll von Gerüchte streuenden, ewiggestrigen Bewohnern, die den Ermittlern häufig mit purer Feindseligkeit begegnen, wodurch insgesamt eine unheimliche Stimmung erzeugt wird. Alexander Körner ist eine tragische Figur, deren Vergangenheit düster und geheimnisvoll ist. Die Handlung ist unheimlich spannend und sehr durchdacht. Es finden sich immer wieder kleine, rätselhafte Puzzleteile, die man zunächst nicht einordnen kann, die aber nach und nach zu einem stimmigen und albtraumhaften Ende führen, das in der Tradition von H.P. Lovecraft steht. Insgesamt ist "Der Judas-Schrein" ein Pageturner, der mit Spannung, Horror, Mystery und einem atmosphärisch dichten Handlungsort auftrumpft.

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