Platzhalter für Profilbild

Gisel

Lesejury Star
offline

Gisel ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Gisel über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.08.2020

Mietmobbing auf der Spur

Die Schlange
0

Die Journalistin Susanne Mikula soll einer Hamburger Immobilienfirma Mietmobbing und Luxussanierung nachweisen; Auftraggeber ist der stille Teilhaber der Firma Stagebau, Heiner Stagemann. Susanne findet ...

Die Journalistin Susanne Mikula soll einer Hamburger Immobilienfirma Mietmobbing und Luxussanierung nachweisen; Auftraggeber ist der stille Teilhaber der Firma Stagebau, Heiner Stagemann. Susanne findet einiges heraus: Da werden mit allen Mitteln Mieter aus ihren Wohnungen herausgemobbt, bis hin zu eingemauerten Schornsteinen und Brandstiftung. Doch bald stößt sie auf eine Mauer des Schweigens. Susanne will sich jedoch nicht einschüchtern lassen – und gerät selbst in größte Gefahr…

Wer ist die Schlange in der Firma Stagebau, wer betreibt eiskalten Mietmobbing bis hin zum Mord? Diese Frage stellt sich der Leser recht schnell vom Anfang des Buches bis zum Schluss, wenn in einem furiosen Showdown endlich klar wird, wer wirklich die Schlange in diesem Buch ist. Schnell liest man sich deshalb fest in dieser Geschichte, fiebert mit und sucht nach der Antwort auf die alles dominierende Frage in diesem Buch. Immer wieder ergeben sich neue Gefahrenquellen für die Protagonistin, immer wieder neue Ansatzpunkte, der Spannungsbogen bleibt somit immer recht hoch. Wobei dies sicher auch daran liegt, dass die Geschehnisse erstaunlich realitätsnah beschrieben werden und somit recht authentisch klingen.

Es ist der zweite Band um die Journalistin Susanne Mikula, allerdings auch gut zu lesen ohne die Vorkenntnisse des Vorgängers - auch wenn meine Neugier nun geweckt ist. Sehr gerne vergebe ich 4 von 5 Sternen und empfehle das Buch weiter.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.08.2020

Gewohnt kultig mit der Online-Omi

Ans Vorzelt kommen Geranien dran (Die Online-Omi 14)
0

Renate Bergmann, die 80jährige Online-Omi, geht in Urlaub mit Ilse und Kurt, ihren beiden Freunden. Auf den Campingplatz, im Campingbus. Dort lernen sie die Nachbarn kennen und den miesepetrigen Platzwart ...

Renate Bergmann, die 80jährige Online-Omi, geht in Urlaub mit Ilse und Kurt, ihren beiden Freunden. Auf den Campingplatz, im Campingbus. Dort lernen sie die Nachbarn kennen und den miesepetrigen Platzwart Günter Habicht.

Mit gewohnt schnodderiger Schnauze erzählt die Renterin Renate Bergmann davon, wie sie in Urlaub geht. Das ist ganz schön witzig, mit einigen nachdenklichen Momenten mit drin: Zum Beispiel wenn Kurt den Campingbus nicht fahren darf, sondern der Stefan die drei alten Leute zum Campinglplatz fährt. Wenn Renate selbst überall erzählt hat, dass sie ihren Führerschein abgegeben hat, ihn aber immer noch aufbewahrt, man weiß ja nie. Oder wenn sich Renates Verwandtschaft erstmal abspricht, unter welchen Bedingungen die drei alten Leute überhaupt drei Wochen auf dem Campingplatz verbringen können. Thorsten Rohde hat als Renate Bergmann den Finger am Puls der Zeit, die Online-Omi ist ja inzwischen Kult. Und so schmunzelt und lacht sich der Leser durch das Camping-Abenteuer der patenten Rentnerin mit ihren beiden Miturlaubern. Der Blickwinkel der patenten Rentnerin ist konsequent durch alle Seiten durchgehalten.

Ich kenne bereits einige Bücher der Renate Bergmann und lese sie immer sehr gerne. Auch diese Geschichte empfehle ich sehr gerne weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.08.2020

Ausgangspunkt für eigene Gedanken

Der Gepäckträger
0

Eine ärgerliche Situation: Drei Menschen aus demselben Flugzeug verwechseln ihr Gepäck. Bei der Rückkehr zum Flughafen wollen sie einfach nur ihren eigenen Koffer wieder zurück haben. Doch der Gepäckträger ...

Eine ärgerliche Situation: Drei Menschen aus demselben Flugzeug verwechseln ihr Gepäck. Bei der Rückkehr zum Flughafen wollen sie einfach nur ihren eigenen Koffer wieder zurück haben. Doch der Gepäckträger hat andere Pläne für sie…

Der geheimnisvolle Gepäckträger hilft Gillian, David und Michael, ihre Koffer durchzusehen und danach zu fahnden, ob sie überflüssiges Gepäck mit sich tragen. Er fordert sie auf, sich „um ihr Gepäck zu kümmern“. Wird es ihnen gelingen, loszulassen, was sie zeitlebens mit sich herumtragen und was sie in ihrem Leben behindert? Hier wird Schwere und Befreiung wörtlich genommen, und zum Schluss wendet sich der Autor David Rawlings direkt an den Leser mit Hinweisen, wie jeder bei sich selbst prüfen kann, ob er überflüssiges Gepäck mit sich herumträgt. Die Geschichte hätte durchaus mehr Tiefe vertragen, doch als Ausgangspunkt für eigene Gedanken ist sie gut geeignet.

Es ist eine spannende Idee, kreativ umgesetzt, die zum Nachdenken anregt. Sehr gerne vergebe ich dafür 4 von 5 Sternen und empfehle das Buch weiter.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.08.2020

Fesselnder historischer Krimi

Die Henkerstochter und der Fluch der Pest (Die Henkerstochter-Saga 8)
0

Im Sommer 1679 bricht in Wien die Pest aus und breitet sich Richtung Bayern aus. Der Schongauer Scharfrichter Jakob Kuisl wird vom Kaufbeurer Scharfrichter aufgesucht, der kurz darauf an dieser Seuche ...

Im Sommer 1679 bricht in Wien die Pest aus und breitet sich Richtung Bayern aus. Der Schongauer Scharfrichter Jakob Kuisl wird vom Kaufbeurer Scharfrichter aufgesucht, der kurz darauf an dieser Seuche verstirbt, kurz nachdem er Jakob auf die Zustände in Kaufbeuren ansetzt. Er spricht von einem schwarzen Reiter und einem Tanz. Da sein Enkel Peter als Bote unterwegs ist und sich verspätet, macht Jakob sich mit seiner Tochter Magdalena und deren Mann Simon auf nach Kaufbeuren. Es gibt bald noch weitere Pesttote dort, während das alljährliche Tänzelfest ansteht…

Mit viel Liebe zum Detail und einer fundierten Recherche zum Thema setzt der Autor Oliver Pötzsch seine Henkerstochter-Saga fort. So gelingt es ihm schnell, den Leser in die damalige Zeit zu versetzen und einen kniffligen Mordfall zu servieren, um ihn anschließend mit viel Spannung aufzudröseln. So wird aus diesem dicken Schmöker von der ersten Seite an ein fesselnder historischer Krimi mit einem furiosen Showdown. Eine Liste der handelnden Personen wird dem Buch vorangestellt, das hilft, bei der Vielzahl der Figuren den Überblick zu bewahren. Ein Nachwort über die Entstehung des Buches sowie ein „Kleiner Reiseführer für Kaufbeuren und Umgebung“ runden die Geschichte ab.

Auch wenn das Buch Teil einer Reihe ist, kann es gut für sich allein gelesen werden. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe überzeugte 4 von 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.08.2020

Gelungene Fortsetzung

Die Festung (Finsterzeit 2)
0

Lara, Thomas und Viktor sind Teil einer Gruppe, die sich vom Dorf auf den Weg zur Festung machen. Sie wollen Friedrich stürzen und die Dorfbewohner vor dem Hungertod in einem gnadenlosen Winter bewahren. ...

Lara, Thomas und Viktor sind Teil einer Gruppe, die sich vom Dorf auf den Weg zur Festung machen. Sie wollen Friedrich stürzen und die Dorfbewohner vor dem Hungertod in einem gnadenlosen Winter bewahren. Doch der Empfang in der Festung ist ganz anders als erwartet…

Dieser zweite Teil der Finsterzeit-Dystopie setzt direkt an seinen Vorgänger an. Friedrich vertritt in seiner Festung sehr altmodische und autoritäre Ansichten zur Gesellschaft, auch zur Stellung der Frau in seinem Gesellschaftsbild, wie auch zu seinem Führungsstil. Die Gegensätze zu den Vorstellungen von Viktor, Thomas und Lara werden erstaunlich konsequent durchgezogen, hier (aber nicht nur hier) merkt man, wie sehr sich die Autorin Sandra Toth Gedanken über ihre Geschichte gemacht hat. Die Protagonisten erhalten genau den nötigen Raum, um ihre Entwicklung darzustellen, auch wenn m.E. manches dabei etwas ausführlicher hätte sein können. Vor allem zu Friedrich hätte ich gern noch mehr Hintergrundgedanken erhalten. Insgesamt liest sich das Buch sehr flüssig, ich bin durch die Seiten regelrecht geflogen. Das liegt sicher auch an den überraschenden Wendungen im Verlauf des Buches. Die Gefahr schimmert wie bereits beim ersten Band durch alle Seiten der Geschichte.

Ich bin schon sehr gespannt auf den Abschluss der Trilogie und empfehle das Buch gerne weiter. Für die spannenden Lesestunden vergebe ich 4 von 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere