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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.08.2020

Spannend!

Wisting und der fensterlose Raum
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Bisher habe ich noch kein Buch von Jorn Lier Horst gelesen, deshalb kannte ich Wisting als Ermittler auch noch nicht. Das war aber nicht schlimm, denn ich kam gut in den Fall hinein.
Das Cover finde ich ...

Bisher habe ich noch kein Buch von Jorn Lier Horst gelesen, deshalb kannte ich Wisting als Ermittler auch noch nicht. Das war aber nicht schlimm, denn ich kam gut in den Fall hinein.
Das Cover finde ich nicht ganz so gelungen, da es sehr nichtssagend ist. Die Story an sich hat es nämlich in sich: Mir hat die relative ruhige Art des Ermittelns gefallen, die angenehme unaufgeregte Sprache und die vielen überraschenden Wendungen.
Man hat als Leser zwar immer schon eine leichte Ahnung gehabt, was noch kommen könnte - wurde dann aber doch eines besseren belehrt.
Insgesamt hat mir das Buch gefallen und ich wurde gut unterhalten. Ich kann mir vorstellen, die Reihe weiter zu verfolgen.

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Veröffentlicht am 10.08.2020

Krimi mit Urlaubsfeeling...

Abgenagt. Kommissar Kempff kommt auf den Hund
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Wenn man schon nicht selbst in den Urlaub fahren kann, dann finde ich es immer toll, zumindest mit Büchern an verschiedene Orte zu reisen. In "Abgenagt - Kommissar Kempff kommt auf den Hund" geht es an ...

Wenn man schon nicht selbst in den Urlaub fahren kann, dann finde ich es immer toll, zumindest mit Büchern an verschiedene Orte zu reisen. In "Abgenagt - Kommissar Kempff kommt auf den Hund" geht es an die Ostsee, genauer gesagt nach Timmendorfer Strand. Zwar begegnet man gleich zu Beginn einer Leiche, aber ein Hauch von Urlaub umweht das Buch trotzdem, denn das Meer und die Strände sind als Schauplatz gut gewählt.

Wie bereits im Klappentext erwähnt, werden nicht nur ein, sondern gleich zwei Skelette gefunden, über die der Protagonist Kommissar Kempff mehr oder weniger zufällig stolpert. Hilfe erhält er hier von dem auch auf dem Cover abgebildeten und im Titel genannten Hund. Das fand ich sehr witzig und war mal etwas anderes. Allerdings habe ich hier auch gleich einen Kritikpunkt: Der Hund nimmt letztendlich für mich im gesamten Buch eine zu kleine Rolle ein. Hier hätte ich mich mehr gewünscht, denn Potential hat das Tier auf jeden Fall.

Nichtsdestotrotz wurde ich beim Lesen gut unterhalten. Kommissar Kempff ist eine eigene Marke, man muss ihn einfach mögen. Seine Ermittlungen sind sehr analytisch und er hat keine Angst vor Konfrontationen. Das steht ein bisschen im Gegensatz zu seinem privaten Wesen. Hier wirkt er manchmal gerade im Umgang mit seiner Freundin etwas unbeholfen. Aber genau das hat ihn für mich sehr menschlich und sympathisch gemacht. Und seine Art macht das Buch auch auf jeden Fall aus.

Der Fall an sich bzw. die Ermittlungen sind jetzt nicht super spektakulär, aber es gibt immer wieder überraschende Wendungen. Man denkt, man wüsste, wer der Täter ist und dann ändert sich plötzlich wieder alles. Das hat die Spannung hochgehalten. Allerdings möchte ich auch kritisieren, dass es am Ende etwas zu viel des Guten war. Denn hier wechseln die potentiellen Täter dann richtig schnell, sodass man Gefahr läuft, den Überblick zu verlieren.

Alles in allem ist das Buch aber eine schöne Sommerlektüre, die locker und flüssig geschrieben ist. Von mir gibt es 4 Sterne!

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Veröffentlicht am 22.07.2020

Tödliches Frankfurt

Blutmain
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Das Buch beginnt genau da, wo auch der Klappentext ansetzt: Melinda, ein junges Model, erwacht ohne Erinnerung aber dafür mit Verletzungen auf einer Yacht auf dem Main. Was passiert ist, kann sie nicht ...

Das Buch beginnt genau da, wo auch der Klappentext ansetzt: Melinda, ein junges Model, erwacht ohne Erinnerung aber dafür mit Verletzungen auf einer Yacht auf dem Main. Was passiert ist, kann sie nicht sagen - aber schnell wird klar, dass viel mehr dahinter steckt.

Danach macht das Buch einen Zeitsprung zurück, was ich nicht erwartet habe, aber gerade deswegen ein genialer Plottwist war. An dieser Stelle möchte ich nicht weiter darauf eingehen, weil ich sonst zu viel vom Inhalt vorwegnehmen würde und der Überraschungseffekt wäre dahin. Nur so viel: Es war irgendwie skurril, aber dennoch nachvollziehbar und spannend.

Dazu passt auch der sehr unaufgeregte Schreibstil. Es wird keine künstliche Spannung erzeugt, die Handlung wird eher nüchtern erzählt - und das passt perfekt dazu, denn die Sprache unterstreicht nochmals die Abgebrühtheit und Gefühllosigkeit der Protagonisten. Für mich hat das erst recht für Gänsehaut gesorgt.

Gegen Ende des Buches trifft sich der zweite Handlungsstrang der Vergangenheit dann mit der Gegenwart. So wird die Geschichte rund und in sich schlüssig.

Im Mittelpunkt der Ermittlungen zu dem Vorfall mit Melinda steht nicht unbedingt die Polizei, sondern viel mehr ihre Nachbarin und Freundin Karla Senkrecht. Die Privatdetektivin war einfach super. Mit ihrer unbedarften Art und ihrem Hang zu Verkleidungen sowie den unkonventionellen Ermittlungsmethoden hat sich mich sofort auf ihre Seite gezogen.

Leider kann man das von Melinda nicht sagen. Ihre Figur konnte mich leider gar nicht überzeugen. Von Anfang an kam mit das Model äußerst naiv vor, ihre Handlungen waren für mich zum Teil gar nicht nachvollziehbar und außerdem wirkt sie durchweg wie das schwache Opfer, das man bemitleiden muss. Hier hätte ich mir eine stärke und vor allem selbstsicherer Protagonistin gewünscht.

Nichtsdestotrotz hatte ich viel Spaß beim Lesen. Wer sich ein bisschen in Frankfurt auskennt, der wird viele Handlungsschauplätze wiedererkennen. Das macht für mich einen Regionalkrimi aus, wobei die Örtlichkeiten hier nicht zu sehr im Mittelpunkt standen.

Insgesamt wurde ich gut unterhalten und ich bin gespannt, was Privatermittlerin Karla Senkrecht noch so zu bieten hat. Von mir gibt es 4 Sterne!

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Veröffentlicht am 21.07.2020

Gefährliche Liebe

Dunkelspiel
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Das Buch startet mit einem Prolog, der 12 Jahre vor der eigentlichen Handlung spielt. Das hat die Autorin clever gemacht, denn es wird sofort Spannung erzeugt und der erste Mord lässt nicht lange auf sich ...

Das Buch startet mit einem Prolog, der 12 Jahre vor der eigentlichen Handlung spielt. Das hat die Autorin clever gemacht, denn es wird sofort Spannung erzeugt und der erste Mord lässt nicht lange auf sich warten - und was für einer. Denn auch wenn es allgemein in diesem Buch relativ unblutig zugeht, sorgen gerade die Morde am Anfang doch für ein flaues Gefühl im Magen.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die beiden Frauen Nina und Friederike. Beide haben gerade in Bezug auf ihre Partner ein Päckchen zu tragen: Nina ist getrennt und hat nun eine Praxis für Psychotherapie eröffnet. Über Umwege lernt sie Friederike kennen, die mit einem Ex-Knacki zusammen ist, aber nicht wirklich glücklich. Die Persönlichkeiten der beiden Frauen wurden gut herausgearbeitet, sodass man während des Lesens ein Gefühl für ihre Handlungen und Entscheidungen bekommen konnte. Zwar waren diese für mich nicht immer nachvollziehbar, allerdings haben sie gut zu den Situationen gepasst. Vor allem Nina hat mich schnell auf ihre Seite ziehen können.

Etwas schade finde ich, dass der Klappentext schon den Mord an Friederikes Freundin Sonja vorweg nimmt. Denn dieser kommt schon etwas überraschend und bringt nochmal Schwung in die ganze Geschichte.

Ein klassischer Thriller mit einem Mörder und einem Ermittler ist es nämlich nicht - was mir aber gut gefallen hat. Das unterschwellige Böse, das den Leser von der ersten Seite an verfolgt, wird hier nochmal gesteigert und sorgt dafür, dass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Für mich war es mal wieder erschreckend, zu was Menschen fähig sein können. Deshalb habe ich auch nicht mehr Leichen gebraucht, um Gänsehaut zu bekommen.

Gegen Ende fügt sich dann auch wieder der Prolog in das Gesamtbild. Ich gestehe: Während des Lesens hatte ich diesen schon fast wieder vergessen, weil er anfangs sehr isoliert vom eigentlichen Plot steht. Dann wird er aber gut in die Handlung mit eingebaut.

Das Ende war sehr gut gemacht und in sich rund - allerdings hatte ich schon eine Ahnung, wie alles zueinander passt, weswegen ich nicht mehr wirklich überrascht wurde. Meinem Lesegenuss hat das aber nicht geschadet.

Alles in allem hat mir der neue Psychothriller von Leonie Haubrich sehr gut gefallen - deswegen gibt es von mir 4 Sterne!

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Veröffentlicht am 21.07.2020

Das liebe Geld...

Young Money Guide
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Gut gefallen hat mir der Aufbau des Buches. Nach einem Vorwort ist es in neun Kapitel aufgeteilt, in denen es dann immer um ein bestimmtes Thema geht, zum Beispiel "Konto & Kredit" oder "Bauen & Wohnen". ...

Gut gefallen hat mir der Aufbau des Buches. Nach einem Vorwort ist es in neun Kapitel aufgeteilt, in denen es dann immer um ein bestimmtes Thema geht, zum Beispiel "Konto & Kredit" oder "Bauen & Wohnen". Dadurch kann man sich auch genau das Thema heraussuchen, das einen gerade interessiert, man muss das Buch also nicht von vorne bis hinten lesen.

Ich habe trotzdem am Anfang begonnen. Das erste Kapitel zum Thema "Geld im Alltag" konnte mich jetzt nicht überraschen, denn hier ging es hauptsächlich um Dinge, die man eigentlich schon weiß: Nicht mehr ausgeben als man hat, Einnahmen und Ausgaben im Blick behalten bzw. ein Haushaltsbuch führen und einen Teil seines Geldes sparen.

Dann wurde es aber für mich schon interessant. Alles was Aktien, ETFs, Sparpläne etc. angeht war nämlich für mich weitgehend Neuland. Hier hat es der Autor geschafft, die Themen für einen Laien nachvollziehbar und verständlich herunterzubrechen. Unterstützt wurde das von anschaulichen Beispielen und teilweise von Grafiken. Auf jeden Fall habe ich sofort Lust bekommen, mein Geld jetzt auch etwas besser anzulegen.

Welche Anlagestrategien Henning Jauernig bevorzugt empfiehlt, lässt sich im ganzen Buch gut herauslesen, denn auf diese weißt er immer wieder hin. Auch wenn ich kein Experte bin, hat sich das für mich sehr glaubwürdig angehört. Gut war aber, dass er sich nicht auf eine Geldanlage fixiert, sondern viele weitere Möglichkeiten nennt.

Gestört hat mich allerdings, dass sich viele Dinge wiederholt haben. Das mag sinnvoll sein, wenn man das Buch nicht in der Reihenfolge liest. So war es dann aber doch an der ein oder anderen Stelle etwas langatmig, weil man das Geschriebene bereits kannte.

Insgesamt hat der Autor das Rad sicher nicht neu erfunden, aber eine gute Möglichkeit für Laien wie mich gefunden, ihnen das Thema schmackhaft und verständlich zu machen. Inwieweit ich jetzt alles Tipps umsetze wird die Zeit zeigen.

Von mir gibt es auf jeden Fall 4 Sterne.

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