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Veröffentlicht am 13.12.2020

Zu hohe Erwartungen werden (meist) enttäuscht

Mord in Highgate
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Anthony Horowitz spielt in seinem Roman selbst eine Hauptrolle – diese Idee ist originell.

Im zweiten Fall des Duos Horowitz - Hawthorne wird ein prominenter Scheidungsanwalt ermordet aufgefunden. Auf ...

Anthony Horowitz spielt in seinem Roman selbst eine Hauptrolle – diese Idee ist originell.

Im zweiten Fall des Duos Horowitz - Hawthorne wird ein prominenter Scheidungsanwalt ermordet aufgefunden. Auf den ersten Blick scheint der Fall eindeutig, eine ebenso prominente Künstlerin hat ihn zuvor in einem Restaurant bedroht. Horowitz, der als Drehbuchautor mit einer Verfilmung komplett ausgelastet ist, hat einer dreiteiligen True Crime-Serie mit dem ebenso genialen wie undurchschaubaren ehemaligen Detective Hawthorne zugestimmt. Er muss jetzt widerwillig zwischen Filmset und Ermittlungsorten hin und her eilen. Als ihm dann noch die absolut unsympathischen und unkorrekt handelnden ermittelnden Polizisten Steine in den Weg legen, ist sein Ehrgeiz geweckt, den Fall vor allen anderen zu lösen. Und der stellt sich als komplexer heraus als erwartet.

Die Parallelen zu Sherlock Holmes, Doctor Watson und Lestrade sind so gewollt und eindeutig, dass sie unmöglich übersehen werden können. Trotzdem bleiben die Charaktere für mich hier ein bisschen zu blass. Horowitz ist der Autor mit vielen erfolgreichen Büchern, der auch als Drehbuchautor arbeitet. Faktisch korrekt, aber als Person nicht wirklich greifbar. Und Hawthorne bleibt nebulös. Clever, belesen, charakterlich eher schwierig. Die Besetzung der Rolle von Lestrade mit einer weiblichen, geistig etwas beschränkten Polizistin mit einem brutalen, skrupellosen Assistenten empfinde ich als ein bisschen fragwürdig. Die anderen, in diesem Fall auftretenden Personen zeichnen sich auch nicht unbedingt durch ein korrektes Verhalten aus. Insofern gibt es hier durchaus Parallelen zu der Sherlock Holmes Vorlage, aber Horowitz überzeichnet, ohne wirkliche Sympathien zu wecken.

Für mich war es tatsächlich das erste Buch dieses Autoren, obwohl mir der Name seit vielen Jahren als Jugendbuchautor und später als Autor der Sherlock Holmes Romane bekannt ist. Vielleicht bin ich genau aus diesem Grund ein bisschen enttäuscht. Der Schreibstil ist wirklich gut lesbar und vermutlich wäre es genau das richtige Buch, um es an einem verregneten Wochenende oder im Urlaub entspannt in einem Rutsch zu lesen. Tatsächlich habe ich viel zu lange gebraucht, weil es mich nicht wirklich fesseln konnte. Ich denke, meine Erwartungen waren einfach viel zu hoch und konnten nur enttäuscht werden.

Mein Fazit: Wirklich gut zu lesen, tolles Cover, nicht ganz so überzeugende Charakterzeichnungen.

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Veröffentlicht am 19.08.2020

Schöne Bilder, aber leider nicht so ungewöhnlich wie der Titel verspricht

Eine Reise durch Deutschland in 100 ungewöhnlichen Bildern und Geschichten
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Das Reisebuch von Merian stellt 100 eher bekannte Orte aus ganz Deutschland auf 336 Seiten vor. Gegliedert ist es ungefähr zu gleichen Teilen in Norden, Osten, Westen und Süden. Zu jedem Ort gibt es meist ...

Das Reisebuch von Merian stellt 100 eher bekannte Orte aus ganz Deutschland auf 336 Seiten vor. Gegliedert ist es ungefähr zu gleichen Teilen in Norden, Osten, Westen und Süden. Zu jedem Ort gibt es meist nur ein Foto, den Begleittext und einen Unterkunftstipp und zwei Restauranttipps.
Die Auswahl und die Begleittexte lassen sehr deutlich das Interesse des Autors an historischen, kulturell bedeutsamen bzw. künstlerischen Sehenswürdigkeiten erkennen.
Da pro Ort durchschnittlich nur 3,5 Seiten zur Verfügung stehen, führt diese Schwerpunktsetzung teilweise zu recht kuriosen Ergebnissen.
Die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst, ein Urlaubsziel mit mehr als 500.000 Besuchern im Jahr, wird mit dem Foto einer Tauchglocke und einem Text beschrieben, der einen Abriss aus Geschichte, Politik, Landschaftsbeschreibung, Kunst und Kultur und natürlich den oben schon erwähnten Hotel- und Restaurantempfehlungen auf gerade mal 3 Seiten liefert.
Dessau hat als Foto einige Stufen einer Treppe im Bauhaus-Gebäude. Der Text ist durchaus interessant für eine bestimmte Zielgruppe, die Auswahl der Gastronomie auch.
Hamburg hat deutlich mehr Raum in diesem Reiseband, aber die schönen Fotos repräsentieren ebenso wie die Texte nur die Orte im Westen der Stadt, die allgemein bekannt sind: Speicherstadt, Schumacherbauten, Elbphilharmonie - Hafen, Prostitution, Konzerte und Musicals.

Mein Fazit nach Lektüre des Buches ist durchwachsen. Die Orte sind bis auf wenige Ausnahmen keine Unbekannten für mich. Die Fotos sind durchaus sehenswert. Die Texte sind interessant, teilweise aber sehr komprimiert. Die Auswahl der Hotels und Restaurants wirkt sehr hochpreisig.
Ein schönes Buch zum Blättern und Lesen für eine bestimmte Zielgruppe, aber definitiv kein Reiseführer für Deutschland.

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