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Veröffentlicht am 02.09.2020

Großartige Bilder - raffinierte, anspruchsvolle Geschichte

Einstein
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Seit Wochen zählt die kleine Maus die Tage zum großen Käsefest. Doch als sie schließlich am Austragungsort, dem schweizerischen Bern, ankommt, hat sie es doch tatsächlich um einen Tag verpasst. Das kann ...

Seit Wochen zählt die kleine Maus die Tage zum großen Käsefest. Doch als sie schließlich am Austragungsort, dem schweizerischen Bern, ankommt, hat sie es doch tatsächlich um einen Tag verpasst. Das kann doch nun wirklich nicht sein! Mit allen Mitteln versucht die kleine Maus die Zeit zurückzudrehen. Ob ihr das gelingt und sie sich am Ende doch noch über einen ganz besonderen Käsegenusstag freuen darf?

Torben Kuhlmanns Geschichte wird für Kinder ab fünf Jahren empfohlen. Kinder in diesem Alter haben sicherlich großen Spaß an den brillanten, detailreichen, einfach wunderbar gestalteten Bildern. So wird es aber wahrscheinlich vielen anderen Leser unterschiedlichen Alters auch gehen, denn derartige Illustrationen sind wirklich eine Rarität. Die Geschichte richtig zu verstehen, das wird Fünfjährigen allerdings Schwierigkeiten bereiten. Kindergartenkinder können mit Begriffen wie „Relativität“, „Konstruktion“ oder „Koordinaten“ in der Regel vermutlich wenig anfangen. Torben Kuhlmann formuliert „schön“ und klar, aber definitiv nicht für Kindergartenkinder, eher für ältere Grundschüler.

Ziemlich schlau und dabei extrem niedlich ist diese Maus, sie kann schließlich sogar Albert Einstein das Wasser reichen. Eine gewitzte und sehr intelligente Hauptfigur! Die drollige Schweizer Uhrmachermaus hat mir und meinen kleinen Mitlesern ebenso ausgesprochen gut gefallen.
Albert Einstein ist nicht gerade häufig in Kinderbüchern zu finden. Auch wenn für Kinder - und für Erwachsene wie mich - alles andere als einfach zu begreifen und erfassen ist, worin genau seine Genialität liegt, finde ich es prima, dass dieser außergewöhnliche Wissenschaftler eine Rolle in der Geschichte einnimmt und so das Interesse an ihm und seiner Person geweckt wird.

Eine Maus, die versucht, mit Hilfe einer besonderen Erfindung aus der Zeit zu fallen, und das nur, weil sie ein Käsefest verpasst hat. Ist es möglich, dass ein kleines Tier Einstein entscheidende Impulse für seine berühmte Theorie geliefert hat? Eine sehr originelle phantasievolle, aber - wenn es dann um die Relativität der Zeit geht- auch eine sehr komplexe Geschichte. So wird z.B. die Tatsache, dass sich die Maus auf ihrer Zeitreise selbst sieht, jüngere Leser sicherlich ein wenig irritieren. Für kleine Kinder ist die Handlung nicht hundertprozentig nachvollziehbar, sie werden die Einsteinschen Aspekte, die bei mir vor allem nach der Lektüre des Nachworts für „Knoten im Gehirn“ gesorgt haben, aber wahrscheinlich ohne Probleme ausblenden können. Kuhlmanns „Einstein“ hat verschiedene Stärken: Kinder werden von den bezaubernden Bildern fasziniert sein, Erwachsene zusätzlich von der hintergründig raffinierten Geschichte, die mit jedem Mal Lesen noch ein bisschen klarer und damit auch „besser“ wird. Ein außergewöhnliches Bilderbuch für Groß und Klein.

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Veröffentlicht am 28.08.2020

Temporeiche und witzige Geschichte über einen untypischen Helden wider Willen

Konratt - Held der Unterwelt - Eine gefährliche Nacht
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Konratt ist eigentlich eine ganz normale Ratte, allerdings eine von Natur aus ziemlich faule. Am liebsten chillt Konratt auf seinem Sofa zu Hause. Doch leider muss sich irgendwann auch mal die faulste ...

Konratt ist eigentlich eine ganz normale Ratte, allerdings eine von Natur aus ziemlich faule. Am liebsten chillt Konratt auf seinem Sofa zu Hause. Doch leider muss sich irgendwann auch mal die faulste Ratte der Welt aus dem gemütlichen Heim bequemen und Futter suchen. Und damit gerät der Stein ins Rollen: Konratt bekommt mit, wie Hund Apollo die Katze Fee schwer drangsaliert. Da bleibt ihm doch wohl nichts anderes übrig, als Fee zu retten. Die ist nicht wirklich dankbar, vielmehr fällt ihr nichts besseres ein, als Konratt zu nötigen, sie zum Hafen zu führen, wo sicher ein leckeres Fischfilet auf sie wartet. Doch der Weg zum Hafen gestaltet sich länger als erwartet und ist voller überraschender Begegnungen und Abenteuer, in denen sich Konratt immer wieder als Held beweisen muss.....

Sybille Rickhoff schreibt kindgemäß, lebendig und humorvoll. Zum Vorlesen ist das Buch für Jungen und Mädchen ab fünf Jahren geeignet, aber auch größere Kinder haben beim Selberlesen sicher noch Spaß daran. Elli Bruders witzige, bunte und lebendige Illustrationen sorgen für Abwechslung und Motivation. Als besonders gelungen empfanden meine Kinder und ich das perfekt passende Cover, das schon einmal alle Figuren vorstellt.

In „Konratt Held der Unterwelt“ tingeln sich eine Menge bunter, origineller Figuren. Allen voran natürlich Konratt, „die faulste Ratte unter den Kanaldeckeln“, die ganz schön viel weiß, die untypischerweise Wasser hasst und unter einem starken Helfersyndrom leidet. Der Verstand wird dabei von Konratts Herz immer wieder besiegt und Konratt kann einfach nicht anders, als in Not geratenen Tieren zu helfen. Ein echt charismatischer Held wider Willen! Auch die anderen Tiere sind besondere Persönlichkeiten, wie z.B. Fee, die sich nach außen hin arrogant und „etepetete“ gibt, aber trotzdem einen weichen Kern hat, die engagierte Umweltaktivistin Ente Ducki oder Kurt, die ängstlichste Kröte weit und breit. Dass die Tiere so extrem unterschiedlich sind, führt zu witzigen Situationen und Wortgefechten. Wichtige Themen wie soziales Miteinander, Tier- oder Umweltschutz werden durch die einzelnen Figuren nebenbei und ganz zwanglos angesprochen, ohne dass das gewollt oder verkrampft wirkt.

Wie aufregend doch eine einzige Nacht sein kann! Erstaunlich, was da alles passiert.. Eine temporeiche Geschichte für alle Tier- und Abenteuerfreunde, die zeigt, dass auch ganz gegenteilige Charaktere sich prima ergänzen, voneinander lernen und Freunde werden können und dass es manchmal gar nicht darauf ankommt, wohin man läuft. Erst hinterher merkt man oft: Der Weg ist das Ziel.

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Veröffentlicht am 27.08.2020

Die Geschichte der Dirigentin Antonia Brico packend und interessant erzählt

Die Dirigentin
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Willy lebt 1926 in New York mit ihren Eltern in einer kleinen Wohnung. Ihr Vater ist Müllmann, die Mutter wacht akribisch über jeden Cent, den Willy in ihren zwei Jobs als Schreibkraft und Platzanweiserin ...

Willy lebt 1926 in New York mit ihren Eltern in einer kleinen Wohnung. Ihr Vater ist Müllmann, die Mutter wacht akribisch über jeden Cent, den Willy in ihren zwei Jobs als Schreibkraft und Platzanweiserin bei klassischen Konzerten im Konzerthaus verdient. Willys Leidenschaft gilt der Musik, sie übt zu Hause auf einem kaputten Klavier und lauscht heimlich Konzerten auf der Männertoilette, dabei liest sie Partituren und dirigiert mit. Beim Konzert des berühmten Dirigenten Wilhelm Mengelberg setzt sie sich verbotenerweise mit einem Klappstuhl in den Gang des Konzertsaals und verliert deshalb ihren Job. Für Willy ist das Auslöser genug, ihr Leben komplett zu ändern und sich nun völlig der Musik zu widmen. Sie setzt alles daran, am Konservatorium als Klavierschülerin aufgenommen zu werden. Doch ihr eigentlicher Traum ist noch ehrgeiziger: Sie möchte Dirigentin werden. Das gibt es bis dato nicht: „Die Musikwelt ist so hinterhältig. Gerade die großen Dirigenten sind alle Männer mit narzisstischen Zügen und einem überdimensionierten Ego.“ Wie soll sich da eine junge Frau durchsetzen können?

Drehbuchautorin und Regisseurin Maria Peters schreibt in der ersten Person aus drei verschiedenen Perspektiven, aus Willys, Robins und Franks. So erhält der Leser drei individuelle Sichtweisen ein und derselben Geschichte. Der Text liest sich flott und unkompliziert. Ich hatte keinerlei Schwierigkeiten, mich auf die Geschichte einzulassen.

Eine wirkliche beeindruckende Person ist Willy, die im Lauf der Geschichte ihre Wurzeln erkennt und den Namen Antonia Brico annimmt. Sie gibt niemals auf, lebt für ihren Traum und ihre Leidenschaft, steht mutig zu ihren Ansichten und ist dabei manchmal ganz schön frech. Im Roman heißt es „In seinem Buch über Bach schreibt Schweitzer, es sei einer der Charakterzüge schöpferischer Menschen, dass sie auf ihren großen Tag warten würden und dass sie, bis es so weit ist, alles in dieses Warten investieren, bis zur Erschöpfung. Das ist meine Geschichte.“ Treffender hätte Antonia sich selbst nicht beschreiben können, sie bezeichnet sich zudem als „so verrückt“, ihr „anderes Leben für die Musik zu opfern“. Antonia zeigt, was es heißt, auf Liebe zu verzichten und durchzuhalten: „Das große Wissen ist, mit Enttäuschungen fertig zu werden“. Immer wieder wird auf Albert Schweitzer Bezug genommen, der zwar nicht direkt im Roman vorkommt, aber später einer der engsten Freunde Antonias werden soll.
Auch Robin, den Willy auf der Arbeitssuche kennenlernt und auf den sie sich von da an immer verlassen kann, ist ein ganz besonderer Mensch, für den Musik alles bedeutet. Wie besonders er ist, wird erst im Laufe der Geschichte klar. Dagegen wirkt Frank Thomson, der mit der Organisation und Vermittlung von Künstlern zu tun hat, eher konventionell und blass. Auch die Dirigenten Wilhelm Mengelberg oder Karl Muck erscheinen im Vergleich zu ihm wesentlich schillernder und komplexer. Ziemlich extrem, einseitig und negativ wird hingegen Antonias Mutter dargestellt, ihre Rolle erinnert an die der „bösen Stiefmutter“.

Antonias Geschichte führt von New York, über die Niederlande nach Deutschland und wieder nach Amerika zurück. Von Antonia Brico hatte ich zuvor nicht nie etwas gehört. Doch dass es diese außergewöhnliche Frau wirklich gab, viele im Buch vorkommenden Szenen nicht erfunden sind und berühmte Persönlichkeiten wie Mengelberg oder Muck real existierten, macht das Buch zu einer hochinteressanten, fesselnden Lektüre. Antonia geht ihren Weg gegen Widerstände. Auch wenn es bis heute kaum erfolgreiche Dirigentinnen an die Spitze geschafft haben - vermutlich haben einige Männer immer noch Schwierigkeiten damit, dass eine Frau als „Taktstocktyrannin“ den Ton angibt- hat sie für sich einiges erreicht und dient anderen als Vorbild. Es reicht manchmal, wenn man seiner eigenen Meinung nach ein Held ist.
Stellenweise, wenn es um Antonias Liebesgefühle geht, driftet der Roman ein klein wenig ins Kitschige ab, fängt sich aber zum Glück rasch wieder.
Recht erhellend waren für mich die Betrachtungen über Musik, wie der Satz „Bach war ein Komponist, der die Sprache Gottes beherrschte“ oder die Erläuterung des Bruckner-Problems, als das Nebeneinander von mehreren Fassungen derselben Symphonie. „Musik ist eine Sprache“. „Die Dirigentin“ spricht verschiedene Sprachen, die der Hauptfiguren, eine, die historische und gesellschaftliche Hintergründe anschaulich darstellt und natürlich auch die der Musik. Das macht diesen Roman zu einem vielschichtigen, anregenden und lesenswerten.

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Veröffentlicht am 27.08.2020

Gewohnt witzig und aufregend- gelungenes Erstlesebuch für Jungen und Mädchen

Doktor Miez - Die Reise zur Schatzinsel (Doktor Miez 4)
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Hurra, ein neues Abenteuer mit Doktor Miez und den Sumslern! Diesmal spielen die Sumsler Piraten. Sie fahren mit einem von Marsmännchen gebauten Segelschiff den Sumselbach hinunter. Doch dabei erleiden ...

Hurra, ein neues Abenteuer mit Doktor Miez und den Sumslern! Diesmal spielen die Sumsler Piraten. Sie fahren mit einem von Marsmännchen gebauten Segelschiff den Sumselbach hinunter. Doch dabei erleiden sie während eines großen Sturms Schiffbruch und stranden an einem unbekannten Ort. Anfangs macht es der Mannschaft großen Spaß, die neue Umgebung zu erkunden. Die Tiere bauen sich ein Lager, gehen auf Schatzsuche und geraten dabei schon wieder in Gefahr. Doch irgendwann sehnen sie sich zurück nach dem Sumseldorf...

Walko schreibt lebendig und kindgemäß. Vierjährige Kinder können die Geschichte sicher problemlos verstehen, wenn sie ihnen vorgelesen wird. Erstleser ab sechs Jahren bewältigen die Textabschnitte in Großdruckschrift vermutlich auch schon teilweise eigenständig. Die farbenfrohen, detaillierten, schönen Bilder motivieren, sorgen für Abwechslung und Ausgewogenheit und so auch dafür, dass der Textanteil die kleinen Leser nicht überfordert.

Wiedersehen mit den liebgewonnen Sumslern: Löbe ist immer noch ein ganz kleines bisschen, ängstlich und schreckhaft, auf Doktor Miez ist nach wie vor Verlass, er bemüht sich um Lösungen für jedes Problem und Määh freut sich weiterhin des Lebens und findet vieles erstmal ganz unvoreingenommen „schön“ und „romantisch“. Eine nette Truppe die Sumsler, die durch ihre witzigen Eigenarten Lacher garantieren.

Werden die Sumsler den Schiffbruch unbeschadet überstehen? Lauert wirklich Gefahr in ihrem neuen Quartier? Finden sie am Ende einen echten Schatz?
Wirklich aufregend, was man alles erleben kann, wenn man eigentlich nur eine kleine Schiffsfahrt unternehmen möchte....
Eine spannende, lustige, phantasievolle, perfekt bebilderte Geschichte für alle die, denen es in den herkömmlichen Erstlesebüchern zu langweilig zugeht.

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Veröffentlicht am 23.08.2020

Nickel und Horn ermitteln in Afrika: buntes, actionreiches und sehr witziges Detektivabenteuer

Nickel und Horn 3: Nickel und Horn auf Safari
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Eigentlich hat der Detektiv Herr Locke Grund zum Feiern, er hat Geburtstag und wird 93 Jahre alt. Aber so richtig zum Feiern ist ihm, nachdem er einem mysteriösen Brief aus Afrika erhalten hat, gar nicht ...

Eigentlich hat der Detektiv Herr Locke Grund zum Feiern, er hat Geburtstag und wird 93 Jahre alt. Aber so richtig zum Feiern ist ihm, nachdem er einem mysteriösen Brief aus Afrika erhalten hat, gar nicht mehr zumute, er wirkt vielmehr sehr niedergeschlagen. Seine Gefährten Meerschweinchen Nickel und Papagei Horn finden heraus, warum ihr Herrchen so traurig ist. Der Brief erinnert ihn an seinen einzigen ungelösten Fall und jetzt scheint auch noch seine alte Freundin Marry Curry in Gefahr. Nickel und Horn möchten nach Afrika auf die Billy-Biltong-Farm, um Marry Curry zu retten. Und da auch Frau Perle schon länger von einer Safari träumt, ist die Reise schnell beschlossene Sache.

Autor Florian Beckerhoff schreibt kindgemäß, gut verständlich und mit viel Humor. Beim Vorlesen gibt es deshalb ganz viel zu lachen. Zeichnerin Barbara Scholz liefert zu der Geschichte passende, farbenfrohe und witzige Bilder, besonders treffend setzt sie die Gefühle der Figuren in Szene. Über die verschiedenen eindeutigen Gesichtsausdrücke der Tiere und Menschen mussten meine Kinder und ich oft schmunzeln.

Was ist das nur für eine tolle Truppe! Nickel, ein weitsichtiges Meerschweinchen, das großes Vertrauen in die Wissenschaft hat, der kurzsichtige, impulsive Papagei mit der aufregenden Vergangenheit, Herr Locke, der ehemalige Detektiv, dem früher kein Fall zu schwer war, die tatkräftige Haushälterin Frau Perle, die sich schwer mit Nichtstun tut und der etwas einfältige Hund Schlappi. Unterwegs treffen die Helden auf interessante Charaktere, z.B. auf einen zahmen Löwen, einen Elefanten, ein Flusspferd, eine Spinne und noch viele weitere mehr. Da kommt es immer wieder zu bemerkenswert lustigen Gesprächen und ungewöhnlichen Wortgefechten, eben weil die Figuren alle so unterschiedlich sind. Schön, dass die Tiere auch dem Bösewicht etwas Verständnis entgegenbringen. Hier wird nicht immer nur in Schwarz-Weiß, sondern auch manchmal in Grautönen gedacht.

Nickel und Horn erleben auf der Safari so viel, dass man das alles gar nicht in Worte fassen kann. Am besten selber lesen! Dabei hat vor allem auch der Vorleser großen Spaß, denn manche Gags sind erst für Erwachsenen richtig verständlich. Aber natürlich werden sich auch die Kleinen über die irre witzigen Szenen und Dialoge amüsieren, z.B die am Flughafen. Nur ganz selten treten Situationen auf, in denen alles ein ganz kleines bisschen zu viel wird, die Handlung etwas überfrachtet wirkt und etwas zu viel Tempo aufnimmt, so dass sich die jungen Zuhörer ein wenig überfordert fühlen könnten. Das ist aber verzeihlich. Für mich hätten die verschiedenen Fremdsprachen der Tiere beispielsweise gar nicht thematisiert werden müssen, dies hat mitunter für unnötige Verwirrung gesorgt.
Die Themen „Unsterblichkeit“ und „Alter“ werden sinnvoll aufgegriffen und tiefergehend behandelt. Dass die Freunde durch ihre großen Taten selbst ein klein wenig unsterblich werden, ist so wahr wie schön. Ein wunderbar buntes, temporeiches Vor- und Selbstlesebuch für Zuhörer ab fünf und Leser ab sieben Jahren, voller unglaublicher Abenteuer, das Jungen und Mädchen gleichermaßen anspricht und definitiv Lust auf mehr „Nickel und Horn“ macht.

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