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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.10.2021

Der Schutz der Familie steht über der Wahrheit

Die Lüge
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Stella lebt im schwedischen Lund. Ihr Vater Adam ist Pfarrer und ihre Mutter Ulrika ist Anwältin. Als Stella eines Abends erst sehr spät nach Hause kommt, sieht ihr Vater sie nur kurz im Flur. Am nächsten ...

Stella lebt im schwedischen Lund. Ihr Vater Adam ist Pfarrer und ihre Mutter Ulrika ist Anwältin. Als Stella eines Abends erst sehr spät nach Hause kommt, sieht ihr Vater sie nur kurz im Flur. Am nächsten Morgen ist sie bereits wieder fort. Als Adam die Wäsche machen will, findet er in der Waschmaschine eine Bluse von Stella, die verdächtige Flecken hat. Im Laufe des Tages hören Adam und Ulrika von einem niedergestochenen Mann in der Nähe. Wenig später erfahren sie, dass ihre Tochter Stella verhaftet wurde und unter Mordverdacht steht...

Die Geschichte wird zunächst aus der Sicht von Adam erzählt. Es gibt immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit, in denen wir erfahren, wie Stella aufgewachsen ist. Adam fragt sich, ob er in der Erziehung versagt hat und wie es soweit kommen konnte, dass seine Tochter angeklagt wird. Er macht sich außerdem Gedanken, wie er den Mordverdacht entkräften kann. Da für ihn der Schutz der Familie an oberster Stelle steht, entschließt er sich, Stella ein Alibi zu geben. Er sagt, dass sie 23:45 Uhr nach Hause gekommen ist, obwohl es erst kurz vor 2 Uhr war.

Nach etwa der Hälfte des Buches wechselt der Autor die Sichtweise. Nun wird aus Sicht von Stella erzählt. Der Hörer erfährt nun wichtige Details, die Adam nicht kennt. Dadurch wird die ganze Geschichte aussagekräftiger und vieles ergibt nun einen Sinn.

Nach einiger Zeit wechselt die Sicht erneut. Nun wird das Ende des Buches aus Sicht der Mutter erzählt. Hier offenbart sich plötzlich eine ganz neue Sichtweise, die das bisher gehörte auf den Kopf stellt.

Gesprochen wird das Hörbuch gleich von drei Sprechern. Adam wird von Hannes Hellmann gesprochen. Stellas Sicht liest Nellie Thalbach und Ulrikas Sicht wird von Anna Thalbach gelesen. Da einer der Gründe für die Wahl des Buches Anna Thalbach war, fand ich es sehr schade, dass sie erst im letzten Teil des Buches zum Einsatz kam. Hannes Hellmann habe ich zum ersten Mal als Sprecher erlebt. Daher weiß ich nicht, ob seine Art zu Reden immer so ist. Es klang zeitweise so, wie wenn man nur den reinen Text liest, ohne jegliche Form der Betonung. Die beiden Thalbachs haben ihre Sache sehr gut gemacht.

Insgesamt war das Buch aus meiner Sicht durchwachsen und ich vergebe daher 3 von 5 Sterne.

Veröffentlicht am 31.12.2020

Influence - Fehler im System

Influence – Fehler im System
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Amir ist ein in Deutschland geborener Tunesier. Er will sich mit dem Netzaktivisten Habakuk treffen, dessen wahre Identität niemand kennt. Er will ihm einen Chip mit sensiblen Daten übergeben, um den größten ...

Amir ist ein in Deutschland geborener Tunesier. Er will sich mit dem Netzaktivisten Habakuk treffen, dessen wahre Identität niemand kennt. Er will ihm einen Chip mit sensiblen Daten übergeben, um den größten Skandal in der Geschichte des Internets aufzudecken.

Doch dann kommt alles anders. Am Tag des geplanten Treffens bricht weltweit das Internet zusammen. Wer steckt dahinter und schafft es Amir trotzdem Habakuk zu treffen und hat das jetzt überhaupt noch einen Sinn?

Christian Linker erzählt eine spannende Geschichte um einen Blackout des Internets. Das Buch liest sich gut, auch wenn ich einige Dinge sehr überzogen finde. Innerhalb weniger Stunden nach Ausfall des Netzes bricht landesweit ein Chaos aus und es bilden sich bereits Bürgerwehren. Sicher ist heutzutage sehr viel vernetzt und viele Daten liegen in Clouds, aber ich denke schon, dass z.B. der normale Betrieb in Krankenhäuser weitergeht. Auch bleiben massenhaft Autos auf Grund von Spritmangel liegen. Es klingt regelrecht so, als ob man jeden Tag tanken müsste.

Insgesamt ist es aber trotzdem eine interessante Geschichte, die zum Nachdenken über eine immer stärke Vernetzung anregt. Es ist eine erdachte Geschichte und keine Dokumentation, daher hat das Buch durchaus 3 Sterne verdient.

Veröffentlicht am 16.11.2020

Lach doch mal wieder

Gans Ernst von Jimmy Kimmel
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Kennt ihr Tage, an denen einfach nichts lustig ist? Egal was andere sagen oder machen, ihr könnt einfach nicht darüber lachen? So geht es auch der Gans Ernst. Schaffst du es, sie zum Lachen zu bringen? ...

Kennt ihr Tage, an denen einfach nichts lustig ist? Egal was andere sagen oder machen, ihr könnt einfach nicht darüber lachen? So geht es auch der Gans Ernst. Schaffst du es, sie zum Lachen zu bringen? Dann versuche doch dein Glück.

Das Buch "Gans Ernst" wurde vom US-Moderator und Comedian Jimmy Kimmel geschrieben und illustriert. Die Illustrationen sind einfach gehalten und damit durchaus für die Zielgruppe der 3- bis 6-jährigen geeignet. Ich persönlich würde es im Laden jedoch nicht als Kinderbuch erkennen, sondern eher als lustiges Buch für Erwachsene. Auf einer Seite liest Gans Ernst Zeitung. Die Schlagzeilen wie "Amsel, Drossel, Fink und Star! Integrationskindergarten feiert endlich Eröffnung." sind dann wohl auch eher etwas für die erwachsenen Vorleser.

Auf dem Cover klebt ein Aufkleber mit dem Hinweis "inkl. Malbuch". Doch beim Blick ins Buch sucht man das Malbuch vergebens. Es gibt lediglich einen Link zum Herunterladen der PDF-Datei. Diese beinhaltet 11 Seiten.

Die Einnahmen des Buches fließen an verschiedene Kinderkrankenhäuser. Doch fast 25 Euro für ein Buch mit 40 Seiten finden wir schon sehr hoch? Das englische Original hingegen gibt es für 18,99 US-Dollar. Doch das muss jeder selbst entscheiden.

Abschließend vergeben wir 3 von 5 Sternen für dieses Buch.

Veröffentlicht am 03.10.2020

Der Venustransit im 18. Jahrhundert

Die Vermessung des Himmels
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Venustransit nennt man das Vorbeiziehen der Venus vor der Sonne, wodurch die Venus als dunkler Fleck sichtbar wird. Mit entsprechender Schutzbrille und einfachen Fernrohren kann man dieses astronomische ...

Venustransit nennt man das Vorbeiziehen der Venus vor der Sonne, wodurch die Venus als dunkler Fleck sichtbar wird. Mit entsprechender Schutzbrille und einfachen Fernrohren kann man dieses astronomische Ereignis gut beobachten. Doch leider passiert dies nur selten. So das letzte mal am 06. Juni 2012. Der nächste Transit ist erst am 11. Dezember 2117.

Im 18. Jahrhundert gab es zwei Gelegenheiten, über die dieses Buch berichtet. Im Jahre 1761 sollte der Venustransit stattfinden. Bereits 1716 rief der britische Astronom Edmond Halley seine Kollegen auf, den Transit zu beobachten. Er sollte dazu genutzt werden, um die Entfernung zwischen Erde und Sonne zu ermitteln. Dazu war es erforderlich den Transit von möglichst weit voneinander entfernen Punkte zu beobachten und die genauen Uhrzeiten für den Eintritt und den Austritt zu dokumentieren.

Was in der heutigen Zeit dank moderner Transportmittel innerhalb kurzer Zeit möglich ist, bedeutete zu jener Zeit monatelange Vorbereitung sowie Reisezeiten von mehreren Monaten, da die ausgewählten Ziele an entlegenen Orten der Erde lagen.

In ihrem Buch berichtet Andrea Wulf, wie in vielen Ländern der Welt nach Geldgebern gesucht wurde, um die Expeditionen zu finanzieren. Außerdem mussten auch die entsprechenden Wissenschaftler gefunden werden und nicht zuletzt die nötige Ausrüstung beschafft werden. Die erste Hälfte des Buches befasst sich mit den Vorbereitungen und der Beobachtung des Venustransits am 6. Juni 1761.

Nachdem die Ergebnisse nicht ganz so zufriedenstellend ausfielen, waren die Wissenschaftler bestrebt am 3. Juni 1769 einen erneuten Versuch zu starten. Doch diesmal blieben gerade mal acht Jahre der Vorbereitung. Doch die Zeit musste reichen, denn die nächste Gelegenheit sollte erst im Jahre 1874 sein. Diese erneuten Versuche werden im zweiten Teil des Buches beschrieben.

Zwischendurch gibt es immer wieder passende Skizzen aus der damaligen Zeit.

Das Buch liest sich wie ein Reisebericht. Die Art und Weise der Reisebeschreibungen gefällt mir gut, doch ich hatte mehr Augenmerk auf den wissenschaftlichen Aspekt erwartet. Man lernt beim Lesen viel über die damalige Zeit und auch etwas über den Venustransit. Schade, dass wir den nächsten nicht mehr erleben werden.

Veröffentlicht am 15.05.2020

Drei Geschichten um die Przewalski-Pferde

Die Letzten ihrer Art
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Maja Lunde bleibt ihrer Linie treu. Auch diesmal lautet das Motto "Drei Geschichten - ein Thema". Das Thema sind nach den Bienen und dem Wasser nun die Wildpferde.

1992 versucht die Tierärztin Karin ...

Maja Lunde bleibt ihrer Linie treu. Auch diesmal lautet das Motto "Drei Geschichten - ein Thema". Das Thema sind nach den Bienen und dem Wasser nun die Wildpferde.

1992 versucht die Tierärztin Karin mit ihrem Sohn Mathias Wildpferde in der Mongolei auszuwildern. Dabei geht es nicht nur um die Schwierigkeiten des Pferdeprojekts sondern auch darum Mathias, der seit Jahren drogenabhängig ist, wieder auf den rechten Weg zu verhelfen. Unterstützt wird sie dabei durch den Einheimischen Jochi.

1883 macht sich der Petersburger Michail Alexandrowitsch Kowrow mit dem deutschen Tierfänger Wilhelm Wolff auf den Weg in die Mongolei, um dort die seltenen Wildpferde zu fangen und in den St. Petersburger Zoo zu bringen. Von seiner Reise berichtet er in Form eines Reiseberichtes.

2064 kämpfen Eva und ihre Tochter Isa ums Überleben. Das Leben in Norwegen ist mittlerweile sehr schwer geworden. Die meisten Menschen sind bereits fortgezogen. Der ehemalige Tierpark ihrer Familie besteht nur noch aus wenigen Tieren. Darunter sind auch zwei Wilfpferde.

Maja Lunde erzählt die drei Geschichten im Wechsel. Auch wenn das Grundthema das selbe ist, sind die Geschichten doch sehr unterschiedlich. Am besten hat mir dabei die Erzählung aus der Zukunft gefallen. So richtige Freude beim Lesen ist diesmal jedoch leider nicht aufgekommen.

Die Covergestaltung kann ich nicht so recht nachvollziehen. Nachdem die ersten beiden Bücher ein einheitliches Layout haben, wurde diesmal plötzlich die Schriftart und Schriftgröße geändert.

Insgesamt gebe ich dem Buch 3 von 5 Sterne.