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Veröffentlicht am 22.02.2017

Wenig berührende Liebesgeschichte und eher ermüdende Geschichte um eine einsame Teenagerin und ihr Pferd

Im Schatten das Licht
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Die 14-jährige Sarah lebt nachdem ihre Mutter und Großmutter gestorben sind, allein bei ihrem Großvater. Beide teilen die Leidenschaft zum Reiten. Henri ist Franzose und war, bevor er der Liebe wegen nach ...

Die 14-jährige Sarah lebt nachdem ihre Mutter und Großmutter gestorben sind, allein bei ihrem Großvater. Beide teilen die Leidenschaft zum Reiten. Henri ist Franzose und war, bevor er der Liebe wegen nach London gezogen ist, Mitglied im "Cadre Noir", einer französischen Elitereitschule in Saumur, weshalb er auch seine Enkelin und Pferd Baucher, genannt Boo, ehrgeizig trainiert. Als der 74-jährige Henri einen Schlaganfall erleidet, ist Sarah auf sich allein gestellt und kann bald die Miete für den Stall und die Versorgung von Boo nicht mehr bezahlen.

Natasha und Mac leben seit fast einem Jahr in Trennung und werden nur noch durch das gemeinsame Haus verbunden, in dem Natasha bisher allein lebte. Als Mac wieder Arbeit in London hat, zieht er dort ins Gästezimmer. Für Natasha, die mit Anwaltskollege Conor zusammen ist, ist die Situation im Haus unerträglich.

Zufällig begegnet sie Sarah in einem Supermarkt und fühlt sich als auf Familienrecht spezialisierte Anwältin verantwortlich für das dünne, stille Mädchen, das beim Diebstahl von Fischstäbchen erwischt wurde.

Natasha und Mac nehmen die verschlossene Sarah bei sich auf, solange Henri im Krankenhaus bleiben muss.
Sarah schwänzt regelmäßig Schulstunden, auch wenn Mac sie gewissenhaft zur Schule bringt, dann fehlt Geld und letztlich verschwindet auch Sarah spurlos.
Die gemeinsame Suche schweißt Natasha und Mac wieder zusammen...

Ich habe schon einige Romane von Jojo Moyes gelesen und konnte mich vor allem für den Bestseller "Ein ganzes halbes Jahr", aber auch "Weit weg und ganz nah" begeistern.

"Im Schatten das Licht" wurde bereits im Jahr 2009 unter dem Titel "The Horse Dancer" in England veröffentlicht und ist kürzlich in Deutschland erstmalig erschienen.
Ich habe den Roman, der knapp 600 Seiten umfasst als sehr zäh empfunden. Möglicherweise mag es daran liegen, dass ich kein Pferdenarr bin und ich mich für das Reiten nicht begeistern kann, aber auch die Liebesgeschichte um Natasha und Mac hatte für mich keinerlei Tiefgang und war mir zu vorhersehbar. Nachdem ich von Jojo Moyes sehr emotionale Romane gewöhnt war, ist dieser Roman aus ihrer Anfangszeit wenig gefühlsbetont. Mit keinem der Protagonisten bin ich so richtig warm geworden, so dass mir der Roman einiges an Durchhaltevermögen abverlangt hat. Insbesondere die ersten hundert Seiten bis zur Begegnung von Natasha und Sarah und auch die letzten 150 Seiten des "Roadtrips" durch Frankreich fand ich einfach nur langweilig.

Mit der späten Veröffentlichung des Romans hat sich der Verlag meiner Meinung nach nicht unbedingt einen Gefallen getan.

Veröffentlicht am 10.02.2017

Schein und Sein einer reichen amerikanischen Familie, vorhersehbare Liebesgeschichte

Träume wie Sand und Meer
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"Träume wie Sand und Meer" ist Band 3 der East-Coast-Reihe von Beatriz Williams. Alle Romane der Serie sind in sich geschlossene Erzählungen, weshalb man die ersten beiden Bände nicht gelesen haben muss, ...

"Träume wie Sand und Meer" ist Band 3 der East-Coast-Reihe von Beatriz Williams. Alle Romane der Serie sind in sich geschlossene Erzählungen, weshalb man die ersten beiden Bände nicht gelesen haben muss, um die Geschichte um Christina "Tiny" Schyler zu verstehen. Wer jedoch "Das geheime Leben der Violet Grant" (Band 2) gelesen hat, wird Tiny als ältere Schwester von Vivian kennen.

Der Roman spielt in den 60er-Jahren und zeigt Schein und Sein einer reichen amerikanischen Familie mit politischen Ambitionen. Er wird aus der Perspektive von Tiny im Jahr 1966 bzw. aus Sicht von Caspian im Jahr 1964 erzählt.

1966 ist Tiny mit dem Politiker Frank Hardcastle verheiratet und hat gerade eine Fehlgeburt erlitten. Franks Cousin Caspian kehrt als Kriegsversehrter und gefeierter Held aus Vietnam zurück und fast zeitgleich erhält Tiny einen Erpresserbrief mit pikanten Fotos von ihr aus dem Jahr 1964, die die Karriere ihres Ehemannes mitten im Wahlkampf zerstören könnten.

1964 verliebte sich Tiny in Cap ohne zu ahnen, dass es sich bei ihm um den Cousin ihres Verlobten handelt. Schon damals begann sie zu zweifeln, ob es sich bei Frank um den richtigen Mann fürs Leben handelt, war allerdings trotzdem nicht entschlossen genug, sich von ihm und seiner einflussreichen Familie zu lösen.

Durch den Perspektivenwechsel kann man als Leser die Gefühle von Tiny und Cap gut nachvollziehen, auch wenn Tiny als Protagonistin des Romans farblos bleibt. 1964 hat sie theoretisch noch die Möglichkeit, ihr Leben ganz einfach eine neue Richtung zu geben, wagt es aber nicht, die nötigen Schritte dafür zu unternehmen. 1966 ist die Situation, verheiratet mit einem Ehemann im Rampenlicht, viel schwieriger und dennoch ist sie hier emotional gebeutelt durch die Fehlgeburt und unter Druck durch die Erpressung eher bereit, aus dem goldenen Käfig auszubrechen.

Früh ist die Geschichte durch das Auftauchen von Cap und Schwester Pepper, die deutlich mehr Pfeffer im Hintern hat als Tiny, vorhersehbar, die Handlung aber nicht so unterhaltsam geschrieben, dass man gespannt verfolgt, wie Tiny aus dem ganzen Schlamassel herauskommt und sich von allem emanzipiert.

"Träume wie Sand und Meer" konnte mich insofern nicht für weitere Bände der East-Coast-Reihe begeistern.

Veröffentlicht am 03.02.2017

Nichts für echte Tempe-Brennan-Fans

Die Knochenjägerin
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Neben dem Kurzroman "Tempe Brennans erster Fall" enthält der Sammelband die bislang als E-Books erschienenen Kurzromane "Fährte des Todes", "Wasser des Todes" und "Gletscher des Todes".

"Fährte des Todes" ...

Neben dem Kurzroman "Tempe Brennans erster Fall" enthält der Sammelband die bislang als E-Books erschienenen Kurzromane "Fährte des Todes", "Wasser des Todes" und "Gletscher des Todes".

"Fährte des Todes"

Die Wasserleiche einer Biologiestudentin wird in den Wäldern um den Mountain Island Lake in North Carolina gefunden. Die forensische Anthropologin Tempe Brennan unterstützt die Ermittler im Umfeld militanter Umweltaktivisten und wird dabei auf einen grausigen Fall von Tierquälerei aufmerksam. Pikant ist zudem, dass die Studentin Edith Blankenship ein Verhältnis mit ihrem Professor hatte...

Der Krimi mit knapp 80 Seiten ist schnell gelesen, ist aber aufgrund der Kürze weder sonderlich komplex noch spannend, da die Auflösung des Falles sich ziemlich schnell ergibt und Tempe Brennans Können als forensische Anthropologin im Untersuchen von Details, um auch die kleinsten Zusammenhänge zu erkennen, die den polizeilichen Ermittlern häufig verborgen bleiben, nicht wirklich gefordert ist.

"Wasser des Todes"

Eigentlich möchte Tempe Brennan Urlaub in den Everglades bei ihrer Freundin Lisa machen, als sie zufällig auf die sterblichen Überreste einer Frau in dem Magen einer Schlange aufmerksam wird...

"Gletscher des Todes"

Tempe Brennan wird darum gebeten, eine Autopsie an einer drei Jahre alten Leiche vorzunehmen, die durch ein Erdbeben in der Gipfelregion des Mount Everest freigelegt wurde. Es soll sich um die Bergsteigerin Brighton Hallis handeln, die Tochter eines reichen Ehepaares aus Charlotte ist.
Durch die Autopsie der Leiche ergeben sich jedoch mehr Fragen als Antworten...

Beide Krimis sind deutlich ausführlicher als "Fährte des Todes" und nach dem vertrauten Schema der Tempe-Brennan-Romane aufgebaut. Die Arbeit einer forensischen Anthropologin und der Spürsinn sowie Ehrgeiz zur Aufklärung nicht ganz gewöhnlicher Todesfälle spielen die entscheidende Rolle. In beiden spannenden Fällen fiebert der Leser bis zum Ende mit, was Brennan bei der Leichenschau aufdeckt und wie sie sich selbst bei der Tätersuche in unmittelbare Gefahr begibt.

"Tempe Brennans erster Fall"

Es handelt sich um den ersten Kriminalfall von Tempe Brennan. Als studierte Archäologin, die sich eigentlich nur mit uralten Leichenteilen befasst, wird sie von Ermittlern der Polizei angesprochen, an der Aufklärung eines Falls um einen toten Zahnarzt mitzuwirken, der in seinem Wohnwagen verbrannt ist.
Interessant ist zu lesen, wie Brennan zu ihrer Berufung als forensischen Anthropologin gelangt ist, die Aufklärung des Falles fand ich dagegen unspektakulär und schon fast langweilig, was aber auch der Kürze von nur übersichtlichen 76 Seiten des Krimis geschuldet sein kann.

Fazit: Echte Fans von Tempe Brennan werden von diesem Sammelband enttäuscht sein. Mir selbst haben zwei der Fälle wirklich gut gefallen, ein echtes Kaufsargument sind diese aber auch nicht. Die Kriminalfälle leben einfach von der Persönlichkeit, Expertise und Leidenschaft von Tempe Brennan, die in den Kurzgeschichten einfach nicht zur Geltung kommen.

Veröffentlicht am 30.01.2017

Poetischer Roman, bei dem mir am Ende zu viele Fragen offen blieben

Tage mit Leuchtkäfern
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Das Buch ist in Form von Briefen an Gott geschrieben, die die Tagebucheinträge eines 15-jährigen Mädchens sind, das der Leser zunächst nur mit dem Spitznamen Ghandi kennenlernt. Ghandi ist zutiefst unglücklich, ...

Das Buch ist in Form von Briefen an Gott geschrieben, die die Tagebucheinträge eines 15-jährigen Mädchens sind, das der Leser zunächst nur mit dem Spitznamen Ghandi kennenlernt. Ghandi ist zutiefst unglücklich, ihre Arme sind gezeichnet von selbstverletzendem Verhalten, zudem ist sie Bulimikerin. In der Schule wird sie bestenfalls mitleidig beäugt, sie hat keine Freunde und fühlt sich auch innerhalb ihrer Familie unverstanden und einsam. Sie ist zwar in psychotherapeutischer Behandlung, ihren Schmerz schildert sie aber nur in den Briefen an Gott, an den sie aber auch nicht wirklich glaubt.

An Weihnachten, als die Familie - Mutter, Stiefvater und ihre zwei Geschwister - zum Essen ausgegangen ist, geht sie einsam durch das verschneite Berlin und begegnet Fred, der einen Schneeengel macht. Er nimmt sie mit in seine Wohnung, wo sie auf seine Clique trifft: Noah, Fabien, Amira und Lynn. Die fünf bilden den Club der verhinderten Selbstmörder". Sie haben sich in einer psychiatrischen Klinik kennengelernt und befinden sich offensichtlich alle noch wegen ihrer psychischen Probleme in ambulanter Behandlung.

Überraschend schnell wird Ghandi in die Clique aufgenommen und hat zum ersten Mal Menschen um sich, die sie zu verstehen scheinen. Zu Hause stößt sie ihre Mutter weiterhin vor den Kopf, die sichtlich überfordert ist und den Eindruck macht, ihre Tochter aufgegeben zu haben. Ghandis seelische und damit einhergehende körperlichen Probleme verschärfen sich trotz des neuen Halts durch die Freunde weiter. Als sie sich buchstäblich die Seele aus dem Leib kotzt, wird sie in eine Akutklinik eingeliefert, wo sie vier Wochen im Koma liegt.

"Tage mit Leuchtkäfern" ist keine leichte Kost. Alle Protagonisten des Buches haben psychische Probleme, die jedoch mit Ausnahme von Amira, nicht weiter erläutert werden. Bis zum Schluss blieb für mich offen, was der Grund für Ghandis Essstörung ist. Ich hätte mir gewünscht, dass man zumindest während des Krankenhausaufenthalts, wenn dem Leser Ghandi endlich als Antonia vorgestellt wird, erfährt, warum sie sich so einsam fühlt bzw. worunter sie leidet oder was ihr in der Vergangenheit widerfahren sein mag, dass sie versucht, sich durch das Erbrechen Erleichterung zu verschaffen.

Durch die sehr philosophischen Charaktere des Romans und den besonderen Schreibstil in Form von Briefen an Gott, ist "Tage mit Leuchtkäfern" wie der Titel schon vermuten lässt, ein poetischer Roman, der allerdings in Bezug auf die Hintergründe zu den handelnden Personen sehr vage blieb. Auch wenn mich das Buch aufgrund der ernsten Thematik emotional berührt hat, blieb für mich am Ende ein Fragezeichen.

Veröffentlicht am 25.01.2017

Dreiecksverhältnis eines verheirateten Mannes, Roman über versteckte Gefühle, aber sehr übersichtliche Handlung

Letzte Nacht
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Der 39-jährige Familienvater Jeff stirbt auf dem Weg von der Arbeit nach Hause bei einem Verkehrsunfall. Als Trauernde bleiben einerseits Ehefrau Claire und Sohn Seth und andererseits Arbeitskollegin Tish, ...

Der 39-jährige Familienvater Jeff stirbt auf dem Weg von der Arbeit nach Hause bei einem Verkehrsunfall. Als Trauernde bleiben einerseits Ehefrau Claire und Sohn Seth und andererseits Arbeitskollegin Tish, mit der ihn offenbar mehr verband.

Das Buch ist abwechselnd aus den Perspektiven der drei Protagonisten geschrieben. Als Leser erhält man durch Erinnerungen Einblick in die gemeinsame Vergangenheit und begleitet die beiden Frauen durch ihre Trauer.

Bis zu Jeffs Tod wusste Claire nicht viel über Tish, die meilenweit entfernt in einem anderen Springfield wohnt und in einer andern Niederlassung als Jeff arbeitet. Die beiden Frauen sind sich nur einmal bei einem Firmenevent begegnet. Tish, die in der Personalabteilung tätig ist, erscheint auf der Beerdigung, wo sie auffällig traurig ist. Darüber hinaus kommen Claire aufgrund eines Buches mit einer persönlichen Widmung von Tish, das ihr Sohn in einer Reisetasche seines Vaters findet, und mehrere SMS Zweifel, ob Jeff ihr treu war. Um Gewissheit zu bekommen, fliegt sie zu Tish, um sie mit ihrem Verdacht zu konfrontieren.

"Letzte Nacht" handelt von einem Dreiecksverhältnis eines verheirateten Mannes, der sich in eine andere Frau verliebt, die er als seine Seelenverwandte empfindet, aber ebenfalls verheiratet und Mutter einer Tochter ist. Beide haben scheinbar Skrupel, ihr bisheriges Leben zu ändern, ihre Familien aufzugeben und Partner und Kind zu verletzen.

Durch die drei unterschiedlichen Perspektiven kann sich der Leser in die Gefühlswelt aller drei Hauptpersonen hineindenken, weshalb es in diesem Roman kein klassisches Opfer als betrogener Ehepartner bzw. DEN bösen Ehebrecher gibt. Am Ende sind alle Opfer.

Ich hatte Schwierigkeiten den Roman flüssig zu lesen, da es keine Kapitelüberschriften gibt, die darauf hinweisen, aus welcher Sicht es geschrieben ist. Eingangs muss man sich immer wieder aufs Neue rückbesinnen, in wessen Gedankenwelt man eintaucht, darüber hinaus passiert in dem Roman einfach wenig.

"Letzte Nacht" (im Original: "Hidden") ist ein sehr gemächlicher, leiser Roman, der sich um die verbotenen (versteckten) Gefühle von Jeff und Tish und um die nagende Ungewissheit von Claire dreht, mir aber nicht lange im Gedächtnis bleiben wird.