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Veröffentlicht am 15.03.2022

Auf den Weg in die Selbstständigkeit

In Liebe, Layla
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1938 – die Zeit der großen Depression in Amerika ist noch nicht beendet. Es herrscht auch hier Arbeitslosigkeit. Layla, Tochter von Senator Beck, soll auf Wunsch ihrer Eltern den reichen Nelson heiraten. ...

1938 – die Zeit der großen Depression in Amerika ist noch nicht beendet. Es herrscht auch hier Arbeitslosigkeit. Layla, Tochter von Senator Beck, soll auf Wunsch ihrer Eltern den reichen Nelson heiraten. Sie verweigert dieses strikt und muss sich der harten Realität stellen. Ihr Vater enterbt sie und dreht den Geldhahn zu. Gegen ihren Willen wird sie nach Macedonia, West Virginia, geschickt. Hier nimmt sie an einem Schriftstellerprojekt teil, bei dem sie staatliche Unterstützung beziehen kann und soll zur 150-Jahrfeier des Ortes die Geschichte von Macedonia aufschreiben. Als Pensionsgast wohnt sie bei der Familie Romeyn, die sich zusammensetzt aus Jottie, ihrem Bruder Felix mit seinen beiden Töchtern Willa sowie Bird und deren Tanten Minerva und Mae. Die Familie Romeyn gehörte früher zu einer der besten Familien in der Stadt, doch nun freuen sie sich über die zusätzlichen Einnahmen durch Untervermietung. Layla fällt in dem kleinen Ort auf und wird misstrauisch beobachtet bei ihrer Aufgabe Informationen zu sammeln. Im Laufe der Erzählung tritt aber immer mehr die Geschichte der Familie Romeyn in den Vordergrund.

Das Buch fällt ins Auge durch das wunderschöne Cover. Annie Barrows erzählt aus verschiedenen Perspektiven hauptsächlich aus der Sicht von Jottie und der zwölfjährigen Willa. Abwechslung bringen teils witzige und ironische Briefe, die Layla an unterschiedliche Personen schreibt. Man erfährt viel über den Ort und ihren Bewohnern, die ihre kleinen Macken haben. Dieses hat mich öfter zum Schmunzeln gebracht. Der Anfang und der Schluss haben mir gefallen, doch der Mittelteil hat sich für mich hingezogen und man hätte das Buch um die Hälfte kürzen können.

Annie Barrows war Mitautorin von dem Buch „Deine Juliet“, welches mich positiv überrascht hat und kann mit diesem Roman nicht an den Erfolg des ersten Bandes anknüpfen. Das Buch kann man lesen, muss es aber nicht.

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Veröffentlicht am 04.02.2022

Venedig im Winter

Venezianische Schatten (Ein Luca-Brassoni-Krimi 3)
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Venedig im Winter und kaum Touristen – eine sehr ungewöhnliche Szenerie. Commissario Luca Brassoni und seine Freundin, die Gerichtsmedizinerin Carla Sorrenti machen einen Spaziergang und finden auf der ...

Venedig im Winter und kaum Touristen – eine sehr ungewöhnliche Szenerie. Commissario Luca Brassoni und seine Freundin, die Gerichtsmedizinerin Carla Sorrenti machen einen Spaziergang und finden auf der Kirchentreppe eine junge Frau, die einen verwahrlosten und verwirrten Eindruck macht. Im Krankenhaus stellt sich heraus, dass sie unter einer schweren Amnesie leidet. Luca Brassoni ist sich sicher, dass hinter der Geschichte mehr steckt. Möglicherweise ist sie irgendwo gefangen gehalten worden. In Venedig gab es in letzter Zeit einige Vermisstenfälle. Alle Opfer sind jung, hübsch und blond. Der Commissario vermutet, dass alle Opfer eines Serienentführers oder –mörders sind. Mit Beharrlichkeit beginnen Commissario Brassoni, der auch mit privaten Problemen zu kämpfen hat und sein Team zu ermitteln und stoßen auf alte Fälle, die bereits zu den Akten gelegt wurden.

Dies ist der dritte Fall um Commissario Luca Brassoni von Daniela Gesing. Sie hat einen angenehm zu lesenden Schreibstil. Das Buch lässt sich schnell und einfach lesen. Die Autorin verwendet gängige italienische Redewendungen, die für mich verständlich waren. Die guten Beschreibungen der Handlungsorte mit den vielen Sehenswürdigkeiten, ermöglichen den Leser sich in die Lagunenstadt versetzt zu fühlen. Sie sind gut abgestimmt und wirken nicht aufdringlich, aber mehr sollte es auch nicht sein.

Interessant fand ich mehrere Perspektivwechsel, die aus Opfer- bzw. Tätersicht geschildert wurden. Negativ aufgefallen sind mir einige inhaltliche Wiederholungen, deren Sinn ich nicht nachvollziehen konnte. Die Spannung hätte sich noch etwas steigern können, da für mich schon sehr früh der Täter erkennbar war. Die kleinen Ablenkungsmanöver fand ich sehr offensichtlich und erzielten nicht den gewünschten Effekt mich von meinem Täter abzubringen. Ich fand, dass dieses der schwächste Band der Reihe ist.

Mein Fazit: Ein angenehm zu lesender Krimi mit wenig Spannung.

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Veröffentlicht am 10.02.2021

Anders als erwartet

Das Einmaleins des Glücks
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Germaine ist ein Zahlenmensch und arbeitet schon seit Jahren als Mathematikerin in einer Versicherung. Als sie sich auf eine höher qualifizierte Stelle bewirbt, wird sie auch dieses Mal wieder übergangen. ...

Germaine ist ein Zahlenmensch und arbeitet schon seit Jahren als Mathematikerin in einer Versicherung. Als sie sich auf eine höher qualifizierte Stelle bewirbt, wird sie auch dieses Mal wieder übergangen. Erbost kündigt sie die Stelle. Als ihre Bewerbungen bei anderen Versicherungen keinen Rückruf erbringen, vermittelt ihre Cousine Kimberley ihr eine Stelle bei dem städtischen Beratungsdienst für Senioren. Gemeinsam mit der neuen Kollegin Eva soll sie den älteren Herrschaften mit Rat und Tat zur Seite stehen. Während Eva den Anrufern ihr Mitgefühl zeigt, bemüht sich Germaine die Leute zu belehren, damit sie nicht mehr anrufen. Doch je mehr Germaine die Senioren kennenlernt, desto weniger nervig empfindet sie die Anrufe. Als das Seniorenzentrum abgerissen werden soll, wird Germaine um Hilfe gebeten.

Für meinen Geschmack war das Buch etwas langatmig und zäh und nicht so beschwingt, witzig sowie erfrischend charmant wie ich es aufgrund des wunderschönen Covers und des Klappentextes vermutet habe. Bis auf den kleinen Charly konnte ich keine Bindung zu den Figuren aufbauen, sondern habe sie mit wachsender Distanz wahrgenommen. Es war für mich kein Buch, das ich nach den ersten Seiten nicht mehr aus der Hand legen konnte und in einem Rutsch durchgelesen habe. Ich muss gestehen, dass ich mich manchmal zum Lesen aufraffen musste. Vielleicht hatte ich auch die falschen Erwartungen an das Buch.

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Veröffentlicht am 11.10.2020

Medizinhistorischer Krimi

Die Tinktur des Todes
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Wir befinden uns im Jahr 1847 in Edinburgh. Der junge Medizinstudent Will Raven hat bei einem Wucherer große Schulden gemacht, um der Prostituierten Evie aus einer Notlage zu helfen. Doch als er sich nach ...

Wir befinden uns im Jahr 1847 in Edinburgh. Der junge Medizinstudent Will Raven hat bei einem Wucherer große Schulden gemacht, um der Prostituierten Evie aus einer Notlage zu helfen. Doch als er sich nach ihrem Befinden erkundigen will, findet er sie seltsam verrenkt auf dem Bett in ihrer ärmlichen Unterkunft. Evie war mehr als eine Prostituierte für Will und ihr Schicksal, zumal er von Anfang an nicht an Selbstmord glauben kann, trifft ihn sehr.

Um nicht mit ihrem Tod in Verbindung gebracht zu werden, stiehlt sich Will davon. Doch ausgerechnet die Handlanger des Wucherers laufen ihm über den Weg und richten ihn übel zu, da er nicht in der Lage ist die Schulden zurückzuzahlen. Sehr lädiert, tritt er am nächsten Morgen seine Stelle als Praktikant bei einem Arzt der Geburtsheilkunde an.

Zum Glück stellt Dr. Simpson, im Vergleich zu seinem Hausmädchen Sarah, nicht viele Fragen. Als jedoch eine zweite Frau, in ähnlicher Haltung tot aufgefunden wird, kann Raven nicht länger wegsehen und beginnt, zusammen mit Sarah zu ermitteln, obwohl sie sich dadurch in große Gefahr zu begeben.

Hinter dem Autor Ambrose Parry verbirgt sich das Autorenpaar Christopher Brookmyre und Marisa Haetzmann. Er hat bereits mehrere Bücher veröffentlicht und seine Frau ist Medizinhistorikerin und hat zwanzig Jahre als Anästhesistin gearbeitet. Die Geschichte beginnt etwas gemächlich. Am interessantesten fand ich die Entwicklung von Betäubungsmittel und dem damaligen Stand der Forschung. Man merkt, dass die Autoren vom Fach sind. Die Krimihandlung nimmt nur einen geringen Raum ein, ist sehr ruhig und hätte für mich etwas mehr Spannung vertragen können.

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Veröffentlicht am 02.06.2020

Eine leichte Sommerlektüre

Gut Schwansee - Deine Liebe in meinem Herzen
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Leni lebt in Berlin zusammen mit ihrem Freund Jannik, der dort den Laden Vintage Dream betreibt. Sie restaurieren und gestalten alte Möbel aus den Fünfziger bis Achtzigerjahren. Als sie ein Angebot von ...

Leni lebt in Berlin zusammen mit ihrem Freund Jannik, der dort den Laden Vintage Dream betreibt. Sie restaurieren und gestalten alte Möbel aus den Fünfziger bis Achtzigerjahren. Als sie ein Angebot von alten Möbeln bekommen, macht sich Leni allein auf den Weg an die Ostsee nach Gut Schwansee. Eigentlich wäre Leni mit Jannik dort hingefahren, da er aber keine Zeit hat, muss sie allein fahren. Vielleicht würde ihr diese kleine Auszeit guttun, denn Leni hat herausgefunden, dass ihr Freund nicht ganz ehrlich ist. Auf dem Gut trifft Leni auf Nathan, sie fühlt sich von ihm angezogen, gleichzeitig nervt sie seine selbstgefällige Art.

Dieses ist der erste Band einer Trilogie, der den Leser nach Gut Schwansee entführt, um den Alltag hinter sich zu lassen. Jette Mertens hat einen leichten Schreibstil, so dass der Einstieg in die Geschichte schnell gelingt. Das Buch lässt sich flüssig lesen. Durch die bildhaften Beschreibungen fühlt man sich auf das Gut Schwansee versetzt und kann sich den Ort ausgezeichnet vorstellen. Die Hauptprotagonistin Leni wirkt auf mich ein wenig naiv, aber sehr liebenswert.

Es ist eine leichte Sommerlektüre, die man gut nebenbei lesen kann, aber sie wird leider nicht so in Erinnerung bleiben, da die Handlung doch sehr oberflächlich und vorhersehbar gestaltet ist. Trotzdem bietet das Buch eine kleine Auszeit vom Alltag, in der man beim Lesen an nichts denken muss und abschalten kann.

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