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Veröffentlicht am 16.10.2020

Ein kalter Wind von Osten her

Die Worte des Windes
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Fast könnte man Robin als Prinzessin auf Abwegen bezeichnen, doch mit hinfallen, aufstehen, Krönchen richten hat es sich erledigt. Die 16-Jährige ist eigentlich Prinzessin der Wetterhexen, lebt aber seit ...

Fast könnte man Robin als Prinzessin auf Abwegen bezeichnen, doch mit hinfallen, aufstehen, Krönchen richten hat es sich erledigt. Die 16-Jährige ist eigentlich Prinzessin der Wetterhexen, lebt aber seit einigen Jahren im selbst gewählten Exil und versucht sich an dem Leben einer ganz gewöhnlichen Teenagerin. Bis jetzt. Denn Robins Heimatstadt wird von Donnerdrachen heimgesucht, die alles zerschlagen, was ihnen in den Weg kommt. Zusammen mit dem Sturmjäger Aaron und dessen Gehilfen Damian stellt sich Robin den Drachen entgegen. Dabei stellt sich schnell heraus, dass die Donnerdrachen nicht unbedingt ihr größtes Problem sind.

Auch, wenn Robin mehrfach betont, dass Wetterhexen bereits mit 12 Jahren als volljährig gelten, ist sie in vielerlei Hinsicht ihrem Alter absolut angemessen. Angefangen von kopflosen Entscheidungen bis hin zu Teenagerproblemen erfüllt sie fast alle Anforderungen einer Jugendlichen. Allerdings macht sie dies auch zu einer nahbaren Identitifikationsfigur innerhalb der Handlung. Die Geschichte bekommt eine jugendliche Heldin, die aufgrund ihrer phantastischen Hintergrunds aber mehr kann, als eine Durchshnittsteenagerin.

Mechthild Gläser steigt gleich mit Chaos, Unordnung und Zerstörung in „Die Worte des Windes“ ein und schafft so die Gelegenheit, die Handlung auf die Wiederherstellung von Ordnung zu konzentrieren. Parallel dazu wird die Geschichte von Robin erzählt, wobei man von Anfang an zwar weiß, was passiert ist, die genaueren Hintergründe aber erst nach und nach erfährt.
Neben den phanatstischen Elementen der Handlung, greift die Geschichte das Thema Klimawandel auf. Anstelle eines mahnenden Zeigefingers, geht das Thema so geschickt in den erzählten Ereignissen auf, dass es Teil der Handlung ist und dennoch nachdenklich macht.

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Veröffentlicht am 16.10.2020

Zwischen Licht und Dunkelheit

Living Legends
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Nic ist tot. Im Kampf von Fra Mauros marmornem Löwen getötet. Sein Schutzgeist und seine große Liebe Lynn ist jedoch nicht bereit, dies zu akzeptieren. Nicht, nachdem sie ihn bereits einmal vor dem sicheren ...

Nic ist tot. Im Kampf von Fra Mauros marmornem Löwen getötet. Sein Schutzgeist und seine große Liebe Lynn ist jedoch nicht bereit, dies zu akzeptieren. Nicht, nachdem sie ihn bereits einmal vor dem sicheren Tod bewahrt hat. Also geht sie einen Handel mit dem Tod ein und schafft es so Zeit zu schinden, um Nic ins Leben zurückholen zu können. Wer sich mit dem Tod einlässt, muss allerdings auch bereit sein, einen Preis für diesen Handel zu zahlen.

Die „Living Legends“-Trilogie hat Nic und Lynn schon so einige Abenteuer beschert. Vor allem im Kampf gegen das Böse, verkörpert durch Fra Mauro, mussten sich die beiden immer wieder beweisen. Jetzt ist es Fra Mauro gelungen, Nic zu töten und das unschlagbare Duo auseinanderzureißen. Um Nic das Leben zu schenken, das er in Lynns Augen verdient hat beruft sie sich auf alte Legenden, die sie zu einer Meerjungfrau und einem untoten Soldaten führen. Durch die Meerjungfrau bekommt die Geschichte eine unberechenbare Komponente, was es spannend macht, denn so steht auf der Kippe, ob Lynn ihr Vorhaben auch tatsächlich gelingt.

Mit dem Soldaten Zolli bekommt Lynn einen Geist an ihre Seite, der einerseits all das verkörpert, was auch Lynn als Schutzgeist ausmacht, andererseits aber auch einen völligen Gegenpart darstellt. Das Spannungsfeld zwischen den Figuren gibt der Handlung eine ganz eigene Dynamik. Vor allem, weil Lynn sich selbst immer wider vor Augen führt, dass sie ebenso wie Zolli den Bezug zur Realität verlieren könnte, wenn sie ohne menschlichen Kontakt leben würde. „Des Todes Sünden“ bewegt sich zwischen Romantasy, Action und ernsten Tönen, wodurch die Geschichte auch ihren Reiz entwickelt.

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Veröffentlicht am 12.09.2020

Nur eine Frage der Zeit

Die Diebin des Teufels
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„Die Diebin des Teufels geht um“, behauptet eine Gruppierung von Mageus, die gegen das Anti-Magie-Gesetz vorgeht. Nach einem Zwischenfall wird Esta als Diebin des Teufels bezeichnet und ihr Name für die ...

„Die Diebin des Teufels geht um“, behauptet eine Gruppierung von Mageus, die gegen das Anti-Magie-Gesetz vorgeht. Nach einem Zwischenfall wird Esta als Diebin des Teufels bezeichnet und ihr Name für die Aktivitäten der Gruppe verwendet, obwohl Esta selbst nichts mit ihnen zu tun hat. Zusammen mit Harte Darrigan, sucht sie in St. Louis nach fünf elementaren Steinen, um die Macht des Buchs des Mysterien zu brechen, die in Harte selber steckt. Währenddessen haben Viola, Jianyu und Cela in New York alle Hände voll zu tun, die Magie geheim zu halten und gleichzeitig ihren Feinden die Stirn zu bieten.

Magie ist zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Amerika nicht nur nicht gerne gesehen, sondern verbreitet auch Angst und Schrecken. Lisa Maxwell erzählt im zweiten Teil ihrer „Ars Arcana“-Reihe aus mehreren Perspektiven, wie die Mageus mit ihren Fähigkeiten umgehen und dabei mehr oder weniger heimlich gegen die New Yorker Gangs vorgehen. Auch, wenn dabei wechselnde Personen im Vordergrund stehen, wird unmissverständlich deutlich, wie die einzelnen Sichtweisen zusammenhängen. Dadurch ist man den Charakteren manchmal etwas voraus, allerdings ist die Geschichte selbst nicht vorhersehbar.

Das Personal in „Die Diebin des Teufels“ ist bunt wie New York selbst, oder vielmehr: bunt, wie New York eigentlich sein sollte. Denn immer wieder klingt Kritik am heutigen Amerika durch und zwischendurch gewinnt man den Eindruck, dass sich die Gesellschaft bis auf ein paar technische Errungenschaften kaum verändert hat. Lisa Maxwell schafft eine große Bandbreite an sowohl kultureller als auch sexueller Diversität und bindet diese ganz selbstverständlich mit in den erzählerischen und historischen Kontext mit ein.

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Veröffentlicht am 03.09.2020

Etwas Schönes bauen

Campus Love
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Alles hat mit einer Bettgeschichte angefangen. Zumindest könnte man das behaupten, denn als Kayla ihr Zimmer beziehen will, liegt Jason, der beste Freund ihrer Mitbewohnerin, auf ihrem Bett. Dabei stört ...

Alles hat mit einer Bettgeschichte angefangen. Zumindest könnte man das behaupten, denn als Kayla ihr Zimmer beziehen will, liegt Jason, der beste Freund ihrer Mitbewohnerin, auf ihrem Bett. Dabei stört sie weniger die Tatsache, dass es sich um Jason speziell handelt, sondern, dass es sich jemand ihr völlig fremdes auf ihrem Bett bequem gemacht hat. Im Laufe der Zeit begegnen sich die beiden immer wieder und sind in allen Belangen wie Feuer und Wasser. Kayla kann sich das Studium an der Brown Universität nur aufgrund eines Stipendiums leisten, Jason kommt aus reichem Hause. Und während Kayla Jason für arrogant hält, findet Jason Kayla zu spießig und zugeknöpft.

Es ist ein bisschen wie bei „Stolz und Vorurteil“. Beide Charaktere begegnen sich zum ersten Mal und haben sofort eine Meinung über den jeweils anderen. Bis sie diese aufgeben und revidieren brauchen die Kayla und Jason ihre Zeit. In der lernen sie sich kennen und es ist wohl vor allem Jason Initiative zu verdanken, dass Kayla irgendwann aus ihrer Reserve kommt. Für die hat sie allerdings einen berechtigten Grund, der zudem dafür sorgt, dass die Geschichte an Ernsthaftigkeit und Tiefgang gewinnt. Aber auch sonst plätschert die Handlung nicht seicht vor sich hin. Abwechselnd wird aus der Sicht der beiden Hauptcharaktere erzählt, was dafür sorgt, dass man beide Sichtweisen kennt und dadurch ihr Verhalten deutlich besser einordnen kann.

Katharina Mittmann erzählt in „Campus Love: Kayle & Jason“ eine Liebesgeschichte, in der die Charaktere ihre Probleme tatsächlich dadurch lösen, in dem sie miteinander reden. Zusätzlich erfährt man einiges über die Hintergründe ihres Handelns, was sie weniger wie Figuren und dafür eher menschlich wirken lässt. Zwischendurch gibt es natürlich das klassische Hin und Her, aber da der Fokus vor allem auf den Charakteren und deren Entwicklung liegt, hat man beim Lesen nie den Eindruck etwas schon mal gelesen zu haben.

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Veröffentlicht am 03.09.2020

Über Vertrauen und Furcht

Preis der Freundschaft
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Drachen sind wild und gefährlich und reißen alles, was ihnen vor die Nase kommt. Das ist zumindest, was man sich in Sarmela erzählt. Oder vielmehr, was die Drachenjäger über Drachen erzählen. Dementsprechend ...

Drachen sind wild und gefährlich und reißen alles, was ihnen vor die Nase kommt. Das ist zumindest, was man sich in Sarmela erzählt. Oder vielmehr, was die Drachenjäger über Drachen erzählen. Dementsprechend vorsichtig und gleichzeitig geschockt ist Sophie als sie in der Nähe ihres Heimatdorfes eine Drachin entdeckt. Jungdrachin Minerva ist allerdings gerade einmal so groß wie ein Pony, hilflos und von einer reißenden Bestie zumindest ein Stück weit entfernt.
Sophie bringt es nicht über sich, die Drachin sich selbst zu überlassen, allerdings ist man in Sophies Dorf nicht gerade begeistert von Sophies neuer Freundin.

Für Leser von „Drachenkralle“ sind Sophie und Minerva schon alte Bekannte. „Preis der Freundschaft“ erzählt allerdings die Vorgeschichte und lässt sich deshalb sowohl unabhängig als auch in Ergänzung zur Trilogie lesen. Der Titel verrät dabei schon ein wenig über die Entwicklung der Geschichte, was aber nicht weiter stört, da aufgrund der Zugehörigkeit zum „Drachenkralle“-Universum bereits deutlich wird, dass sich Sophie und Minerva den anderen Drachenreitern anschließen werden. Viel spannender ist allerdings die Entwicklung der Ereignisse und damit auch die Entwicklung der Freundschaft zwischen der Drachin und dem Menschenmädchen.

Innerhalb der Geschichte werden neben der Bedeutung von Freundschaft auch die Bedeutung von Familie und damit zusammenhängend auch Vertrauen und Zusammenhalt thematisiert. Dabei wird deutlich, dass Familie nicht zwangsläufig eine Blutsverwandtschaft bedeuten muss. Auch, wenn die Ereignisse personal aus Sophies Perspektive erzählt werden, zeigt Janika Hoffmann verschiedene Sichtweise, beispielsweise der Dorfbewohner oder anderer Drachen auf, wodurch deren Handlungsmotive nachvollziehbarer und die Geschichte nicht einseitig wird. Der Ton ist jedoch trotz der sich entwickelnden Freundschaft und humorvollem Momenten zwischen Sophie und Minerva eher ernster, was zusätzlich für Spannung sorgt.

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