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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.02.2017

Dieses Buch macht so richtig Appetit...

Die Zutaten des Glücks
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In diesem Buch dreht sich alles… naja, zumindest vieles, um süße Leckereien. Erzählt wird vom Backwettbewerb einer Supermarktkette und die abwechslungsreichen Lebenswege der fünf Kandidaten fließen immer ...

In diesem Buch dreht sich alles… naja, zumindest vieles, um süße Leckereien. Erzählt wird vom Backwettbewerb einer Supermarktkette und die abwechslungsreichen Lebenswege der fünf Kandidaten fließen immer wieder in die Geschichte ein.

Als Rahmenhandlung dient die Familiengeschichte von Kathleen Eaden, deren Mann die Supermarktkette Eaden’s gegründet hatte und die durch Rezeptbücher in den 1960er Jahren Berühmtheit erlangte. In ihre Fußstapfen sollen die Kandidaten im Backwettbewerb treten – gesucht wird die „neue Mrs Eaden“.

Zwischen Scones, Muffins und Pies lernt man Vicki, Karen, Claire, Jenny und Mike kennen. Man trifft sie in ihrem Alltag an, dem sie mit der Teilnahme am Wettbewerb entfliehen. Jede(r) hat seine ganz eigenen Gründe, an dem Wettbewerb teilzunehmen und die Charaktere der fünf Personen sind auch komplett unterschiedlich. Außerdem kommen sie aus verschiedenen Schichten.

Zunächst beäugen sich die Kandidaten misstrauisch und wissen nicht so recht, wie sie miteinander umgehen sollen. Aber trotz der Konkurrenzsituation entstehen langsam aber sicher Respekt und in einigen Fällen sogar Freundschaft. Die Autorin beschreibt die langsame Annäherung und man freut sich über jeden Zentimeter, um den die Fünf zusammenrücken.

Das Buch ist ganz eindeutig von einer Frau für Frauen geschrieben. Es liest sich bequem und enthält keine Schachtelsätze. Dafür aber sehr viele Kalorien. Zum Glück nur auf dem Papier :) Mich hat das Buch gut unterhalten.

Veröffentlicht am 13.02.2017

Im dritten Quartal ist das Motto „Blut ist dicker als Wasser“

Calendar Girl - Begehrt (Calendar Girl Quartal 3)
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Im dritten Teil der „Calendar Girl“-Reihe verschiebt sich der bisherige Aufbau der Bücher. Zwar ist die Handlung noch immer nach Monaten aufgeteilt, aber es geht nicht mehr weiter nach dem bisher üblichen ...

Im dritten Teil der „Calendar Girl“-Reihe verschiebt sich der bisherige Aufbau der Bücher. Zwar ist die Handlung noch immer nach Monaten aufgeteilt, aber es geht nicht mehr weiter nach dem bisher üblichen Motto „Neuer Monat – neuer Kunde“.

Im Juli ist es noch so – da ist Mia für einen Hip Hop-Star tätig, der sehr von sich überzeugt ist. Im August aber wendet sich das Blatt und der Kunde, für den Mia tätig wird, stellt sich als etwas ganz anderes heraus als sie erwartet hatte… Ich muss dazu sagen, es war ziemlich leicht zu durchschauen, schon als Mia Maxwell kennenlernt gab es ein paar eingestreute Sätze, die ziemlich offensichtlich durchblicken ließen, wohin sich die Geschichte entwickeln würde (vgl. Überschrift der Rezension, mehr will ich nicht verraten, sonst wird’s ja langweilig). Gestört hat das letztlich aber nicht, denn das Buch wird durch diese Entwicklung vielseitiger und geht nicht nur „nach Schema F“ weiter.

Nach wie vor finde ich Mias beste Freundin Ginelle einfach nur furchtbar nervig und vulgär. Aber sei’s drum – die Seiten mit ihr habe ich dann halt etwas großzügiger und schneller gelesen

Ansonsten war es aber eine gelungene Fortsetzung, die genau das Richtige war für meinen Urlaub am Meer…

Veröffentlicht am 13.02.2017

Souveränes Debüt

Der Mörder und das Mädchen
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Für ein Erstlingswerk fand ich diesen Kriminalroman aus Schweden wirklich gut. Er hat alles, was ein spannender Plot braucht: undurchschaubare Charaktere, unvorhergesehene Wendungen und eine sympathische ...

Für ein Erstlingswerk fand ich diesen Kriminalroman aus Schweden wirklich gut. Er hat alles, was ein spannender Plot braucht: undurchschaubare Charaktere, unvorhergesehene Wendungen und eine sympathische Polizistin, mit der man gern durch dick und dünn geht.

Der Roman besticht durch eine flüssige Erzählweise, die einen bei der Stange hält, auch wenn die Handlung gerade nicht Schlag auf Schlag vorangeht. Mit diesem Schreibstil habe ich mich gut anfreunden können. Die zwischengeschobenen, sehr rätselhaften Kapitel aus der Sicht des Mörders waren ebenfalls ein gutes Element, um Spannung aufzubauen. Bis zum Schluss versucht man aus diesen Aussagen etwas zu konstruieren, das einem offenbart, wer dieser Ich-Erzähler ist. Doch zumindest in den ersten zwei Dritteln des Buches bin ich immer wieder gescheitert und als sich ganz, ganz, ganz zum Schluss die Lösung offenbarte, war ich sehr traurig, dass mein merkwürdiges Gefühl aus dem letzten Drittel schließlich doch stimmte… Aber diese letzten Seiten sorgten trotzdem für das „i-Tüpfelchen“ des Spannungsbogens.

Nur am Titel muss ich herumkritisieren. Ich finde ihn nicht besonders passend, da es kaum um die Beziehung des Mörders zu der kleinen Astrid geht, wie man vermuten könnte. Das Mädchen meint zwar den Mörder nachts gesehen zu haben, aber ein besonderer Handlungsstrang ergibt sich daraus nicht und die Beziehung des Mörders zu dem Kind ist auch in keiner Weise ausschlaggebend für die Entwicklungen im Buch. Da hätte man doch sicher einen passenderen Titel finden können!?

Davon sollten sich potentielle Leser aber nicht abschrecken lassen – zu empfehlen ist dieses Buch und diese neue Krimiautorin aus Schweden allemal.

Veröffentlicht am 29.01.2017

Bittersüße Geschichte vor exotischer Kulisse

Die Töchter des Roten Flusses
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Das große Plus dieses Buches ist sein exotisches Flair, finde ich. Vietnam wird nicht häufig als Schauplatz einer Geschichte gewählt, und so sticht „Die Töchter des roten Flusses“ aus der Masse der Familiengeschichten ...

Das große Plus dieses Buches ist sein exotisches Flair, finde ich. Vietnam wird nicht häufig als Schauplatz einer Geschichte gewählt, und so sticht „Die Töchter des roten Flusses“ aus der Masse der Familiengeschichten heraus. Mit viel Sachkenntnis und noch mehr Gefühl erzählt die Autorin eine bittersüße Geschichte: es ist die Geschichte eine zerrissenen Familie, deren Mitglieder lange brauchen, um zu merken, wo sie hingehören.

Die Umstände für die jungen Vietnamesen Hanh und Phong sind dramatisch. Als Kinder erleben sie die Bombardements mit und sehen Familienmitglieder sterben. Als junge Erwachsene erhalten sie die Chance, in der DDR zu studieren bzw. zu arbeiten – und ergreifen sie, wenn auch aus unterschiedlichen Motiven. Ihre Liebe kann den Umständen leider nicht standhalten und so geht Hanh mit der älteren Tochter zurück nach Vietnam, während Phong mit der jüngeren Tochter Tuyet in Deutschland bleibt.
Tuyet sieht ihre leibliche Mutter nie wieder und begibt sich ein Vierteljahrhundert später auf Spurensuche, nachdem ihre Stiefmutter verstorben ist. Was sie dabei erfährt, lässt sie reifen, wachsen und schließlich zu sich selbst und ihren Wurzeln finden.

Das Buch greift die Situation von Gaststudenten in den letzten Jahren der DDR auf und auch ihre schwierige Situation in der Zeit der Wende. Gleichzeitig erfährt man viel über Vietnams gebeutelte Kriegsvergangenheit und die Lebensumstände der Menschen, die in diesem schlimmen Alltag aufgewachsen sind. Insofern ist das Buch nicht einfach nur Unterhaltungslektüre, sondern vermittelt mit seinem geschichtlichen Hintergrund auch Wissen. Das hat mir an dem Buch besonders gefallen. Man merkt, dass die Autorin, die selbst in Hanoi lebt, gute Sachkenntnis besitzt bzw. tiefgründig recherchiert hat.

Einen Stern Abzug habe ich nur deshalb gegeben, weil mir der Aufbau der Handlung an einigen Stellen zu konstruiert war. Ich möchte jedoch darauf nicht im Einzelnen eingehen, da das zuviel über die Handlung verraten würde.

Trotzdem empfehle ich das Buch gern weiter – es ist sowohl als entspannende Unterhaltungslektüre geeignet als auch, um einen näheren Blick auf das Vietnam der 1970er Jahre bis heute zu werfen.

Veröffentlicht am 15.01.2017

Spannende Spurensuche im New York der 1890er

Straße der Schatten
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Die Geschichte von Jo (Josephine Montfort), die den mysteriösen Todesfall ihres Vaters aufklären will, hat mich fasziniert und mitgerissen. Der Schreibstil ist flüssig und respektiert trotzdem die Eigenwilligkeiten ...

Die Geschichte von Jo (Josephine Montfort), die den mysteriösen Todesfall ihres Vaters aufklären will, hat mich fasziniert und mitgerissen. Der Schreibstil ist flüssig und respektiert trotzdem die Eigenwilligkeiten der damaligen Zeit. Nur selten passiert es der Autorin (vielleicht ist es auch der Übersetzung geschuldet), dass Redewendungen ins Buch rutschen, die der damaligen Zeit nicht angemessen (sondern zu modern) sind. Aber darüber konnte man gut weglesen.

Besonders interessant fand ich, dass sowohl die „Upper class“ als auch die Welt der Armen im damaligen New York plastisch und glaubwürdig dargestellt wird. Jo selbst und ihre Familie stammen aus gutsituiertem Hause – ihr Vater war Miteigner einer Schifffahrtsgesellschaft. Die Welt, die sich ihr allerdings bei der Recherche zum Todesfall ihres Vaters erschließt, ist eine komplett andere. Dort geht es ruppig zu und ein zu gutes Herz kann einem leicht zum Verhängnis werden. Und doch ist sie fasziniert von der Welt des Reporters Eddie, den sie für ihre Recherchen als Helfer gewinnen kann. Man merkt ihr an, dass sie eine moderne junge Frau ist, die für die Konventionen ihrer Zeit wenig übrig hat. Nur Gesellschaften geben und eine Zierde am Arm ihres Ehemannes sein – das ist ihr zu wenig.
Umso packender ist es, ihren Weg mitzuverfolgen, der nicht nur von Erfolgen, sondern vor allem auch von Niederlagen geprägt ist. Jo ist eine sympathische Heldin, der man gern durch die Geschichte folgt und mit der man mitfiebert.

Allein die Tatsache, dass ich schon nach der Hälfte des Buches den wirklichen Bösewicht der Geschichte erraten hatte, lässt mich einen Stern Abzug geben. Davon abgesehen hat mich der Roman aber bestens unterhalten.