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la_sagne

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.08.2022

Unter den Linden, 1936

Drei Tage im August
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Der August 1936 steht in Berlin im Zeichen der olympischen Spiele, mit denen Nazideutschland sein Ansehen in der Welt aufpolieren will.
Über drei Tage im August erzählt die Autorin die Geschichte mehrerer ...

Der August 1936 steht in Berlin im Zeichen der olympischen Spiele, mit denen Nazideutschland sein Ansehen in der Welt aufpolieren will.
Über drei Tage im August erzählt die Autorin die Geschichte mehrerer Menschen, die miteinander über die Chocolaterie Sawade verbunden sind. Die Idee fand ich charmant. Leider ist der Einblick trotz schweren Themen im Hintergrund ab und an etwas oberflächlich geraten und es passiert recht wenig. Viele Handlungsstränge werden angerissen, aber nicht zu Ende geführt. Die Autorin versucht mit poetischer Sprache den Text literarisch aufzuwerten, was ich teilweise etwas gewollt fand. Die kurzen Kapitel aus Sicht der Linden hätte es jetzt für mein Empfinden auch nicht gebraucht.
Schön fand ich aber die Beschreibung der Atmosphäre und es gab durchaus gelungene Szenen, die in Erinnerung bleiben. Das Hörbuch konnte ich prima zum Einschlafen hören, es ist angenehm gelesen und leicht verdaulich. Ich hatte das Gefühl die Autorin hatte an sich höhere Ambitionen, die sie noch nicht so recht umsetzen konnte. Vielleicht mit dem nächsten Buch.

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Veröffentlicht am 15.06.2022

Fremde Identitäten

Das Leben eines Anderen
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Keiichiro Hirano erzählt in „Das Leben eines Anderen“ die Geschichte des Scheidungsanwalts Akira Kido, der schon länger mit seinem Privatleben hadert. Durch einen neuen Fall taucht er tief in ...

Keiichiro Hirano erzählt in „Das Leben eines Anderen“ die Geschichte des Scheidungsanwalts Akira Kido, der schon länger mit seinem Privatleben hadert. Durch einen neuen Fall taucht er tief in den illegalen Handel mit Identitäten ein. Was ihn zunächst schockiert, fasziniert ihn nach und nach immer mehr. Auf der Suche nach Wahrheit stellt Kido sich zunehmend essentielle Fragen über sein eigenes Dasein.
Hiranos Roman ist neben einer spannenden Detektivgeschichte auch ein philosophisches Werk über Identität, Liebe und Lügen. Leider schafft Hirano es nicht, das erzählerische Niveau konstant hoch zu halten. Bisweilen wirken manche Szenen und Dialoge belanglos und sind wenig spannend. Gerade gegen Ende geht dem Autor die Luft aus. Dafür erfährt der Leser einiges über Japans Geschichte und den Umgang mit Menschen, die von der Gesellschaft ausgestoßen werden.

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Veröffentlicht am 04.05.2021

zwiegespalten

Drei Kameradinnen
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Hani, Kasih und Saya sind seit ihrer Kindheit befreundet. Sie sind Außenseiterinnen in Deutschland und das verbindet sie. Saya versucht gegen Ungerechtigkeit anzugehen und reibt sich in zahllosen Kämpfen ...

Hani, Kasih und Saya sind seit ihrer Kindheit befreundet. Sie sind Außenseiterinnen in Deutschland und das verbindet sie. Saya versucht gegen Ungerechtigkeit anzugehen und reibt sich in zahllosen Kämpfen auf, während Hani bemüht ist, sich möglichst perfekt anzupassen. Kasih befindet sich irgendwo dazwischen und kann sich nicht recht entscheiden. Nach einem schrecklichen Ereignis versucht Kasih zurückzuverfolgen was passiert sein könnte.

Ich bin etwas unschlüssig, wie ich das Buch bewerten soll. Die Erzählerin spricht die Leser*innen immer wieder an, provoziert, klagt an. Dabei ist sie überheblich und undifferenziert. Steckt die Leute in Schubladen so wie sie selbst immer in Schubladen gesteckt wird. Das erregt Unwohlsein und Unwillen und macht die Lektüre anstrengend. Die Figuren sind einem nicht so rechtsympathisch, jede hat so ihre unschönen Seiten.
Das hat mir nicht so gefallen. Andererseits gibt es berührende, wichtige Szenen, die im Gedächtnis bleiben. Insofern auch wieder eine lohnende Lektüre. Nicht schön zu lesen, aber doch ein wichtiges Buch.

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Veröffentlicht am 27.10.2020

hinter den Kulissen

Dreck
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Nachdem Bill Buford arbeitete in Italien als Pastamacher arbeitete und darüber ein Buch schrieb ("Hitze"), wendet er sich nun der französischen Küche zu. Dafür geht er mit seiner Frau Jessica und seinen ...

Nachdem Bill Buford arbeitete in Italien als Pastamacher arbeitete und darüber ein Buch schrieb ("Hitze"), wendet er sich nun der französischen Küche zu. Dafür geht er mit seiner Frau Jessica und seinen dreijährigen Söhnen nach Lyon. Er lernt in einer Bäckerei, wird Schüler des Institut Paul Bocuse und Praktikant im legendären La Mère Brazier.
An sich fand ich es sehr interessant. Man muss sich jedoch erst einmal an den Stil des Autors gewöhnen. Er springt zwischen Themen und manchmal war mir nicht ganz klar, wo der rote Faden ist. Außerdem wirft er mit Namen von Gerichten, Restaurants und Köchen geradezu um sich. Viele kannte ich nicht und konnte die Begeisterung nicht immer nachvollziehen. Besonders skurril, wie empfindlich auf Bufords Frage nach der Verbindung von italienischer und französischer Kücher reagiert wird. Da hängt einiges an Nationalstolz dran. Für Enthusiasten der französischen Küche interessant, für Anfänger in dem Thema eher etwas anstengend. Dennoch erlaubt Buford einen Blick hinter die Kulissen der Spitzengastronomie mit oft absurden Befindlichkeiten und Ritualen und langer Tradition.

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Veröffentlicht am 13.11.2020

Den großen Ambitionen nicht gerecht geworden

Die Republik
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Als großer Fan von Science Fiction Geschichten war ich natürlich neugierig auf "Die Republik". Zudem habe ich auch einen innerdeutschen Migrationshintergrund und habe mich immer sehr für DDR-Literatur ...

Als großer Fan von Science Fiction Geschichten war ich natürlich neugierig auf "Die Republik". Zudem habe ich auch einen innerdeutschen Migrationshintergrund und habe mich immer sehr für DDR-Literatur interessiert.
Maxim Voland lässt sein Buch in einer alternativen Realität spielen, in der die DDR führende europäische Macht ist und fast das gesamte deutsche Staatsgebiet umfasst. In diesem Umfeld lässt er verschiedene Handlungsstränge ablaufen.

Leider musste ich mich durch die ersten 140 Seiten durchquälen und bin mir nicht sicher, ob ich diesen Roman zuende lesen werde. Besonders die Art und Weise, wie die Charaktere vorgestellt werden und wie sie mit- und untereinander agieren, ist äußerst amateurhaft. Gerade die Hauptfiguren kommen zu Anfang schon unglaublich hohl daher, sodass ich mir nicht vorstellen kann, dass sich dies im Laufe der Handlung bessert. Auch die Hintergründe dieser alternativen DDR fand ich nicht überzeugend genug erklärt. Ich gebe zu, dass der Autor ein wahrhaft ambitioniertes Vorhaben hatte, an dem wohl auch die meisten anderen Autoren gescheitert wären, aber alles in allem bin ich doch enttäuscht.

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