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la_sagne

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.09.2021

Barbara bleibt liegen

Barbara stirbt nicht
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Herr Schmidt ist ein Mann mit einem sehr traditionellen Rollenverständnis. Um Haushalt und Kinder hat sich seine Frau Barbara gekümmert. Doch als Barbara eines Tages nicht mehr aufstehen kann, muss er ...

Herr Schmidt ist ein Mann mit einem sehr traditionellen Rollenverständnis. Um Haushalt und Kinder hat sich seine Frau Barbara gekümmert. Doch als Barbara eines Tages nicht mehr aufstehen kann, muss er sich plötzlich um Barbara kümmern.


Herr Schmidt ist sehr eingefahren in seinen Ansichten und steht Neuerungen und den meisten anderen Menschen geradezu feindselig gegenüber. Es wird aus seiner Sicht erzählt und man erfährt als Leser nur langsam was überhaupt mit Barbara los ist und welche Hintergrundgeschichte Herr Schmidt hat.

Er lernt zwar langsam, aber mühsam besonders über das Kochen, das war für mich als Leserin auch anstrengend zu lesen.

Ich mochte andere Bücher von Bronsky lieber. Allgemein finde ich aber, dass Herr Schmidt ein interessanter Antiheld ist. Allgemein ist immer ein so etwas surrealer Witz drinne. Der kommt aber, anders als in Bronskys anderen Büchern, nicht so sehr zum Tragen.

Kann man lesen, aber für mich als Person, die Bronskys andere Bücher sehr mochte, war es doch etwas enttäuschend.

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Veröffentlicht am 09.07.2021

zwei verwundete Herzen treffen sich

Dein Herz in tausend Worten.
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Millie arbeitet als Assistentin in einem Verlag in Notting Hill. Sie ist sehr schüchtern und froh, wenn sie als unsichtbarer guter Geist wirken kann. Sie schmuggelt heimlich abgelehnte Manuskripte aus ...

Millie arbeitet als Assistentin in einem Verlag in Notting Hill. Sie ist sehr schüchtern und froh, wenn sie als unsichtbarer guter Geist wirken kann. Sie schmuggelt heimlich abgelehnte Manuskripte aus dem Verlag, um sie vor dem Vergessenwerden zu retten.Ein Manuskript berührt sie so sehr, dass sie Zitate daraus an öffentlichen Orten verteilt.
William, der Verfasser des Manuskripts entdeckt zufällig einen Abschnitt aus seinem abgelehnten Roman in einem Café und ist entsetzt. Möchte da jemand mit seinem Werk Profit machen? Er nimmt Kontakt auf.

Millie ist wirklich extrem schüchtern und verträumt. Das ist auch schön, wenn es poetische Momente gibt und man sich ein bisschen an Amélie Poulain erinnert fühlt, es sorgt aber auch dafür, dass lange wenig passiert und die Geschichte auf der Stelle tritt. William ist genau wie Millie vom Tod einer nahestehenden Person gezeichnet und hat Schwierigkeiten sich auf jemand Neues einzulassen. Die beiden Figuren gingen mir nicht so nah. Tatsächlich mochte ich einige Nebenfiguren, die ein bisschen Witz und Pep reinbrachten lieber.
Es liest sich gut und angenehm, aber man kann das Buch auch ein paar Tage weglegen und vergessen weiterzulesen. So richtig fesselnd ist die Geschichte nicht.
Insgesamt gut lesbar geschrieben und so ziemlich das, was man vom Cover und Titel her erwartet. Eine nette, unaufgeregte Romanze, der ich 3.5 Punkte geben würde.

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Veröffentlicht am 20.02.2021

Von Menschen und Affen

Sprich mit mir
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In den 1970er-Jahren sieht die Frühpädagogik-Studentin Aimee zufällig eine TV-Show bei der der Biologe und Wissenschaftler Guy Schermerhorn vorgestellt wird. Er stellt Sam vor, einen Schimpansen Sam, der ...

In den 1970er-Jahren sieht die Frühpädagogik-Studentin Aimee zufällig eine TV-Show bei der der Biologe und Wissenschaftler Guy Schermerhorn vorgestellt wird. Er stellt Sam vor, einen Schimpansen Sam, der Gebärdensprache erlernt hat. Aimee ist sofort Feuer und Flamme, bewirbt sich als Assistentin von Guy und wird auch eingestellt. Doch als die Fördermittel gestrichen werden, steht Aimee vor dem Nichts.


T.C. Boyle ist einer der Stars der amerikanischen Literaturszene. In seinen Büchern geht es immer wieder um das Verhältniss zwischen Natur und Mensch, Rassismus, Minderheiten, einfach den Zustand der Nation.
Diesmal greift er Sprachforschungen an Menschenaffen in den 1970er-Jahren auf. Es wird aus der Sicht aller drei Protagonisten erzählt. Somit wird auch Sams Perspektive dargestellt. Das ist gut gemacht und regt zum Nachdenken an. Allerdings gab es mir etwas zu viele Zufälle und diese Dreiecksliebesgeschichte mit Alkohol- und Drogenmissbrauch hat es etwas merkwürdig gemacht. Kein schlechtes Buch, aber nicht Boyles bestes Werk.

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Veröffentlicht am 10.02.2026

Gefährliche Beziehungen

The Exes
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Natalies Ex-Freunde kamen alle ums Leben. Hatte etwa sie selbst etwas damit zu tun? Ist sie eine Gefahr für ihren aktuellen Ehemann? Mit einer Therapeutin versucht sie ihre durch Gewalt geprägte Vergangenheit ...

Natalies Ex-Freunde kamen alle ums Leben. Hatte etwa sie selbst etwas damit zu tun? Ist sie eine Gefahr für ihren aktuellen Ehemann? Mit einer Therapeutin versucht sie ihre durch Gewalt geprägte Vergangenheit aufzuarbeiten. In drei verschiedenen Zeitebenen erfahren wir mehr über ihren ersten Ex, die Jetztzeit und darüber, wie sie ihren Ehemann kennengelernt hat.

Gerade den Anfang fand ich spannend und gut geschrieben. Natalie ist eine Antiheldin, mit der mitzufühlen mit der Zeit immer schwerer fällt. Irgendwann gibt es extrem viele Plottwists und auch ziemlich viele manchmal billige Cliffhanger an Kapitelenden. Dadurch liest man schnell weiter, aber ob das immer so logisch ist, naja. Man hätte auch durchaus nochmal drüber korrigieren können, einige Sätze lesen sich merkwürdig.
So ganz funktioniert hat das Ganze nicht für mich. Ich habe es ganz gern gelesen aber irgendwann wurden mir die Wendungen doch zu absurd und gewollt.

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Veröffentlicht am 21.08.2022

Unter den Linden, 1936

Drei Tage im August
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Der August 1936 steht in Berlin im Zeichen der olympischen Spiele, mit denen Nazideutschland sein Ansehen in der Welt aufpolieren will.
Über drei Tage im August erzählt die Autorin die Geschichte mehrerer ...

Der August 1936 steht in Berlin im Zeichen der olympischen Spiele, mit denen Nazideutschland sein Ansehen in der Welt aufpolieren will.
Über drei Tage im August erzählt die Autorin die Geschichte mehrerer Menschen, die miteinander über die Chocolaterie Sawade verbunden sind. Die Idee fand ich charmant. Leider ist der Einblick trotz schweren Themen im Hintergrund ab und an etwas oberflächlich geraten und es passiert recht wenig. Viele Handlungsstränge werden angerissen, aber nicht zu Ende geführt. Die Autorin versucht mit poetischer Sprache den Text literarisch aufzuwerten, was ich teilweise etwas gewollt fand. Die kurzen Kapitel aus Sicht der Linden hätte es jetzt für mein Empfinden auch nicht gebraucht.
Schön fand ich aber die Beschreibung der Atmosphäre und es gab durchaus gelungene Szenen, die in Erinnerung bleiben. Das Hörbuch konnte ich prima zum Einschlafen hören, es ist angenehm gelesen und leicht verdaulich. Ich hatte das Gefühl die Autorin hatte an sich höhere Ambitionen, die sie noch nicht so recht umsetzen konnte. Vielleicht mit dem nächsten Buch.

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