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Veröffentlicht am 26.11.2020

Wenn Schuldlose unter der Schuld der Schuldigen leiden

Ohne Schuld
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Die Ermittlerin Kate Linville ist zwar unscheinbar, aber sehr erfolgreich in ihrem Job. Nachdem sie gemeinsam mit einem guten Freund, Caleb Hale, schon zwei schwierige Fälle gelöst hat, entscheidet sie ...

Die Ermittlerin Kate Linville ist zwar unscheinbar, aber sehr erfolgreich in ihrem Job. Nachdem sie gemeinsam mit einem guten Freund, Caleb Hale, schon zwei schwierige Fälle gelöst hat, entscheidet sie sich Wohnort und Arbeitsplatz zu wechseln und zu seinem Team zu gehören. Bevor sie ihre neue Stelle antritt wird Caleb allerdings entlassen. Ein Einsatz endet mit drei Toten. Caleb wird vorgeworfen er habe seine Arbeit nicht richtig getan, da er alkoholisiert war.

Die Umzugskisten sind noch nicht ausgepackt, doch Kate ist schon mittendrin. In einem Zug wird auf eine Frau geschossen. Wenig später erleidet eine beliebte Lehrerin einen Fahrradunfall mit schwerwiegenden Folgen. Bei beiden Fällen kam die gleiche Tatwaffe zum Einsatz, obwohl es scheinbar keine Verbindung zwischen den beiden Frauen gibt.

Gleichzeitig sinnt ein einsamer alter Mann über das Scheitern seiner Ehe und Familie nach. Seine Frau und er hatten ein Kind aus Russland adoptiert. Zu glücklichen Zeiten waren sie gar zu fünft, doch jetzt lebt er verlassen und allein.

Seine Frau wird etwa zur selben Zeit als vermisst gemeldet. Es ist unklar, ob sie aus eigenem Willen untergetaucht ist oder ob sie entführt wurde.

Auf geschickte Weise verbindet die Autorin die verschiedenen Erzählstränge dieser Geschichte. Der Fall wirkt wie ein großes Puzzle. Immer wieder kommt ein neues Puzzlestückchen dazu, sodass sich ganz neue Möglichkeiten ergeben.

Zum Schluss geht es um Leben und Tod. Die Zeit drängt, die letzten Rätsel müssen schnell gelöst werden, um weitere Opfer zu vermeiden. Eine wichtige Frage bleibt am Ende offen, das ist etwas unbefriedigend. Auf der anderen Seite werfen die letzten Seiten wichtige Gedanken und Fragen über Schuld auf. Der Titel des Buchs bekommt Bedeutung, denn Schuld spielt in vielen Facetten der Geschichte eine Rolle.

Dieses Buch ist der dritte Teil einer Reihe über Kate Linville und Caleb Hale, aber es sind keine Vorkenntnisse nötig, um das Buch zu genießen.

Fazit: Ein spannender Thriller in gewohnt gekonnter Erzählweise von der Meister-Schriftstellerin Charlotte Link. Sehr empfehlenswert!

Veröffentlicht am 19.11.2020

Die unschuldigen Opfer eines grausamen Krieges

Bis wir uns wiedersehen
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Die 1918 geborene Fey von Hassell hat zunächst ein märchenhaftes Leben. Sie wächst in einer wohlhabenden Familie auf. In ihren Jugendjahren ist ihr Vater, Ulrich von Hassell, deutscher Botschafter in Rom. ...

Die 1918 geborene Fey von Hassell hat zunächst ein märchenhaftes Leben. Sie wächst in einer wohlhabenden Familie auf. In ihren Jugendjahren ist ihr Vater, Ulrich von Hassell, deutscher Botschafter in Rom. Dort lernt sie ihren adligen Ehemann kennen, den sie 1939 heiratet.

Die junge Familie lebt auf dem Familiengut Castello di Brazzà in der Nähe von Venedig. Sie bekommen zwei wunderschöne Söhne und fühlen sich hier sicher vor den Wirren des Kriegs. Doch dann wird Italien von den Deutschen besetzt und Soldaten ziehen in ihr Zuhause ein. Feys Mann, der im Widerstand aktiv ist, lebt nicht mehr auf dem Landgut. Die junge Fey fühlt sich alleingelassen. Als Deutsche, die mit deutschen Soldaten zusammenlebt, wird sie von den Nachbarn argwöhnisch betrachtet, obwohl sie im Herzen ein Nazigegner ist.

Als am 20. Juli 1944 ein Attentat auf Hitler misslingt, ergreift die SS voller Wut nicht nur die Täter und Planer, sondern auch viele Frauen und Kinder der Mitwirkenden im Widerstand. Dazu gehört auch Feys Vater. Fey ist selbst in Italien nicht sicher, sie wird von einem Leutnant, der in ihrem Haus lebt, denunziert. Ihre beiden Söhne und sie werden zunächst nach Innsbruck gebracht. Fey wird zu Befragungen mitgenommen und muss ihre zwei- und vierjährigen Söhne der Obhut von SS-Schwestern überlassen.

Zuerst hofft sie in wenigen Tagen freigelassen zu werden, doch zusammen mit anderen Sippenhäftlingen muss sie quer durch Deutschland reisen. Mal werden die Gefangenen in Hotels untergebracht, meistens jedoch in Gefängnissen und Konzentrationslagern. Sie genießen eine Sonderbehandlung, denn Himmler sieht in ihnen wertvolle Geiseln. Doch sie sind sich nie sicher, wie lange sie für ihn von Wert sein werden und wie es mit ihnen weitergehen wird. Fey und andere Mütter leiden vor allem an der Trennung von ihren Kindern. Niemand sagt ihnen, wo ihre Kinder sind und wie es ihnen geht.

Dieses umfangreiche Buch erzählt nicht nur die Geschichte von Fey, sondern berichtet auch ausführlich von dem Geschehen in ihrer Umgebung. Dabei werden viele Quellen zitiert. So erfährt der Leser, zum Beispiel, von den verschiedenen Versuchen Hitlers Leben zu nehmen, von den Flüchtlingsströmen, von den Todesmärschen der KZ-Insassen in den letzten Tagen des Kriegs und von Himmlers Tod. Wer sich nur für Feys Geschichte interessiert, findet das vielleicht zu ausschweifend, doch wer die geschichtlichen Hintergründe verstehen will, wird hier von den vielen Informationen begeistert sein, die Feys Geschichte untermalen.

Am Anfang des Buchs fällt es schwer sich die verschiedene Namen und Orte zu merken und die Zusammenhänge zu verstehen, doch schon bald steht Feys spannende Geschichte im Vordergrund. Neben dem grauenvollen Leid des Krieges, berichtet dieses Buch von Heldenmut und Liebe.

So schreibt Feys Mutter über ihren Ehemann: „Sein klarer Charakter, sein überragender Geist, seine glühende Beherztheit und sein immer einsatzbereiter Mut beglückten mich jeden Tag. Ich bete zu Gott, dass sein Opfer, sein Leben hinzugeben, der Welt beweisen wird, dass es ein besseres Deutschland gab, … Und ich hoffe, dass die Welt begreift, dass es Männer gab, die bereit waren, uns unter Aufopferung ihres Lebens von diesem Übel zu befreien.“

Fazit: Die erschütternde Geschichte einer unschuldigen Frau, die von ihren Kindern getrennt und eingesperrt wird, liegt diesem wertvolle Zeugnis zu Grunde. Es berichtet von dem Mut vieler Deutschen, die mit dem nationalsozialistischen Regime nicht einverstanden waren. Sehr empfehlenswert für alle, die sich für authentische historische Berichte interessieren.

Veröffentlicht am 18.11.2020

Das letzte Werk einer großartigen Schriftstellerin

So schweige denn still
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Gina lebt in New York und arbeitet als investigative Journalistin. Nach einer erfolgreichen Story ist sie für ihre Arbeit bekannt, und sie bekommt manchmal Mitteilungen über geheimnisvolle Skandale und ...

Gina lebt in New York und arbeitet als investigative Journalistin. Nach einer erfolgreichen Story ist sie für ihre Arbeit bekannt, und sie bekommt manchmal Mitteilungen über geheimnisvolle Skandale und aufregende Neuigkeiten. Als sie ein Mail von „CRyan“ bekommt, mit dem Hinweis auf ein schreckliches Erlebnis, dass sie bei einem großen Nachrichtensender hatte, vermutet Gina sexuelle Belästigung. Aber trotz ihrer vielen Nachfragen hört sie nichts mehr von dem Nachrichtenabsender.

Gina ist überzeugt, dass mehr hinter dieser Geschichte steckt. Sie macht sich auf die Suche nach dem geheimnisvollen Schreiber. Sie findet heraus, dass die Nachricht tatsächlich von einer Frau stammt, die allerdings mittlerweile tödlich verunglückt ist. Nach und nach deckt Gina die Zusammenhänge auf, die hinter CRyans Nachricht stecken. Dabei begibt sie sich allerdings selbst in große Gefahr.

Gina ist eine sympathische Heldin. Es ist ihr ein großes Anliegen die Wahrheit aufzudecken, um weitere Taten zu verhindern. Ihre Story kostet sie viel, doch ist sie bereit die Kosten auf sich zu nehmen und ihr eigenes Leben zu riskieren.

Das aktuelle Thema dieses Buchs ist eine #MeToo Geschichte. Die lebenszerstörende Folgen der sexuellen Belästigung für die betroffene Frauen werden deutlich aufgezeigt, ebenso wie die Versteckspiele und Intrigen der Reichen und Mächtigen.

Der Schreibstil wird im Laufe der Geschichte immer fesselnder. Am Anfang wirken Beschreibungen und Dialoge etwas hölzern, doch mit den Verbrechen, die nach und nach aufgedeckt werden, nimmt die Geschichte Fahrt auf und die Spannung steigt. Zum Schluss fällt es schwer das Buch aus der Hand zu legen.

Fazit: Ein gelungenes letztes Werk einer beeindruckenden Schriftstellerin. Eine Geschichte, die ein aktuelles Thema auf spannende Weise ins Bewusstsein ruft. Empfehlenswert für alle, die Thriller und Krimis lieben!

Veröffentlicht am 10.11.2020

Die neue kirchliche Sexualmoral im Licht der Bibel

Freie Liebe
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Ja, unsere Kirche braucht eine neue Sexualmoral, meint Bernhard Meuser, bekennender katholischer Christ und Missbrauchsopfer. Doch er wendet sich gegen den Weg, den Eberhard Schockenhoff und andere Moraltheologen ...

Ja, unsere Kirche braucht eine neue Sexualmoral, meint Bernhard Meuser, bekennender katholischer Christ und Missbrauchsopfer. Doch er wendet sich gegen den Weg, den Eberhard Schockenhoff und andere Moraltheologen vorschlagen. Denn die Kirche verliert ihre Kraft, wenn sie sich gängigen Moralvorstellungen anpasst, anstatt zu prüfen was die Heilige Schrift sagt.

Im ersten Teil dieses Buchs geht es um die Rolle von Sex in unserer Gesellschaft, in der Lust zunehmend als Wert für sich allein steht, losgelöst von einer heterosexuellen Ehe. Der zweite Teil beschäftigt sich mit dem Verhältnis von Kirche und Sex, wobei die katholische Kirche und der Missbrauchsskandal im Mittelpunkt stehen. Der dritte Teil erklärt schließlich, was Leben und Liebe mit Sex zu tun haben, und wie eine gute Sexualmoral auszusehen hat. Das Buch endet mit einem offenen Brief, der die wichtigsten Punkte zusammenfasst.

In der Mitte des Buchs erzählt der Autor, wie er selbst als Heranwachsender jahrelang von einem Priest missbraucht wurde – von einem Mann, der eine Vaterrolle in seinem Leben gespielt hatte. Dieses erschütternde Erlebnis ist der Auslöser für Meusers Beschäftigung mit diesem Thema. Das gibt dem wichtigen Buch eine persönliche Note.

Der sprachgewandte Autor scheut sich nicht die Tatsachen beim Namen zu nennen. Deutlich nennt er beispielsweise Abtreibung Mord. Der Versuch der Kirche eine neue Sexualmoral zu propagieren ist für ihn ein Ausweichmanöver. Dabei wäre es viel wichtiger, dass sie sich ihren dunklen Geheimnissen stellt und daraus lernt.

Die Kirche steht in der Gefahr sich in sexuellen Fragen dem Zeitgeist anpassen, um Kirchenmitglieder nicht zu verlieren. Dabei sollte sie sich lieber mit den drängenden Nöten unserer Zeit befassen; die Verharmlosung der sexuellen Begierde, die durch Missbrauch große Schäden anrichten kann, das Töten von Kindern durch Abtreibung, seelische Verwahrlosung durch Pornographie, das Geschäft rund um die Elternschaft, beispielsweise durch Leihmutterschaft, und die Dekonstruktion der Familie.

Auch wenn sich der Autor gegen manches ausspricht, dass sich heute auf dem bunten Markt der Sexualität befindet, ist er nicht leibfeindlich. Er zeigt, dass die Rückkehr zu biblischen Werten den Menschen mehr Wertschätzung bietet als ein beliebiger Umgang mit Sexualität. „Menschen müssen sich entscheiden, wem sie den Vorrang einräumen: der Lust oder der Liebe, dem Moment oder der Ewigkeit, der Freiheit oder dem Leben.“

Obwohl viele philosophische und theologische Begriffe in den Anmerkungen erklärt werden, ist dieses Buch recht anspruchsvoll. Die über 400 Seiten lassen sich nicht nebenbei lesen. Einige Gedanken werden mehrmals wiederholt, sicher weil sie dem Autor besonders am Herzen liegen.

Fazit: Ein wichtiger Beitrag zu den aktuellen Fragen rund um Kirche und Sexualität. Der Autor bezieht mit überzeugenden Argumenten eindeutig Stellung für das Leben und für die Liebe. Sehr empfehlenswert!

Veröffentlicht am 28.10.2020

Ein Wunderwerk, das oft zu wenig wertgeschätzt wird

Brust bewusst
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Oft fällt es Frauen schwer ihren Körper anzunehmen, und das betrifft natürlich auch ihre Brüste. Dabei ist dieser Körperteil nicht nur schön anzusehen, sondern einfach ein großes Wunder. Von Anfang an ...

Oft fällt es Frauen schwer ihren Körper anzunehmen, und das betrifft natürlich auch ihre Brüste. Dabei ist dieser Körperteil nicht nur schön anzusehen, sondern einfach ein großes Wunder. Von Anfang an vollständig angelegt, fängt der Busen erst Jahre später an zu wachsen. Vor allem aber, ohne diesen wertvollen Nahrungsgeber hätte die Menschheit wohl kaum überleben können.

Dieses Buch enthält viele interessante und wichtige Informationen über den Busen. Als Präventivmedizinerin ist es der Autorin außerdem wichtig aufzuzeigen, was jede Frau für die Gesundheit ihrer Brüste tun kann. Auch wichtige Fakten über Brustkrebs fehlen nicht, einschließlich einer ausführlichen Anleitung zur Selbstuntersuchung.

Nach einem Vorwort geht es zunächst um die Brust in den verschiedenen Phasen des Lebens – am Anfang des Lebens, in der Pubertät, in den mittleren Jahren, in Schwangerschaft und Stillzeit und schließlich in den Wechseljahren. Im zweiten Teil steht die Gesundheit der Brust im Mittelpunkt und im dritten Teil gibt die Autorin konkrete Ratschläge, damit der Busen schön und gesund bleibt.

Schon beim Überfliegen des Inhaltsverzeichnisses wird deutlich, wie viele interessante Themen dieses Buch enthält. Teilweise sind es sicher Themen, die jede Frau bewegen. Es geht, zum Beispiel, um die Form der Brust, um kleine Brüste und um Hängebrüste, um Tattoos auf der Brust und um dritte Brustwarzen, um stillende Männer und um Stillen in der Öffentlichkeit. Dazu enthält jedes Kapitel einen kurzen Exkurs über die Männerbrust.

Der Schreibstil ist leicht verständlich und unterhaltsam. Obwohl die Autorin Medizinerin ist, werden alle Sachverhalte sehr einfach erklärt. Tipps und Zeichnungen ergänzen den Text. Das ausführliche Register am Ende des Buchs ist hilfreich, um bestimmte Informationen zu finden.

Fazit: Ein rundum gelungenes Buch über einen wichtigen Körperteil. Leicht verständlich geschrieben, finden Leserinnen in diesem Buch viele Informationen und Tipps für einen schönen und gesunden Busen.