Platzhalter für Profilbild

Bisco

Lesejury Star
offline

Bisco ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Bisco über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.11.2020

Jugendbuch mit ordentlich Überlänge

Kalix. Werwölfin von London
0

Kalix eine Jugendliche, welche nicht der Norm entspricht. Sie ist drogensüchtig, essgestört und vor allem ein Werwolf. In London lebend, ist sie auf der Flucht, da es Ärger mit Clans gibt, welche sie tot ...

Kalix eine Jugendliche, welche nicht der Norm entspricht. Sie ist drogensüchtig, essgestört und vor allem ein Werwolf. In London lebend, ist sie auf der Flucht, da es Ärger mit Clans gibt, welche sie tot sehen wollen. Ein Schutzamulett hat ihre wahre Seite vor den Menschen und anderen Werwölfen verborgen, nur das sie dieses verkauft hat, um ihre Sucht zu finanzieren. Sie erhält unverhofft Hilfe von Menschen und zieht diese in den gefährlichen Strudel ihrer Existenz mit hinein.

Das Buch ist wirklich sehr ausschweifend mit über siebenhundert Seiten. Leider beinhalten diese viele Wiederholungen, Dialoge die unsinnig erscheinen und der ganzen Geschichte eine immense Überlänge geben.

Kalix wirkt leider nicht so sympathisch wie sie müsste, sondern ist das schmollende Mädchen was alles bekommt was sie will. Leider ist die Geschichte nicht ausreichend gut genug, um den zweiten Teil lesen zu wollen.

Veröffentlicht am 05.11.2020

Das Puzzle gab kein schönes Gesamtbild ab

Jigsaw Man - Im Zeichen des Killers
0

So sehr ich Thriller gerne lese und gerade die Thematik des Puzzles und einem Mörder, der es nicht sein kann, weil er im Gefängnis sitzt, find ich super. Leider war für mich die Umsetzung des Buches nicht ...

So sehr ich Thriller gerne lese und gerade die Thematik des Puzzles und einem Mörder, der es nicht sein kann, weil er im Gefängnis sitzt, find ich super. Leider war für mich die Umsetzung des Buches nicht ganz gelungen.

Wir erfahren das Detective Inspector Anjelica Henley vor einem Jahr Opfer von dem Serienmörder Peter Olivier wurde. Dieser sitzt seitdem man ihn erwischt hat im Gefängnis. Zurückgeblieben sind Narben und ein Trauma was Henley verdrängt. Sie sitzt seit dem Vorfall nur noch im Büro. Aber auch privat läuft es bei ihr nicht gut. Ihre Ehe mit Ehemann Rob ist tot. Nur die kleine Tochter hält sie noch zusammen. Er setzt sie zudem unter Druck, sie solle ihren Job aufgeben. Was ist der Ehemann unsympathisch und versucht gar nicht auf ihre Probleme einzugehen.

So bekommt sie frisch mit ihrem ersten Außeneinsatz seit einem Jahr den jungen Detective-Azubi Ramouter. Auch er hat privat seine Baustellen, aber es gelingt ihm sich in der neuen Arbeit schnell einzufinden und sein Gespür und seine Erfahrung helfen Henley sehr weiter.

Es werden immer neue zerstückelte Leichen gefunden, welche eine Markierung haben, welche den ersten Täter Olivier gleichen. Ein Detail welches niemals der Presse bekannt war.

Wer ist der Nachahmungstäter und woher bekommt er die Medikamente um die Opfer zu betäuben?

Eine Geschichte die so spannend sein könnte, mich aber leider nicht überzeugt hat. Es begann für mich damit, dass der Schreibstil viel zu holprig ist. Er wirkt abgehackt, unüberlegt und zu krampfhaft geschrieben.

Dann stehen die privaten Probleme mehr im Mittelpunkt als die Morde, wenn Henley Ärger mit Ehemann und Vater daheim hat.

Zwei Personen welche ich zumindest noch zuordnen konnte, denn dann kamen so viele Familiennamen hinzu. Von Kollegen der Polizei, über Gerichtsmedizin, über Verdächtige, über die Toten. Ich habe die Übersicht verloren. So gerne ich mir Notizen mache, da war ich dann nicht mehr gewollt noch eine Übersicht zu schreiben.

Aber leider fehlte mir auch die Spannungskurve. So dass ich ab 60 % einen größeren Sprung im Buch gemacht habe, und dennoch nichts verpasst habe und die Auflösung gab mir dann alles was dazwischen gewesen ist.

Mir tut es leid, aber so gerne ich das Buch besser bewertet hätte, so war es nicht mein Geschmack.

Veröffentlicht am 01.11.2020

Nein, einfach nur nein

Truly
0

Ich lese erst seit etwa einem Jahr so wirklich Bücher mit der Hauptthematik „Liebe“. Da ich kein Fan von alten Schnulzen bin, zieht es mich eher in die frischen und jungen Bücher, beliebt bei den Teenagern ...

Ich lese erst seit etwa einem Jahr so wirklich Bücher mit der Hauptthematik „Liebe“. Da ich kein Fan von alten Schnulzen bin, zieht es mich eher in die frischen und jungen Bücher, beliebt bei den Teenagern wie bei allem was weit da drüber ist. Ich selbst zähle mich dabei zu denen, die schon sehr weit weg sind von der 1 vorne.

Leider erlebe ich immer wieder, dass ich dem einen oder anderen Hype nicht folgen kann, auch bei diesem Buch ging es mir nicht viel anders.

Die Geschichte ist für mich nicht neu, innovativ oder besonders romantisch.

Andie ist das arme Mädchen, welches ihre Mutter verloren hat. Die Ranch ihrer Familie, so wie ihren verpeilten kleineren Bruder und ihren Vater musste sie dabei gefühlt selbst über die Runden bringen, wie es sonst Erwachsene machen. Dabei muss gesagt werden, bei allem was noch kommt, Andie ist bereits 22 Jahre alt. Kaum zu glauben.

So verlässt sie aber von heute auf morgen die Ranch, zieht ohne Geld und Wohnung, ohne Sicherheiten zu ihrer Freundin June in die Wohngemeinschaft. Dort fliegt sie aber schneller raus als sie gucken kann, denn Mitbewohnerin Sara hält von dem unangemessenen Untermieter mal gar nichts.

Also wird kurzerhand im Keller der Bar geschlafen, wo sie gerade einen Job ergattert hat. Mal ehrlich, ein Aushilfsjob wo sie wie viel Dollar sie vielleicht nur verdient? Denn dort wird sie erwischt, darf in der WG des Inhabers einziehen, sehr realistisch, und dort wird das Geld erstmal verprasselt. Kaum paar Kröten wird direkt ne neue Einrichtung angeschafft, der aufgenommene Hund gepflegt und Klamotten geschoppt. Merkt ihr den Fehler?

Arbeitslos, kein Geld, keine Sicherheit – geht in eine fremde Stadt und hofft auf Asyl

Fliegt raus, findet nen Job – adoptiert nen Hund. Klar macht man so.

Dann bisschen Geld in der Tasche – Sofort shoppen und dann fast täglich im Café um de Ecke sitzen und wieder verprasseln (kenne so einige „arme“ deutsche Studenten die auch ihr weniges Geld gerne in solchen Läden lassen).

So wirkt die Figur mit ihrer Tollpatschigkeit, ihres Spleens alles aufgeräumt haben zu müssen bis hin zur Farbe und anderen Kategorien nach einer Zwangsneurose, die ihr niemand als solches irgendwann mal an den Kopf geworfen hat, einfach nur dumm und von der Welt überfordert. Nein man lässt ihr den Spleen durchgehen, und niemand sagt ihr wie dämlich ihr Verhalten ist. Sie ist ja das arme kleine Mädchen, welches sich als taffe Frau sieht, aber für mich weit davon entfernt ist.

Dann ist da der Bad Boy, mega hübsche, Cooper. Flacher Charakter, keine besondere Story, die Schwester mit ihrem Schicksal, welche ihn zur Mimose macht. Am Anfang hält er Andie auf Distanz und dann oh wunder verliebt er sich natürlich in sie.

Dann June als Kampftussi, der Versteher Mason und so ziemlich jede andere Klischeerolle werden besetzt.

Was bleibt dann noch vom Buch über?

Nichts.

Keine gute Story, alles bekannt, überholt und schlecht aufgewärmt. Charaktere wie aus der Recyclingfabrik und das zusammen gemixt zu etwas, was selbst für einen Veganer nichts mehr mit Essen und in diesem Fall einen Buch zu tun hat.

Schade um die verlorene Zeit. Ich gehe nun einen Hund retten und füttere ihn mit Schinken.

Veröffentlicht am 29.10.2020

Mehr Aufzählung der 90er als eine fließende Geschichte

Kind der 90er
0

Wer ein Buch sucht, wo er sich in einer leicht zu lesenden Geschichte die Erinnerungen der 90er auffrischen möchte, ist hier genau richtig.

Die Autorin hat es geschafft in eine aktuelle Geschichte die ...

Wer ein Buch sucht, wo er sich in einer leicht zu lesenden Geschichte die Erinnerungen der 90er auffrischen möchte, ist hier genau richtig.

Die Autorin hat es geschafft in eine aktuelle Geschichte die geballte Power der 90er unterzubringen. Von der Musik, der Kleidung, über die Partys bis hin zum Alltag.

Das Ganze wird durch die junggebliebene Julia erlebt, welche mit zwei Kindern und einen Mann, in einem hübschen Häuschen lebt. Sie arbeitet in Teilzeit, muss sich um die Kinder und den Haushalt kümmern und ist froh, wenn Sie mal Ihren Mann zu Gesicht bekommt. Denn dieser ist auf dem besten Weg in seinem Beruf weiter aufzusteigen, leider unter der Prämisse kaum daheim zu sein.

So kann man Julia verstehen, wenn diese abends aufgebrezelt und frustriert zu Hause sitzt, weil ihr Mann nicht wie versprochen nach Hause gekommen ist, sie aber mal wieder etwas Zweisamkeit erleben wollte.

So erlebt Julia ihren persönlichen Flashback, als auf einer 90er-Jahreparty all die Erinnerungen an damals wieder hochkommen. Die Kleidung, die Musik, die Partys und ihr damaliger Schwarm Jannis.

Die damalige Zeit und die Gefühle kommen wieder und der Wunsch nach der Freiheit von damals.

Das Buch spiegelt in vielen verschiedenen Eindrücken die damalige Zeit wider, für jeden einzeln und im speziellen wie Julia diese erlebt hat. Dies war für mich auf jeden Fall eine Möglichkeit, auch an Dinge erinnert zu werden, die ich seit damals schon längst vergessen habe, für das Jahrzehnt aber so bekannt war. Von der Seite her hat mir das Buch gefallen.

Mir persönlich hat aber die Geschichte um Julia und ihr Charakterbild weniger zugesagt. Die Story plätschert vor sich hin, es fehlt mir an Tiefgang und an dem was mich an einem Buch fesselt. So ist sie die Frau in den 30ern mit einem lieben Mann, tollen Kindern, einer Teilzeitstelle, lebt in einem Haus mit Garten und von Armut betroffen ist sie auch nicht.

Ich kann verstehen das ihr Alltag bei weitem anstrengender ist als der von ihrem Mann, oder sagen wir mal anders anstrengend, aber für mich war es vor allem Leiden auf hohem Niveau. Immerhin versucht ihr Mann es immer wieder gut zu machen und arbeitet so viel, damit man sich alles leisten kann. Aber Julia ist unzufrieden und würde halt gerne wieder 16 und frei sein. Etwas, was die Autorin sehr gut ausgearbeitet hat, mir persönlich aber das Unsympathische zu sehr wachsen gelassen hat.

So ist auch Jannis als Charakter für mich nicht interessant gewesen und zu unglaubwürdig.

Die Geschichte ist daher zwar schön mit den Gedanken an die 90er zu lesen, aber die Basis, und zwar die Geschehnisse im Hier und Jetzt mit dem fehlenden Charakterbild hat mir leider weniger zugesagt.

Für Kinder der 90er sicherlich ein interessanter Roman, der schnell gelesen ist und nicht allzu viele Schwierigkeiten im Verstehen mit sich bringen sollte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.10.2020

Ich bin zu jung oder die Story ist zu alt

Es muss dunkel sein, damit man die Sterne sieht
0

Ria ist jung und steht mit beiden Beinen im Leben. Dann stirbt ihr Vater. Dann ist nichts mehr wie vorher.

Ganz zum Anfang des Buches lernen wir Ria kennen, aus deren Sicht das Buch spielt. Sie packt ...

Ria ist jung und steht mit beiden Beinen im Leben. Dann stirbt ihr Vater. Dann ist nichts mehr wie vorher.

Ganz zum Anfang des Buches lernen wir Ria kennen, aus deren Sicht das Buch spielt. Sie packt alles was sie gegriffen bekommt in einen Rucksack, rennt raus in den Straßenverkehr, baut beinahe Unfälle um dann bei einem alten großen VW Bus zu landen. Dieser Bus wird schön im Buch unten als fahrender Bus wie in einem Daumenkino mit dem Verlauf der Geschichte von links nach rechts im Buch mitfahren.

Im Bus treffen wir auf vier ältere und sehr unterschiedliche Frauen. Mit Hilfe eines genau detailierten Plans haben alle vier Frauen feste Ziele von Frankreich über Italien bis Spanien. Jede von Ihnen treibt die Vergangenheit und vlt auch ein bisschen die Zukunft dorthin.

Oma Charlie, mit richtigem Namen Charlotte, ist die Oma von Ria. Sie kennt ihre Enkelin schon deren ganzes Leben lang und weiß warum Ria völlig neben sich steht und einfach so in den Bus springt und entscheidet mitfahren zu wollen. Ihr Grund für die Fahrt liegt in einer sehr weiten Vergangenheit und ob sie das erleben wird was sie sich vorstellt, will ich hier nicht verraten.

Hildie verschlingt jedes Buch und lebt in diesen mehr als in der richtigen Welt. Sie liest während der Fahrten vor und zitiert aus allen möglichen Werken aus allen Epochen. Leider ist dies etwas gewesen, was mich immens genervt hat und den Lesefluss stellenweise sehr stark unterbrochen hat. Ansonsten ist sie als Person sehr positiv aufgefallen. Wie alle Charaktere hat auch sie eine nicht so schöne Vergangenheit welche mit der Zeit aufgedeckt wird und wieso sie so sehr an ihren Büchern hängt.

Margot kennt Ria bereits, aber nicht so wie sie jetzt aussieht und wirklt. Margot vom Krebs gezeichnet, ist die einzige der Damen welche nicht mit dem Bus fahren kann und sonst auch eher der ruhige Part der Gruppe ist. Hier hat Ria mächtig Probleme zu verstehen, warum ein so kranker Mensch eine solche Reise unternimmt.

Frau Lensker ist der etwas "Miesepetrige" Charakter welche sofort mal klar stellt wo der Hase lang läuft und wie die Planung der nächsten Wochen aussieht. Am Anfang ein schwieriger Fall welcher mit der Zeit aber echt zu Sympahtien heranwächst. Gerade sie bringt noch einen weitern "Gast" mit in den Bus worüber man doch hier und da schmunzeln kann.

Über Ria erfährt man so erstmal nicht viel ausser das sie das Studium geschmiessen hat, der Vater gerade im Krankenhaus verstorben ist und sie in Rückblenden an die schöne Zeit mit ihm denkt.



Ich bin persönlich kein großer Romanleser und mir hat das Buch persönlich nicht sehr gefallen. Die Charaktere sind mal besser mal schlechter beschrieben und mal sympathischer und mal weniger symphatisch. Die Sinnkrise von Ria ist echt nervig, und für ne Ü18-jähirge benimmt sie sich oft wie ne 12jährige.Die Zitate und das Gerede von Büchern fand ich sehr langweilig und langatmig. Hin und wieder gab es dann Eindrücke aus den Städtchen A oder B wo sich die Gruppe gerade aufhält. Die Gründe für die Frauen diese Reise zu vollziehen sind alle wahnsinnig Unterschiedlich und waren für mich das Interessanteste am ganzen Buch. Von den 350 Seiten hätte man aber locker auf 200 runter reduzieren können da vieles einfach sehr oft wiederholt wird, wie Rias unberechenbaren 5 Minuten hier und da, und somit die Story einfach nur langsam und träge wirkt.