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Veröffentlicht am 24.11.2020

Toller Start in eine Dystopie wo eine extreme Zukunft bevorsteht

Gelöscht
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„Gelöscht“ gehört zu der Reihe „Gelöscht-Slated“ von Teri Terry und ist eine bekannte und für das erste Buch gelungene Dystopie. Dies ist der erste Teil der Trilogie, davor spielt noch ein Prequel in Form ...

„Gelöscht“ gehört zu der Reihe „Gelöscht-Slated“ von Teri Terry und ist eine bekannte und für das erste Buch gelungene Dystopie. Dies ist der erste Teil der Trilogie, davor spielt noch ein Prequel in Form von „Exit Now“!“.

Dieses Buch muss man nicht vorher lesen ist aber hilfreich beim Verständnis. Gelöscht lag nun drei Jahre lang auf meinen E-Bookreader und ist somit eines meiner Schätzchen, welche ich regelmäßig aus der Schatztruhe SUB (Stapel ungelesener Bücher, sei´s digital oder auf Papier) rausfische.

Wir befinden uns im Jahr 2054. In dieser fiktiven Zukunft haben Kinder und Jugendliche unter dem 21 Lebensjahr kaum mehr was zu sagen, geschweige noch viel Grund zu lachen. Handys, Internet, normale Abläufe wie wir sie haben sind nicht erlaubt und unvorstellbar.

Jahre zuvor, das Prequel nimmt das Thema auf, gab es Angriffe seitens der Jugendlichen gegen die immer stärkere Eingrenzung ihrer Grundrechte. So begann man ganz rigoros den jungen Menschen immer mehr ihre Grundrechte einzuschneiden und den totalen Überwachungsstaat aufzubauen.

Als Reaktion gab es diese Übergriffe, wo auch Tote und Verletzte durch entstanden. Um diesem Verhalten einzugrenzen und die Todesstraffe nicht einsetzen zu müssen, gibt es nun den Prozess des Slaten. Hierfür werden die Erinnerungen, die Persönlichkeit und das ganze Leben des Menschen ausgelöscht. IN einem Institut fangen sie an wie Neugeborene alles neu zu lernen und ein neuer Charakter wird aufgebaut.

So passiert dies auch der jungen 15-Jährigen Kyla. Sie weiß nicht wer sie vorher war, was sie getan hat um geslated zu werden und nicht wem sie vertrauen kann. Sie kommt nach ihrer Zeit im Institut nun zu ihren neuen Eltern und Schwester Amy. Die Eltern sind sehr streng und sie fühlt sich ungewollt. Ihre Schwester versucht ihr zu Helfen wo es nur geht, aber Kyla merkt schnell das sie anders ist als sie und das obwohl auch diese geslated wurde.

Da Kyla trotz der Löschung immer noch als gefährlich gilt und der Beobachtung notwendig ist, sind viele Menschen daran beteiligt sie in ihrem Alltag zu beobachten und ihre Entwicklung zu protokollieren. Ihre Eltern haben Adleraugen auf sie, in der Schule muss sie einer speziellen Therapeutin / Lehrerin ihre Erlebnisse erzählen, das Ganze einmal die Woche mit einer zweiten Gruppe außerhalb der Schule und dann noch regelmäßig bei der Doktorandin welche sie zu dem gemacht was sie nun ist.

Schlimmer kann es kaum für sie werden. Ist es aber noch. Denn sie trägt ein sogenanntes Levo. Dieses Messgerät am Arm misst ihre Stimmung. Wut und Trauer lassen den Wert sinken. Sinkt dieser zu niedrig und in einen roten Bereich ist ihr Leben in Gefahr.

So kommt Kyla in eine für sie neue Welt. Neu Eltern, Schüler, Menschen die alles von ihr wissen wollen. Viel Negatives, vieles was sie überfordert. Dann ist da noch Ben, der nette Junge der Schule. Kann sie ihm trauen? Denn auch er ist geslated. Aber Kyla merkt wie immer mehr Menschen um sie herum verschwinden. Ist sie schuld? Wem darf sie vertrauen? Was ist die Wahrheit?

Das Buch hat alles was eine Dystopie benötigt. Eine Hintergrundgeschichte, Menschen die überhaben sind (die Erwachsenen), eine Regierung die Menschenrechte hintergeht. Die Opfer der Geschehen, in allen Altersklassen vertreten, einen Grund warum all dies passiert.

Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen und ich finde sie ist frei von festen Altersstrukturen. Ein Teenager kann dieses Buch genauso lesen wie ein Mensch, der selbst Kinder in diesem Alter haben könnte. Man muss sich auf die Geschichte einlassen, die Möglichkeiten der Medizin und der Politik. Dann hat man ein wirklich gutes Lesevergnügen.

Die Charaktere haben mir gefallen, auch wenn manche was blass waren, was daran lag, das Kyla durch ihre Perspektive vorgibt welche für sie wichtig sind und welche nicht. Normalerweise würde es mich stören, aber hier nicht. Denn die Geschichte wird durch Kyla gelebt und genau das schafft die Autorin sehr gut rüberzubringen.

Von mir gibt es daher eine uneingeschränkte Leseempfehlung und ich schaue nicht zu lange mit dem zweiten und dritten Teil zu warten, welche auf meiner Schatzkiste E-Bookreader noch schlummern.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.11.2020

Ein toller Fantasykrimi mit einem ganz normalen Kerl

Der letzte Held von Sunder City
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Das Buch ist mir sofort mit seinem düsteren Cover ins Auge gesprungen, welches mich ein bisschen an die Bücher von Aaranovitch erinnert. Aber auch der Klappentext lockte mich an.

So wurde ich nicht enttäuscht, ...

Das Buch ist mir sofort mit seinem düsteren Cover ins Auge gesprungen, welches mich ein bisschen an die Bücher von Aaranovitch erinnert. Aber auch der Klappentext lockte mich an.

So wurde ich nicht enttäuscht, den dieser gibt genau das wieder was man von dem Buch erwarten kann. Einen Fantasy-Krimi mit einem Detektiv der nicht die große Fanbase hat und eine sehr große Schuld auf seinen Schultern trägt.

So werden wir direkt in die Welt von Sunder geworfen. Eine Stadt deren gute Zeiten lange vergangen sind. Zeiten in denen überall und jeder Zeit die Magie zu spüren war. Drachen flogen am Himmel, Feen, Hexer, Vampire wie man sie kennt verfügten über ihre persönliche Magie und der offensichtlichen körperlichen Erscheinungen. So haben die Feen keine Flügel mehr und die Vampire können ihr Leben nicht mehr mit Hilfe vom Blut verlängern.

Schuld für die verschwunden Magie ist der Detektiv und Hauptcharakter Fetch Philipps. Das er der Grund dafür ist, wird von ihm selbst erwähnt. Auch alle in der Stadt Lebenden Menschen und vor allem die nicht mehr so magischen Kreaturen lassen ihn das spüren. Aber wie kam es dazu?

Während wir in der Gegenwart Fetch begleiten auf der Suche nach dem vermissten 400 Jahre alten Vampir Professor Rye und später auch einer jungen Sirene, welche seine Schülerin war. Wo er so manche Kneipe und so manches Wesen besuchen muss, sehen wir auch in seine Vergangenheit.

In kursiver Schrift erleben wir seine Zeit als Kind, wie er in die Welt der magischen Wesen wechselte und dort Teil einer großen politischen Gruppe wurde. Eine Frau kennen lernte die er mochte.

Diese Rückblicke helfen zu verstehen, was die Gegenwart bedeutet. Woher seine negativen Gefühle, seine Gewissensbisse und seine Sehnsucht herrührt. Nicht einfach und nicht für das Lesen nebenbei, sind diese Erlebnisse. Denn wie ein Puzzle setzt sich das Bild zusammen und durch die Offenlegung der Vergangenheit wird es in kleinen Schritten sichtbar. Bis wir erkennen, warum ihn alle hassen.

Aber er möchte seine Fehler wieder in kleinen Schritten und kleinen Dingen ausbessern, auch wenn die Magie für immer weg ist. Als Detektiv, als guter Freund, als Helfer für die Schwachen.

Fetch ist nicht der super Kerl den alle mögen, aber ich mochte ihn. Er tat mir leid, denn Fehler macht man. Nur das seine, sehr viele Opfer mit sich brachte. Aber umso mehr muss man in solchen Zeiten zusammenhalten. Er ist der geschundene, Alkoholtrinkende Einzelgänger, aber seine Sprüche und Gedankengänge haben biss. Erinnert mich ein bisschen an den „Bourbon Kid“ von Anonymus.

Es ist kein Buch welche Freude bereitet, wo man oft lachen kann, nein es ist schon ernst, leicht depressiv, aber auch sehr spannend. Denn was ist mit dem Vampir, der Sirene und wie hat ein kleiner unbedeutender Mensch die Magie verschwinden lassen?

Veröffentlicht am 01.11.2020

Wer gewinnt? Die künstliche Intelligenz oder du?

Game over
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1995 hat Philip Kerr einen Krimiroman geschrieben, mit einer gehörigen Portion Scene-Fiction. Doch wie nah er an der heutigen Realität und den Möglichkeiten bei dem heutigen technologischen Fortschritt ...

1995 hat Philip Kerr einen Krimiroman geschrieben, mit einer gehörigen Portion Scene-Fiction. Doch wie nah er an der heutigen Realität und den Möglichkeiten bei dem heutigen technologischen Fortschritt ist, ist bewundernswert und macht zugleich Angst.

Kerr erzählt uns die Geschichte eines Bürogebäudes, so modern, so perfekt, dass es mehr als nur ein sehr großes Haus ist. Der Architekt Ray Richardson wird gefeiert für die modernsten Bürogebäude der Welt. Menschlich ist er durch und durch ein Arschloch und lässt seine Mitarbeiter bis spät in die Nacht unbezahlte Überstunden machen. Privatleben hin oder her. Er ist reich, hat seine Frau und er macht pünktlich Feierabend.

Das neuste Projekt ist ein riesiges Verwaltungsgebäude mitten in Los Angeles. Aufgetragen von einer chinesischen Firma, stecken Millionen in dem Bau, der so modern ist, dass man vieles nicht glauben mag. Im Buch steht der Bau kurz vor der Freigabe. Hier und da müssen noch Büros fertig gestellt werden, paar Kabel verlegt und der sehr große Baum im Erdgeschoss braucht noch ein paar Änderungen. Ja, ein Baum der knapp 25 Stockwerke hoch ist.

Nur eins der Spielerein des Gebäudes. Alles ist automatisch am Laufen. Am Empfang ist es eine Projektion anstatt eines Assistenten, der Aufzug wird vom intelligenten Computer so gesteuert wie Wasser, Luft, alle Türen, die komplette Kommunikationsanlage usw. Überall sind Kameras für Wärme, Bilder, Messanlagen.

Der wahrgewordene Traum für die Chinesen. So muss es sein. All dies wird vom intelligenten Computer Abraham gesteuert. Letzte Einstellungen müssen noch erfolgen, so wird es danach fast autonom laufen.

Noch ist das Gebäude aber nicht freigegeben, der Besichtigungstag nähert sich aber. Da geschieht ein Unfall oder war es doch ein Mord? In der Tiefgarage, wird im Aufzug der Leibwächter der Firma getötet. Ins Visier gerät einer der Mitarbeiter welcher gerade gekündigt hat. Nur er weiß was wirklich passiert ist.

Die Polizei kommt um zu ermitteln und bei ihrem zweiten Besuch passiert das unfassbare. Sie sind eigesperrt in einem Komplex, mit einem Computer der nicht beabsichtigt jemanden gehen zu lassen. Ein Überlebenskampf beginnt und einer nach den anderen wird diesen nicht überleben. Wer ist schlauer? Mensch oder Maschine. 11 gegen 1. Wer gewinnt?

Das Buch lag recht lange in meinem Schrank, zu meiner absoluten Freude habe ich es dieses Jahr geschafft es zu lesen. Die Empfehlung habe ich vor langer Zeit mal gelesen und ich wurde nicht enttäuscht. Auch wenn es in die Jahre gekommen ist, ist die Thematik der künstlichen Intelligenz und der damit verbundenen Gefahr heute größer als damals. Kerr hat einen Computer und ein Gebäude geschaffen, wie es heute wirklich schon existieren könnte. Unheimlich auf der einen Seite und bewundernswert auf der anderen.

Die Charaktere sind vielfältig und auch ein paar mehr. Immerhin müssen ja genügend Opfer da sein. Die Dialoge sind manchmal was langweilig und die technischen Details können schonmal ermüden, aber die kann man sonst auch überspringen. Ansonsten muss ich sagen, waren die beiden Cops meine Highlight Charaktere. Die beiden zusammen, hatten einen tollen Humor.

Das Buch hat noch in den nächsten zwanzig Jahren seinen Charme, denn die Grundidee dahinter kann nicht altern. Dazu ist es einfach zu gut erzählt.

Veröffentlicht am 01.11.2020

Eines der schönsten, modernen Bücher zum Thema Liebe

Für immer vielleicht
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Tauziehen der Gefühle und der Kampf gegen das Schicksal was immer gegenzieht

Kommen sie zusammen? Oder doch nicht? Schaffen sie es heute oder doch wieder nicht?

Was sich wie ein Tauziehen der Gefühle ...

Tauziehen der Gefühle und der Kampf gegen das Schicksal was immer gegenzieht

Kommen sie zusammen? Oder doch nicht? Schaffen sie es heute oder doch wieder nicht?

Was sich wie ein Tauziehen der Gefühle liest, ist auch eins. Nicht nur für den Leser, sondern auch für die Charaktere. Alex und Rosie sind Kinderfreunde, noch vor der Schulzeit. Unzertrennlich wie die beiden sind, kommt der Schock als Alex kurz vor dem Abitur mit seiner Familie umziehen muss und Rosie zurückbleibt. Die beiden schwören sich im Kontakt zu bleiben. Die junge Liebe zwischen den beiden, die nie zur Beziehung führte ist erstmal aus. Denn alle sahen es, nur sie nicht. Rosie hat sich jedoch zum Ziel gemacht nachzukommen und vor Ort zu studieren. Doch eine ungeplante Schwangerschaft – natürlich nicht mit Alex – bringt ihre Lebensplanung durcheinander. Rosie zieht als Alleinerziehende ihre Tochter allein groß. Alex heiratete in Amerika. Aber diese Ehe sollte nicht halten. Der Blick in Richtung Rosie und das Wissen um die Gefühle ist da. Aber auch Rosie hat inzwischen einen Mann für sich gefunden.

Ein reger Austausch an Nachrichten, auf allen erdenklichen schriftlichen Kanälen erfolgt. Beide sind für einander da. Aber so wirklich funktionieren mit dem zusammenkommen will es einfach nicht.

Für mich war es das erste Buch der Autorin und ich fand es einfach nur super schön. Ich bin kein großer Fan von Liebesromanen, aber dieser ist so erfrischend anders. Die vollständige Kommunikation, welche nur schriftlich erfolgt ist, erstmal gewöhnungsbedürftig, aber ich fand es super. Man zittert mit den Beiden mit und hofft das es endlich mal funktioniert. Ich möchte auf den Hintern hauen und sagen: Sie hin, das ist die Liebe deines Lebens. Einfach nur schön, spannend, und zum mitfiebern.

Veröffentlicht am 06.10.2020

Kurz und bissig

Das NEINhorn
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Einhörner sind süß und flauschig und pink, und einfach nur knuffig und lieb. Das NEINhorn, ist nicht mal ansatzweise so. Denn es lebt im Wald mit den anderen Einhörnern die Glück und Freude verbreiten ...

Einhörner sind süß und flauschig und pink, und einfach nur knuffig und lieb. Das NEINhorn, ist nicht mal ansatzweise so. Denn es lebt im Wald mit den anderen Einhörnern die Glück und Freude verbreiten wollen, die Zuckerwatte pupsen und singen und springen und einfach nur glücklich sind. So versuchen alle das kleine bockige Einhorn zur Freude zu bringen, aber egal was man ihm sagt es kommt nur ein Böses: Nein.

So geht es auf Reisen und lernt vier weitere Charaktere kennen, welche alle eine feste Phrase haben, welche diese immer wiederholen.

Das gerade mal 15-minütige Hörbuch war schön anzuhören, da der Autor dies selbst vertont hat. Das „Nein“ vom Neinhorn war immer wieder ein Highlight gewesen. Es ist für mich nicht ganz ein Kinderbuch, da schon recht derbe Witze mit dabei sind, welche dann doch nur die Erwachsenen verstehen werden.

Aber alles in allem ist es eine lustige Geschichte mit dem tieferen Sinn, dass du nicht das Sein musst was andere von dir erwarten, sondern das Sein kannst was du sein möchtest. Und wenn du nun mal kein langweiliges Einhorn sein willst, dann sei halt das NEINhorn.