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Veröffentlicht am 10.12.2020

Gott? Welcher Gott?

Fest der Finsternis
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Louis Marais war einstmals der bekannteste und beste Polizeibeamte in Paris, bis er in Ungnade fiel und nach Brest abgeschoben wurde. Ausgerechnet im Pestjahr 1805 wird er jedoch wieder in die Hauptstadt ...

Louis Marais war einstmals der bekannteste und beste Polizeibeamte in Paris, bis er in Ungnade fiel und nach Brest abgeschoben wurde. Ausgerechnet im Pestjahr 1805 wird er jedoch wieder in die Hauptstadt der Welt zurückgerufen. Immer wieder wurden verstümmelte Leichen junger Frauen gefunden - wer steckt dahinter? Das kann nur ein gotteslästerliches Monster sein, und wer könnte solche Monster besser verstehen als jemand, der selbst eines ist? Er holt sich Marquis de Sade an die Seite, einen Mann, der nicht nur alt und fett ist und aus dem Hochadel stammt, sondern auch allen seinen Trieben nachgeht. Gemeinsam geraten sie immer tiefer in einen Strudel aus Gewalt und Brutalität und müssen aufpassen, dass sie nicht zwischen den verschiedenen Gruppierungen der Politik zerrieben werden.

Das war ein wahrhaft opulentes Mahl, das uns Meisterkoch Torreck hier anrichtet. Er wirft uns hinein in die Intrigen des ganz, ganz frühen 19. Jahrhunderts, stößt uns in den Schmutz der Gosse, lässt uns noch den den letzten Hauch der Pest einen Schauder über den Rücken jagen. (Und was für einen Schauder - schon vor Jahren hat der Autor hier ein paar interessante Dinge in Bezug auf eine Pandemie beschrieben, die so und ähnlich jetzt tatsächlich stattgefunden haben!) Dass ich nicht die volle Punktzahl gebe, liegt nicht direkt an der ausschweifenden Erzählweise, in der manches auch etwas kürzer gefasst hätte werden können, ganz besonders der Anfang, der mehr Beschreibung als Erzählung war. Eher ist es der Art geschuldet, immer wieder die Perspektive auch mitten im Absatz zu wechseln - etwas, das mich immer wieder stocken lässt und beim Lesen stört. Dass auch recht viele Schreib- und Kommafehler existieren, habe ich ärgerlich zur Kenntnis genommen, lasse das aber nicht in die Bewertung des Buches an und für sich einfließen. Dafür hat es mir dann doch eine zu gute Unterhaltung geboten, und ich empfehle diese Lektüre allen, die Spaß an historischen Geschehnissen, Persönlichkeiten und Ermittlungen haben.

Veröffentlicht am 28.11.2020

Die mit den Geistern spricht

Hex Files - Verhexte Nächte
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Nur knapp hat Ivy ihren Ausflug an das Filmset überlebt, zu heftig war der Zusammenstoß mit dem Nekromanten. Jetzt hat Winter dem Orden gekündigt und kümmert sich nur noch um Ivy - was sie zwar einerseits ...

Nur knapp hat Ivy ihren Ausflug an das Filmset überlebt, zu heftig war der Zusammenstoß mit dem Nekromanten. Jetzt hat Winter dem Orden gekündigt und kümmert sich nur noch um Ivy - was sie zwar einerseits toll findet, aber andererseits auch drunter leidet. Erstens ist er wie eine Glucke, zweitens merkt sie, dass ihm die Ordensarbeit fehlt. Und dann kommt noch die Kleinigkeit dazu, dass Ivy plötzlich mit Geistern reden kann und die von ihr verlangen, sie weiterzuschicken. Um ihren guten Willen zu zeigen, erzählt ein ehemaliger Ordensvorstand Ivy von einem Serienkiller, der bereits einen ganzen Hexenzirkel ausgelöscht hat. Plötzlich befinden sich Ivy und Winter wieder in Todesgefahr und dieses Mal haben sie nicht die Macht des Ordens hinter sich.

Ich fand den Anfang ein bisschen zäh - wahrscheinlich, weil da einmal zu oft die setzt hier beliebiges Wort für blau ein Augen von Winter erwähnt wurden. Als Ivy und Winter dann wieder auf Spur sind, wird es wieder besser, zumal auch der Wortwitz gefällig ist. Richtig lustig ist jedoch, als Brutus die Errungenschaften der Technik lernt. Überhaupt ist wahrscheinlich Brutus der heimliche Held dieser Reihe. Ein Ereignis am Schluss des Buches fand ich todtraurig und hätte meinetwegen auch nicht sein müssen, aber ansonsten fühlte ich mich wie immer bei der Reihe gut unterhalten.

Veröffentlicht am 25.11.2020

Bayview Three

ONE OF US IS NEXT
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Anderthalb Jahre sind vergangen, seit an der Bayview High jemand sein Unwesen trieb, tief verborgene Geheimnisse preisgab und schließlich jemand starb. Maeve Roja, die Schwester einer der damals Betroffenen, ...

Anderthalb Jahre sind vergangen, seit an der Bayview High jemand sein Unwesen trieb, tief verborgene Geheimnisse preisgab und schließlich jemand starb. Maeve Roja, die Schwester einer der damals Betroffenen, ist heute in der 11. Klasse und hat ein grausiges Deja-Vu, als wieder einmal Nachrichten auf allen Handys eintreffen. Dieses Mal geht es um ein perfides Spiel: Wahrheit oder Pflicht. Wer nicht reagiert, über den wird ein boshaftes Geheimnis preisgegeben, wer sich der Pflicht stellt, avanciert schnell zum Schulhelden. Doch dann gibt es einen Toten und aus dem Spiel wird mörderischer Ernst.

Ich widerspreche all den Rezensenten, die behaupten, dieses Buch hier sei schwächer als das erste. Es ist einfach anders und ich halte es der Autorin wirklich zugute, dass sie sich etwas anderes hat einfallen lassen, anstatt stumpf ihren Erstling einfach zu wiederholen. Es gibt zwar auch Auftritte der Bayview Four, aber die sind dezent genug, um die Geschichte von Maeve, Knox und Phoebe nicht zu verdrängen. Diese drei stehen diesmal im Mittelpunkt und auch wie zuvor müssen sie sich Anfeindungen aller Art stellen. Wie auch schon im ersten Buch finde ich, dass einige Sachen gänzlich anders gelöst hätten werden können oder gar müssen, aber auch wie bei Teil 1 hat das Lesen trotzdem Spaß gemacht und ich hoffe, wir bekommen von der Autorin noch die ein oder andere Lektüre geschenkt.

Veröffentlicht am 20.11.2020

Big money

Dark
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Vor mehr als zehn Jahren war Blair eine gefeierte Ärztin, lebte im besten Viertel von LA und kannte keine Not. Doch eine Nacht veränderte alles, und jetzt ist sie eine entlassene Kriminelle, die wegen ...

Vor mehr als zehn Jahren war Blair eine gefeierte Ärztin, lebte im besten Viertel von LA und kannte keine Not. Doch eine Nacht veränderte alles, und jetzt ist sie eine entlassene Kriminelle, die wegen Mordes gesessen hat und sich über die Runden schlägt. Als eines Tages ihre Zellengenossin bei ihr auftaucht und um Hilfe bittet, kann sie nicht ablehnen. Sneaks Tochter ist verschwunden und niemand möchte Sneak, einer Diebin und Junkie, helfen. Niemand außer Blair, Ada, einer furchterregenden Gangsterin und Jessica, eine Latina-Cop, die aufgrund eines Erbes von ihren männlichen Kollegen gehasst und verfolgt wird.

Candice Fox kann schreiben, das hat sie mit ihren vorherigen Büchern bewiesen, das zeigt sie auch jetzt wieder. Ihr Schreibstil, rasant, actionreich und voller Wendungen, dabei ohne Klischees oder plumpe Formulierungen, zieht sofort in den Bann und nimmt auf einen Trip mit, bei dem man sich festhalten muss. Sie spricht Diskriminierung an und das nervige Buddy-Verhalten von alten, weißen Männern. Apropos alte, weiße Männer: Das "Lob", dass sich Fox mit diesem Buch in die Liga von Elmore Leonard geschrieben hat, ist keines. Es ist eine Frechheit. Fox braucht nicht in die Liga eines alten weißen Mannes aufsteigen, sie ist eine eigene Liga, die sich vor niemanden verstecken oder gar mit irgendwem vergleichen lassen muss. Warum ich trotzdem nicht die Höchstpunktzahl gebe? Ich fand, dass Sneak und Ada wirkten, als hätte man Amanda Pharell aus der Crimson-Lake-Trilogie in zwei Frauen geteilt, und ich mag allgemein das Setting in Australien lieber. Trotzdem hoffe ich, dass es von dieser Reihe eine Fortsetzung gibt.

Veröffentlicht am 11.11.2020

Nummer 1 lebt!

Artemis Fowl - Die verlorene Kolonie (Ein Artemis-Fowl-Roman 5)
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Wie üblich hat Artemis einen todsicheren Plan: Er hat errechnet, wann ein Dämon aus einer anderen Dämension - Verzeihung: Dimension, nämlich der im Zeitmeer verschollenen Insel Hybras - in seiner Zeit ...

Wie üblich hat Artemis einen todsicheren Plan: Er hat errechnet, wann ein Dämon aus einer anderen Dämension - Verzeihung: Dimension, nämlich der im Zeitmeer verschollenen Insel Hybras - in seiner Zeit und mitten in Barcelona auftauchen wird. Das tut dieser Dämon auch, reißt Artemis aber kurzzeitig durch Raum und Zeit, bevor der wieder sicheren Stand findet. Doch er weiß Folgendes: Hybras geht kaputt und droht, auch die Welt zu zerstören. Um das zu verhindern, muss Artemis nicht nur wie üblich mit seinen Unterweltfreunden zusammenarbeiten, sondern auch mit einer fast so genialen jungen Meisterverbrecherin, wie er es ist. Und dann ist da noch Nummer 1, der Dämon, der kein richtiger Dämon zu sein scheint, aber dem das Dämensions- Verzeihung: Dimensionsreisen im Blut zu liegen scheint.

Eoin Colfer hat wie üblich einen Roman abgeliefert, der ebenso üblich sehr gut gelesen wird. Man muss seinen Einfallsreichtum einfach nur bewundern. Ich muss allerdings zugeben, dass es wohl nicht mein Lieblingsband de Reihe werden wird, dafür war es mir dann doch zu viel, das auf der Dämoneninsel und mit den Dämonen passierte. Fehlt mir vielleicht wieder ein klassischer Antagonist? Der Schurke, der Minerva, das kleine Genie bedroht hatte, konnte mich jedenfalls nicht völlig überzeugen. Trotzdem war es des Hörens wert und hat wieder richtig Spaß gemacht.