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Veröffentlicht am 03.05.2021

Kein Buch für Zwischendurch

Wie die Stille vor dem Fall. Zweites Buch
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Schreibstil:
Brittainyy C. Cherry schreibt auch hier wieder sehr emotional. Das Buch ließ sich super flüssig lesen, allerdings nicht so locker leicht wie man das aus Zwischendurchgeschichten kennt. Man ...

Schreibstil:
Brittainyy C. Cherry schreibt auch hier wieder sehr emotional. Das Buch ließ sich super flüssig lesen, allerdings nicht so locker leicht wie man das aus Zwischendurchgeschichten kennt. Man hat das Gefühl, die Worte sind alle klug gewählt, die Sätze mit einer Energie und Emotionen aufgeladen, die die Handlung unterstützen. Ich hatte das Gefühl, dass dieses Buch in seinen Worten noch ein klein wenig gewählter blieb, da die Stimmung von allen Büchern, die ich bisher von ihr gelesen habe, am schwierigsten zu verkraften war. Keine Angst, ihr werdet sofort in die Geschichte gesogen, aber sie verlangt dem Leser auch einiges ab.

Meine Meinung:
Ich war sofort wieder in der Geschichte drin. Das war wohl vor allem dem Fakt geschuldet, dass der Band nicht nur nahtlos an den davor anschließt, sondern sich noch Zeit für die jüngeren Jahre der beiden nimmt. In denen ist es nämlich alles noch relativ in Ordnung. Ich würde sagen, da kennen wir Landon noch gut genug und können uns an das vorher Geschehene erinnern.
Das hält jedoch nicht ewig an. Man merkt ziemlich schnell, dass das Paar sich auf der Abwärtsspirale hinab bewegt. Die Geheimnisse werden größer, die Distanz ebenso. Im ersten Moment denkt man noch, dass das nicht möglich sein kann. Das Traumpaar – kurz vor dem Aus. Die Autorin schafft es aber sehr schön, dem Leser das schonend beizubringen. Es geschieht langsam, aber direkt und trotz Situationen, in denen ich nicht fassen konnte, dass Landon sich so verhält, bleibt ihre Vergangenheit und das was die beiden Charaktere ausmacht, immer präsent. So ist man gewollt, zu verzeihen.

Das ist auch etwas, was mich im Verlauf der Handlung immer an die beiden hat glauben lassen. Trotz der vergehenden Jahre, bleibt da eine Basis, die immer wieder durchscheint und zusätzlich noch durch süße und emotionale Szenen und Details lebendig gehalten wird. Das ist es auch, was in diesem Band die Liebe der beiden zueinander für den Leser verständlich macht. Insbesondere bei Landon. Shay lässt sich etwas gehen. Sie hat über die Jahre nicht richtig zu ihrem Glauben an die Liebe zurückgefunden. Zwischendurch war es immer mal wieder etwas langweilig bzw. eintönig von ihr zu lesen, da sie Situationen nur selten eine Chance gibt und geradezu vergrämt wird. Sie zu erobern ist ein Kampf, der immer wieder mit Kollisionen gegen Mauern einhergeht.
Landon ist anders. Nicht nur von dem her, was über ihn erzählt wird, sondern auch bezüglich seiner Liebe zu Shay. Während Shays Liebe geradezu tot scheint, hält Landon sie am Leben. Wenn auch so, dass er nicht unbedingt positiv von ihr zehren kann. Er hat sich jedoch verändert. Sein Leben ist geradezu in Schallgeschwindigkeit vorangeschritten und auch, wenn er in seinen Gedanken noch der selbe Landon ist, den wir Leser kennen, so entsteht eine neue Dynamik im Buch, weil Shay diese Seite von ihm erst kennenlernen muss.

Das Motto der Geschichte ist dabei wohl, dass nicht alles so ist, wie es scheint. Shay ist im Hinblick auf Landon in dem Spiel zwischen Schein und Sein gefangen. Sie hat eine Meinung über ihn, nimmt Meinungen auf und Landon vergeigt dazu die ein oder andere Situation. Das alles bestärkt Shay nicht unbedingt darin, an das zu glauben wie es war. Es ist die Crux der eigentlichen Liebesgeschichte, dass die Erinnerung zurückkommt. Mir persönlich geschah das einen kleinen Deut zu langsam bzw. mit zu viel Hin und Her. Die Geschichte hatte sich irgendwann ein wenig darin eingefahren, dass sie alles nur leicht ansprach. Die ein oder andere etwas heftigere Szene hätte mir geholfen, den Sog der Geschichte besser zu spüren.

Was aber wieder super authentisch rüberkam, war die Darstellung Landons Krankheit. Gerade im ersten Viertel des Buches kommt das viel zur Geltung, danach sieht man mehr und mehr seine innere Entwicklung, die er auch auf die Personen in seinem Umfeld überträgt. Die Stimmung ist durchweg keine gute, das muss ich zugeben. Die dunkle Wolke, die Angst, dass er einen Rückfall erleidet, schwebt über allem. Es ist aber nicht mehr das Hauptaugenmerk der Geschichte. Es geht nun viel mehr um Vertrauen, um Durchhaltevermögen, darum, aus der Vergangenheit zu lernen und darum, zu seinen Gefühlen zu stehen und sich die Welt nicht ganz so schwer so machen. Das war für mich der perfekte Übergang hin zu einem Ende der Geschichte der beiden.

Das Ende fand ich somit sehr passend für die beiden und hat mich vollstens zufriedengestellt. Es gab nochmal einen kleinen Kniff, der den Übergang markierte und durch den Epilog, der mehrere Jahre danach spielt, erhält man einen schönen Einblick in die Zukunft der beiden.

„Ich denke man sagt einem anderen Menschen, dass man ihn liebt, weil es sich in der eigenen Seele anfühlt wie eine Rakete. Die Liebe wird so übermächtig, dass sie durch einen hindurchschießt, bis man gezwungen ist, es zu sagen.“

WIE DIE STILLE VOR DEM FALL. ZWEITES BUCH – B. C. CHERRY S. 335
Fazit:
Wieder ein sehr emotionales Buch der Autorin, dass für mich schön an den ersten Band anschließt und toll zu lesen war. Shay und Landon erzählen eine sehr intensive, tiefgehende, aber auch traurige Geschichte mit großen Entwicklungen und viel Liebe. Vielleicht war es mir zwischendurch manchmal ein wenig zu eintönig. Für die richtige Portion Spannung fehlten mir manchmal die etwas dramatischeren Szenen. Dafür gab es aber so viele schöne Details, es war super authentisch, schloss an die Vergangenheit der beiden an und bietet gleichzeitig viel Neues.

4 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 21.01.2021

Ich schwärme...

Cassardim 2: Jenseits der Schwarzen Treppe
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Schreibstil:
Cassardim zu lesen, ist jedes Mal, wie ein großartiger, gewaltiger Sog, dem ich nicht entkommen kann. Die Autorin schreibt einfach wundervoll. Es gibt so viele schöne Details, ohne, dass die ...

Schreibstil:
Cassardim zu lesen, ist jedes Mal, wie ein großartiger, gewaltiger Sog, dem ich nicht entkommen kann. Die Autorin schreibt einfach wundervoll. Es gibt so viele schöne Details, ohne, dass die Welt des Buches je eingeschränkt wird. Dadurch wirkt sie offen und unergründlich genauso wie wunderschön und man bleibt stets neugierig darauf, was sich noch in ihr entdecken lässt. Der Stil der Autorin liegt irgendwo zwischen Jugend- und Erwachsenenbuch. Er ist ernst, nie lachhaft, albern oder kindisch, jedoch auch nicht zu ernst für ein kleines Fellwesen namens Flummel^^ Für mich macht es diese Mischung einfach. Ich war vollkommen gebannt von der Geschichte, habe gelacht, gestaunt, mitgefiebert, sogar ein Tränchen verdrückt. Mit einfach Worten schafft Julia Dippel komplexe Geschehnisse und Strukturen, die die Geschichte einfach zu einem rundum großartigen Paket machen. Allein die Wortwahl der Hauptprotagonisten ist grandios. Ich habe selten ein Buch gelesen, in dem jede Erwiderung so pointiert, so schlagfertig, so gewollt zweideutig und so schlau ausgelegt ist. Sie lässt ihre Protagonisten so reden und auch so über Gesagtes nachdenken, dass man selbst viel komplexer über alles Gesagte nachdenkt. Oft geht es um einzelne Worte oder Worte, die eben nicht gesagt werden. Das ist meiner Meinung nach eine große Leistung und bringt unheimlich viel Raffinesse in die Geschichte. Kurzum: ich weiß nicht, ob mich je ein Schreibstil so gebannt hat.

Meine Meinung:
Bei mir war es jetzt ein ganz klein wenig her, dass ich Band 1 gelesen hatte. Das machte aber nichts. Die Geschichte wird einzig aus der Perspektive Amaias erzählt und die brachte mir schnell wieder in Erinnerung, wer sie ist und was um sie herum passiert. Amaia ist für mich einfach eine grandiose Protagonistin. Sie muss sich immer noch in der Welt zurechtfinden und weiß noch so einiges nicht, dennoch lässt sie sich davon nicht einschüchtern. Sie ist selbstbewusst und selbstbestimmt, erwartet Respekt ihr gegenüber, ist schlagfertig, wunderbar ironisch und sarkastisch und hat ein sehr gutes Herz. In diesem Band steht für die Noár im Mittelpunkt. Es geht darum, ihn besser kennenzulernen, ebenso wie seine Heimat. Amaia hat mich ihm gegenüber immer wieder beeindruckt, da sie nicht wie ein Naivchen durch die Welt gehen will, sondern Antworten verlangt, auch wenn er keine geben möchte. Sie bemerkt die Stellen, an denen er etwas verschweigt, an denen sie selbst etwas akzeptieren muss, was vielleicht nicht ganz ihrer Natur entspricht und auch die Punkte, an denen sie vielleicht noch ansetzen kann, um die Welt besser zu machen.
Natürlich kommen dann auch die Momente, in denen sie sich bewusst gegen ihn stellt und ihr eigenes Ding macht. Sie ist eben eine Kämpferin. Dabei bleibt sie jedoch stets bedacht oder versucht es zumindest. Nichts wäre nerviger als eine unbedachte Protagonistin, die letztlich durch ihre Naivität oder ihren Gutglauben alles noch viel schlimmer macht. Amaia weiß bis zu einem bestimmten Punkt, wann Schluss sein muss. Sie hat Cassardim verstanden und während des Handlungsverlaufes merkt man immer mehr, wie sehr sie von ihrer neuen Heimat eingenommen wird und sie zu lieben beginnt.
Ihr dürft euch außerdem einfach nicht die Stelle entgehen lassen, an der sie der Schattenfürstin demonstriert, wer hier das Sagen hatXD

Noár war für mich wieder der Leckerbissen dieser Geschichte. Man erfährt sehr viel Neues über ihn und es ist einfach zauberhaft, wie er Amaia immer wieder seine Liebe demonstriert. Natürlich ist er aber immer noch der Schattenprinz und hat entsprechend einiges verinnerlicht, dass nicht ganz Amaias Werten entspricht und zudem ist er einfach auch eine Art von Bad Boy. (Zumindest den anderen gegenüber.) So gibt es die ein oder andere hitzige Diskussion, die letztlich aber nur zeigt, wie verletzlich Noár tief im Inneren ist. Er hat ein gutes Herz und ist mit Amaia an seiner Seite definitiv auf dem richtigen Weg, man muss nur überlegen, dass er somit zwei Seiten hat und die Frage ist, ob die Grenzen fließend sind oder hart voneinander abgegrenzt. Das ist auch Amaias Problem in diesem Band. Wann ist es Lüge, wann die Wahrheit? Was darf man glauben, wenn er gleichzeitig ihre einzige Quelle über die Geschehnisse in Cassardim ist?
Diesen Konflikt fand ich innerhalb der Geschichte sehr gut dargestellt. Man spürt die Liebe zwischen den beiden, die verzweifelten Momente, die, in denen Noár darum kämpft, Amaia nicht das Schrecklichste sehen zu lassen. Gerade aber, weil Amaia sich dennoch darum Gedanken macht und hier im Verlauf der Handlung auch berechtigterweise immer wieder an den richtigen Stellen hinterfragt, wird ihre Beziehung wunderbar aufgearbeitet. Es ist kein bloßes Folgen, keine Schwärmerei, keine rosarote Brille, sondern die Realität. Das fand ich wichtig und gut gemacht.
Und keine Angst, wenn ihr denken solltet, ihr würdet den Noár aus Band 1 nicht mehr entdecken bei all der Liebe: die beiden müssen noch lange eine Show hinlegen, die ich gar nicht mal schlecht fand. Vielmehr war das Gegenteil der Fall: dadurch, dass Noár immer mal wieder den arroganten Schattenprinz raushängen ließ, behielt er seinen Charme und seinen Status. Mir war die ganze Zeit bewusst, wer da gerade mit Amaia Händchen hält. Das macht es aufregender.^^

Ebenso geschickt gemacht wie die Dialoge der Protagonisten fand ich den Handlungsverlauf und die Stränge, die da zusammen- und auseinanderlaufen. Erst war ich etwas skeptisch, was die Story jetzt so großartig enthalten soll. Ja natürlich, sie werden heiraten und Amaia wird irgendwann wohl Kaiserin. Aber sonst? Julia Dippel sorgte aber sehr schnell dafür, dass mir der Kopf vor Gedanken zur Handlung schwirrte und ich einfach nur gefangen war. Neben den Beziehungsproblemen und – ereignissen von Amaia und Noàr wird nun erstmals die Schattenfeste zu einem Setting der Handlung, und die hat es in sich. Es tauchen immer mehr Dinge auf, die Amaia nicht kennt und erst verstehen muss. Das ganze Schattenreich präsentiert sich. Noch dazu Noár als Schattenprinz. Die Gepflogenheiten sind da andere. Und auch an weiteren Protagonisten mangelt es nicht. Es kommen Gegenspieler, Neider und geheimnisvolle Gestalten hinzu. Jeder verfolgt in Cassardim seine eigenen Pläne und Amaia steht irgendwie mittendrin und muss filtern, wer auf ihrer Seite steht und wer nicht, wer leicht zu beeindrucken und wer nicht zu unterschätzen ist. Daneben geschehen noch so einige Sachen, die Fragen aufwerfen. Natürlich hängt aber alles irgendwie zusammen. Ich fand es einfach genial, dass wirklich alles irgendwie zusammenhängt. Das Chaos nimmt in diesem Band einen größeren Raum ein und wird präsenter. Dennoch geraten andere Bereiche nicht in Vergessenheit. Überall muss Amaia sich beweisen, überall muss dran gedacht werden und Hinterhalte lauern in selbst harmlos erscheinenden Situationen. Es ist einfach nichts vorhersehbar und ich habe einfach nur gestaunt, wie viel Einfallsreichtum die Autorin besitzt und wie gut sie alles mit der Welt Cassardims verknüpft. Man lernt nicht nur Neues dadurch kennen, dass es präsentiert , sondern auch ganz klammheimlich eingefügt wird. Es war einfach grandios das alles mitzuverfolgen, mit zu fiebern und zu versuchen, die ganze Bandbreite der Geschehnisse zu erfassen.

Dazu kamen viele witzige und süße Elemente wie auch beeindruckende. Ich bin bei Amaia und Noár ja immer noch ganz Fan ihrer Beziehung bzw. wie sie dargestellt wird. Da gibt es nicht immer nur mal ein Küsschen auf die Wange, sondern durchaus auch mehr. Fein portioniert und eingefügt, sodass es nicht Übermaß nimmt und dennoch für Emotionen und romantische Momente sorgt. Weiter fügt die Protagonistin hier auch Situationen ein, in denen ein ganz wenig deutlich wird, dass Amaia noch ein junges Mädchen ist und sich dementsprechend an einigen Dingen erfreut. Wie eben Flummel. Ihr müsst ihn unbedingt kennenlernen! Und selbst da, als ich dacht: oh nein, jetzt wird hier mal wieder ein Kuscheltier eingefügt, beweist sich, dass niemand so ist, wie es auf den ersten Blick erscheint. Dieses Zusammenspiel der vielen Elemente, die die Stimmung einfach durchweg locker gestalten und den Ernst der Lage dadurch wiederum betonen, sorgte für mich dafür, dass ich ganz bei der Sache war. Hier verläuft nichts mal eben nebenbei, in Länge oder vor sich hin siechend. Alles ist stark, pointiert, bildgewandt und hat seine Auswirkungen. Ich liebe es!

Fazit:
Band 2 hat für mich den ersten Band tatsächlich noch übertroffen, obwohl ich dachte, das sei nicht möglich. Der Schreibstil ist grandios. Nach maximal zwei Seiten seid ihr so gebannt, dass ihr euch nicht mehr losreißen könnt. Das kann ich euch versprechen. In die Welt von Cassardim einzutauchen, funktioniert nur auf einem Weg: mit all euren Gedanken. Amaia hat mich wieder beeindruckt und ebenfalls gebannt, Noár blieb geheimnisvoll und gleichzeitig unheimlich verletzlich und emotional und die Handlungsstränge, die die Geschichte so komplex und genial verstrickt machten, waren stark und klug erdacht. Ich staune ja immer wieder über die Fantasie der Autorin. Am meisten hat mich aber wieder verblüfft, wie einnehmen diese Geschichte einfach ist. Eine aus tiefsten Herzen kommende Empfehlung für dieses Buch!

5 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 12.01.2021

Eine Liebesgeschichte, bei denen nicht alle Umstände gleich auf Liebe stehen

What if we Drown
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Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin ist sehr locker und leicht und genau so, wie man ihn sich bei einem New Adult-Buch vorstellt. Die Welt ist warm und farbenfroh, die Uni unheimlich aufregend und ...

Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin ist sehr locker und leicht und genau so, wie man ihn sich bei einem New Adult-Buch vorstellt. Die Welt ist warm und farbenfroh, die Uni unheimlich aufregend und überall laufen super nette, herzliche Menschen herum. Das Buch ließ sich dadurch natürlich sehr leicht und mit Spaß lesen, allerdings muss ich sagen, dass ich mich dennoch oft habe ablenken lassen. Zwischendurch konnte es mich einfach nicht richtig packen, weil man vielleicht als Leser schon zu viel wusste oder aber die Emotionalität der Protagonistin eher dramatisch als authentisch rübergebracht wurde.

Meine Meinung:
Das Buch beginnt etwas deprimierend, da Laurie in einem kleinen Tief steckt, von dem der Leser noch nicht so ganz weiß, woher es rührt. Ich musste mich somit erst ein wenig an Laurie und ihre Art, überall Erinnerungen zu sehen, erst gewöhnen. Anders als bei anderen Büchern mit Protagonisten mit Vergangenheit ist sie bei dem Thema in ihren Gedanken nämlich nicht ganz so verschwiegen. Man weiß zwar schon längere Zeit nicht, wer Austin ist und was passiert ist, Lauries Gefühle dazu kennt man jedoch.
Cool fand ich es ab dem Zeitpunkt, an dem sie Sam kennenlernte. Sie war zwar immer noch recht still bezüglich ihrer Emotionen und ihres eigenen Charakters, aber man merkte doch schon etwas mehr, was sie für ein Mensch sein kann, wenn sie alles loslässt.

Über die Geschichte hinweg entwickelt sie sich ein klein wenig und tritt aus ihren Vorurteilen, verbissenen Abneigungen und der Traurigkeit heraus und fängt an, nachzudenken. So negativ das jetzt auch klingen mag, für die Geschichte war sie so ganz gut, da man an ihr diesen Kampf zurück ins Leben und zum Vertrauen ins Leben und andere hin sehr schön sehen kann. Wenn man trauert, denkt man eben nicht ganz rational. Man will traurig sein, sich einreden, dass es einen Schuldigen gibt und man will den Verlorenen möglicherweise auch genauso in Erinnerung behalten, wie man ihn zu Lebzeiten kannte. Das ist nur authentisch.

Als dann Sam in ihr Leben tritt, wird alles leichter. Es sind definitiv die Parts im Buch, in denen man kurz in einer happy Liebesgeschichte schwelgen kann. Natürlich bleibt es aber nicht dabei. Auch Sam hat sein Päckchen zu tragen. Ist vielleicht innerlich genauso kaputt wie Laurie. Mir hat an ihm zudem besonders gefallen, dass er einen sehr erwachsenen und kompetenten Eindruck macht, super nett ist und sich einfach mal fallen lassen will, dennoch aber sehr sensibel ist und sich sehr schuldig fühlt. Er ist also eine eher tragische Person, während Laurie vielleicht eher die wütende Person in diesem Duo ist.

Zusammen ergibt das eine explosive Mischung. Die Handlung trägt sich durch die sexuelle Spannung zwischen den beiden, die zarte Liebe, die zwischen ihnen entsteht, die Spannung, die durch die Vergangenheit ausgeht – dazu werden extra Kapitel aus Lauries Perspektive eingeschoben, die sich einzig um ihren Bruder drehen – und die Tricksereien, die die Gegenwart bereithält. Mit letzterem meine ich v.a. das Hin und Her, das Laurie anleiert. Einerseits mag sie Sam, andererseits hat sie die Vergangenheit jederzeit im Kopf und kann ihn nicht so genießen, wie sie es vielleicht normalerweise tun würde.

Ich persönlich war ebenso hin und her gerissen in Bezug auf meine Meinung dazu, ob ich die Handlung nun gelungen oder eher nervig fand. Sam legt nämlich ziemlich schnell die Karten auf den Tisch, während Laurie alles unnötig in die Länge zieht und sehr viel Dramatik reinbringt. Ich weiß nicht, ob ich nicht abgebrochen hätte, wenn Laurie nicht zwischendurch ein wenig Normalität zugelassen hätte.

Die Thematik ist aber natürlich alles andere als leicht. Da versteht man die verschiedenen Emotionen, die Wahl der Worte, die man ausspricht und die Vertrauensproben. Trauer ist nunmal nichts, was man prototypisch aufschreiben kann. Jeder tut dies auf seine Weise und Laurie macht es eben so.
Das Ende macht zudem vieles wieder wett. Sam wie auch Laurie sind endlich ehrlich und können der Wahrheit ins Auge sehen, die letztlich doch ganz anders aussieht.

Fazit:
Ein Buch, das mich nicht ganz einig zurücklässt. Laurie war nichts ganz meins, ebenso wie viele Momente, in denen die Dramatik einfach unheimlich hoch gestaffelt war. Alles in allem konnte man aber viele Prozesse nachvollziehen. Die Thematik dieses Buches ist keine leichte und man sollte kein Happy-Beeing-Buch erwarten, in dem die Liebesgeschichte alles ist, was zählt.
Für mich war es ein Buch, das man dadurch nicht in einem Rutsch durchlesen konnte, das mich aber zum Ende hin dennoch in seinem Aufbau überzeugen konnte.

4 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 11.01.2021

Nicht wie erwartet

Golden Throne - Forbidden Royals
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Schreibstil:
Ich habe während des Lesens immer wieder überlegt, ob mir etwas einfällt, was den Schreibstil von Julie Johnson ausmacht. Ich habe bereits die „Faded“-Reihe von ihr gelesen, würde sie aber ...

Schreibstil:
Ich habe während des Lesens immer wieder überlegt, ob mir etwas einfällt, was den Schreibstil von Julie Johnson ausmacht. Ich habe bereits die „Faded“-Reihe von ihr gelesen, würde sie aber nicht unbedingt mit diesen Büchern vergleichen bzw. vielleicht teilen sie Schwächen. Das Buch ließ sich flüssig lesen, ja. Aber mir fehlte das Besondere. Es war weder besonders locker, sodass ich es hätte in einem durchlesen können, noch war es besonders emotional oder an irgendeiner Stelle kreativ inszeniert. Vielmehr tritt der Schreibstil sehr in den Hintergrund und mir fehlten ein paar Details. Ich hätte mir doch noch gewünscht, dass ein wenig mehr über die Protagonisten zum Leser durchblickt. Bis zuletzt hatte ich ein wenig das Gefühl, ich betrachte alle nur von außen.

Meine Meinung:
Ich weiß nicht ob es daran lag, dass meine Erwartungen so gering waren, aber ich fand so ungefähr das erste Viertel des Buches sehr langweilig. Die Geschehnisse wurden ganz so aufgegriffen, wie man es erwarten würde. Emilia rennt irgendwie so umher, ohne das wirklich etwas passiert. Mit Carter spricht sie nicht, Linus ist abgetaucht, ihre Stiefmutter bleibt viel zu ruhig und Owen ist nur ein Name.
Dann verändert sich die Geschichte zum Glück ein wenig, weil auf Emilia königliche Pflichten zukommen, die nicht nur für Abwechslung in ihrem Alltag sorgen, sondern auch in ihren Gedanken. Statt dass sie weiterhin entweder unbeteiligt oder aber unwillig als Prinzessin herumläuft, macht sie sich zum ersten Mal Gedanken, über das, was auf sie zukommen wird. Man spürt als Leser förmlich, dass nun der Umschwung da ist: Emilia wird erwachsen und stellt sich ihrer Verantwortung. Ich fand Emilia zwar auch hinterher noch etwas überdramatisch und auch langweilig, aber sie machte sich im Verlauf dieses Buches und das war wirklich super.

Und nicht nur hinsichtlich ihrer königlichen Pflichten brauchte sie einen Schubser. Auch was Carter betrifft, war das anscheinend nötig. Nur muss Carter es hier selbst tun. So ganz ersichtlich, warum die beiden nicht zumindest heimlich zusammen sein können, ist mir die Situation zwar immer noch nicht geworden, aber wenigstens kam mal zur Sprache, dass man sich darüber mal aussprechen sollte. So ist Carter in diesem Buch nicht mehr der Bad Boy, den wir aus dem ersten Band kennen, sondern vielmehr ein verliebter Junge, der nicht haben kann, was er begehrt. Mehr aber leider auch wieder nicht. Ich hätte mir wirklich gewünscht, dass Carter noch ein wenig mehr persönliche Details bekommen hätte. Bis auf, dass er heiß ist, Emilias Stiefbruder, die offensichtlichen Gefühle und seine Playboy-Vergangenheit, weiß ich nämlich nichts von ihm. Er spielt aber eben auch nur eine eher nebensächliche Rolle. Vielmehr würde ich diesen Band nämlich als einen Entwicklungsroman hin zur Thronfolgerin betreffend Emilia betiteln als als einen Liebesroman.

Ab dem letzten Drittel wurde das Buch jedoch noch richtig spannend. Es passieren so einige unvorhersehbare Dinge. Man merkt erstmals, wie gefährlich es für Emilia ist, Thronfolgerin zu sein. Ihr Blick verändert sich jedoch in dieser Sache so sehr, dass man dem Ganzen recht stark entgegenblickt. Ich muss die Autorin da wirklich noch loben. Auf den letzten Seiten ist Emilia endlich die Hauptprotagonistin, die man sich von der ersten Seite an gewünscht hätte: selbstbewusst, selbstbestimmt, gütig, freundlich und klug.

So bin ich jetzt einfach unheimlich gespannt, wie ein Band 3 mit dieser Emilia aussieht und ob sie und Carter noch wieder zusammenfinden werden. Dafür müsste nämlich auch Carter sich noch ein wenig ändern, was ja vielleicht dafür spricht, dass wir ein wenig mehr persönliche Details geliefert bekommen. Die Taktik der Autorin zieht anscheinend: ich will jedes Mal den nächsten Band lesen, weil die Hoffnung da ist, dass es dann besser wird:)

Fazit:
Ich denke nicht, dass dieses Buch für jeden etwas ist. Es ist auf jeden Fall kein typischer Liebesroman. Eher eine Art von Entwicklungsgeschichte hin zur Thronfolgerin. Carter hätte andernfalls einfach etwas mehr Raum bekommen müssen.
Anfangs verläuft die Story noch etwas schleppend, dann nimmt sie aber tatsächlich Fahrt auf und wird noch richtig spannend. Am Ende gefiel mir Emilia sehr gut und ich bin tatsächlich gespannt auf den nächsten Band.
Eine Empfehlung geht raus an die, die sich auch vorstellen können, Band 3 zu lesen, die hier nicht DIE Liebesgeschichte erwarten und die sich mit einer Story anfreunden können, die eine starke Protagonistin erst formen muss und dabei manchmal etwas schleppend verläuft.

4 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 24.11.2020

Eine gute Mischung!

Unvergesslich
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Schreibstil:
Roni Loren schreibt super chillig. Besser kann ich es nicht zusammenfassen. Der Schreibstil ist ruhig, bedächtig und spart nicht mit Wörtern, dennoch ließ es sich sehr gut lesen, weil stets ...

Schreibstil:
Roni Loren schreibt super chillig. Besser kann ich es nicht zusammenfassen. Der Schreibstil ist ruhig, bedächtig und spart nicht mit Wörtern, dennoch ließ es sich sehr gut lesen, weil stets nur das erzählt wird, was für uns Leser auch von Interesse ist. Die Autorin hat einfach eine Art, ihre Geschichte hier ein wenig zu kürzen, da ein wenig zu überspringen und schon ist man durchgehend gut unterhalten, weil es stets spannend bleibt.

Meine Meinung:
Ehrlich gesagt war ich im ersten Moment von Liv total frustriert. Sie wurde in der ersten Szene so klein und kaputt, streng und uninteressant beschrieben, dass ich gar nicht so recht wusste, was ich mit ihr anfangen sollte. Und dann kam auch schon Finn und es wurde schnell ziemlich klar, in was für einer Situation die beiden sich befinden.
Die Story hat diesen Einstieg gebraucht, denn ab dann entwickelt sich Liv weiter und weiter. Ebenso wie Finn. Sie sind anfangs so am Boden, dass sie kaum noch Lebensfreude empfinden.
Statt dies nun weit auszuführen und alles umso elendiger zu machen, sorgt die Autorin sogleich für einen tollen Umschwung. Es ist ziemlich klar, was nun passieren wird, gleichzeitig ging es aber auch so flott und unkompliziert vonstatten, dass meine Erwartungen einfach zurückgelassen wurden. Das ist ein wirklich großer Pluspunkt der Geschichte: Die Protagonisten machen oft genug etwas, was man so NOCH nicht erwartet hätte.

Bei all dem bleibt aber auch die Tiefe nicht zurück. Ich fand es echt schön gemacht, wie die beiden recht viel nachdenken, um alles realistisch zu halten und nicht in irgendeine Traumwelt abzugleichen, gleichzeitig aber auch spontan sind und man als Leser somit nicht frustriert Seite um Seite zähneknirschend liest. Zudem war es auch für mich als Leser eine gute Stütze. Man schwelgt ja gerne mal in dem traumhaften Leben der Protagonisten und möchte am liebsten gar nicht, dass das Paar sich mit ernsten oder nicht so schönen Themen beschäftigt. Es ist dann allerdings alles andere als authentisch und zielführend für ein Ende, bei dem man sich wünscht, man verabschiedet ein paar, das in einer Welt bestehen kann.

Als alles erst so richtig in Gang kam, mochte ich beide Protagonisten sehr gerne. Liv ist sehr viel aufregender, als es am Anfang den Eindruck macht. Man lernt sie während des Handlungsverlaufs auf zweierlei Arten kennen: einmal die junge Liv, die aufmüpfig und mutig war und dann die ältere Liv, die im Kern immer noch etwas davon hat und es jetzt wieder hervorholt, eigentlich aber viel ruhiger geworden ist.
Die Story wird anfangs durch etwas angeschoben, dass Liv praktisch dazu zwingt, sich zu ändern. Es hätte also sehr langweilig vorhersehbar ablaufen können, tut es aber nicht. Liv findet ihren eigenen Weg und geht dabei sehr diskret vor, sodass man als Leser plötzlich da steht und denkt: da ist die alte Liv ja wieder!

Finn dagegen war schwächer. Man merkt, dass sie aus einer Feder stammen: beide machen sich viele Gedanken und geben leicht nach, sind ehrlich. Leider ist es aber auch so, dass man sehr wenig über Finns Gefühle erfährt. Seine Gedanken drehen sich anfangs sehr darum, dass er quasi einem Trauma unterlegen ist. Dies wird aber später überhaupt nicht mehr richtig aufgegriffen und auch nicht problematisiert wird. Dabei hätte es durchaus Auswirkungen auf den Handlungsverlauf gehabt.

In ihrer Beziehung war es mir dann zudem vielleicht ein bisschen zu viel Sex oder vielmehr die Beschreibung davon. Ich hätte es schöner gefunden, wenn man da eher noch etwas mehr über die beiden erfahren hätte. Das wäre aber ein Bonus gewesen. Ich hatte nicht das Gefühl, dass die Protagonisten zu leer blieben oder ähnliches. Positiv möchte ich zudem betonen, dass ich es super fand, dass die Protagonisten sich in ihren Gefühlen so sicher waren und auch über die Jahre hinweg nichts geleugnet oder ignoriert haben. Es ist immer schön, wenn man von einer unkomplizierten, ehrlichen, vertrauensvollen Liebe lesen kann.

Letztlich ist die Thematik dieses Buches wieder keine leichte. Finn und Liv haben etwas in der Vergangenheit durchgemacht, dass über die einfachen Teenieprobleme hinausgeht. Es hat sie bis in die Gegenwart geprägt und lange ihr Leben beeinflusst. Die Geschichte zeigt deshalb sehr schön, was letztlich wichtig im Leben ist und wie Zeit einfach verstreichen kann, ohne sie wirklich zu nutzen. Dazu passte der Stil der Geschichte mit den vielen Gedanken und dennoch spontanen Handlungen sehr gut.

Sehr gespannt bin ich nun auf die nächsten Bände der Reihe, denn die anderen drei vorgestellten Frauen wirkten alle sehr cool und interessant. Ich würde gerne noch erfahren, was ihre Geschichten sind, denn auch sie müssen wie Liv ihre Vergangenheit mit ihrer Gegenwart zusammenbringen. Nicht jeder hat einen Finn, der irgendwie immer zu einem hält.

Fazit:
Eine schöne Geschichte, die sich super gut lesen lässt und sich ziemlich realistisch mit dem Leben auseinandersetzt. Die Protagonisten mochte ich mit ihrer spontanen und doch überlegten Art recht gerne. Zudem war der Verlauf der Story nicht ganz so voraussehbar, wie man es vielleicht denken würde und gerade auf den letzten Drücker noch ein super Kniff in die Geschichte kommt. Mir hat das Buch im Großen und Ganzen sehr gut gefallen. Ich habe nur Finns Gefühle bzw. seine Problematik ein wenig als Leerstelle gesehen, was zu meiner Bewertung führt.

Von mir gibt es 4 von 5 Sterne.

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