Profilbild von tigerbea

tigerbea

Lesejury Star
offline

tigerbea ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit tigerbea über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.12.2020

Öffnet dem Hundeliebhaber die Augen

Das Glück hat vier Pfoten
0

Die Hundeliebhaberin Michaela Seul erzählt in ihrem Buch "Das Glück hat vier Pfoten" von ihrem Leben mit ihrer Hündin Miss Lomax. Nichts besonderes, so könnte man denken. Doch weit gefehlt. Ihre Beschreibungen ...

Die Hundeliebhaberin Michaela Seul erzählt in ihrem Buch "Das Glück hat vier Pfoten" von ihrem Leben mit ihrer Hündin Miss Lomax. Nichts besonderes, so könnte man denken. Doch weit gefehlt. Ihre Beschreibungen von gemeinsamen Spaziergängen und den dabei entstehenden Begegnungen sind so typisch, daß man sich selbst erkennt. Und plötzlich bemerkt man, daß die Autorin einem etwas sagen möchte: Die Zeit mit dem Hund ist zu kostbar, um sie sich durch Gedanken über Probleme zu zerstören. Man sollte es wie sein Hund machen - und im Jetzt leben. Wozu sich über Dinge aufregen, die erst in einer Woche geschehen? Hier kann man sich ein Beispiel an der Sorglosigkeit unserer Hunde nehmen. Man erhält einen ganz anderen Blickwinkel auf sein Leben und vor allem auf seinen Hund und dessen Handlungen. Michaela Seul beschreibt ihre teils sehr humorvollen Erlebnisse auf eine ganz besonders schöne, fast poetische Art. Man fühlt sich mit ihrer Sprache wohl und genießt. Ein Highlight bilden in diesem wunderbaren kleinen Büchlein die Zeichnungen, die mit Sprüchen prominenter Hundeliebhaber oder Lebensweisheiten aus Hundesicht angereichert sind.

"Das Glück hat vier Pfoten" - ein absolutes Highlight für jeden Hundefreund!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 07.12.2020

Informativ, aber nicht aufdringlich

Das Eis schmilzt
0

Arved Fuchs bereist als Polarforscher die entlegensten Regionen der Welt. Dabei erlebt er den Klimawandel hautnah. Er muß feststellen, daß z. B Regionen mit dem Schiff passiert werden können, durch die ...

Arved Fuchs bereist als Polarforscher die entlegensten Regionen der Welt. Dabei erlebt er den Klimawandel hautnah. Er muß feststellen, daß z. B Regionen mit dem Schiff passiert werden können, durch die es durch das feste Eis vor ein paar Jahren kein durchkommen gab, bzw. eine Passage nur für kurze Zeit möglich war. In seinem Buch "Das Eis schmilzt" bringt er dem interessierten Leser diese Veränderungen anschaulich nah und zeigt auf, was gegen die Klimaerwärmung getan werden kann. Dies gelingt ihm auf so normale Weise, daß man hier nicht in Fachausdrücken ertrinkt und entnervt aufgibt - im Gegenteil. Er schreibt für jedermann, leicht verständlich ohne nötige wissenschaftliche Kenntnisse. Beachtenswert sind die wunderbaren Farbfotos - diese lassen Innehalten und Staunen. Diese und die einfache Schreibweise helfen dabei, wirklich jeden Leser zu erreichen - und das Ziel dieses Buches für jeden begreiflich zu machen: Unsere Natur ist schön - und so soll sie auch bleiben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 06.12.2020

Grandioses Buch

Eingefroren am Nordpol
0

Im September 2019 macht sich die "Polarstern" auf eine ganz besondere Expedition. Über ein Jahr driftet sie festgefroren im Eis durch die Arktis. Ihr einziger Antrieb: die natürliche Eisdrift. Mit an Bord ...

Im September 2019 macht sich die "Polarstern" auf eine ganz besondere Expedition. Über ein Jahr driftet sie festgefroren im Eis durch die Arktis. Ihr einziger Antrieb: die natürliche Eisdrift. Mit an Bord befindet sich Markus Rex, der nun mit seinem Buch "Eingefroren am Nordpol" seine Erfahrungen und Erlebnisse mit der Welt teilt.

Markus Rex betitelt sein Buch mit den Worten "Das Logbuch der Polarstern". Doch "Eingefroren am Nordpol" ist viel mehr als nur ein Logbuch. Wer denkt, hier gibt es nur kurze Abschnitte, täuscht sich. Denn was man bekommt ist ein ausführlicher Bericht, der die Schönheit der Expedition ebenso wiederspiegelt wie die Gefahren, denen die Besatzung und das Schiff ausgesetzt sind. Dabei wird deutlich, daß man vom heimischen Sofa aus gar keine Vorstellung hat, wie sich das Leben innerhalb der Forschungsgruppe gestaltet. Gegliedert ist das Buch in die vier Jahreszeiten und die kurze Pause des Autors an Land. Hier wird klar, daß jede Jahreszeit für die Mannschaft neue Herausforderungen stellt. Eine der größten Herausforderungen jedoch hat nichts mit dem Nordpol zu tun - es gilt, die Polarstern nicht durch den regelmäßigen Austausch der Mannschaft mit Corona zu verseuchen. Dies bedeutet eine logistische Herausforderung. Dagegen erscheinen Schneestürme fast schon als einfaches Problem. Markus Rex beschreibt auf sehr leserfreundliche Art. Sprich: Das Buch ist einfach und für jedermann verständlich zu lesen. Hier gibt es keine hochtrabenden Fachbegriffe, der Autor hat es perfekt geschafft, sich in den normalen Leser zu versetzen und seine Forschung so zu beschreiben, daß auch Laien gut folgen können. So macht ein Fachbuch Spaß! Mich persönlich haben die wunderschönen Farbfotos begeistert. Diese ermöglichen es, daß man alles vor Augen sieht und selbst von der Schönheit der Natur fasziniert ist. So fasziniert, daß man oft minutenlang an diesen Bildern festhängt. Ein weiteres Highlight ist die Karte der "Driftroute" der "Polarstern", mit deren Hilfe man den Weg verfolgen kann.

Für mich ist dieses Buch ein absolutes Highlight und gehört in jedes Bücherregal!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 03.12.2020

Dorfkrimi voller schwarzem Humor

Helga räumt auf
0

Glaubenthal stöhnt unter einer großen Hitzewelle, als Bauer Grubmüller besoffen in seiner Jauchegrube ertrinkt. Als kurz danach der nächste Dorfbewohner das Zeitliche segnet, riecht Hanni Huber Lunte. ...

Glaubenthal stöhnt unter einer großen Hitzewelle, als Bauer Grubmüller besoffen in seiner Jauchegrube ertrinkt. Als kurz danach der nächste Dorfbewohner das Zeitliche segnet, riecht Hanni Huber Lunte. Sie vermutet, daß eine alte Familienfehde neu entflammt ist und schon ist es aus mit ihrem ruhigen Leben...

"Helga räumt auf" ist nun schon der zweite Teil um die rüstige Hanni Huber. Thomas Raab versteht es jedoch so gekonnt das Wesentliche kurz und bündig einzustreuen, daß man dieses Buch auch sehr gut einzeln lesen kann. Man wird sich gut in die Charaktere und ihre Eigenschaften versetzen können. Seine Beschreibungen sind absolut bildhaft, so daß das Dorf zu Leben erwacht und die Atmosphäre perfekt und real wirkt. So stellt man sich ein uriges Dorf vor - mit verschrobenen Charakteren, bei dem jeder für sich einzigartig ist und Fehden, die seit Generationen existieren und das Miteinander nicht gerade leichter machen. Und trotzdem hält man im Notfall zusammen - Außenstehende haben es sehr schwer, an Informationen zu gelangen.Thomas Raab verfügt über einen ganz besonderen schwarzen Humor. Dieser gipfelt in den herrlichen Kommentaren von Hanni, die für mich zum absoluten Lieblingscharakter mutiert ist. Über ihre Art kann man wirklich herrlich lachen! Bei all dem Humor gibt es hier jedoch auch noch einen Krimianteil, der durchaus spannend ist. Klar, daß bei den Ermittlungen der eigentliche Star Hanni ist.

Dieser Dorfkrimi ist in meinen Augen absolut lesenswert und verfügt über alles, was bei dieser Art dazugehört - Dorfgeheimnisse, grantelnde Einwohner, ländliche Idylle und ganz spezieller Humor!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.11.2020

Märchenhaft

Was der Fluss erzählt
0

England, spätes 19. Jahrhundert. Während einer stürmischen Winternacht sitzen die Bewohner des Dorfes Radcot im Wirtshaus "Swan", als ein schwerverletzter Mann mit einem leblosen Mädchen im Arm das Gasthaus ...

England, spätes 19. Jahrhundert. Während einer stürmischen Winternacht sitzen die Bewohner des Dorfes Radcot im Wirtshaus "Swan", als ein schwerverletzter Mann mit einem leblosen Mädchen im Arm das Gasthaus betritt. Die herbeigerufene Krankenschwester Rita kann nur den Tod des Mädchens feststellen. Doch als Rita einige Stunden später die Todesursache feststellen will, bemerkt sie, daß das Mädchen atmet und sich bewegt, jedoch bleibt es stumm. Während drei Familien in ihr eine verschwundene Tochter oder Schwester erkennen wollen, bleibt die Frage, was passiert ist und das Mädchen wieder lebendig wurde. Diese Frage bringt verborgene Geheimnisse ans Licht und verändert das Leben der Bewohner von Radcot.

Diana Setterfield hat mich mit ihrem Roman "Was der Fluss erzählt" schlichtweg verzaubert. Sie spielt mit Mythos und Aberglaube, vermittelt eine märchenhafte Atmosphäre, in der man versinkt und sich treiben lassen kann. Man ist gefangen in der Handlung, lebt förmlich selbst an diesem Fluss und erlebt deren Armut und Sorgen hautnah - man wird selbst zu einem Bewohner von Radcot. Die Charaktere sind einfach liebevoll dargestellt, man muß sie einfach mögen und respektieren. Die Frage um das Schicksal des Mädchens ist auf eine gemütliche Art spannend. Mit anderen Worten: Nicht überbordend, jedoch unterschwellig und kontinuierlich vorhanden. Denn diese Frage bewegt, läßt nicht los und beschäftigt immer.

Dieser Roman ist märchenhaft schön - und genau richtig für gemütliche Stunden, in denen man seinen Alltag einfach einmal vergessen möchte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere