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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.03.2021

Ein Politthriller der Spitzenklasse

Der Solist
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Buchmeinung zu Jan Seghers – Der Solist

„Der Solist“ ist ein Kriminalroman von Jan Seghers, der 2021 bei Rowohlt Buchverlag erschienen ist.

Zum Autor:
Jan Seghers alias Matthias Altenburg wurde 1958 ...

Buchmeinung zu Jan Seghers – Der Solist

„Der Solist“ ist ein Kriminalroman von Jan Seghers, der 2021 bei Rowohlt Buchverlag erschienen ist.

Zum Autor:
Jan Seghers alias Matthias Altenburg wurde 1958 geboren. Der Schriftsteller, Kritiker und Essayist lebt in Frankfurt am Main. Nach dem großen Erfolg von «Ein allzu schönes Mädchen» und «Die Braut im Schnee» folgte «Die Partitur des Todes», ausgezeichnet mit dem Offenbacher Literaturpreis sowie dem Burgdorfer Krimipreis. Danach erschienen «Die Akte Rosenherz» sowie «Die Sterntaler Verschwörung» und «Menschenfischer». Seine Romane wurden für das ZDF verfilmt und von über 30 Millionen Menschen gesehen.

Klappentext:
September 2017. Der Frankfurter Ermittler Neuhaus stößt zur neu gegründeten Berliner «Sondereinheit Terrorabwehr», die in einer Baracke auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof residiert. Die Bundestagswahlen stehen bevor, in der Hauptstadt hat sich die Gefährdungslage drastisch verschärft. Neuhaus ist ein erfahrener Ermittler, doch die Berliner Kollegen begegnen ihm mit Skepsis. Nur die junge Deutschtürkin Suna-Marie kooperiert mit ihm.
Da erschüttert eine Serie von Morden die Hauptstadt. Das erste Opfer: ein jüdischer Aktivist, das zweite eine muslimische Anwältin, weitere folgen.
Was verbindet die Fälle? Neuhaus, der Solist, macht sich auf die Suche. Und in dieser Stadt, in der einen überall die Vergangenheit anspringt und die Gegenwart bedrängt, kämpft er allein. Fast allein.

Meine Meinung:
Es hat ein wenig gedauert bis mich die Figur Neumann und seine Geschichte erreicht hat. Aber dann hat sie eine Faszination ausgestrahlt, wie ich es selten erlebt habe. Der Autor schildert die Geschichte aus der Sicht seiner Hauptfigur und macht dies in einer sehr sachlichen Sprache. Neumann kommt mit Gefühlen nicht so wirklich zurecht. Er ist auf der Suche nach Wahrheit und Gerechtigkeit. Er kennt keine Kompromisse und vertraut kaum jemanden. Etwas näher kommt ihm seine Berliner Kollegin Suna-Marie, die von allen Grabowski gerufen wird. Sie versorgt ihn mit vielen Informationen und doch ist ihr Verhältnis nicht ungetrübt, denn sie geniest in ihrer Umwelt nicht nur Ansehen sondern auch Vorteile. Das ist für Neumann nicht in Ordnung. Es gibt drei Terroropfer, von denen keiner ein Unschuldslamm gewesen ist. Als Neumann in Gefahr gerät raufen sich Grabowski und Neumann zusammen. Sie unterhalten Unterstützung von einem Spitzenhacker, den Neumann aus Wiesbaden kennt. Auch wenn die meisten Figuren nur kurz beschrieben werden, entsteht ein komplexes Bild mit vielen Grautönen. Bald muss Neumann feststellen, dass er es mit mächtigen Gegnern zu tun hat, die auch politische Ziele verfolgen. Der Autor zeichnet ein Bild von einer machthungrigen Gruppierung, die vor kaum etwas zurückschreckt. Es ist also vor allem auch ein politischer Roman. Besonders beklemmend wirkt die Schlusspointe, die zeigt, in wie viele Köpfe Fremdenfeindlichkeit tief eingedrungen ist.
Der Autor stellt die politischen Aspekte eher als Nebenaspekte in seiner spannenden und fesselnden Kriminalerzählung dar. Gerade dies erhöht die Wirkung.

Fazit:
Für mich ist das Buch ein ausgezeichneter politischer Roman, der zudem in jeder Hinsicht sehr spannend ist. Gerne vergebe ich fünf von Fünf Sternen (100 von 100 Punkten) und spreche ein klare Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 17.01.2021

Geschichte wird lebendig

Gut Greifenau - Silberstreif
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Buchmeinung zu Hanna Caspian – Silberstreif

„Silberstreif“ ist ein historischer Roman von Hanna Caspian, der 2020 bei Knaur TB erschienen ist. Dies ist der fünfte Band der Gut-Greifenau-Serie.

Zum Autor:
Hanna ...

Buchmeinung zu Hanna Caspian – Silberstreif

„Silberstreif“ ist ein historischer Roman von Hanna Caspian, der 2020 bei Knaur TB erschienen ist. Dies ist der fünfte Band der Gut-Greifenau-Serie.

Zum Autor:
Hanna Caspian, geb. 1964, studierte Literaturwissenschaften, Politikwissenschaft und Sprachen in Aachen und arbeitete danach lange Jahre im PR- und Marketingbereich. Mit ihrem Mann lebt sie heute als freie Autorin in Köln, wenn sie nicht gerade durch die Weltgeschichte reist.

Klappentext:
Herbst 1923. Deutschland befindet sich auf dem Höhepunkt der Hyperinflation. Das Geld verliert stündlich seinen Wert, Existenzen werden vernichtet, die Menschen sind verzweifelt. Auch an den Bewohnern von Gut Greifenau geht die Wirtschaftskrise nicht spurlos vorbei. Doch dann kommt ausgerechnet die Inflation Konstantin zu Hilfe, und er kann das bedrohte Familiengut retten. Als Konstantins geliebte Frau Rebecca ein Mädchen zur Welt bringt, scheint das Glück vollkommen. Doch immer noch schwelt in Rebecca die Angst vor Konstantins hinterhältigem Bruder Nikolaus, und auch das Gutspersonal taumelt von einer Krise in die andere. Währenddessen scheint Katharina endlich ihren Traum vom Medizinstudium verwirklichen zu können.

Meine Meinung:
Über fünf weitere Jahre begleiten wir die Menschen um Gut Greifenau auf ihrem oft schweren Weg. Ein Schwerpunkt dieses Bandes liegt auf Katharina Urban, der jüngsten Schwester des Grafen, die ihr Medizinstudium in Angriff nimmt. Sie muss feststellen, dass es sowohl ihre Mitstudenten als auch die Professoren lieber sehen würden, wenn sie sich weiterhin nur um ihre Familie kümmern würde. Es zeigt sich, wie schwer Studium, Kinder, Ehemann und familiäre Verpflichtungen auch für eine gutsituierte und willensstarke Frau unter einen Hut zu bringen sind. Auch wenn Konstantin heftig um das Überleben des Gutes kämpfen muss, geht es vielen Städtern noch weitaus schlechter. Konstantins Schwiegereltern, eine Arztfamilie, hat alles verloren und sucht Zuflucht auf Gut Greifenau. Wichtige politische Entwicklungen werden mit ihren Auswirkungen auf die Menschen geschildert und lassen Geschichte lebendig werden. Einige neue Figuren werden eingeführt und von einigen bekannten Figuren muss man sich trennen. Wesentlich ist der Medienzar Alfred Hugenberg, der große politische Ambitionen hegt. Geburten und Todesfälle begleiten die Menschen auf Gut Greifenau und jeder ist auf der Suche nach seinem Glück. Konstantin und seine Frau Rebecca sind nicht immer einer Meinung, aber sie verkörpern positive Werte. Viele Figuren glänzen mit Grautönen und so kommt es zu etlichen Überraschungen. Manche Figuren sind unverbesserlich und sorgen immer wieder für Ärger. Generell ist dieses Buch etwas dunkler gehalten als die Vorgänger. Nach der Einführung der Rentenmark scheint es aber aufwärts zu gehen und viele Menschen sehen einen Silberstreif am Horizont. Wieder einmal bin ich beeindruckt, wie in dieser Serie kleine und große Dinge zu einer mitreißenden Geschichte zusammengefügt werden. Historische Entwicklungen werden mit ihren Auswirkungen auf Betroffene gezeigt. Schicksalsschläge und Glücksmomente ergänzen sich und der Leser fiebert mit der ein oder anderen Figur mit.

Fazit:
Auch in diesem Buch gelingt es der Autorin wieder, die Figuren und politische Entwicklungen lebendig werden zu lassen. Gerne vergebe ich fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und spreche eine klare Leseempfehlung aus. Diese Serie hat Suchtpotential.

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Veröffentlicht am 10.01.2021

Toller Mix aus Historie und Fiktion mit einer überragenden Figurenzeichnung

Krone der Welt
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Buchmeinung zu Sabine Weiß – Krone der Welt

„Krone der Welt“ ist ein Historischer Roman von Sabine Weiß, der 2020 bei Lübbe erschienen ist.

Zum Autor:
Sabine Weiß arbeitete nach ihrem Germanistik- und ...

Buchmeinung zu Sabine Weiß – Krone der Welt

„Krone der Welt“ ist ein Historischer Roman von Sabine Weiß, der 2020 bei Lübbe erschienen ist.

Zum Autor:
Sabine Weiß arbeitete nach ihrem Germanistik- und Geschichtsstudium als Journalistin. Seit 2007 veröffentlicht sie erfolgreich Historische Romane, seit 2016 auch Kriminalromane um die junge Kommissarin Liv Lammers. Wenn sie nicht gerade mit ihrem Camper auf den Spuren ihrer Figuren reist und recherchiert, lebt Sabine Weiß mit ihrem Mann und ihrem Sohn in der Nähe von Hamburg.
Klappentext:
Vincent will als Architekt prächtige Stadthäuser bauen. Ruben sehnt sich nach Abenteuern auf hoher See. Betje ist eine begnadete Köchin. Zusammen sind die Geschwister in Amsterdam gestrandet, einem Ort der märchenhaften Möglichkeiten. Doch es ist auch die Zeit der großen Auseinandersetzungen. Katholiken und Calvinisten streiten um den rechten Glauben, Engländer und Spanier um den Einfluss auf das Land am Meer, Kaufleute um die wirtschaftliche Macht. Können sich die Geschwister in dieser schwierigen Situation behaupten?

Meine Meinung:
In diesem Buch begleiten wir einen calvinistischen Glaubenskrieger mit seinen Kindern auf ihrem Weg, der immer wieder von den katholischen Soldaten Lazarus und Diego gekreuzt wird. Wim fällt bald einem Mordanschlag zum Opfer und die Kinder müssen sich als Waisen in Amsterdam durchschlagen. Es ist ein schwieriger und steiniger Weg, den die Autorin mit vielen Episoden nachzeichnet. Besonders gefallen hat mir die Figurenzeichnung mit vielen dunklen Flecken, die Raum für viele Überraschungen bietet. Neben den Glaubenskriegen steht die Entwicklung der Stadt Amsterdam im Mittelpunkt des Geschehens. Das tägliche Leben jener Zeit wird in aller Härte glaubhaft gezeichnet. Während die reichen Adligen und Kaufleute in Luxus schwelgen hat die Masse der Menschen kaum genug zum Leben. Religiöse Motive sind oft dominierend, aber gerade die Kaufleute suchen eigene Wege zum Wohlstand. Die Hauptfigur Vincent wirkt sympathisch und zunehmend nachdenklich im Hinblick auf Gewaltbereitschaft und Unversöhnlichkeit der Glaubensrichtungen. Aber auch seine Gegenspieler handeln glaubhaft und nachvollziehbar. Immer wieder streut die Autorin historische Elemente in die Handlung ein und beschreibt den unerbittlichen Machtkampf um die Vorherrschaft in Europa und der Welt.
Der Schreibstil ist angenehm und lässt den Leser in die damalige Welt eintauchen. Die Episodenauswahl gibt ein umfassendes Bild der Zeit und der Vorgänge in Amsterdam. Natürlich spielen auch Liebesgeschichten mit mehr oder weniger gutem Ausgang eine Rolle.

Fazit:
Mich hat dieses Buch mit seinem Mix aus Historie und glaubhaft beschriebenem Leben ausgezeichnet unterhalten. Deshalb vergebe ich gerne fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und spreche eine klare Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 29.11.2020

Mehr Roman als Kriminalerzählung

Die schwarzen Tränen von Sines
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Buchmeinung zu Claudia Santana – Die schwarzen Tränen von Sines

„Die schwarzen Tränen von Sines“ ist ein Kriminalroman von Claudia Santana, der 2020 im Aufbau Taschenbuch Verlag erschienen ist. Dies ist ...

Buchmeinung zu Claudia Santana – Die schwarzen Tränen von Sines

„Die schwarzen Tränen von Sines“ ist ein Kriminalroman von Claudia Santana, der 2020 im Aufbau Taschenbuch Verlag erschienen ist. Dies ist der zweite Fall für den portugiesischen Inspekror Nuno Cabral.

Zum Autor:
Claudia Santana wurde in Hamburg geboren und lebt heute in Norderstedt. Der Liebe wegen kam sie 2009 zum ersten Mal nach Portugal. Schon bald war sie fasziniert von der Gelassenheit und Freundlichkeit der Menschen in der Hafenstadt Sines, wo die Familie ihres Mannes lebt. Für sie ist das Land wie eine Schatzkiste voller alter Geschichten, morbide und geheimnisvoll.

Klappentext:
Archäologen entdecken bei Ausgrabungen in der Hafenstadt Sines alte Skelette und finden dabei einen Hinweis auf eine erst seit Kurzem vermisste Person. Wie ist das möglich? Dann werden zwei Leichen gefunden, darunter die des Vermissten, und Inspektor Nuno Cabral übernimmt die Ermittlungen. Wie hängen die beiden Morde zusammen? Bald gerät die Umweltaktivistin Teresa Pinto, auf die er ein Auge geworfen hat, unter Verdacht. Als Cabral an den Leichen seltsame Symbole bemerkt, beginnt er die grausame Wahrheit zu begreifen. Aber kann er einen weiteren Mord verhindern?

Meine Meinung:
Die Ereignisse werden aus der Sicht der Hauptfigur Nuno Cabral geschildert. Mich hat diese Figur gefesselt und überzeugt. Es gibt einen Toten gleich zu Beginn und einen weiteren Toten im späteren Verlauf, und doch hatte ich das Gefühl, dass sie lange Zeit nur Beiwerk waren. Aber dies wird durch die Faszination der Hauptfigur und der Atmosphäre der Küstenstadt und ihrer Bewohner mehr als kompensiert. Nuno Cabral ist ein schwieriger Charakter, der seine Mitmenschen oft vor den Kopf stößt und dies später bedauert. Er geniest das Leben in vollen Zügen, isst und trinkt gerne, auch gerne mal zu viel. Auch einer schnellen Affäre ist er nicht abgeneigt. Er hat ein paar gute Freunde, meist ältere Menschen, die ihn immer wieder in die richtige Richtung stupsen. Und doch ist er ein oft einsamer Mensch, der sich nach Wärme und Zuneigung sehnt. Bei seinen Ermittlungen spricht er mit vielen Beteiligten, aber in seinem Kopf will kein klares Bild entstehen, bis er eine Idee hat. Um den Mörder zu überführen, geht er hohes Risiko, aber irgendwie passt es zu ihm.
Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und vermittelt viel Atmosphäre und viele Emotionen. Der Kriminalfall kommt nur langsam ins Rollen, aber trotzdem hat mich die Geschichte durch ihre Figurenzeichnung und die Atmosphäre überzeugt.

Fazit:
Der Kriminalroman punktet vor allem mit seiner Hauptfigur und der atmosphärischen Erzählung. Ich bin zum Fan dieser Serie geworden, vergebe deshalb fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung für die Freunde ruhiger und atmosphärischer Erzählungen aus.

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Veröffentlicht am 28.10.2020

Düster, ruhig und süchtig machend

Rauchland
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Buchmeinung zu Tom Finnek – Rauchland

„Rauchland“ ist ein Kriminalroman von Tom Finnek, der 2020 bei beTHRILLED erschienen ist. Dies ist der vierte Band der Münsterlandreihe um Heinrich Tenbrink und Maik ...

Buchmeinung zu Tom Finnek – Rauchland

„Rauchland“ ist ein Kriminalroman von Tom Finnek, der 2020 bei beTHRILLED erschienen ist. Dies ist der vierte Band der Münsterlandreihe um Heinrich Tenbrink und Maik Bertram.

Zum Autor:
Tom Finnek (Pseudonym des Autors Mani Beckmann) wurde 1965 in Westfalen geboren und lebt als Filmjournalist, Drehbuchlektor und Schriftsteller in Berlin. Unter dem Namen Mani Beckmann erschienen neben einigen Berlin-Krimis seine historischen Moor-Romane, die im Münsterland angesiedelt sind. Unter dem Pseudonym Tom Finnek schreibt er seit 2009 historische London-Romane und Münsterland-Krimis. Tom Finnek/Mani Beckmann ist verheiratet und Vater von zwei Söhnen. Er lebt mit seiner Familie in Berlin.

Klappentext:
In einer kalten Rauhnacht, nahe der niederländischen Grenze: Ein alter Bauernkotten steht lichterloh in Flammen, und die Leiche des Bauern liegt ­mit eingeschlagenem Schädel vor dem Haus. Oberkommissar Maik Bertram und seine Kollegen können den vermeintlichen Mörder bald fassen: Schultewolter, der vor Jahren auch den inzwischen pensionierten Heinrich Tenbrink niedergeschlagen hat. Doch Zeugen haben gesehen, wie Schultewolter den Toten aus dem brennenden Haus gezerrt hat. Warum würde ein Mörder sein Opfer retten wollen?

Meine Meinung:
Auch dieses Buch überzeugt wie die Vorgänger durch die gelungene Mischung zwischen Kriminalfall und Weiterentwicklung der Figuren. Auch wenn das Buch für Neueinsteiger verständlich bleibt, so ist die Kenntnis der Vorgänger von Nutzen. Die beiden Hauptfiguren sind tief gezeichnet und haben die ein oder andere Macke. Einige Aspekte werden aufgegriffen und weitergeführt. Dabei schont der Autor seine Helden nicht, gönnt ihnen aber auch erholsame Passagen. Einige typisch münsterländische Traditionen und Verhaltensweisen sind gelungen in die Handlung integriert. Der Fall kommt erst langsam in Bewegung und Bertram und Tenbrink nähern sich ihm auf recht unterschiedlichen Wegen. Der pensionierte Tenbrink sucht Gespräche auch an ungewohnten Orten, während Bertram eher auf klassische Polizeiarbeit setzt. Beide tauschen sich aber aus und so entflechten sie das Dickicht. Über große Strecken wird der Roman von dunklen Themen beherrscht, die nur sparsam von viel Atmosphäre und gelegentlichen amüsanten Episoden aufgelockert werden. Die Figuren bieten aber weiterhin Raum für Überraschungen und ich glaube, dass die Geschichte der beiden ungleichen Ermittler noch nicht auserzählt ist.

Fazit:
Mich haben Tenbrink und Bertram wieder in ihren Bann gezogen. Dazu gibt es viel Atmosphäre, einen durchaus ansprechenden Kriminalfall und etliche Überraschungen in der Entwicklung der Figuren. Gerne vergebe ich fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und spreche eine klare Leseempfehlung aus.

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