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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.01.2021

sehr vielfältig

Geteilt durch Null
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Ich bin kein großer Fan von Geschichtensammlungen. Nur bei der SF mache ich hier regelmäßig eine Ausnahme, gerade weil mir hier die kurzen Erzählungen oft als Anregung zu eigenen Gedanken oder gar zu Diskussionen ...

Ich bin kein großer Fan von Geschichtensammlungen. Nur bei der SF mache ich hier regelmäßig eine Ausnahme, gerade weil mir hier die kurzen Erzählungen oft als Anregung zu eigenen Gedanken oder gar zu Diskussionen mit anderen einen Anstoß geben können. Sei es, dass es sich um Reflektionen auf unser gegenwärtiges Gesellschaftssystem geht, die zeigen, was passiert, wenn wir gerade eingeschlagene Wege, Entwicklungen und Denkmuster nicht ändern aber auch Probleme fremder Welten, die im Grunde unsere eigenen realten Unzulänglichkeiten wider spiegeln. Und manchmal ist es einfach nur, um sich daran zu freuen, dass die Gegenwart besser ist, als jede Zukunft wohl sein wird.

Getreilt durch Null besticht durch sehr unterschiedliche Storys. Sowohl der Plottaufbau, die Themen, die Erzählweise, ja sogar die Sprache sind sehr unterschiedlich. Dies liegt u.a. auch daran, dass die Geschichten zu sehr unterschiedlichen Lebenszeiten des Autros geschrieben wurden und man durchaus eine Entwicklung feststellen kann, wobei die älteren Werke deshalb nicht schlechter oder unausgegorener sind, vielleicht etwas weniger verkopft und mit weniger technischen Details.

Wie immer bei solchen Geschichtensammlungen haben mir manche sehr gut gefallen, zwei habe ich nur überflogen und einige waren okay. Fast alle waren aber von der Idee her wirklich sehr facettenreich und unterhaltsam, so dass ich gerne 4 gute Sterne für dieses Buch vergebe. Für SF-Fans auf jeden Fall empfehlenswert.

Veröffentlicht am 14.12.2020

empfehlenswert

OCEAN - Insel des Grauens
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Es wurde mal wieder dringend Zeit für einen Roman des versierten Autorenduos Preston/Child. Nachdem mich ein, zwei Bücher vor Jahren etwas enttäuscht hatten, ich aber die ersten Pendergast-Abenteuer noch ...

Es wurde mal wieder dringend Zeit für einen Roman des versierten Autorenduos Preston/Child. Nachdem mich ein, zwei Bücher vor Jahren etwas enttäuscht hatten, ich aber die ersten Pendergast-Abenteuer noch sehr positiv in Erinnerung habe, war ich sehr gespannt, ob Ocean mich würde überzeugen können. Und was soll ich sagen. Ja, sie haben es geschafft.

Eine Insel des Grauens ist es, die Pendergast und sein Team diesmal finden müssen, den an einem Strand in Florida werden 100 Schuhe mit abgeschnittenen Füßen gefunden. Wie in aktuellen Thrillern oft, ist das geschehene Verbrechen überdimensional, unfassbar und schwer erträglich. Damit muss man sich abfinden, wenn man sich in diesem Genre tummelt. Wenn der Rest passt, dann nehme ich das gelassen hin. Und in Ocean passt Alles andere. In flottem Tempo schreitet die Story voran. Auch Quereinsteiger kommen auf ihre Kosten, denn die Darsteller und vergangene Erlebnisse werden geschickt in den Plot eingearbeitet und man fremdelt nicht lange sondern hat bald eine Vorstellung vom fast skuril wirkenden Agent Pendergast, seinem lavendeläugigen Mündel Constance und dem jungen Kollegen Coldmoon. Ein bisschen wie Sherlock Holmes und Watson ermitteln die Agenten während Constance ganz eigene Ermittlungen führt.

Man erfährt herrlich-überraschende Einzelheiten über die Ermittlungsmethoden des FBI, über Strömungsberechnungen, chinesische Schuhhersteller und anderes, was dem Fall und der Jagd nach den Verbrechern zu Gute kommt. Das liest sich sehr flott weg und die Spannung steigt stetig. Mit fast britischem Humor und viel Coolness knackt Pendergast das Rätsel schließlich. Das es dabei riskant her geht, liegt auf der Hand. Und dass nicht Alles wahnsinnig realistisch ist - trotz der vielen Details, die sicherlich gut recherchiert sind - damit konnte ich auch leben. Ich wusste ja, worauf ich mich mit diesem Buch eingelassen habe und wurde gut unterhalten.

Solide 4 Sterne und für Thrillerfans auf jeden Fall empfehlenswert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.12.2020

Leseempfehlung

Marigolds Töchter
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Marigold ist ein wunderbarer Mensch. Liebevoll um all ihre Familienmitglieder besorgt, aufmerksam und fürsorglich. Immer steht sie zurück, wenn andere sie brauchen, ist mütterlich und treu.

Marigolds ...

Marigold ist ein wunderbarer Mensch. Liebevoll um all ihre Familienmitglieder besorgt, aufmerksam und fürsorglich. Immer steht sie zurück, wenn andere sie brauchen, ist mütterlich und treu.

Marigolds Familie ist facettenreich und natürlich gibt es einige Probleme, vor allem mit der Tochter, die unerwartet ihre langjährige Beziehung beendet und nach Hause zurück kehrt. Die Familie ist eine Weile abgelenkt von dieser Rückkehr bis auffällt, das Marigold sich seltsam benimmt.

Es geht um eine Frau, die immer die Stütze ihrer Familie war und jetzt braucht sie die Familie um selbst gestützt zu werden. Es ist aber keine Krankengeschichte und trotz allem ist es kein trauriges Buch, ganz im Gegenteil. Die Autorin hat eine warme Sprache und geht sehr empathisch mit ihren Protagonistinnen um. Das hat mir ausgesprochen gut gefallen. Es ist für mich ein Wohlfühlbuch gewesen. Eine Familiengeschichte, die gut in diese Zeit passt.

Eine dicke Leseempfehlung für dieses schöne Buch.

Veröffentlicht am 06.12.2020

informativ und interssant

Marilyn und ich
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Auch wenn der Rahmen eine viertägige Reise der berühmten Marilyn Monroe im Korea des Jahres 1954 ist, so ist doch Alice (koreanisch Aesun) die Hauptdarstellerin. Es fällt der jungen Frau schwer, die traumatischen ...

Auch wenn der Rahmen eine viertägige Reise der berühmten Marilyn Monroe im Korea des Jahres 1954 ist, so ist doch Alice (koreanisch Aesun) die Hauptdarstellerin. Es fällt der jungen Frau schwer, die traumatischen Erlebnisse während des Krieges zu verarbeiten. Sie ist privat vereinsamt und sprachlos. Beruflich ist sie aber Übersetzerin und nun dafür engagiert, auf der Reise der Amerikanerin den Dialog zu führen.

Man erfährt einiges über Korea vor und nach dem Krieg, über die Menschen, das menschliche Leiden, die Traumata, die gesellschaftlichen Probleme, über eine fremde Kultur und ganz im Kleinen auch über Alice und die Frauen in ihrem Umfeld. Marilyn Monroe ist dabei eine exotische und durchweg positive Figur. Ihr Erscheinen ist wie der Auftritt eines funkelnden Kometen in einem Land, welches versucht einen grausamen Krieg zu verarbeiten.

Ein interessantes Buch mit viel Input für den Leser. Kein einfacher Unterhaltungsroman aber mir hat er gefallen.

Veröffentlicht am 06.12.2020

schöne Fortsetzung

Stormsong
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Winterstürme brausen über Aeland hinweg. Das Wetter ist eine große Bedrohung für die Bevölkerung, die ohne Aether in Hunger und Dunkelheit versinkt. Aber auch am Königshof toben heftige Winde, nur sind ...

Winterstürme brausen über Aeland hinweg. Das Wetter ist eine große Bedrohung für die Bevölkerung, die ohne Aether in Hunger und Dunkelheit versinkt. Aber auch am Königshof toben heftige Winde, nur sind sie politischer und menschlicher, wenn auch nicht weniger gefährlich. Mitten drin steht Grace, die diesmal die zentrale Figur der Geschichte ist und versucht für sich einen Weg zu finden, wobei sie ständig schwankt zwischen Königin und Rebellion, was sie für beide Seiten zu einer unbeständigen Figur macht. Diese Ungewissheit hat mir irgendwie gefallen. Dass Grace sich fast nebenher noch verliebt, hätte ich nicht gebraucht aber es stört auch nicht wirklich.
Gerne hätte ich mehr von Miles und Tristan gelesen. Die beiden habe ich schon ziemlich ins Herz geschlossen.

Mir hat der erste Band noch einen Hauch besser gefallen aber es ist ein solider zweiter Teil der neugierig auf den nächsten macht.

Eine sehr schöne Covergestaltung macht das Buch zu einem schönen Weihnachtsgeschenk.