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Veröffentlicht am 15.03.2021

Magie ist mitten unter uns

Diesseits der Magie / Idas Tagebuch
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Darum geht‘s:
Ida, ein sympathisches Mädchen von nebenan, führt auf den ersten Blick ein ganz normales Menschenleben. Doch wer ganz genau hinsieht und ein Gefühl hat, für alles, was nicht einfach so mit ...

Darum geht‘s:
Ida, ein sympathisches Mädchen von nebenan, führt auf den ersten Blick ein ganz normales Menschenleben. Doch wer ganz genau hinsieht und ein Gefühl hat, für alles, was nicht einfach so mit dem bloßen Auge zu sehen ist, wird bemerken, dass Ida auch in der Welt der Magie Daheim ist. Doch auch so ein Hexenleben bringt eine Alltagsroutine mit sich – bis zu dem Tag, an dem ein Ritual Ida entgleitet und weitreichende Konsequenzen sie in eine tiefe Krise stürzen. Findet Ida die Kraft, eine Möglichkeit zu suchen, das Blatt nochmals zu wenden?

So fand ich‘s:
Ich mag den Gedanken, dass es hier unter uns Magie gibt und finde das entsprechende Setting gut gelungen. Man spürt auch die Affinität des Autors zum Thema und seine eigenen Erfahrungen in der Materie. Auch die Entwicklung der Geschichte hat mich angesprochen. Ich hatte schon gelesen, dass beim Einsatz von Magie, der Zauber auch immer irgendwie zu einem zurückkommt und Ida muss das auf sehr erschütternde Weise erleben. Der Plot ist so aufgebaut, dass die Spannung beim Lesen steigt und langsam zum Höhepunkt gelangt, was es für den Leser interessant macht.

Die Idee, die Geschichte in Form eines Tagebuches zu erzählen, ist konsequent umgesetzt. Dennoch habe ich leider zu Ida keinen wirklichen Draht gefunden. Der Erzählstil passt einerseits gut zum Tagebuch, bleibt jedoch meistens für meinen Geschmack zu schlicht. So konnte ich mich leider nicht so richtig in Idas Gefühlswelt eindenken. Ich fühlte mich als Außenstehender, der nur ein bisschen durchs Schlüsselloch schauen darf. Die Tür selbst blieb für mich verschlossen. So spannend das Thema ist, fehlt mir doch etwas die Atmosphäre, die Magie, die zwischen den Zeilen wabert. Möglicherweise hätten mehr Details und Beschreibungen dieses Ambiente erzeugt.

Im Großen und Ganzen denke ich, dass dieses Buch vor allem Leute anspricht, die sich mit Wiccas, Schamanen etc. auskennen und auch ein wirkliches Interesse an diesen Themen haben.

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Veröffentlicht am 10.12.2020

Cosy Crime in der Weihnachtszeit

Die Weihnachtsdiebin. Eiskalt erwischt
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Darum geht‘s:
Die Studentin Kira braucht Geld für die Pflege ihrer Oma. Sie ist so verzweifelt, dass sie sich einer kleinen Diebesbande anschließt, die einen Coup während der Winterzauber-Aktion des Russischen ...

Darum geht‘s:
Die Studentin Kira braucht Geld für die Pflege ihrer Oma. Sie ist so verzweifelt, dass sie sich einer kleinen Diebesbande anschließt, die einen Coup während der Winterzauber-Aktion des Russischen Museums in München plant und sie erschleicht sich erfolgreich das Vertrauen des Museumsdirektors. Zunächst verläuft alles wie vorgesehen bis der fesche Polizist Jan seinen verletzten Kollegen vertreten und somit die Verantwortung für die Sicherheit des Winterzauber-Events übernehmen muss. Doch Jan bringt nicht nur die Pläne der Diebesbande durcheinander, sondern auch Kiras Gefühle.

So fand ich‘s:
Die Kurzbeschreibung hatte sich so schön angehört – genau nach meinem Geschmack und das Richtige für diese Jahreszeit. Ich kam dann auch schnell in die Geschichte rein, nur leider nicht so „tief“ wie ich gerne gehabt hätte.

Der Erzählstil ist leicht und flüssig, so wie man es bei diesem Genre auch erwartet. Die Geschichte geht auch gleich ohne Umschweife richtig los, was mir immer gut gefällt. Doch leider konnte ich keinen Bezug zu den Figuren finden. Gerade auch die Protagonisten Kira und Jan bleiben für meinen Geschmack zu blass. Ich kann zwar die Gedanken, die Kira dazu bewogen haben, sich der Diebesbande anzuschließen, gut nachvollziehen und entwickelte dadurch auch Sympathie für die „Bösen“. Nur sprang der Funke nicht rüber, was ich eigentlich gerade an solchen Büchern mag. Wenn ich Weihnachts-Liebesromane lese, möchte ich darin versinken und vor mich hinträumen können. So richtig wollte das mit der „Weihnachtsdiebin“ nicht klappen.

Dadurch dass der Spannungsbogen geschickt und gut platziert gestaltet wurde, hat mich die Geschichte dann doch bei Stange gehalten. Auch der Verlauf ist dem Genre entsprechend aufgebaut und so konnte ich trotz allem ein paar nette Lesestunden verbringen.

Mein Fazit: Obwohl es während der Weihnachtszeit spielt, ist für mich der Weihnachtsfunke nicht so richtig übergesprungen, so dass das Buch für mich eher zu den Wohlfühlkrimis zählt, die angenehme Lektüre für zwischendurch bereithalten.

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Veröffentlicht am 29.10.2020

Ein Thriller für zwischendurch

Schlafe jetzt für immer
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Darum geht‘s:
Nach einem schweren Schicksalsschlag versucht Mags mit ihrem Mann und ihrer elfjährigen Tochter Tam ein normales Leben zu führen. Ängste und Schatten aus der Vergangenheit lassen sie jedoch ...

Darum geht‘s:
Nach einem schweren Schicksalsschlag versucht Mags mit ihrem Mann und ihrer elfjährigen Tochter Tam ein normales Leben zu führen. Ängste und Schatten aus der Vergangenheit lassen sie jedoch nicht los und es fällt ihr schwer, ihre Tochter auch nur für ein Wochenende loszulassen.

Als Tam aus heiterem Himmel und ohne entsprechende Vorzeichen detailgetreue, ungewöhnliche Bilder zeichnet, versucht Mags vorerst nichts in das unerwartete Talent ihrer Tochter hinein zu interpretieren. Doch Tam war nie an den Örtlichkeiten, die sie wie in Trance zeichnet und Mags beginnt beunruhigt zu recherchieren. Ihre Sorge scheint sich zu bewahrheiten, als sie herausfindet, dass Tam Schauplätze zeichnet, an denen kurz nach der Entstehung des jeweiligen Bildes furchtbare Verbrechen geschehen.

So fand ich‘s:
Es fällt mir recht schwer, das Buch aus meiner Sicht zu beschreiben. Einerseits ist da die Story, die spannend beginnt und mich größtenteils zu fesseln vermochte. Der Autor hat es jedenfalls geschickt angestellt, um mich als Leser gleich zu Beginn mit den ersten Szenen des Showdowns zu ködern. So musste ich dann auch gleich weiterlesen… und dann bekam die Spannung recht früh einen unglücklichen Dämpfer.

Ich bin zugegebenermaßen keine große Spürnase und bin als Leser leicht hinters Licht zu führen. Das beschert mir dann auch immer wieder überraschende Auflösungen, was ich sehr mag. In diesem Falle kann man als Leser für meinen Geschmack leider viel zu rasch erkennen, wohin die Geschichte führen wird, was mir dann doch etwas den Spaß genommen hat.

Das Buch liest sich zwar leicht und die Geschichte wird kompakt und ohne unnötige Längen erzählt. Dennoch fühlte ich mich weit weg vom Geschehen. Ich fand keinen wirklichen Zugang zu den Figuren, die für meinen Geschmack durchwegs blass bleiben.

Ich habe lange überlegt, wie ich den Schreibstil beschreiben könnte. Mir wollte einfach kein passender Begriff einfallen. Ich bin unsicher, ob man „statisch“ in diesem Zusammenhang nennen kann. Aber obwohl die Geschichte oberflächlich gesehen an Fahrt aufnimmt, blieb ich als Leser emotional auf der Strecke, sprich „bewegungslos“.

Der Plot ist an und für sich in sich schlüssig und das Ende hat mir gut gefallen und mich dann doch noch etwas mit dem Buch versöhnt. Dennoch bleibe ich zwiegespalten zurück und sehe diesen Thriller eher als Lektüre für zwischendurch.

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Veröffentlicht am 24.07.2020

Origineller Plot

Glow – Die Macht der Gedanken
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Zum Inhalt:
Die 18-jährige Poppy hat eine besondere Gabe. Sie kann die Emotionen der Menschen in Form von Farben sehen und diese auch beeinflussen. So arbeitet sie in ihrer Heimatstadt als sogenannte Changerin. ...

Zum Inhalt:
Die 18-jährige Poppy hat eine besondere Gabe. Sie kann die Emotionen der Menschen in Form von Farben sehen und diese auch beeinflussen. So arbeitet sie in ihrer Heimatstadt als sogenannte Changerin. Sie spürt Menschen auf, deren negative Emotionen ein bestimmtes Level überschreiten, um deren Gefühle positiv zu verändern und somit Verbrechen zu verhindern.

Gleichzeitig mit dem Erscheinen des mysteriösen Cole geschehen mehrere Morde, die Poppy entgangen sind. Sie gerät dadurch in arge Bedrängnis. Und als sie ihr Name auf einer geheimnisvollen Liste entdeckt, muss sie unbedingt herausfinden, was um sie herum geschieht und was der unergründliche Cole damit zu tun hat.

So fand ich‘s:
Der Gedanke, dass wir Menschen je nach Emotionen in verschiedenen Farben leuchten, finde ich sehr schön. Unter Umständen würde uns das allen im Miteinander helfen. Gleichzeitig stelle ich es mir auch schwierig vor, mit düsteren Gedanken umzugehen, die dann so deutlich sichtbar sind. Poppy, die junge Frau in der Geschichte, macht jedenfalls aus ihrer Gabe eine Tugend und kann damit das Leben in ihrer Heimatstadt um einiges friedlicher machen. Dass sie dabei ein Gerät, den sogenannten Zoom, benutzt, um die Emotionen der Menschen zu verändern, hat mich anfangs ein klein wenig enttäuscht. Ich hatte mir ein bisschen was anderes vorgestellt und dachte, die Gabe würde mehr im Fokus stehen.

Trotzdem hat die Autorin mich dann doch noch mit der allmählich aufkommenden Spannung für sich gewinnen können. Ich war einfach zu neugierig, worauf alles hinauslaufen würde. Der Plot war in sich schlüssig und nicht ganz so komplex, so dass sich das Buch sehr flüssig lesen ließ. Meiner Meinung nach ist es eine Geschichte, die eher jüngere Leser anspricht.

Leider fand ich keinen richtigen Zugang zu den Figuren, die durchweg recht eindimensional bleiben. Hier hätte ich mir mehr Tiefe und Emotionalität gewünscht, um besser mit den Protagonisten mitfiebern zu können.

Trotz der originellen Idee konnte mich das Buch nicht vollends überzeugen. Ich will der Autorin zugutehalten, dass ich mir unter der Geschichte etwas anderes vorgestellt hatte und auch dass es sich um einen Debütroman handelt. Ich mag ihre Art der Fantasie jedoch sehr und sehe viel Entwicklungspotential. Ein weiteres Buch von ihr würde ich jedenfalls auch lesen.

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Veröffentlicht am 06.07.2020

Fortsetzung mit Schwächen

Das Buch der gelöschten Wörter - Zwischen den Seiten
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Achtung: Hier sind Spoiler zum 1. Band (Der erste Federstrich) enthalten.

Darum geht‘s:
Hope Turner hat in der Bücherwelt ihren Platz als Verwandlerin gefunden und fühlt sich im Reich der Literatur viel ...

Achtung: Hier sind Spoiler zum 1. Band (Der erste Federstrich) enthalten.

Darum geht‘s:
Hope Turner hat in der Bücherwelt ihren Platz als Verwandlerin gefunden und fühlt sich im Reich der Literatur viel wohler als in der Echtwelt. Doch die Sorge, dass die Absorbierer es schaffen könnten, die Buch- als auch die Echtwelt in ein Chaos zu stürzen, lassen dunkle Wolken aufziehen. Vor allem auch der Verdacht, dass ihre Mutter von einer anscheinend vertrauenswürdigen Person vergiftet wurde, lassen Hope nicht zur Ruhe kommen. Wem kann sie noch vertrauen? Und wie kann sie es mit ihren neuen Freunden schaffen, die Absorbierer zu stoppen?

So fand ich’s:
Nachdem mir der erste Teil dieser Trilogie „Der erste Federstrich“ so gut gefallen hatte und mich mit einem fiesen Cliffhanger in der Luft hängen ließ, freute ich mich sehr darauf, wieder zusammen mit Hope in die Buchwelt einzutauchen. Die Rückkehr fiel mir auch nicht schwer und ich fand mich in der Geschichte sofort wieder zurecht. Auch diese Fortsetzung liest sich wieder leicht und locker.

Überraschenderweise wurde der Cliffhanger dann auch sehr schnell aufgelöst. Hier hätte es mir gut gefallen, wenn Mary E. Garner uns Leser ein bisschen länger hingehalten hätte. Es kam mir dann auch immer wieder vor, dass es die Autorin ein wenig eilig hatte, die Geschichte zu erzählen. Für meinen Geschmack wollte sie gar viel in den Plot reinpacken – manchmal wäre ein bisschen weniger tatsächlich mehr gewesen. So kam es dann auch, dass gesponnene Erzählfäden ins Leere liefen und Auflösungen und Erklärungen scheinbar aus dem Nichts kamen.

Ich könnte mir vorstellen, dass der Geschichte eine kompaktere Version, z.B. in nur zwei Teilen, gut getan hätte. Trotzdem habe ich dieses Buch gerne gelesen und habe mich auch gut unterhalten gefühlt. Das Setting gefällt mir nach wie vor sehr gut, wobei man als Leser in diesem Band weniger in der Literaturwelt verweilen und schwelgen kann. Für mich bleibt jedoch gerade das Verweben der Literaturwelten miteinander zur Stärke dieser Geschichte. Auch der Humor, wenn auch etwas klischeebehaftet, kommt nicht zu kurz.

„Das Buch der gelöschten Wörter“ bietet auch in diesem zweiten Teil kurzweilige Lesestunden und wartet auch hier am Ende mit einem Cliffhanger auf, der auf den dritten und letzten Teil neugierig macht. Auch wenn mich dieser Mittelband nicht so gepackt hat wie der erste Teil, freue ich mich auf den Abschluss der Geschichte. Und wer weiß, möglicherweise überrascht uns die Autorin und alle losen Fäden finden zu einem Knäuel zusammen. Ich bin jedenfalls sehr gespannt und übe mich nun bis zum Erscheinen von „Die letzten Zeilen“ in Geduld.

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