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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.10.2021

Spannende Geschichte mit Potenzial nach oben

Flame & Arrow, Band 1 - Drachenprinz
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Dieser erste Teil einer Dilogie wird abwechselnd aus den drei Perspektiven von Aiden, Sharni und Kailey erzählt.
Aiden und Sharni sind Drachen und die Kinder des Königs. Seit einem schlimmen Krieg vor ...

Dieser erste Teil einer Dilogie wird abwechselnd aus den drei Perspektiven von Aiden, Sharni und Kailey erzählt.
Aiden und Sharni sind Drachen und die Kinder des Königs. Seit einem schlimmen Krieg vor mehreren Jahrzehnten herrscht ein labiler Frieden zwischen den Drachen und dem Volk der Fae, für die Drachen fühlt es sich jedoch eher so an, als werden sie von den Fae unterdrückt. Sie müssen sich an strenge Regeln halten, die sie in ihrer Lebensweise stark einschränken, und als es zu einem unklaren Vorfall kommt, werden sie von den Fae noch stärker unter Druck gesetzt: entweder stimmen sie weiteren Einschränkungen zu, die für die Drachen kaum zu ertragen sind, oder es gibt einen neuen Krieg - und bei diesem wären die Fae klar im Vorteil. Gefangen in dieser Zwickmühle versuchen Aiden und Sharni alles dafür zu tun, um einen Krieg zu vermeiden, während Kailey als Kriegerin der Fae einen ganz anderen Auftrag verfolgt...

Ich wurde von diesem Buch äußerst positiv überrascht, obwohl es mich schlussendlich doch leider nicht vollkommen überzeugen konnte.
Zuerst einmal hat mir die Gestaltung der urbanen Fantasy-Welt mit Drachen, Fae und Hexen ausgesprochen gut gefallen. Die Geschichte der Wesen, ihre Lebensgestaltung und die schwelenden Konflikte konnten mich fesseln und haben Spannung in die Geschichte gebracht. Auch die Charaktere Aiden, Sharni und Kailey sowie einige Nebencharaktere waren mir sehr sympathisch; insbesondere vom Drachenkönig, seiner durchdachten und strategischen Art und seiner Liebe zu seinem Volk bin ich vollkommen begeistert. Das Setting am College hat für ein jugendlich-leichtes Gefühl in der Geschichte gesorgt, während die Suche nach der Wahrheit und die unterschwellige Bedrohung der Geschichte Ernsthaftigkeit und Tiefe verleiht haben.
Auch war ich positiv von der Entwicklung der Handlung überrascht. Ich war bereits nach kurzer Zeit auf die offensichtlichen Andeutungen herein gefallen und hatte mein Urteil über die Figuren gefällt, weshalb es mir sehr gefallen hat, überrascht und in meinen Annahmen korrigiert zu werden. Das hat meine Neugier auf den zweiten Band noch einmal erheblich gesteigert.

Leider gab es auch zwei Punkte, die mir nicht so gut gefallen haben.
Zum Einen fand ich die Liebesgeschichte zwischen Aiden und Kailey nicht vollkommen glaubwürdig. Über einen langen Zeitraum hinweg nähern sich die beiden Stück für Stück an, legen langsam die Vorurteile gegeneinander ab, die ihnen von jeher eingeimpft wurden, und schließen eine fragile Freundschaft miteinander. Diesen Prozess zu begleiten war spannend und schön, und mir hätte es vollkommen gereicht, wenn erst im zweiten Band mehr daraus geworden wäre. Stattdessen wurden auf den letzten paar Seiten tiefe Gefühle zwischen ihnen erzwungen, was ich beim besten Willen nicht nachvollziehen konnte und was für mich nicht gepasst hat.
Zum Anderen war mir Kailey in ihren Überzeugungen und Loyalitäten zu sprunghaft. Durch das gesamte Buch hindurch ging es immer wieder hin und her, und obwohl ich es gut fand, dass sie vieles hinterfragte, erschien sie mir zu leicht zu manipulieren. Und in dem einen Moment, in dem ich wirklich dachte, dass sie sich ihrer Überzeugungen nun endlich sicher wäre, vollzieht sie erneut eine vollkommen impulsive Meinungsänderung. Falls dies nur dazu diente, einen möglichst spannenden Cliffhanger zu schaffen, ist diese Idee nach hinten los gegangen; es hat bei mir die Freude auf Teil zwei etwas getrübt und mich unzufrieden zurück gelassen.

Ich habe das Hörbuch gehört, und ich empfand die Stimme der Sprecherin Vanida Karun als sehr angenehm. Ich konnte den wechselnden Perspektiven sehr gut folgen und die Betonung hat gut gepasst.

Fazit:
Eine spannende Geschichte in einer sehr interessanten Fantasywelt, die mir insgesamt sehr gut gefallen hat, bei der mich aber leider zwei Aspekte extrem gestört haben. Ich denke, hier gibt es für den zweiten Teil noch viel Potenzial nach oben, und ich hoffe sehr, dass dieses Potenzial ausgeschöpft wird, denn ich möchte den zweiten Band auf jeden Fall trotzdem lesen und erfahren, wie die Geschichte weitergeht. Gute 3,5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 02.09.2021

Hat mich zum Ende hin etwas enttäuscht

April & Storm - Stärker als die Nacht
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Dies ist der erste Band einer Trilogie, die sich um die Protagonisten April und Storm dreht und auch aus deren Perspektiven erzählt wird. Dabei wird Aprils Sicht aus der Ich-Perspektive erzählt, während ...

Dies ist der erste Band einer Trilogie, die sich um die Protagonisten April und Storm dreht und auch aus deren Perspektiven erzählt wird. Dabei wird Aprils Sicht aus der Ich-Perspektive erzählt, während Storms Sicht in der Er-Form erzählt wird.

April und Storm waren mir grundsätzlich sehr sympathisch.
April hat sehr klare Ansichten und ist meist sehr selbstsicher. Sie ist aus Deutschland nach San Francisco gezogen, um nach einer schweren Krankheit einen Neuanfang zu wagen und ihr Medizinstudium zu beenden. Aufgrund einer schmerzhaften Trennung sucht sie nun eine neue Mitbewohnerin; dass es am Ende ein - sehr attraktiver - Mitbewohner wird, damit hat sie nicht gerechnet. Obwohl ich Aprils Gefühlsleben oft nachvollziehen konnte, hat sie mir in manchen Situationen zu übertrieben reagiert. Insbesondere zum Ende hin kam sie mir manchmal zu empfindlich und egozentrisch vor, was für mich nicht mit dem Bild übereinstimmte, das ich am Anfang von ihr gewonnen hatte. Kurz vor dem Ende des Buches wurden die Gründe angedeutet, die erklären könnten, weshalb sie so reagiert; das hat für mich jedoch nicht ausgereicht, um ihr Verhalten zu rechtfertigen und nachvollziehen zu können.
Storm war zu Beginn noch etwas rätselhaft, gewann mit dem weiteren Verlauf der Geschichte jedoch mehr und mehr Sympathiepunkte. Nach Außen hin sehr selbstsicher und fast schon arrogant, wird schnell klar, dass dies nur seine Schutzhülle ist, hinter der er sich versteckt. Er hat sowohl innerliche, als auch äußerliche Narben und trägt ein großes Päckchen mit sich herum. Mir hat sehr gefallen, wie offen er seine Unsicherheiten eingesteht, wie klar er seine Gefühle kommuniziert und was für eine Veränderung er innerhalb der Geschichte durchläuft. Seine Zerrissenheit und Schuldgefühle fand ich sehr eindrücklich beschrieben, und ich hätte ihn gern öfters mal in den Arm genommen. Hach, ich mag ihn. <3 ^^

Mir hat gefallen, wie die Sticheleien und Wortgefechte zwischen April und Storm beschrieben wurden. Man klebt an den Seiten, weil man wissen will, was Storm in seiner Vergangenheit widerfahren ist und wie die beiden sich näher kommen. Durch Aprils Hintergrund erfährt man immer mal wieder Interessantes aus der Welt der Medizin, und Sky, ein Labrador-Mischling, bringt zusätzlich Schwung in die Geschichte.

Leider gab es für mich aber auch ein paar Punkte, die mir nicht so gut gefallen haben.
Es gab insgesamt viele dramatische Wendungen in der Geschichte, die dafür sorgten, dass man kaum alltägliche Situationen zwischen den beiden erlebt hat und ich mich nach dem Ende des Buches fühlte, als sei ich einen Marathon gelaufen. Mir fehlten ein paar Szenen, in denen man das Knistern zwischen ihnen spürt und durch die man nachvollziehen kann, warum die beiden langsam Gefühle füreinander entwickeln. Wie bereits beschrieben, konnte ich Aprils Verhalten zum Ende hin kaum noch nachvollziehen, und auch eine bestimmte Entwicklung bzgl. Storms Aktivitäten fand ich unrealistisch. Auch sprachlich hatte ich ein paar Probleme mit den Abschnitten aus Storms Sicht, weil mir die Erzählperspektive nicht lag, und ein paar Dialoge empfand ich als etwas holprig geschrieben; ich wusste bspw. bei einigen Szenen nicht, wer was gesagt hatte.

Fazit:
​Insgesamt eine schöne Liebesgeschichte, bei der mich allerdings auch einige Dinge gestört haben. Ich weiß noch nicht so recht, ob ich die anderen Teile der Reihe auch lesen möchte, da das Buch einerseits mit einem Cliffhanger endet und ich wissen will, wie es weitergeht; andererseits hat mich die zweite Hälfte des Buches enttäuscht und auch etwas frustriert. Ich vergebe 3,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 08.07.2021

Ein Buch über Selbstfindung

In all seinen Farben
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Diese Geschichte wird aus der Perspektive von Robin erzählt.
Robin ist ein junger, sympathischer, tanzbegeisterter, offen homosexueller Mann. Er verbringt viel Zeit mit seinen beiden besten Freunden und ...

Diese Geschichte wird aus der Perspektive von Robin erzählt.
Robin ist ein junger, sympathischer, tanzbegeisterter, offen homosexueller Mann. Er verbringt viel Zeit mit seinen beiden besten Freunden und noch mehr mit seinen Tanzstunden, da er sich in seinem Abschlussjahr befindet und sich intensiv auf seine Collegepläne vorbereitet. Gelegentlich trifft er sich mit seinem heimlichen Freund, der sich noch nicht geoutet hat und daher nicht offen zu ihm stehen kann.
Ich mochte Robin und vor allem seine innige Beziehung zu seiner coolen, etwas verdrehten Mutter sehr. Robin ist manchmal etwas zu übereifrig und dramatisch, kann aber auch geduldig sein und hat kein Problem damit, Fehlverhalten einzugestehen. Auch seine Freunde mochte ich, wobei mir Nat ein wenig zu übergriffig erschien und ich deshalb nicht mit ihr warm wurde.

Das Thema "Drag Queen" war für mich komplett neu, sodass ich einerseits gespannt war, mehr über dieses Thema zu erfahren, andererseits aber auch unsicher, ob ich mich dafür begeistern kann. Ich war positiv davon überrascht, wie viel Platz diese Thematik in der Geschichte bekommt und wie angenehm es war, über Robins Erlebnisse und Erfahrungen zu lesen. Auch wenn gelegentlich Begriffe vorkamen, mit denen ich nichts anfangen konnte, habe ich mich immer zurecht gefunden, und die Emotionen, die Robin im Verlauf der Geschichte verspürt, wenn er sich selbst findet und ausleben kann, konnte ich ebenfalls spüren.

In diesem Buch findet sich zwar auch eine Liebesgeschichte, diese spielte jedoch eher eine untergeordnete Rolle. Vorrangig ging es um die Zukunft, um Selbstverwirklichung, um Freundschaft und um Selbstliebe.

Leider gab es auch einige Aspekte, die mir nicht so gut gefallen haben. Ein wenig schade finde ich, dass in der Beschreibung schon so viel über die Handlung verraten wird, wodurch die Geschichte erst nach etwa einem Drittel spannend wird.
Auch schade fand ich, dass aufgrund von Robins Leidenschaft zunehmend alles andere in den Hintergrund gelangte; das führte nicht nur dazu, dass Personen, die am Anfang wichtig erschienen, gar nicht mehr vorkamen, sondern ließ viele Figuren auch sehr blass bleiben. Und Robin selbst verstrickte sich in immer mehr (unnötigen) Lügen, was mich teilweise sehr wütend auf ihn machte.

Fazit:
Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, und auch, wenn ich weiterhin kein Fan von Drag-Shows bin, habe ich viel über diese Thematik gelernt und kann die Begeisterung dafür nun gut nachvollziehen. Für Interessierte (oder Neugierige) kann ich dieses Buch auf jeden Fall empfehlen. Gute 3,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 15.01.2021

Schöne Rockstar-Romance

A Song For You
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Diese Geschichte ist abwechselnd aus den Perspektiven von Ash, dem Sänger einer sehr erfolgreichen Rockstar-Band, und Ember, einer alleinerziehenden Mutter in Geldnöten, geschrieben.

Während Ember wie ...

Diese Geschichte ist abwechselnd aus den Perspektiven von Ash, dem Sänger einer sehr erfolgreichen Rockstar-Band, und Ember, einer alleinerziehenden Mutter in Geldnöten, geschrieben.

Während Ember wie die Unschuld vom Lande wirkt, hat Ash etwas sehr sündhaftes, gefährliches an sich. Vom ersten Augenblick, als die beiden aufeinander treffen, sprühen die Funken vor körperlicher Anziehung. Was bei den anderen Bandmitgliedern überhaupt nicht gut ankommt, denn Ash ist für seine kurzen Liebschaften bekannt und der letzte von Ash ausgelöste Skandal ist noch immer nicht abgeflaut. Die Band steht auf der Kippe und benötigt dringend ein neues, erfolgreiches Album - und Ash demnach einen klaren Kopf.
Mir hat sehr gefallen, wie spürbar die Anziehung zwischen Ash und Ember war und dass schnell deutlich wurde, dass Ember bei Weitem nicht das brave Mädchen ist, das die meisten Menschen in ihr sehen. Sie hat selbst eine "dunkle" Vergangenheit und hat in dieser Hinsicht in Ash einen perfekten Gegenpart gefunden. Inzwischen ist sie jedoch Mutter und muss daher verantwortungsbewusster handeln. Die Band aus ihrem Haus werfen kann sie jedoch auch nicht, da sie das Geld dringend benötigt, um ihr Haus und Grundstück zu erhalten. Embers Zerrissenheit zwischen dem, was sie will und dem, was von ihr erwartet wird, war sehr nachvollziehbar dargestellt.

Sehr gut gefallen hat mir auch die Stimmung, die über das gesamte Buch hinweg herrschte; es hatte so etwas ländlich-verträumtes, wie die Band in diesem großen Haus lebte, musizierte und Ember und ihre Tochter Cadence auf eine gewisse Weise ein Teil ihrer "Familie" wurden. Der Konflikt mit Embers Ex hat zusätzliche Spannung und Dramatik in die Geschichte gebracht.

Nicht so gut gefallen hat mir, dass es nur wenige Szenen gab, in denen sich Ash und Ember unterhalten und besser kennengelernt haben. Die Gefühle der beiden füreinander habe ich ihnen zwar abgenommen, aber es war mir nicht so ganz klar, worauf diese sich - abgesehen von der körperlichen Anziehung - aufbauen.
Das Ende wirkte auf mich sehr kurz abgehakt. Hier hätte ich mir die Lösungen ausführlicher und etwas realitätsnäher gewünscht, da hat es sich die Autorin meiner Meinung nach zu leicht gemacht. Die beiden Epiloge haben einerseits mein romantisches Herz befriedigt, andererseits war es mir VIEL zu kitschig und teilweise unrealistisch.

Fazit:
Insgesamt eine schöne Geschichte, der noch ein bisschen mehr Tiefe und ein bisschen weniger Kitsch am Ende gut getan hätte. Gute 3,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 17.10.2020

Interessante, schöne Geschichte, ABER...

What I Like About You
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Diese Geschichte wird aus der Perspektive von Halle / Kels erzählt. Im Buch sind gelegentlich Chatverläufe, Blogpost u.ä. abgebildet.

Aufgrund des Jobs ihrer Eltern musste Halle sehr oft umziehen und ...

Diese Geschichte wird aus der Perspektive von Halle / Kels erzählt. Im Buch sind gelegentlich Chatverläufe, Blogpost u.ä. abgebildet.

Aufgrund des Jobs ihrer Eltern musste Halle sehr oft umziehen und konnte nie an einem Ort Fuß fassen. Nach dem Tod ihrer geliebten Großmutter beschließt sie, ihr letztes Jahr vor dem College bei ihrem Großvater zu verbringen, um diesem Gesellschaft zu leisten und sich besser auf ihren Blog konzentrieren zu können. Auf diesem Blog schreibt sie ihre Meinung zu Büchern und untermalt diese durch selbstgebackene, zum Thema oder Cover des Buches passende Cupcakes. Sie hat eine große Leserschaft, bekommt Anfragen von Verlagen und hat viele Online-Freunde, die sie nur als Kels kennen und nichts über ihre wahre Identität wissen. Ihr bester Freund Nash weiß ebenfalls nicht, wer sie in Wirklichkeit ist - was zu einem Problem wird, als er ihr plötzlich gegenüber steht. Halle ist hin und her gerissen, wie sie ihre Identität vor ihm geheim halten soll, denn wenn er erkennt, wie uncool sie im Reallife ist, wird er sich von ihr abwenden... oder?

Mir (als nicht Blogger) hat sehr gefallen, wie viel man durch Kels über das (stressige) Leben eines Bloggers erfährt. Lesen und die Online-Buchcommunity spielen eine sehr große Rolle in diesem Buch. Die Geschichte war spannend und durch die Chatverläufe, Mails, Blogposts oder andere eingeschobene Unterhaltungen wurde die Geschichte immer wieder angenehm aufgelockert. Ich mochte die Nähe, die Halle und ihren Bruder verbindet, und den Freundeskreis um Nash. Eine zentrale Thematik dieses Buchs ist die Frage, wer wir online im Vergleich zu unserem Auftreten im wahren Leben sind und wie man diese verschiedenen Persönlichkeiten zusammen bringen kann. Mir hat sehr gefallen, dass dieses Thema in einem Jugendbuch aufgegriffen wird und wie Halles Zerrissenheit zwischen ihren zwei Identitäten dargestellt wurde.

Ich mochte die Stimmung, die zu Beginn des Buches herrschte; Halle trauert noch immer um ihre Großmutter, der sie ihre Leidenschaft fürs Lesen und fürs Backen verdankt, und als sie mit ihrem jüngeren Bruder bei ihrem Großvater einzieht wird ihr bewusst, wie sehr auch dieser noch von der Trauer festgehalten wird. Mir hat gefallen, dass Halle und ihre zwei Identitäten zwar im Mittelpunkt der Handlung standen, dass aber am Rande noch so viel mehr Themen aufgegriffen wurden: Trauer und das Weiterleben nach einem Verlust, sexuelle Orientierung, Heimatlosigkeit und das Gefühl, zum ersten Mal anzukommen, aber auch der jüdische Glaube. Auch wenn ich nicht religiös bin fand ich es interessant, hier mal etwas mehr über den jüdischen Glauben, die Rituale und die Feiertage zu erfahren, allerdings hätte ich mir ein paar Erklärungen zu den Begrifflichkeiten gewünscht.

Der einzige, aber leider riesige Kritikpunkt, den ich an dieser Geschichte habe, ist das Verhalten von Halle gegenüber Nash. Für meinen Geschmack hat sich das Versteckspiel viel zu lange hingezogen, so lange, dass es irgendwann einfach nicht mehr zu entschuldigen war. Zu Beginn konnte ich Halles Unsicherheit vollkommen nachvollziehen, aber im weiteren Verlauf der Handlung wurde sie mir immer unsympathischer. Irgendwann kam sie mir nur noch feige und egoistisch vor, und auch nach Beenden des Buches kann ich ihr Verhalten nicht verstehen. Nash tat mir unglaublich leid, und ich bin so wütend auf Halle geworden, dass ich die zweite Hälfe des Buches kaum noch genießen konnte.

Fazit:
Dieses Buch hätte für mich ein Highlight werden können, wenn das Versteckspiel von Halle nicht so unnatürlich lang hinausgezögert worden wäre. Das hat mir die Freude beim Lesen leider etwas genommen. Insgesamt haben mir die vielen Thematiken dieser Geschichte aber sehr gefallen, weshalb ich lesenswerte 3,5 Sterne vergebe.

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