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Veröffentlicht am 04.10.2018

Nichts Halbes und nichts Ganzes

Projekt: Phoenix - Geliebter Bodyguard
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Mit dem Buch und jetzt auch mit der Rezension tue ich mich sehr schwer. Zum einen weiß ich nicht, wie ich die Geschichte einordnen soll. Von meinen Erwartungen her, sollte dies eine Liebesgeschichte mit ...

Mit dem Buch und jetzt auch mit der Rezension tue ich mich sehr schwer. Zum einen weiß ich nicht, wie ich die Geschichte einordnen soll. Von meinen Erwartungen her, sollte dies eine Liebesgeschichte mit einigen Thrillerelementen gewesen sein. Tatsächlich gibt es auch beides, aber es fehlten die Emotionen, die normalerweise bei einer Romanze beim Leser entstehen und gleichzeitig gab es auch nicht die Spannung sowie das Adrenalin, wenn man bei einem Thriller einen Täter verfolgt. Ich weiß somit nicht, als was ich das Buch bewerten und welche Maßstäbe ich hier ansetzen soll.

Generell handelt das Buch von Lena, die als reiche Diplomatentochter das Leben einer High Society Lady führt. Das alles ändert sich, als jemand versucht sie zu entführen. Sie bekommt den Secret Service Agenten Connor zur Seite gestellt, wodurch Partys von der Tagesordnung gestrichen sind. Als Lena dann auch noch in den Fokus der russischen Mafia gerät, müssen die beiden noch näher zusammenrücken. Schnell ist Lena für Connor mehr, als nur ein Schützling.

Bei dem Titel „Projekt: Phoenix – Geliebter Bodyguard“ und dem Klappentext ist es nicht schwer zu erraten, dass es um eine Liebesgeschichte zwischen Connor und Lena geht. Das war relativ offensichtlich und vorhersehbar. So ähnlich ist es bei einige Themen in dem Buch, sodass ich als Leser eigentlich kein einziges Mal überrascht wurde. Häufig zeichnet sich die Handlung schon frühzeitig ab, sodass es dadurch auch phasenweise zäh wird.

Schwer habe ich mich auch mit Lena getan. Sie wächst zwar als Diplomatentochter mit Bediensteten auf und musste wohl nie in ihrem Leben einen Handschlag für irgendetwas tun, aber dennoch würde man meinen, dass sie eigenständig denken kann. Langezeit ist sie einfach nur verzogen und nervig. Sie ist in Lebensgefahr und das einzige woran sie denken kann, ist dass, sie mal gezwungen wird Klamotten von der Stange zu tragen. Darüber konnte ich nur den Kopf schütteln und mich aufregen. Wenn mich eine Geschichte schon nicht wirklich packt, dann wünsche ich mir vielschichtige, sympathische Charaktere, die mich dazu bewegen das Buch weiterzulesen.

In dem Fall, der beschrieben wird, ermittelt Connor nicht aktiv. Von den ganzen Entwicklungen bekommen die beiden nur etwas über Telefonate und Nachrichten mit. Es hätte mehr Spannung aufgebaut, wenn der Leser die Bedrohung der Mafia aktiver mitbekommen hätte. Ebenso passiv, wie hier die Hauptpersonen sind, so passiv fühlt man sich auch als Leser. Ergebnisse werden berichtet, ohne dass man erlebt, wie sie aufgedeckt werden.

Dazu kam, dass sich an einigen Stellen Beschreibungen und Formulierungen wiederholen, sich die Charaktere nicht sonderlich weiterentwickeln und es keine große Spannungskurve gibt. Das einzige, was ich positiv fand, war ein Nebencharakter. Immer wieder haben die Hauptpersonen Kontakt zu einem Hacker namens Sparrow. Dieser ist individuell, amüsant und ein bisschen durchgedreht. In meinen Augen war er die stärkste Persönlichkeit in dem Buch und hat die Geschichte etwas aufgelockert.

Für mich hat die Kombination von Liebe und Thriller hier nicht funktioniert. Es wäre besser gewesen, wenn der Fokus auf einem Genre gelegen hätte und dieses dann voll ausgefüllt worden wäre. So war das Buch nichts Halbes und nichts Ganzes und konnte mich leider überhaupt nicht überzeugen.

Veröffentlicht am 04.07.2023

Ein Hörbuch mit oberflächlichen Charakterdarstellungen und flachen Dialogen

It happened one Summer
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Als ich die Vorstellung von „It happened One Summer“ gelesen haben, musste ich irgendwie an die Atmosphäre der Redwood-Love-Reihe denken. Eine weibliche Hauptperson, die aus der Großstadt kommt und in ...

Als ich die Vorstellung von „It happened One Summer“ gelesen haben, musste ich irgendwie an die Atmosphäre der Redwood-Love-Reihe denken. Eine weibliche Hauptperson, die aus der Großstadt kommt und in die Kleinstadt ziehen muss, sowie ein Naturbursche, der dazu tendiert ein Eremit zu sein. Ich habe mich auf eine wunderschöne Liebesgeschichte mit einigen Gegensätzen gefreut, die mein Herz zum Schmelzen bringt. Nach drei oder vier Kapiteln war mir bereits klar, dass meine Erwartungen alles andere als erfüllt werden würden. Warum ich das Hörbuch dennoch bis zum Ende durchgehört habe, ist mir mittlerweile nicht mehr klar. Vielleicht hatte ich einfach bis zum letzten Satz die Hoffnung, dass es noch etwas geben würde, was ich noch nicht mitbekommen hatte.

Piper ist ein Hollywood IT-Girl, was in diesem Fall bedeutet, dass sie eigentlich alleine nicht lebensfähig ist. Bis dato wurde sich für sie um alles gekümmert. Sie kann kein einziges Gericht zubereiten, putzen oder auch nur einen Einkauf erledigen, die nicht ein neues Paar Schuhe beinhaltet. Sie ist sehr naiv und die Stimme der Sprecherin unterstreicht dies nur noch mehr. Mit einer piepsigen Stimme wird Piper gesprochen und die einzelnen Emotionen werden besonders deutlich betont, sodass sie noch kindlicher gewirkt hat.

Somit ist Brendan in wirklich jeglicher Hinsicht ein Kontrast zu Piper. Er steht mitten im Leben und hat ein eigenes Unternehmen. Übertrieben war sein Zwang zu Gewohnheiten, sodass er noch nicht mal in der Lage scheint ein neues Gericht in einem Restaurant auszuprobieren. Als er Piper trifft verwandelt er sich außerdem in eine sehr dominante Persönlichkeit. Wenn man nicht gewusst hätte, dass die beiden gleich alt sind, hätte man in manchen Situationen denken können, dass es eher ein Vater ist, der seiner Tochter Vorschriften macht. Es mag sein, dass nicht jede Beziehung auf Augenhöhe stattfindet, aber der Unterschied war mir hier einfach zu krass.

Bis zum Ende hatte ich gehofft, dass es noch eine Entwicklung bei den Charakteren oder eine tiefgründige Wendung gibt, aber das war vergeblich. In meinen Augen war die Handlung genauso offensichtlich, wie ich bereits nach den ersten Kapiteln befürchtet hatte. Es ist fast schon verwunderlich, wie die Autorin beinahe dreizehn Stunden mit dieser Handlung füllen konnte. Für mich gibt es für dieses Hörbuch keine Empfehlung. Ich konnte diesem leider gar nichts Positives abgewinnen.

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Veröffentlicht am 16.05.2021

Toxische Liebesbeziehung mit einem Neandertaler

Mit dir falle ich
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In den letzten Wochen bin ich immer wieder in den Social Media auf diese Geschichte aufmerksam gemacht worden, bis ich dann irgendwann dem Hype erlag und das Hörbuch heruntergeladen habe. Wie leider so ...

In den letzten Wochen bin ich immer wieder in den Social Media auf diese Geschichte aufmerksam gemacht worden, bis ich dann irgendwann dem Hype erlag und das Hörbuch heruntergeladen habe. Wie leider so häufig bei so stark beworbenen Büchern, konnte ich diesem nur wenig abgewinnen. In diesem Fall konnte mich leider weder die Handlung noch die Sprecherin überzeugen.

In dem Klappentext wird die Hauptperson Robyn als eine starke Persönlichkeit vorgestellt, die genau was, weiß sie im Leben und in einer Beziehung möchte. Sie möchte nach ihrem Studium unbedingt eine erfolgreiche Karriere durchleben und wird sich durch nichts davon abbringen lassen – auch nicht durch den reichen, gutaussehenden Kommilitonen Finn. Diesen vorgestellten Charakter hätte ich auch gerne in dem Buch wiedergefunden. Leider wird hier eine ganz andere Hauptperson skizziert. Robyn ist zwar eigensinnig, aber ihre Ziele verfolgt sie in jedem Fall nicht mit allen Mitteln. Auf mich hat sie eher zickig und chaotisch gewirkt. In ihren Augen liegen die Gründe, wenn etwas nicht rund geht, nicht bei ihr, sondern bei anderen. Anfänglich hatte ich noch die Hoffnung, dass sie mir im Verlauf des Hörbuchs sympathischer wird, aber das Gegenteil war der Fall.

Den Großteil des Romans befindet sich Robyn in einer Beziehung. Ich freue mich in der Regel, wenn ein Charakter Schmetterlinge im Bauch bekommt und die große Liebe findet, aber hier fand ich dies unpassend. Die angeblich eigenständige Hauptperson macht schnell ihre Gefühle von dem Mann an ihrer Seite abhängig und lässt sich als Besitz bezeichnen. In der Handlung wird der Partner teilweise schon als Neandertaler bezeichnet und das kann ich so nur unterschreiben. Diese Beziehung wirft die ganze Frauenbewegung um zweihundert Jahre zurück. Ich hatte hier keinen Spaß so eine toxische, frauenfeindliche Partnerschaft mitzuerleben.

Es gibt in der Handlung ein oder zwei Wendungen, allerdings sind diese so offensichtlich, dass es eher schon peinlich ist, dass sie nicht schon früher kommen. Bereits nach dem ersten Drittel hatte ich eine Idee wie der komplette weitere Handlungsverlauf sein würde und lag in allen Punkten richtig. Die Geschichte kann somit auch nicht durch Spannung oder Unvorhersehbarkeit glänzen.

Neben der Handlung konnte mich leider auch die Sprache nicht überzeugen. Sprache unterliegt natürlich dem Wandel und die heute Sprache ist anders als die vor hundert Jahren. Allerdings war mir hier der Stil zu modern und zu umgangssprachlich. Hier werden Abkürzungen aus der Jugendsprache, aktuelle Trends und Bezeichnungen genutzt. Hashtags, Snapshat, Instagram und TicToc dominieren hier die Darstellung der Charaktere und die Dialoge. Das hat mir persönlich nicht gefallen und wirkte eher kindisch. Ich brauche keine wissenschaftliche Abhandlung oder eine geschwollene Sprache, aber ich hätte mich über einen normalen Umgangston gefreut.

Die Sprecherin Dagmar Bittner schafft es gut diese Umgangssprache darzustellen und spricht das Hörbuch mit einer überschwänglichen Stimme. Diese klang für mich manchmal etwas zu affektiert, aber irgendwie passt es auch zu der Handlung. Mir persönlich waren die Pausen zwischen den einzelnen Sätzen zu lange. Ich höre bereits Hörbücher mit der 1,25-fachen Geschwindigkeit, aber trotzdem waren die Pausen sehr lang. In einer schnelleren Geschwindigkeit klang die Stimme wie Mickey Mouse, sodass ich diese nicht weiter hochstellen konnte.

Alles in allem gab es leider keinen Aspekt in dem Hörbuch, der mich überzeugen könnte. Den Hype konnte ich nicht nachvollziehen und kann eine solche Liebesgeschichte leider auch nicht weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 26.03.2021

Ein langatmiges Abenteuer, dem leider die Magien und Spannung fehlt

A Whisper of Stars
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Von Tami Fischer habe ich bereits einiges gehört, aber hatte bis dato noch nie ein Buch von ihr gelesen oder gehört. „A Whisper of Stars“ versprach eine magische Reise mit zwei guten Freunden zu werden, ...

Von Tami Fischer habe ich bereits einiges gehört, aber hatte bis dato noch nie ein Buch von ihr gelesen oder gehört. „A Whisper of Stars“ versprach eine magische Reise mit zwei guten Freunden zu werden, bei der der Leser auf eine sonnige Insel entführt wird. Da reisen aktuell ja leider nicht möglich ist, klang dies nach einem fantastischen, imaginären Urlaub. Ich habe somit gerne gedanklich meine Koffer gepackt und bin nach Hawaiki gereist.

Meine Ankunft auf Hawaiki war recht unspektakulär. Ich bin langsam in die Geschichte hineingerutscht und habe ein bisschen mit Liv die Insel erkundet. Der Klappentext verrät, dass ein Fremder auf der Insel auftauchen würde, womit die Inhaltsangabe schon recht weit vorweggegriffen hat. Ich habe sehr lange darauf gewartet, dass der Fremde auftaucht oder dass einfach irgendetwas spannendes passiert. Anschließend passiert zwar etwas, aber die Spannung wurde mir komplett genommen, da ich nun mit Informationen überhäuft wurde.

Bei mir hat es etwa die Hälfte des Buches gebraucht bis ich das Gefühl hatte einen roten Faden in der Geschichte zu finden. Es ist danach etwas besser und etwas spannender geworden, allerdings konnte mich die Handlung bis zum Ende nicht sonderlich fesseln. Es gab nur wenige überraschende Wendungen und der Verlauf ist eher linear geblieben. Auch konnte ich mich nicht sonderlich mit den Charakteren identifizieren. Bis zum Schluss hatte ich das Gefühl Finn und Liv nicht wirklich zu kennen. Ihre Beschreibungen sind eher rudimentär geblieben und es gab hier kaum tiefgründige Motive.

Die Geschichte habe ich als Hörbuch gehört. Hier war leider auch die Sprecherin nicht förderlich für die Spannung in dem Buch. Ihre Stimme war eher monoton und sehr langsam. Auch klangen alle Charaktere bei ihr mehr oder weniger gleich. Ich habe sehr lange gebraucht, um mich in ihre Stimme reinzuhören. Mehrfach kam mir gerade in der ersten Hälfte der Gedanke das Hörbuch abzubrechen. Letztendlich habe ich es nur weitergehört, weil ich es überhaupt nicht mag, etwas unvollendet zu lassen.

Rückblickend hat es sich für mich nicht gelohnt das Ende zu erfahren. In meinen Augen war diese keine sonderlich spannende Geschichte und die Magie, die ich erwartet hatte, habe ich leider vermisst. Vielleicht ist das Buch eher für eine jüngere Leserschaft geeignet. Für mich war es in jedem Fall nicht die richtige Geschichte.

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Veröffentlicht am 16.01.2021

Oh mein Gott… wie schlecht war das?!

Fall of Legend
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Seit Langem habe ich das Motto, dass man einem Autor nie nach dem ersten Eindruck bewerten soll. Schließlich hat ja auch jeder Mal einen schlechten Tag und manchmal liest man ja auch Bücher, die nur gerade ...

Seit Langem habe ich das Motto, dass man einem Autor nie nach dem ersten Eindruck bewerten soll. Schließlich hat ja auch jeder Mal einen schlechten Tag und manchmal liest man ja auch Bücher, die nur gerade nicht zu der eigenen Grundstimmung passen. Vor zwei Jahren habe ich „Sinful King“ gelesen und muss sagen, dass es mich überhaupt nicht überzeugen konnte. In meinen Augen war dies eine sehr einseitige Geschichte mit wenig Handlung und kaum Überraschungen. Danach hatte ich erst einmal die Autorin für mich abgehakt. Da die neue Trilogie spannend klang, wollte ich der Autorin noch eine Chance geben, aber wurde leider wieder enttäuscht. Wenn ihr somit schon „Sinful King“ gelesen habt und es mochtet, dann ignoriert einfach meine Meinung, weil sie im Zweifelsfall von eurer abweicht.

Das erste Kapitel startet direkt damit, dass Scarlett von Gabriels Handlanger entführt und in Gabriels Club gebracht wird. Dieser verpflichtet sie dazu, ihre Berühmtheit zu nutzen, um seinen Club wieder beliebter zu machen. Die Handlung zeigt wahrscheinlich Gabriels Verzweiflung und vielleicht ist sie sogar nachvollziehbar, aber Scarlett konnte ich vom ersten Moment an nicht verstehen. Wenn mich ein Fremder entführen würde, dann würde ich nicht aus seinem Büro spazieren, keiner Menschenseele davon erzählen und alles machen, was diese Person gefordert hat. Ich würde zur Polizei gehen, meine Freunde um Beistand fragen oder mir irgendwie Hilfe suchen. Das klang für mich sehr unglaubwürdig und ich habe sehr skeptisch weitergelesen.

Danach wurde mir Scarlett als unabhängige Geschäftsfrau vorgestellt, die gerne mehr Aufmerksamkeit von ihrem Vater hätte, aber ansonsten selbständig auftritt. In jeder Hinsicht wirkt sie so, als ob sie rationale Entscheidungen trifft und sich nicht von ihren Emotionen beeinflussen lässt. Das waren sogar Wesenszüge mit denen ich mich identifizieren konnte und bei denen mir Scarlett etwas sympathischer geworden ist. Wie sie ihr Geschäft aufbaut und mit wie viel Leidenschaft sie dabei ist, ist in jedem Fall bemerkenswert.

Jeglicher positive Eindruck wurde jedoch sofort wieder zerstört, als sie wieder auf Gabriel trifft beziehungsweise aus irgendeinem Grund anfängt sexuelle Gedanken an ihn zu verschwenden. Ich meine, woher kommt so eine Regung. Sie wurde von dem Typen entführt und anstelle, dass sie Angst vor ihm hat oder sein Verhalten abstoßen findet, bekommt sie beim Gedanken an ihn Herzchen-Augen und kann nicht mehr normal denken. Jede Selbständigkeit wird plötzlich in den Wind geblasen. Diese Wendung oder auch diese Beziehung zwischen den beiden war für mich einfach nur merkwürdig. Ich würde sogar so weit gehen, dass sie vollkommen ungesund ist. In meinen Augen wird hier auch ein Frauenbild gezeichnet, dass es in der heutigen Zeit nicht mehr geben sollte. Eine Frau kann auch begehrenswert und gleichzeitig selbständig sein. Sie braucht nicht immer einen Mann, der sie beschützt, und erst recht keinen, der ihr vorschreibt, was sie zu tun hat.

Neben meinen Schwierigkeiten mit den Charakteren sowie dem Handlungsverlauf konnte ich leider auch der Sprache nicht sonderlich viel abgewinnen. Es ist ein sehr einfacher Sprachstil, bei dem gerade in den Kapiteln, die aus Gabriels Sicht geschrieben sind, die kurzen und teilweise unvollständigen Sätze dominieren. Scarletts Kapitel waren noch etwas detailreicher beschrieben, aber auch in ihrer Perspektive gab es unheimlich viele Phrasen und Wiederholungen. Vergleiche und Beschreibungen, die ich gefühlt schon hundert Mal mit dem gleichen Wortlaut in anderen Büchern gelesen habe, wurden hier genutzt. Da gab es kaum kreative Metaphern oder eine individuellen Stil.

Insgesamt bin ich froh, dass ich der Autorin noch einmal eine Chance gegeben habe, da ich jetzt guten Gewissens sagen kann, dass ich ihren Stil nicht mag. In einem Liebesroman möchte ich gerne mit den Charakteren mitfühlen können und eine tiefgründige Geschichte lesen. Beides war hier nicht der Fall, sodass ich es überhaupt nicht mochte. Von mir gibt es für diesen Roman sowie für die Bücher der Autorin keine Leseempfehlung.

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