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Veröffentlicht am 29.03.2017

netter Briefroman

Herz an Herz
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Sara aus Hamburg ist frisch geschieden und zu einer Hochzeit an der Ostsee eingeladen, bei der zu vorgerückter Stunde alle Gäste eine Flaschenpost mit Wünschen für das Brautpaar in die Ostsee werfen sollen. ...

Sara aus Hamburg ist frisch geschieden und zu einer Hochzeit an der Ostsee eingeladen, bei der zu vorgerückter Stunde alle Gäste eine Flaschenpost mit Wünschen für das Brautpaar in die Ostsee werfen sollen. Allerdings hat Sara in ihrer Verletztheit und ihrer Betrunkenheit die Aufgabe etwas anders interpretiert und so schreibt Berti, der die Flaschenpost zufällig etwas später an den Kopf bekommt, ihr einen Brief. Bald entsteht aus der Brieffreundschaft eine Mailfreundschaft - wobei das den Kontakt nicht immer einfacher macht, da beim geschriebenen Wort Dinge wie Ironie nicht immer beim Empfänger ankommen, schon gar nicht, wenn man sich nicht persönlich kennt. Doch Sara und Berti sind sich trotz aller Missverständnisse sympathisch genug, um den Kontakt nicht abbrechen zu lassen, so dass sie mit der Zeit sogar mit dem Gedanken spielen, es mit einem Treffen zu versuchen...

Dieser Roman besteht nur aus Briefen, Mails, SMS, Chats und ein paar Mobilboxnachrichten. Dadurch ist er sehr kurzweilig zu lesen, die Seiten flogen nur so dahin. Da beide einen unterschiedlichen Schreibstil haben (was vermutlich auch damit zusammenhängt, dass dieser Roman von einer Autorin und einem Autor zusammen geschrieben wurde), kommen die unterschiedlichen Charaktere auch noch besser raus. Das Lesevergnügen getrübt haben leider ein paar Rechtschreibfehler (an sowas bleibe ich leider immer hängen), aber auch Datierungsfehler: Die Mails sind immer mit Empfänger, Absender, Datum und Uhrzeit versehen, wo es aber halt auffällt, wenn aus "Freitag, 02." auf einmal "Freitag, 06." wird und die Datierung dann basierend auf dem geänderten Datum fortgesetzt wird. Natürlich sind das Kleinigkeiten, aber so etwas hätte auch beim Korrekturlesen auffallen können, zumal mir erst nicht klar war, ob nicht ein Sprung von einer Woche gemeint war, was aber auch nicht hinkam... so wurde ich leider von der eigentlichen Geschichte immer wieder abgelenkt.

Die Protagonisten konnte ich mir gut vorstellen und im Grunde waren sie mir beide sympathisch, auch wenn sie schon ein bisschen eigen sind: Gerade Berti ist am Anfang ziemlich überdreht und anstrengend bis zickig, was auch immer wieder rauskommt. Gleichzeitig ist er derjenige, der in einigen Situationen am Kontakt festhält - wobei das auch Sara tut. Beide können Fehler zugeben und sind auch durchaus in der Lage, zu verzeihen. Sara wirkt - gerade am Anfang - ein bisschen reserviert, was sich aber schnell gibt. Vielleicht soll so auch ihr "hanseatischer Typ" im Gegensatz zum bayrischen Berti betont werden.

Von der Grundidee fand ich den Roman sehr ansprechend (sonst hätte ich ihn weder gekauft noch gelesen), aber vor allem zum Ende hin wurde es mit den Ereignissen ein bisschen viel. Klar können Zufälle passieren, aber hier war es schon ein bisschen arg, was ich leider eher anstrengend fand. Aber darüber kann man vermutlich unterschiedlicher Meinung sein.

Fazit: Für Fans von romantischen Romanen im Mailstil bestimmt nicht verkehrt.

Veröffentlicht am 29.03.2017

netter Teenieroman

Solo für Girl Online
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Penny ist wieder zu Hause, nachdem sie Noah während seiner Tournee in Paris verlassen hat. Sie versucht, wieder in den Alltag zu finden - was ihr auch halbwegs gelingt: Sie bloggt wieder, ihr bester Freund ...

Penny ist wieder zu Hause, nachdem sie Noah während seiner Tournee in Paris verlassen hat. Sie versucht, wieder in den Alltag zu finden - was ihr auch halbwegs gelingt: Sie bloggt wieder, ihr bester Freund Elliott hält sie auf Trab und außerdem lädt Megan sie nach London ein, wo sie an ihrer Schauspielschule Posey kennenlernt, die mit üblem Lampenfieber kämpft und Callum, einen charmanten Schotten, der für Penny eindeutig einen zweiten Blick wert ist. Da Noah komplett abgetaucht ist, denkt Penny zwar hin und wieder an ihn, aber ihr Leben geht weiter.

Nachdem ich eigentlich nach Band 2 nicht mehr weiterlesen wollte, kam ich auf einmal doch nicht mehr an "Solo für Girl Online" vorbei. Und ich habe es nicht bereut. Nachdem Penny in "Girl on Tour" ziemlich in Selbstmitleid versunken ist, bis sie mal endlich die Reißleine gezogen hat, ging es im 3. Band wieder deutlich aufwärts mit ihr. Sie bloggt wieder deutlich mehr und ist wieder deutlich fröhlicher und selbstbewusster unterwegs. In manchen Dingen ist sie zwar immer noch ein typischer Teenie, aber das sind dann auch die Punkte, wo ich merke, dass ich das eindeutig nicht mehr bin. Wobei mir schon klar war, dass es sich um ein Jugendbuch handelt und die meisten Protagonisten Jugendliche mit entsprechenden Ansichten, Problemen und Verhaltensweisen sind.

Auch dem Stil merkt man an, dass es mit Penny wieder ein bisschen aufwärts geht: Das Buch liest sich deutlich flüssiger und angenehmer als Band 2. Gut gefallen haben mir vor allem ihre Blogbeiträge. Allerdings ist Penny manchmal schon ziemlich grüblerisch veranlagt und manchmal auch ein bisschen blauäugig, was dazu geführt hat, dass sich das Buch zwar nett lesen ließ, ich aber Penny am liebsten geschüttelt hätte, um sie zur Vernunft zu bringen.

Fazit: Wer Jugendbücher mag, dem kann ich "Solo für Girl Online" nur empfehlen.

Reihenfolge:

1. Girl Online

2. Girl on tour

3. Solo für Girl Online

Veröffentlicht am 05.03.2017

Marits Neuanfang

Liebe, Zimt und Zucker
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Marit ist gerade für ihre große Liebe Toby von Hamburg nach Altenberg gezogen, das man gut mit dem Begriff "Volldorf" beschreiben kann. Aber für die Liebe zieht sie dort gerne hin. Nur leider stellt sich ...

Marit ist gerade für ihre große Liebe Toby von Hamburg nach Altenberg gezogen, das man gut mit dem Begriff "Volldorf" beschreiben kann. Aber für die Liebe zieht sie dort gerne hin. Nur leider stellt sich in Altenberg heraus, dass Toby dort schon eine Freundin hat. Doch Marit hat Glück im Unglück: Eher zufällig kommt sie an einen Job im einzigen Coffeeshop in Altenberg und ein Zimmer im Haus der Besitzerin. Dass sie eigentlich gerade mit ihrem Studium der Literaturwissenschaften fertig geworden ist, findet Marit an der Stelle eher zweitrangig, hauptsache, sie kann sich erst mal über Wasser halten. Und durch ihren Job findet sie im Dorf auch ein bisschen Anschluss, so dass sie erst mal nicht näher darüber nachdenkt, zurück nach Hamburg zu gehen oder sich einen "richtigen" Job zu suchen. Zumal sie eines Tages im Coffeeshop einen USB-Stick findet. Sie nimmt mit dem Besitzer per Mail Kontakt auf, woraus sich ein netter Flirt entwickelt - ein äußerst netter Flirt...

Der Roman liest sich sehr flüssig, die Seiten fliegen nur so dahin. Ich konnte das Buch zwar auch gut mal an die Seite legen, aber es kam auch vor, dass ich 100 Seiten gelesen habe, ohne es zu merken. Julia Hanel hat einen schönen und liebevollen Schreibstil, der gerne mit einem Augenzwinkern daherkommt. Dazu passen auch die Protagonisten des Romans, die (bis vielleicht auf Toby) alle sympathisch sind, aber auch ihre Ecken und Kanten haben.

Angefangen bei Marit, bei der ich mich erst mal gefragt habe, warum sie nach dieser Entdeckung nicht wieder nach Hamburg zurück gegangen ist. Gleichzeitig finde ich es schön, dass sie dem Dorfleben eine Chance gibt und sich dort auch durchaus wohl fühlt. Gleichzeitig wirkt sie manchmal schüchtern, dann schon wieder sehr tough, was gerade am Anfang manchmal nur bedingt stimmig war. Das ändert sich aber im Laufe des Romans glücklicherweise.

Sehr süß ist ihr Mail-Flirt mit Julian, der mir aber von Anfang an irgendwie zu glatt und zu perfekt wirkte. Allerdings ist es natürlich auch immer schwierig, jemanden per Mail richtig kennenzulernen. Das war mit Marits Arbeitskollegen Julian schon einfacher, der sie zwar oft aufzieht, sie am Anfang auch eher als Konkurrenz betrachtet, sie in entscheidenden Momenten aber oft rettet und immer für sie da ist.

Leider ging mir am Ende manches ein bisschen schnell und plötzlich, daher der Stern Abzug. Näher kann ich leider nicht darauf eingehen, sonst verrate ich zu viel, aber durch diese Geschwindigkeit fehlte mir am Ende einfach was.

Fazit: Ein Wohlfühlroman für ein Lesewochenende, zu empfehlen für alle Freundinnen von Frauenbüchern, Liebe und Kaffee

Veröffentlicht am 19.12.2016

hatte mehr erwartet

Stiefkind
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Rachel hat es geschafft: Sie hat sich aus prekären Verhältnissen hochgearbeitet, studiert und jetzt nach einigen Jahren als Single mit David verheiratet, einem erfolgreichen Anwalt, dessen Familie ein ...

Rachel hat es geschafft: Sie hat sich aus prekären Verhältnissen hochgearbeitet, studiert und jetzt nach einigen Jahren als Single mit David verheiratet, einem erfolgreichen Anwalt, dessen Familie ein altes Herrenhaus in Cornwall gehört. Davids Sohn aus erster Ehe, Jamie, ist 9 Jahre alt und eher zurückhaltend, doch an sich kommen er und Rachel gut miteinander aus - bis er ihr eines Tages sagt, dass sie an Weihnachten sterben wird und seine Mutter, die im Jahr zuvor an Weihnachten verstorben ist, wiederkommen wird. Verständlicherweise ist Rachel geschockt. Kann Jamie in die Zukunft sehen? Und wie kann sie die Geschehnisse beeinflussen?

Dieser Psychothriller verspricht Hochspannung, was ich leider nur bedingt unterschreiben kann. Spannend ist er, ja, aber leider auch vorhersehbar. Ich konnte zwar nicht exakt sagen, was wie passieren wird, aber mit meinen Vermutungen lag ich nie ganz daneben. Das war fast von Anfang an der Fall, weshalb auch eigentlich gruselige Passagen ihre Wirkung eher verfehlten, zumal manches dann auch ein bisschen zu viel war, ähnlich wie bei einem schlechten Horrorfilm. Diesen Kritikpunkt hatte ich auch schon bei "Eisige Schwestern", dem ersten Psychothriller von S.K. Tremayne. Dabei könnten beide Bücher vom Thema her sehr spannend und fesselnd sein, wobei sie vom Stil her auch Pageturner sind.

Die Charaktere sind so, dass man sie vor sich sieht, aber leider bin ich mit der Hauptfigur nur so mäßig warm geworden und fand sie eher anstrengend, ihren Mann fand ich auch nicht sonderlich nett. In Verbindung mit der Handlung führte das dazu, dass ich zwar wissen wollte, wie es weiter geht und ob ich mit meinen Vermutungen auch am Ende recht behalten sollte, das Buch aber nicht mit der Spannung verfolgt habe, wie ich es mir erhofft hatte. Unlogisch fand ich die Handlung noch nicht mal, es war einfach manchmal ein bisschen zu viel des Guten.

Fazit: Mich konnte das Buch leider nicht überzeugen.

Veröffentlicht am 29.10.2016

netter Roman über einen Neubeginn

New York Diaries – Claire
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Claire kommt frisch getrennt aus London zurück und zieht es vor, zu ihrer besten Freundin June und ihrem besten Freund Danny in die WG in New York zu ziehen, als in ihr altes Kinderzimmer in New Jersey. ...

Claire kommt frisch getrennt aus London zurück und zieht es vor, zu ihrer besten Freundin June und ihrem besten Freund Danny in die WG in New York zu ziehen, als in ihr altes Kinderzimmer in New Jersey. Dafür wohnt sie sogar in Junes begehbarem Kleiderschrank. Zwei Jobs hat sie schnell gefunden, so dass sie sich sogar das Leben in New York halbwegs leisten kann. Doch wie es sonst für sie weitergehen soll, weiß sie nicht. Zumal in ihrem Leben viel zu schnell wieder Männer-Chaos herrscht: Im Appartment über ihr wohnt ihre erste große Liebe, Jamie und Danny ist zwar vergeben, aber irgendwie schlägt ihr Herz doch schneller, wenn sie ihn sieht. Von beruflichen Plänen mal ganz zu schweigen. Bleibt also die Frage: Was und wen will Claire eigentlich?

Nachdem mich Anne Freytag, die hinter Ally Taylor steckt, mit "Mein bester letzter Sommer" von sich überzeugt hat, kam mir Claires Geschichte als Auftakt der "New York Diaries" sehr gelegen. Zwar war zu vermuten, dass es deutlich leichtere Kost sein würde, allerdings hätte ich schon mit etwas mehr Substanz gerechnet. Dass Claire sich erst mal einrichten muss (im wörtlichen wie im übertragenen Sinne) ist klar, aber irgendwie geht das ganz plötzlich und schnell - und schon steckt sie mitten im schönsten Männerchaos und verzehrt sich nach dem einen, den sie aber gerade nicht haben kann. Nebenbei merkt sie, dass ihre Jobs zwar ganz nett, aber keine dauerhafte Lösung sind und sie eigentlich ihren Traum verwirklichen möchte, eine eigene Bakery zu betreiben, es aber schon am Startkapital fehlt.

Das Buch liest sich sehr flüssig, allerdings hat Claire lange Passagen, in denen sie über Danny sinniert und sich den Kopf zerbricht, aber sonst eigentlich nicht viel passiert. Irgendwann konnte ich es schlicht nicht mehr hören, was das Buch für mich eher zäh machte. Als dieser Punkt dann aber einmal überwunden war und es auch mit der Handlung weiterging, gefiel mir das Buch auch wieder deutlich besser, aber insgesamt hätte man hier deutlich straffen können. Das ist schade, weil das Buch vom Klappentext eigentlich als Thema verspricht, dass es um die Frage geht, ob sich Claires Träume und Hoffnungen erfüllen werden. Dass dazu auch die Suche nach Mr. Right gehört, kann man sich zwar vorstellen, aber sie nimmt hier leider ziemlich viel Platz ein - gemessen daran, dass June ja eigentlich einen sehr konkreten Traum hat, den sie zwar wiederentdeckt, der aber insgesamt kaum Raum zugestanden bekommt und an dessen Verwirklichung sie sich lange nicht macht.

Die Protagonisten sind alle so dargestellt, dass man sie sich vorstellen kann - gerade die WG hatte ich bildlich vor Augen. Manche Figuren wirken erst sehr stereotyp, wobei das mit der Zeit auch oft aufgebrochen wird. In dieser Hinsicht gibt es einige interessante Entwicklungen, die die Geschichte für mich wieder interessanter gemacht haben.

Fazit: Ich hatte mir mehr versprochen, aber für zwischendurch ist "New York Diaries - Claire" durchaus nett zu lesen.

Reihenfolge:

1. Claire

2. Sarah (ab 02.01.2017)

3. Phoebe (ab 03.04. 2017)

4. Zoe (ab 03.07.2017)