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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.01.2021

Auch Teil 2 begeistert

Die Erben von Seydell - Die Schicksalsjahre
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1914. Alexander von Seydell hat sich nach einem Streit mit seinem Bruder in Navarra ein neues Leben aufgebaut. Als der erste Weltkrieg ausbricht, wird er Opfer einer Verwechslung und Alexander muß sich ...

1914. Alexander von Seydell hat sich nach einem Streit mit seinem Bruder in Navarra ein neues Leben aufgebaut. Als der erste Weltkrieg ausbricht, wird er Opfer einer Verwechslung und Alexander muß sich der französischen Armee anschließen. Auch sein Sohn Robert wird eingezogen, beide stehen sich auf dem Schlachtfeld gegenüber. Währenddessen kämpft Luise in der Lüneburger Heide um das Gestüt und das Glück ihrer Tochter.

Auch im zweiten Teil der Trilogie "Die Erben von Seydell" , "Die Schicksalsjahre" begeistert das Autorenduo Sophie Martaler wieder. Die Charaktere werden hier so wundervoll dargestellt, da bekommt man eine genaues Bild vor Augen. Christina und Robert als Alexanders Kinder sind absolut authentisch. Christina ist typisch Tochter. Sie rebelliert gern, so daß Alexander es nicht wirklich einfach mit ihr hat. Robert vermittelt hier sehr gut, wie unsinnig manche Entscheidungen im Krieg sind. Er kann die Entscheidungen seiner Vorgesetzten nicht nachvollziehen, sie sind komplett gegen seine Lebenseinstellung. Sophie Martaler bringt dem Leser diese Zerrissenheit nah, man erlebt es wie mit eigenen Augen. Die Handlungsorte wechseln zwischen der Lüneburger Heide und Navarra. Beide Gegenden werden sehr anschaulich dargestellt, man bekommt ein Gefühl dafür, wie es dort jeweils zu der Zeit zuging. Man erlebt Schicksalsschläge und Verluste, leidet und kämpft mit Alexander und Luise und findet sich in einer Handlung wieder, die auf geschickte Weise historische Fakten mit Fiktion verwebt.

Ich persönlich fiebere schon jetzt dem nächsten Band entgegen!

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Veröffentlicht am 31.01.2021

Schwieriges Thema gut verpackt

Marigolds Töchter
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Als Tochter Daisy überraschend zurückkehrt wird es eng im Haus von Marigold. Denn neben der jüngsten Tochter wohnt auch noch Großmutter Nan mit in dem kleinen Haus. Doch Marigold ist ein Familienmensch ...

Als Tochter Daisy überraschend zurückkehrt wird es eng im Haus von Marigold. Denn neben der jüngsten Tochter wohnt auch noch Großmutter Nan mit in dem kleinen Haus. Doch Marigold ist ein Familienmensch und macht für ihre Familie alles. In Marigolds kleinem Lädchen wird nun in nachbarschaftlicher Gemeinschaft versucht, für Daisy neben einem Job auch einen Mann zu finden. Bei all diesen Bemühungen übersieht allerdings jeder, daß es Marigold immer schlechter geht.

Julia Woolf beschreibt in ihrem Buch "Marigolds Töchter" das traurige Thema Demenz auf berührende Art. Dabei schafft sie es bei aller Schwere des Themas, daß man dies Buch gern liest. Denn sie verzaubert den Leser durch ihren Schreibstil, der fesselt, berührt und eine ganz eigene Art der Eindringlichkeit aufweist. Sie schafft eine gute Balance zwischen Emotionalität und Lesespaß. Dies ist eine Kunst, die gegeben ist und wohl nicht erlernt werden kann. Ihre Charaktere sind so geschaffen, daß man eine Verbindung zu ihnen bekommt, sich als Teil der Familie und somit mit ihnen fühlt. Man erkennt, was es heißt eine Familie zu sein. Die Demenz wird hier in keiner Weise beschönigt, man erlebt das Anfangsstadium sehr intensiv mit und ist oft zu Tränen gerührt.

"Marigolds Töchter" ist ein Highlight und absolut zu empfehlen.

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Veröffentlicht am 27.01.2021

Ist dies wirklich schon der letzte Band?

Die Farben der Schönheit – Sophias Triumph (Sophia 3)
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Im Jahr 1930 scheint es für Sophia endlich ein Glück zu geben. Darren macht ihr einen Heiratsantrag, den sie mit Freuden annimmt. Da steht plötzlich ihre Freundin Henny vor ihrer Tür und braucht dringend ...

Im Jahr 1930 scheint es für Sophia endlich ein Glück zu geben. Darren macht ihr einen Heiratsantrag, den sie mit Freuden annimmt. Da steht plötzlich ihre Freundin Henny vor ihrer Tür und braucht dringend Hilfe. Sie ist in Paris durch falsche Freunde in die Kokainsucht getrieben worden. Um den teuren Aufenthalt in einer Suchtklinik zu finanzieren, nimmt Sophia das Angebot von Helena Rubinstein an und arbeitet wieder für sie. Daß dadurch ihre Ehe mit Darren zu sehr belastet wird, merkt sie fast zu spät. Als der Krieg ausbricht meldet Darren sich freiwillig zur Army. Schon wieder steht Sophia vor den Scherben ihres Lebens. Doch sie wäre nicht Sophia, wenn sie nicht wieder einmal den Kampf um ihr Glück aufnehmen würde. Auch dieses Mal hat sie einen langen Weg vor sich, den sie mit ihrer für sie typischen Beharrlichkeit gehen wird.

Das dritte und letzte Buch der Serie "Die Farben der Schönheit" von Corina Bomann trägt den Untertitel "Sophias Triumph". Dies Buch ist für mich ein Sinnbild für die tiefe Freundschaft von zwei jungen Frauen, die zusammen durch dick und dünn gehen. Es berührt einen sehr, wenn man miterlebt, was diese beiden Frauen erleben und gemeinsam meistern. Corina Bomann schreibt in einer so schönen und warmherzigen Art, daß man einfach mitleiden muß. Die unbarmherzigen Bedingungen, mit denen die Königinnen der Schönheitsbranche ihre Imperien aufgebaut haben, werden in dieser Serie zu Recht an den Pranger gestellt. Jeder sollte wissen, für was er sein Geld ausgibt.

Am Ende überlege ich, ob es wirklich das letzte Buch in dieser Reihe sein muß. Es gibt doch bestimmt noch viel zu erzählen über Sophia Krohn und ihr aufregendes Leben.

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Veröffentlicht am 22.01.2021

Ein extrem spannender neuer Fall

Die Hornisse (Tom-Babylon-Serie 3)
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Der Rockstar Brad Galloway steht auf der Berliner Waldbühne, als ihm eine unbekannte Frau einen geheimnisvollen Brief überreicht. Am nächsten Abend ist Brad tot - er wird ausgeblutet und ans Bett gefesselt ...

Der Rockstar Brad Galloway steht auf der Berliner Waldbühne, als ihm eine unbekannte Frau einen geheimnisvollen Brief überreicht. Am nächsten Abend ist Brad tot - er wird ausgeblutet und ans Bett gefesselt im Gästehaus der Polizei aufgefunden. Tom Babylon und Sita Johanns werden mit dem Fall beauftragt. Ihre Ermittlungen führen sie 30 Jahre in die Vergangenheit zu einer Kindesentführung und einer Frau zwischen zwei Männern - einer davon sinnt noch heute auf Rache...

Marc Raabe schickt sein Ermittlerduo mit "Die Hornisse" nun zum dritten Mal auf Verbrecherjagd. Und dieser Teil steht den Vorgängern in nichts nach - im Gegenteil. Auch hier herrscht wieder eine fast unerträgliche Spannung. Der Fall selbst führt den Leser immer wieder auf neue Fährten, die in die Irre leiten und rätseln lassen. Die Rückblenden in die Vergangenheit steigern die Spannung noch, denn man wird immer wieder zwischen den Zeiten hin und her geführt, dies jedoch auf gut zu verfolgende Art. Man behält hier gut den Überblick. Mir gefällt es sehr gut, daß man hier immer wieder auf bekannte Charaktere trifft. Marc Raabe hat eine Vielzahl an Charakteren geschaffen, die Einzigartig sind. Jeder ist individuell und hat seine Eigenarten. Dies ist perfekt und bringt Abwechslung. Lediglich Toms Eigenart mit seiner verschwundenen Schwester zu sprechen (er bekommt von ihr sogar Hinweise), stört mich noch immer. Daran werde ich mich auch nach noch mehr Bänden nicht gewöhnt haben. Allerdings ist das Buch ansonsten so perfekt, daß ich dies ganz leicht verschmerzen kann.

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Veröffentlicht am 17.01.2021

Ein wunderbares Buch für Liebhaber der Seefahrt

The Great Escape
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"The great escape - Fotografien von der Seefahrt 1950-1970" von Julia Dellith zeigt in 200 sowohl in schwarzweiß, als auch in farbig fotografierten Bildern die Schönheit der Seefahrt. Der Leser wird hier ...

"The great escape - Fotografien von der Seefahrt 1950-1970" von Julia Dellith zeigt in 200 sowohl in schwarzweiß, als auch in farbig fotografierten Bildern die Schönheit der Seefahrt. Der Leser wird hier auf faszinierende Reisen mitgenommen, bereist Nord- und Südamerika und Südostasien. Die Bilder zeigen sowohl das Leben an Bord, als auch Eindrücke, die während der Landgänge entstanden sind, sie zeigen sowohl die schöne Seite der Seefahrt mit ruhigem Seegang, als auch hochpeitschende Wellen bei kabbeliger See. Bei einigen Bildern kann man nur staunen, z. B. bei der Transportmethode von Rind und Schwein. Einfach auf Stroh mitten auf dem Deck - heute zum Glück unmöglich. Durch die Bilder bekommt man Fernweh - zum Teil sind sie so gut gemacht, daß man das Gefühl hat, selbst hinter der Kamera zu stehen. Im hinteren Teil des Buches finden sich zwei kurze Textpassagen, die beide sowohl in englisch und deutsch abgedruckt sind. Hier wird die Faszination der Seefahrt beschrieben, wie diese wunderbaren Fotos entstanden sind, man erfährt, wie die deutsche Seefahrt nach 1945 wieder aufgebaut wurde und sich weiterentwickelte. Es wird die Frage aufgeworfen, ob die Seefahrt wirklich so romantisch war. Hier erfährt man dann, daß nicht alles so herrlich war, wie es die Bilder in diesem Buch überwiegend vermitteln. Diese Passagen sind herrlich zu lesen. Bei diesem Buch gibt es nur einen kleinen Kritikpunkt: Die Bildunterschriften sind am Ende des Buches als Anhang abgedruckt. Ich persönlich hätte sie lieber unter dem Foto gehabt. Das Nachschlagen wurde auf Dauer doch etwas mühsam.

Insgesamt ist dieses tolle Buch ein absolutes "Muß" für alle Freunde der Seefahrt und bekommt von mir eine absolute Empfehlung!

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