Sehr gut geschrieben, aber ganz schön verstörend...
Cry Baby - Scharfe SchnitteDie junge Reporterin Camille Preaker, die in Chicago für eine Zeitung arbeitet, kehrt nach 8 Jahren in ihre Heimatstadt Wind Gap zurück, um auf Anweisung ihres Chefs über brisante Fälle zu berichten, die ...
Die junge Reporterin Camille Preaker, die in Chicago für eine Zeitung arbeitet, kehrt nach 8 Jahren in ihre Heimatstadt Wind Gap zurück, um auf Anweisung ihres Chefs über brisante Fälle zu berichten, die sich dort ereignet haben. Es handelt sich um den Mord an einem kleinen Mädchen und das Verschwinden einer weiteren 10-Jährigen. Der Auftrag gestaltet sich als schwierig, denn Camille kommt kaum an Informationen. Statt dessen wird sie von ihrer eigenen düsteren Vergangenheit eingeholt. Der Aufenthalt in dem kleinen Ort entwickelt sich für sie nach und nach zu ihrem persönlichen Alptraum. Und dann stößt Camille bei ihren Recherchen auf Grauenvolles...
Es ist ein Buch, das mich kaum losgelassen hat. Es war alles andere als angenehme, entspannte Lektüre. Vielmehr hatte ich beim Lesen immer wieder ein beklemmendes Gefühl, konnte mich aber der Sogwirkung nicht entziehen, die von diesem Roman ausgeht. Gillian Flynn erzählt eine wahrhaft erschütternde Geschichte und macht ihre Sache teuflisch gut. Ich war von den ersten Seiten an gefesselt, hatte eine böse Vorahnung und mich regelrecht gegruselt, trotzdem war ich so fasziniert, dass ans Aufhören nicht zu denken war. Die Autorin schafft es meisterhaft, in die seelischen Abgründe ihrer Protagonisten einzutauchen und sie für den Leser sichtbar zu machen. Sie geht dabei schonungslos vor und macht vor keinem Tabu halt. Nichts ist ihr zu peinlich, zu schockierend, zu anstößig, zu hässlich oder zu grausam. Sie zeigt die Menschen so wie wir manchmal hinter unserer schönen Fassade wirklich sind und das kann einem schon Angst machen...
Fazit: Ein fesselnder Psychothriller, der unter die Haut geht – keine Entspannungslektüre, aber definitiv lesenswert!