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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.05.2021

Wenn sich niemand daran erinnert, war es dann real?

Das unsichtbare Leben der Addie LaRue
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„(…) alle sind schon durchgestartet, während du selbst noch immer den richtigen Weg suchst, und du bist dir der Ironie der Tatsache bewusst, dass du, im Wunsch zu leben, zu lernen und dich selbst zu finden, ...

„(…) alle sind schon durchgestartet, während du selbst noch immer den richtigen Weg suchst, und du bist dir der Ironie der Tatsache bewusst, dass du, im Wunsch zu leben, zu lernen und dich selbst zu finden, die Orientierung verloren hast.“

In ihrer Verzweiflung hat Adeline LaRue einen Pakt mit dem Teufel geschlossen. 300 Jahre lang erinnert sich niemand mehr an Addie und sie zieht ruhelos ohne Freunde und Familie in absoluter Anonymität umher. Ruhelos, aber nicht bereit, ihre Seele aufzugeben. Bis sie in einem Buchladen Henry trifft. Henry, der sie nicht nur wahrnimmt, sondern sich auch an sie erinnert und sich in sie verliebt. Nur leider ist die Liebesgeschichte dieses Paares eher bittersüß…

Ich bin so absolut sprachlos, dass ich nicht weiß, wo ich beginnen soll. Victoria Schwab hat hier ein Meisterwerk geschaffen, dass mich als Leser verzauberte und was noch immer nachhallt. der Schreibstil ist pure Poesie, aber dennoch so flüssig zu lesen, dass ich in jeder Zeile versank und sie aufgesogen habe.

Addie ist wunderbar starker und vielschichtiger Charakter. Dabei ist ihre Stärke so anders, so viel ruhiger, als die der meisten starken Fantasy-Frauen. Mit Henry konnte ich aber sogar noch besser mitfühlen. Ich habe so mit ihm gelitten, weil ich einfach so gut nachempfinden konnte, was er fühlt und was ihn antreibt. Dadurch spielt Victoria Schwab wieder so schön mit „kein Gut oder Böse, kein schwarz oder weiß, sondern grau“. Durch Addie und Henry greift sie auch sehr aktuelle Probleme auf, von denen ich glaube, dass viele Menschen damit kämpfen: Mit dem Drang nach Selbstbestimmung und Freiheit, mit dem Druck durch andere Menschen und mit dem Gefühl nicht genug zu sein.

Die Geschichte ist auf eine ruhige Weise spannend, denn ich fieberte wirklich sehr mit. Trotzdem fühlte ich mich nie gehetzt, war immer ganz da. Das Schönste aber ist: Die Charaktere reden! Ja, wirklich, ich kann es noch immer auch kaum glauben! Wo ich sonst die Hände vor den Kopf schlage, weil so vieles mit Reden gelöst werden könnte, sind die Charaktere hier viel offener und die Probleme, die entstehen (oder bereits da sind) sind somit auch wirklich Probleme.

Fazit

Ich glaube, das ist das erste Buch, von dem ich sagen würde: Es hat mir wirklich etwas gegeben. Es hat mir geholfen und mir Trost gespendet und in so vielerlei Hinsicht genau das ausgesprochen, was ich oft fühle. Und damit bin ich bestimmt nicht allein. Neben Scythe habe ich jetzt wohl ein neues Lieblingsbuch.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.04.2021

Wo ist Band 2, wenn man ihn braucht?!

Aurora erwacht
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„Aber ich glaube, von allen Orten, wo ich nicht hingepasst habe, passe ich hier ein bisschen besser her.“ – Zila

Tyler ist ein verlässlicher Musterschüler der Aurora Academy. Für seinen ersten Auftrag ...

„Aber ich glaube, von allen Orten, wo ich nicht hingepasst habe, passe ich hier ein bisschen besser her.“ – Zila

Tyler ist ein verlässlicher Musterschüler der Aurora Academy. Für seinen ersten Auftrag darf er als Alpha seine Crew zusammenstellen. Klar, dass die überragend sein muss! Klar, dass irgendwas absolut schief gehen muss und sein Team hauptsächlich aus Außenseitern und Losern besteht. Klar, dass das nicht das einzige Problem bleibt: Denn ein verschollenes Siedlungsschiff wird gefunden und von den 1000 Passagieren lebt nur noch die schlafende Aurora. Und ausgerechnet Tylers Truppe soll plötzlich einen Krieg verhindern…

Ich.liebe.es! Ich weiß gar nicht so recht, wo ich anfangen soll. Aber wenn ihr das Weltall liebt, einen humorvollen aber spannenden Schreibstil wertschätzt und ihr absolut coole Charaktere kennen lernen wollt: Das ist euer Buch! Von diesem Autoren-Duo habe ich wieder eine grandiose Geschichte mit Überraschungen erwartet und ich wurde kein bisschen enttäuscht.

Was ich einfach liebe ist diese komplexe Welt mit den perfekt ausgearbeiteten Handlungssträngen in Kombination mit ganz viel Humor und Sarkasmus. Ich habe gelacht, ich habe innerlich geweint und geschrien, ich war überrascht und aufgeregt: Die ganze Gefühlspalette wird hier also bedient!

Was das Buch aber ausmacht, sind die Charaktere. Jeder dieser 7 Crewmitglieder hat auch wirklich Charakter, was durch die durchwechselnde Erzähl-Perspektive noch deutlicher wird. Ich bin ja großer Fin-Fan, da der Betrasker mich mit seiner sarkastischen Art immer irgendwie dazu bracht, gleichzeitig zu grinsen und den Kopf zu schütteln. Außerdem finde ich Zila sehr spannend, weil ihr Charakter noch sehr viel zu erzählen hat, glaube ich.

Fazit

Ich bin sprachlos und gleichzeitig würde ich gern stundenlang darüber schwafeln, deswegen bleibe ich einfach dabei: Ich.liebs!

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Veröffentlicht am 08.02.2021

Wenn sich alles wieder wie früher anfühlt

Annika Rose und die Logik der Liebe
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„Ich weiß nie, was andere Leute denken. Das ist, als wäre man in einem fremden Land in dem eine andere Sprache gesprochen wird, und man bemüht sich so, alles zu verstehen, aber ganz gleich, wie oft man ...

„Ich weiß nie, was andere Leute denken. Das ist, als wäre man in einem fremden Land in dem eine andere Sprache gesprochen wird, und man bemüht sich so, alles zu verstehen, aber ganz gleich, wie oft man Saft bestellt, immer bringen sie einem Milch.“ – Annika

Annika hat eine Autismus-Spektrum-Störung, weshalb viele alltägliche Dinge sehr anstrengend für sie sind. Sie mag keine Lauten Geräusche und Mitmenschen sind ihr sowieso ein Rätsel. Als sie im Schachclub ihrer Uni Jonathan kennen lernt, fühlt sie sich aber vollends wohl bei ihm und kann sich fallen lassen. Doch ein Schicksalsschlag entzweit die beiden, bis sie sich zehn Jahre später wieder sehen. Sie geben einander eine zweite Chance, doch es ist an Annika, diese zu nutzen.

Dieser Roman behandelt das Thema Autismus und ich war gespannt, aber auch etwas skeptisch. Das letzte Buch mit autistischer Protagonistin, das ich gelesen habe, hatte mich aufgrund klischeehafter und gezwungen-übertriebener Darstellung eher enttäuscht. Dieses mal ist es anders. Es wirkt natürlicher und echter. Außerdem wird immer wieder erwähnt, dass Annika anders denkt, aber nicht falsch, was ich unheimlich wichtig finde.

Aber jetzt mal direkt zum Buch 😀 Die Geschichte spielt in zwei Zeiten und wird sowohl von Annika als auch von Jonathan erzählt, wobei der Schreibstil bei beiden recht nüchtern wirkt. Das ist aber keinesfalls negativ und so kommt man auch fix voran.

Jonathan ist einfach ein netter und intelligenter Mann, der mit seiner Toleranz ein gutes Vorbild ist. Annika ist etwas naiv, aber keinesfalls dumm. Außerdem hat sie ein sehr großes Herz und bemüht sich immer, sich „angemessen“ zu verhalten, was sehr anstrengend für sie sein kann. Die Beziehung der beiden ist süß und ein wenig unschuldig und kommt ganz ohne Bad Boy und Arschloch-Gehabe aus.
Ein weiterer großartiger Charakter ist Annikas Freundin Janice, die ihr immer mit Rat und Tat zur Seite steht. Ich liebe es, dass Janice Annika auf neutrale Weise hilft, Annika diese Hilfe aber auch dankend annimmt. Somit ist die Freundschaft der beiden ganz besonders.

Die Handlung ist gar nicht so vorhersehbar wie gedacht 😀 Ich war immer neugierig auf den angeteaserten Schicksalsschlag, hatte damit aber nicht gerechnet. Außerdem ist das Ende nochmal sehr spannend, wenn es auch etwas zu kurz abgehandelt wird. Das wirkt etwas unausgewogen.

Fazit

Ein Buch für zwischendurch, aber mit genug Gefühl, dass man die Gedanken darüber mit in den Schlaf nimmt. Eine Geschichte über Mut, Entwicklung, Toleranz und darüber, das Anders-sein nicht Falsch-sein bedeutet

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Veröffentlicht am 24.01.2021

Eine neue Buchliebe

Chaos Walking - Der Roman zum Film
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"Alles auf diesem Planeten spricht zueinander. Einfach alles. Das ist es, was New World ausmacht: Informationen, immerzu, nie versiegend, ob du willst oder nicht." - Ben

In Todd Hewitts Heimatstadt ist ...

"Alles auf diesem Planeten spricht zueinander. Einfach alles. Das ist es, was New World ausmacht: Informationen, immerzu, nie versiegend, ob du willst oder nicht." - Ben

In Todd Hewitts Heimatstadt ist es laut. Ein Krankheitserreger forderte das Leben aller Frauen, doch die Männer hören seit dem ihre Gedanken. Alle Gedanken. Keine Geheimnisse. Oder? Kurz vor Todds Geburtstag, der ihn traditionell zum Mann machen sollte, entdeckt Todd einen Ort voller Stille und er entdeckt ein Mädchen. Er muss erfahren, dass es in einer Stadt voller Lärm und Gedanken doch Geheimnisse geben kann. Und er muss um sein Leben rennen...

Ich freu mich so sehr, eine so positive Rezension schreiben zu dürfen, gleichzeitig habe ich mich etwas darum gedrückt. Denn jetzt muss ich mich wieder mit dem Buch auseinander setzen und nur so viel: Ich hab's geliebt und es tat weh!

"Der Krieg ist ein Ungeheuer. Krieg ist ein Teufel. Wenn er erstmal sein Maul öffnet, dann frisst und frisst und frisst er immer weiter. Krieg macht aus ganz normalen Menschen Ungeheuer." - Ben

Zu Beginn fällt auf jeden Fall der Schreibstil auf. Die ganze Geschichte ist aus der Sicht von Todd geschrieben und spiegeln dabei seine Gedanken wieder. Dadurch sind die Sätze oftmals länger, wirken abgehakt oder wiederholen sich, je nach Todds Gefühlslage. Da ist etwas gewöhnungsbedürftig und vielleicht ist das nicht jedermanns Geschmack, aber mir gefällt das sehr gut! Dadurch kommen Todds Gefühle richtig gut zur Geltung und ich habe mich mit ihm gefreut und vor Allem mit ihm gezweifelt und gelitten.

Auch Todd selbst ist kein typischer Protagonist und anfangs sogar echt unsympathisch. Ich kann aber nur empfehlen ihm eine Chance zu geben. Denn Todd kennt nur seine "Männerstadt", nur das, was man ihm dort erzählt hat. Dass er manchmal so reagiert, wie er es tut, ist nicht immer verständlich oder zu entschuldigen, aber es ist begründet. Todd ist ein einfacher Junge mit Ängsten und Zweifeln und kein übermenschlicher Superheld, wie das in Dystopien auch häufiger mal der Fall ist. Todd wird übrigens von einem Hund namens Manchee begleitet und ich liebe dieses Fellknäul! So ein tolles und loyales Tier, das mein Herz für sich gewinnen konnte. <3

Die Handlung selbst ist dystopisch und spannend. Es gibt immer Geheimnisse, die man als Leser rausfinden möchte, und viele eigene Charaktere, die es kennen zu lernen gilt. Besonders der Aspekt mit dem Lärm ist neu und gut und konsequent umgesetzt. So hat das Buch mich sowohl gut unterhalten als auch das Herz rausgerissen. Ich würde ja gern behaupten, dass die Geschichte es auch wieder geflickt hat, aber das wäre eine Lüge. Ich habe bisher bei zwei Büchern weinen müssen, das letzte mal ist mehr als 2 Jahre her, aber Chaos Walking hat's geschafft. Und ich war fertig danach! :D

"Vielleicht ist es so, dass jeder irgendwann zu Fall kommt. Jeder von uns. Und das ist auch gar nicht die entscheidende Frage. Die Frage ist doch, ob wir danach wieder aufstehen." - Todd

Fazit

Ein wirklich intelligentes und ganz eigenes Buch, dass mich zu 1000% überzeugen kann und somit auf meine Liste der Lieblinge wandert! Wenn man sich Abschnitte einteilt, damit man mehr vom Buch hat, wenn man manchmal nicht weiterlesen kann, weil man so zerstört ist, dann sagt das alles!

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Veröffentlicht am 17.12.2020

Das heimelige Gefühl von Weihnachten

Winter in Bloomsbury
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„Allzeit bereit, um (…) kleine Wunder oder aber zumindest ein paar köstliche, hochkalorische Leckereien zu vollbringen.“

Mattie führt eine kleine, aber beliebte Teestube neben einem ebenso beliebten Buchladen. ...

„Allzeit bereit, um (…) kleine Wunder oder aber zumindest ein paar köstliche, hochkalorische Leckereien zu vollbringen.“

Mattie führt eine kleine, aber beliebte Teestube neben einem ebenso beliebten Buchladen. Auch wenn sie zu Weihnachten die leckersten Köstlichkeiten kreiert: Sie hasst diese Zeit, in der vor Jahren ihr Leben eine unschöne Wendung nahm. Dass sie sich ausgerechnet jetzt immer mehr häufiger mit ihrem arroganten und unfreundlichen Kollegen Tom auseinander setzen muss, macht es Mattie nicht einfacher. Zum Glück bleiben Feinde aber nicht immer Feinde.

Mein diesjähriges Weihnachtsbuch habe ich viel zu schnell verschlungen, so verliebt bin ich in alles. In die Geschichte, die Charaktere, die Atmosphäre, das Setting, den Schreibstil… einfach alles! Obwohl ich die anderen Bände (die in sich abgeschlossen sind) nicht gelesen habe, kam ich sofort an.

Mattie ist als Protagonistin sehr sympathisch. Sie liebt das, was sie tut und ist ehrgeizig. Natürlich verhält sie sich nicht immer richtig (sonst wär die Story schnell erzählt), aber ich konnte immer nachvollziehen warum sie etwas gesagt oder getan hat. Es wirkt nie gezwungen oder übertrieben dramatisch. Tom ist verschlossen und gern mal etwas zynisch, aber ich mag den Charakter, da er nicht wie einer dieser Möchtegern-Bad-Boys wirkt. Außerdem sind der Schlagabtausch der beiden herrlich!

Auch die anderen Charaktere bleiben nicht blass. Obwohl einige etwas übertrieben dargestellt werden, so hat jeder seine Charakterzüge und man bekommt ein klares Bild. Außerdem sind alle auf ihre Art liebenswürdig, auch wenn es niemand liebenswürdigeren gibt als Cuthbert… wie auch immer man das ausspricht 😀

Der Schreibstil ist bildhaft, aber oft trocken-humorvoll, was genau mein Geschmack ist. Ich musste wirklich sooft grinsen! Die Atmosphäre wirkt durch den Buchladen und die Teestube heimelig, aber auch locker. Die Geschichte nimmt sich auch viel Zeit und nichts wird überstürzt. Für mich ist es aber an keiner Stelle langatmig, ich habe jede einzelne Seite genossen und hätte auch noch 100 mehr gelesen.

Fazit

Ein richtig schönes Weihnachtsbuch, dass einem ein Grinsen ins Gesicht zaubert. Einen Nachteil gibt’s aber: Ich möchte die anderen drei Bände jetzt auch noch lesen 😀

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